# WordPress Staging – unfallfrei entwickeln und testen

Mehr als 60 Prozent aller Webseiten weltweit nutzen das Content-Management-System (CMS) WordPress. Es ist kostenlos, einfach zu installieren und zu bedienen und wird von einer großen Community ständig weiterentwickelt. Redakteure können Inhalte im Prinzip mit MS-Word-Kenntnissen pflegen. Fast alle erdenklichen Aufgaben einer Webseite lassen sich mit den knapp 60.000 zur Verfügung stehenden Plugins lösen.

Doch auch erfahrenen Programmierern ist es schon passiert, dass nach der WordPress-Installation oder dem Update eines Plugins auf einmal gar nichts mehr funktionierte: Bildschirm weiß, Login-Bereich weg, Webseite futsch. Das muss nicht passieren, wenn man sich **eine Testumgebung** schafft, auf der man nach Herzenslust mit allen möglichen Neuheiten ohne Fehlerangst und Zeitdruck testen kann, ohne Risiko, gleich die mühevoll erstellte Webpräsenz zu zerschießen. Wie Sie solch eine Testumgebung schaffen, zeigen wir in unserem Ratgeber zum WordPress Staging.

## WordPress-Testumgebung manuell einrichten

Wenn eine WordPress-Webseite reibungslos läuft, sollten grundsätzlich zwei Sicherheitsdateien angelegt werden. Das ist auch vor jeder Form von Updates zu empfehlen:

Sichern Sie alle Dateien Ihrer Installation in einem lokalen Verzeichnis. Dabei handelt es sich meist um drei Ordner sowie knapp 20 Dateien, die .htaccess-Datei und Ihr eventuell gesetztes [WordPress Favicon](https://www.ionos.de/digitalguide/hosting/blogs/wordpress-favicon-einfuegen/ "WordPress: Favicon einfügen"). Den Datentransfer erledigt man mit einem [FTP-Client](https://www.ionos.de/digitalguide/hosting/hosting-technik/ftp-programme/ "FTP-Programme") wie zum Beispiel FileZilla oder in Ihrem Admin-Bereich beim Provider im Bereich Webspace oder per Web-FTP.

Dann loggen Sie sich in die Verwaltungsoberfläche Ihres Providers ein und exportieren die WordPress-Datenbank als Sicherheitsdatei. Der Dateiname besteht meist aus dem Datenbanknamen, eventuelle auch noch mit einem Datum versehen, und der Endung „.sql“.

[![Bild: WordPress Staging 1. Schritt: Sichern der bestehenden Datenbank](https://www.ionos.de/digitalguide/fileadmin/_processed_/c/f/csm_wordpress-staging-1-schritt_8df60894c2.webp "WordPress Staging 1. Schritt: Sichern der bestehenden Datenbank")](https://www.ionos.de/digitalguide/fileadmin/DigitalGuide/Screenshots_2020/wordpress-staging-1-schritt.png) Die Exportfunktion für die Datenbank finden bei Ihrem Provider im Kundenbereich unter Datenbanken. Dort müssen Sie MySQL starten bzw. die Datenbank öffnen.       Mit diesen beiden Sicherungen lassen sich eventuelle **Crashs** bei Versions-Updates von WordPress oder den installierten Plugins schnell wieder in Ordnung bringen. Zugleich stehen damit die Inhalte für eine WordPress-Testumgebung zur Verfügung. Dann gehen Sie Schritt für Schritt vor:

1\. Legen Sie ein Unterverzeichnis für Ihr WordPress Staging auf dem Webserver an. Das funktioniert im Administrationsbereich bei Ihrem Provider unter „Webspace nutzen“ oder auch mit einem FTP-Clienten wie FileZilla. Das Verzeichnis heißt im Beispiel hier www.musterdomain.de/test-stage.

[![Bild: Unterverzeichnis für eine WordPress-Testumgebung](https://www.ionos.de/digitalguide/fileadmin/_processed_/b/c/csm_wordpress-staging-2-schritt_f2ca1a5aab.webp "Unterverzeichnis für eine WordPress-Testumgebung")](https://www.ionos.de/digitalguide/fileadmin/DigitalGuide/Screenshots_2020/wordpress-staging-2-schritt.png) In das neu angelegte Verzeichnis „test-stage“ werden alle Daten der lokal gesicherten WordPress-Installation übertragen.       2\. Dann wird noch eine **neue (leere) Datenbank** für die geklonte Webseite benötigt. Nachdem diese beim Provider erstellt ist, notieren Sie sich die dort aufgeführten **Zugangsdaten**.

3\. Öffnen Sie die lokale gesicherte Datei wp-config-sample.php in einem Editor und tragen Sie die Zugangsdaten für die neu erstellte Datenbank ein:

[![Bild: WordPress-Testumgebung: Einrichtung eines Datenbank-Zugangs](https://www.ionos.de/digitalguide/fileadmin/_processed_/2/a/csm_wordpress-staging-3-schritt_b97ddb5272.webp "WordPress-Testumgebung: Einrichtung eines Datenbank-Zugangs")](https://www.ionos.de/digitalguide/fileadmin/DigitalGuide/Screenshots_2020/wordpress-staging-3-schritt.png) Die Zugangsdaten werden in den Feldern an den erklärten Stellen eingesetzt.       Für die Arbeit im WordPress Staging ist zudem dringend empfohlen, den Debug-Modus einzuschalten:

```none
define( 'WP_DEBUG', true );
```

Die WordPress-Testumgebung hat eine andere Adresse als die Live-Seite. Das muss mit den folgenden beiden Code-Zeilen ebenfalls in der Datei wp-config.php notiert werden:

```none
define('WP_SITEURL', 'https://musterdomain.de/test-stage');
define('WP_HOME', 'https://musterdomain.de/test-stage');
```

Wer sich gut mit **[MySQL](https://www.ionos.de/digitalguide/server/knowhow/mysql-lernen-leicht-gemacht/ "MySQL-Lernen leicht gemacht")** auskennt, kann diese beiden Angaben in der neu angelegten Datenbank später direkt **manuell ändern**. Sollte eine Suddomain gewählt worden sein, kommt diese an die Stelle dieses Eintrags.

Die Datei wp-config-sample.php wird als **wp-config-test.php** gespeichert, damit die wp-config.php der Sicherungsdatei nicht überschrieben wird. Dann wird die Datei wp-config-test.php per FTP in das Verzeichnis „\\test-stage“ hochgeladen und **in wp-config.php** umbenannt, damit WordPress diese Datei mit dem richtigen Namen in die Testumgebung einbinden kann.

4\. Die neue Datenbank muss nun mit Inhalten befüllt werden. Das kann ein wenig Zeit in Anspruch nehmen.

[![Bild: WordPress-Testumgebung: Hochladen der Sicherungsdatei](https://www.ionos.de/digitalguide/fileadmin/_processed_/9/2/csm_wordpress-staging-4-schritt_d3a0175760.webp "WordPress-Testumgebung: Hochladen der Sicherungsdatei")](https://www.ionos.de/digitalguide/fileadmin/DigitalGuide/Screenshots_2020/wordpress-staging-4-schritt.png) Die zuvor gesicherte SQL-Datei wird nun in die neu angelegte Datenbank hochgeladen.       5\. Mit Aufruf von '**https://musterdomain.de/test-stage/wp-admin**' ist das manuell eingerichtete WordPress Staging für den Administrator beziehungsweise den Entwickler erreichbar.

Sie können dann zusätzlich entscheiden, ob eine Subdomain wie zum Beispiel „test-stage.musterdomain.de“ zweckmäßig ist. Die **Subdomain** muss dann **auf das neu angelegte Verzeichnis verweisen**.

## WordPress-Testumgebung mit Plugin einrichten

Wie bereits erwähnt, gibt es Tausende [Plugins für WordPress](https://www.ionos.de/digitalguide/hosting/blogs/wordpress-plug-ins/ "WordPress-Plug-ins"), darunter auch solche zum **Duplizieren** oder **Klonen** einer Webseite. Beliebt ist das Plugin „**WP Staging – DB &amp; File Duplicator &amp; Migration**“. Damit wird der Vorgang weitgehend automatisiert. Das Duplizieren einer bestehenden WordPress-Installation in eine Testumgebung funktioniert bereits tadellos mit der kostenlosen Version des Plugins. Wer mehr will – beispielsweise erfolgreiche Änderungen in die Live-Seite übernehmen, auf andere Domains oder in andere Datenbanken klonen – muss die kostenpflichtige Pro-Version erwerben. Als dieser Ratgeberartikel verfasst wurde, war das Plugin getestet bis WordPress 5.5.1. Es steht in Deutsch, Englisch und Spanisch zur Verfügung.

[![Bild: Erstellen der WordPress-Testumgebung mit dem Plugin WP Staging](https://www.ionos.de/digitalguide/fileadmin/_processed_/e/d/csm_wordpress-staging-5-schritt_228567f315.webp "Erstellen der WordPress-Testumgebung mit dem Plugin WP Staging")](https://www.ionos.de/digitalguide/fileadmin/DigitalGuide/Screenshots_2020/wordpress-staging-5-schritt.png) Nach Abschluss des Kopiervorgangs steht im Plugin-Fenster im WordPress-Backend ein Link zur Staging-Seite zur Verfügung, über die man sich einloggen kann.       Der gesamte Klonvorgang einer kompletten Test-Webseite (ohne Shop) dauerte zirka zweieinhalb Minuten. Als Ergebnis erhält der User einen **Link** angezeigt, über den er sich mit seinen gewohnten **Admin-Daten** anmelden kann. Bei der genutzten kostenlosen Version des Plugins werden alle bestehenden Datenbank-Tabellen neu mit einem anderen Tabellen-Präfix **in derselben Datenbank** angelegt. Bei Arbeiten im WordPress Staging werden **nur diese neuen Tabellen verändert**, die Datenbank-Tabellen der eigentlichen WordPress-Installation bleiben unberührt. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass Webtarife mit nur einer Datenbank **kein Upgrade** benötigen.

## WordPress-Testumgebung schützen

Um die WordPress-Testumgebung **vor nicht erwünschten Besuchern zu** **schützen**, lassen sich im Administrationsbereich Ihres Providers **Verzeichnisse schützen**, so auch das Verzeichnis für das WordPress Staging. Bei IONOS finden Sie den Bereich unter Hosting im Bereich Webspace. Dort verbirgt sich hinter dem Zahnrad-Symbol der Menüpunkt „**Geschützte Verzeichnisse**“. Das Einrichten ist einfach nachzuvollziehen. Notieren Sie sich Ihr dort vergebenes Passwort an einem sicheren Ort!

Eine andere Schutzmöglichkeit bietet die **.htaccess-Datei** im Wurzelverzeichnis der WordPress-Testumgebung. Hier öffnen Sie die lokal gesicherte .htaccess-Datei mit einem Editor und fügen folgende Zeilen hinzu:

```none
AuthType Basic
AuthName "Testseite"
# Ablage der Passwort-Datei mit absolutem Serverpfad #
AuthUserFile /homepages/99/d1234567890/htdocs/test-stage/.htpasswd 
Require valid-user
```

Zum **Erstellen der Datei .htpasswd** gibt es diverse **Online-Generatoren**, die dann mit einem Verschlüsselungsverfahren Zeichenfolgen erzeugen wie:

```none
Testseite:$1$xyUaMnyQ$AbkfDta7T876ObPNYaoj1.
```

Diese Zeile wird ebenfalls mit einem Texteditor als **.htpasswd** abgespeichert. Falls ein Texteditor Dateiendungen vergibt, ändert man das manuell nach dem Upload ins Wurzelverzeichnis der WordPress-Testumgebung. Beim Aufrufen der **WordPress-Testumgebung** erscheint nun eine Abfrage nach **Nutzer** und **Passwort**.

## WordPress-Testumgebung lokal

Um eine WordPress-Seite (weiter)zu entwickeln, bietet sich auch ein **lokales Staging** an. Damit bleibt der Entwicklungsprozess vor eventuellen fremden Angriffen geschützt, da **keinerlei Verbindung zum Internet** besteht. Um auf diese Art arbeiten zu können, muss der jeweilige Rechner als Server arbeiten können und benötigt dafür eine spezielle **Serversoftware**. Warum? Die Skriptsprache PHP zum Beispiel kann von einem Browser nicht interpretiert werden. Er braucht dazu die Dienste eines Servers.

Zur Software, die so etwas lokal realisieren, gehören **[MAMP](https://www.ionos.de/digitalguide/server/knowhow/mamp-der-praktische-software-stack-fuer-mac-os-x/)** oder **[XAMPP](https://www.ionos.de/digitalguide/server/tools/xampp-tutorial-so-erstellen-sie-ihren-lokalen-testserver/)**, letztere ist **OpenSource** und funktioniert unter Linux, Windows und MacOS. Entwickelt wurde sie von den „Apache Friends“ – ein gemeinnütziges Projekt zur Unterstützung des Apache-Webservers und Heimat des XAMPP-Projektes. Diese Art von WordPress Staging nutzen vor allem professionelle Entwickler-Teams.

## Vorteile und Nachteile beider Varianten: Lokales vs. Online WordPress Staging

Abschließend der Vergleich der Vor- und Nachteile beider Varianten des WordPress Staging.

<table>
  <thead>
    <tr>
      <th></th>
      <th>WordPress-Testumgebung lokal</th>
      <th>WordPress-Testumgebung online</th>
    </tr>
  </thead>
  <tbody>
    <tr>
      <td>Vorteile</td>
      <td>keine Internetverbindung nötig</td>
      <td>mit Plugin automatisiert und schnell erstellt</td>
    </tr>
    <tr>
      <td></td>
      <td>Entwicklung und Fehlersuche ohne die Live-Webseite zu gefährden</td>
      <td>Änderungen können mit einem entsprechenden Plugin auf die Live-Webseite gepusht werden</td>
    </tr>
    <tr>
      <td></td>
      <td>sicher vor Angriffsversuchen</td>
      <td></td>
    </tr>
    <tr>
      <td>Nachteile</td>
      <td>benötigt lokal zu installierende Serversoftware</td>
      <td>Testumgebung ist angreifbar wie die Webseite selbst</td>
    </tr>
    <tr>
      <td></td>
      <td>Änderungen an der Live-Webseite müssen manuell vorgenommen werden</td>
      <td>komfortables Arbeiten benötigt kostenpflichtiges Plugin</td>
    </tr>
    <tr>
      <td></td>
      <td></td>
      <td>kann für zusätzlich nötige Datenbank weitere Hosting-Kosten verursachen</td>
    </tr>
  </tbody>
</table>

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### Fazit

WordPress Staging ist eine elegante und sichere Methode zur Weiterentwicklung und Fehlersuche WordPress-Webseite. Die Nutzung eines Plugins bietet dabei eindeutige Komfort-Vorteile. Wer [selber WordPress-Plugins oder -Themes entwickelt](https://www.ionos.de/digitalguide/hosting/blogs/wordpress-plug-ins-entwickeln-so-funktionierts/), für den sollte eine WordPress-Testumgebung Pflicht sein.

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