# Reverse DNS (rDNS): Erklärung und Funktionsweise

Das Domain Name System ([DNS](https://www.ionos.de/digitalguide/server/knowhow/domain-name-system/ "Domain Name System")) zählt zu den **wichtigsten Instanzen des Internets**. Genauer gesagt wäre die Nutzung des weltweit öffentlichen Computernetzwerks ohne das DNS und seinen Verbund aus Nameservern wesentlich komplizierter. Das hierarchisch aufgebaute **Verzeichnissystem** ist nämlich verantwortlich für die Verwaltung der Adressen von Projekten im World Wide Web: Meldet man eine Website im DNS an, wird für diese ein **Eintrag angelegt**, der sowohl die für Menschen bestens lesbare **Domainadresse** als auch die dahinterstehende numerische **IP-Adresse** enthält. Wir können also im Browser nur die gewohnten Adressen wie *beispiel.de* eintippen und dadurch die entsprechende Website erreichen, weil solche Domainadressen von einem DNS-Server im Hintergrund automatisch in die entsprechende IP-Adresse übersetzt werden.

In bestimmten Fällen kann es aber sinnvoll sein, den **umgekehrten Weg** zu gehen – also die **Domainadresse bzw. den Hostnamen** zu einer bestimmten IP-Adresse zu ermitteln. Wie genau dieser Vorgang, der Reverse DNS (rDNS) bzw. Reverse DNS Lookup genannt wird, funktioniert, erfahren Sie in diesem Ratgeberartikel.

## Was ist Reverse DNS?

Als Reverse DNS (rDNS) bzw. Reverse DNS Lookup bezeichnet man eine DNS-Anfrage, mit deren Hilfe sich die IP-Adresse zu einem bestimmten Domainnamen bzw. [Hostnamen](https://www.ionos.de/digitalguide/hosting/hosting-technik/hostname/ "Hostname") ermitteln lässt. Voraussetzung ist, dass zu der abzufragenden Internetadresse ein sogenannter [PTR-Record](https://www.ionos.de/digitalguide/hosting/hosting-technik/ptr-record/ "PTR-Record") („Pointer“-Eintrag) existiert, der auf den Namen verweist und dadurch eine solche „**umgekehrte“ Abfrage im Domain Name System** ermöglicht. Für die Organisation dieser Einträge, die in einem eigenen Namensraum (Domäne) liegen, sind die verschiedenen Internetanbieter verantwortlich. Änderungen an diesem Pointer sind daher immer nur **in Rücksprache mit dem Provider** möglich.

## Wann bzw. für wen ist ein Reverse DNS Lookup sinnvoll?

Reverse DNS liefert wie das Standard-Abfrageverfahren nicht nur die gewünschte Namens- bzw. IP-Auflösung, sondern auch einige zusätzliche Informationen. So erhalten Sie bei einem Lookup neben dem gewünschten **Hostnamen** auch eine **geografische Zuordnung der IP** sowie die Information über den **zuständigen Internetdienstleister**. Für die Analyse privater Nutzer haben diese Informationen aber keinen großen Wert, da die automatisch erzeugten Klarnamen hinter den Nutzer-IPs **keine persönliche Identifizierung, die für Marketingzwecke relevant wäre, ermöglichen**. Allerdings lassen sich die **Lokalisierungsdaten** der Nutzer durchaus gewinnbringend verwenden, da sie Rückschlüsse über **anzustrebende Zielmärkte** zulassen.

Wesentlich nützlicher sind die Informationen von Reverse DNS Lookups für das B2B-Marketing: Die meisten Unternehmen haben ihre eigene IP-Adresse, sodass Sie in vielen Fällen gut rekonstruieren können, wenn ein bestimmtes Unternehmen Ihr Webangebot nutzt.

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### Hinweis

Auch beim **E-Mail-Versand bzw**. bei der **E-Mail-Übertragung** kommt Reverse DNS häufig zum Einsatz: Viele Mailserver nutzen die Technik, um zu verifizieren, dass erhaltene Nachrichten nicht von einem **Spam-Server** stammen. Zu diesem Zweck werden die PTR-Records der jeweiligen Versandserver abgefragt. Passt die eingetragene Mail-Domain nicht zu der Absenderadresse oder gibt es überhaupt keinen Reverse-DNS-Eintrag, wird eine Nachricht als Spam markiert.

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## Wie funktioniert Reverse DNS (rDNS) genau?

Wenn Sie die IP-Adresse zu einem Gerät bzw. Server im Internet besitzen, wäre es sehr **zeitaufwändig**, wenn ein Reverse DNS Lookup immer das gesamte Domain Name System nach dieser IP durchsuchen müsste. Für die umgekehrten DNS-Abfragen wurde daher mit *in-addr.arpa* (für IPv4-Adressen) bzw. *ip6.arpa* (für IPv6-Adressen) eine eigene Domäne mit drei Subdomänen eingerichtet, die eine **Auflösung der Adresse in maximal drei Schritten** ermöglicht. Die Unterdomänen bieten dabei folgende Gliederung:

- rDNS-Subdomäne 1: Die unmittelbar auf *in-addr.arpa* bzw. *ip6.arpa* folgende Subdomäne repräsentiert die **erste Komponente der IP-Adresse**.
- rDNS-Subdomäne 2: In Ebene 2 findet sich der zweite Bestandteil der IP-Adresse.
- rDNS-Subdomäne 3: Subdomäne 3 des rDNS enthält die dritte Komponente der jeweiligen IP-Adresse.

Die einzelnen Komponenten der IP-Adresse werden dabei in umgekehrter Reihenfolge bzw. analog zu ihrer Nähe links neben der Hauptdomäne angeordnet. Die **rDNS-Subdomäne der dritten Ebene** für alle **IPv4-Adressen** des **Adressraums 192.0.2.x** lautet also beispielsweise folgendermaßen:

```none
2.0.192.in-addr.arpa
```

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### Hinweis

Für **IPv6-Adressen** existiert nicht nur eine eigene Reverse-DNS-Domäne: Soll der Hostname zu einer dieser neuen Adressen ermittelt werden, ist es außerdem notwendig, nicht die typische **Schreibweise** (acht Bit-Blöcke, durch Doppelpunkt getrennt) zu verwenden, sondern alle Nummern und Buchstaben (auch sämtliche Nullen) **einzeln zu notieren** – jeweils von einem Punkt getrennt.

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## Reverse DNS Lookup an konkreten Beispielen erklärt

Der einfachste Weg, die Funktionsweise der Reverse-DNS-Domäne zu verdeutlichen, ist eine kurze Beispielabfrage. So muss die Abfrage für die IPv4-Adresse 217.160.0.128 folgendermaßen aussehen:

```none
128.0.160.217.in-addr.arpa
```

Startet man diese **Abfrage mit einem Reverse-DNS-Lookup-Tool** erhält man folgendes Ergebnis:

```none
The hostname for 217.160.86.40 is 217-160-0-128.elastic-ssl.ui-r.com.
```

Die angezeigte Domain (***elastic-ssl.ui-r.com*)** wird von IONOS betrieben – konkret handelt es sich dabei um eine Test-Website, die auf den IONOS-Servern gehostet wird. Diese Informationen liefern Ihnen viele Lookup-Tools gleich mit.

Das Webprojekt ist außerdem auch über die **IPv6-Adresse 2001:8d8:100f:f000::2e3** zu erreichen, für die der rDNS-Lookup wie folgt aussähe:

```none
3.e.2.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.f.f.0.0.1.8.d.8.0.1.0.0.2.ip6.arpa
```

## Reverse DNS: Die besten Tools für die umgekehrte DNS-Abfrage

Mit [nslookup](https://www.ionos.de/digitalguide/server/tools/nslookup/) haben die meisten **Linux-**, **Windows-** und **macOS-Systeme** bereits ein Tool installiert, das beliebige Anfragen an das Domain Name System ermöglicht. Sie können mit diesem Programm also sowohl **standardmäßige DNS-Abfragen** als auch **Reverse DNS Lookups** ausführen, wobei standardmäßig der lokale, vom Provider vorgegebene DNS-Server kontaktiert wird. Bei Bedarf lässt sich jedoch auch ein anderer Nameserver definieren.

Alternativ können Sie die Adress-Recherche mit rDNS auch **über das Web** erledigen. Es gibt nämlich eine Vielzahl von Onlinetools, die auf nslookup basieren und so individuelle **DNS-Server-Abfragen direkt im Browser** möglich machen. Hierzu zählen unter anderem folgende drei Lösungen:

- **MxToolBox**: MxToolBox ist ein Webservice, der diverse Netzwerkdiagnose- und Lookup-Tools zur Verfügung stellt. Während einige dieser Angebote gebührenpflichtig sind, ist der Reverse-DNS-Check mit dem [SuperTool](https://mxtoolbox.com/SuperTool.aspx "mxtoolbox.com: Lookup-Service „SuperTool“") immer kostenlos. Zur Nutzung wählen Sie einfach die Option „Reverse Lookup“ aus und tippen wahlweise die IPv4- oder IPv6-Adresse ein.
- **WhatIsMyIP.com**: Anders, als es der Name der Website vermuten lässt, können Sie auf [WhatIsMyIP.com](https://www.whatismyip.com/reverse-dns-lookup/ "Startseite von WhatIsMyIP.com") nicht nur überprüfen, wie Ihre IP-Adresse lautet, sondern auch rDNS-Abfragen ausführen. Hierfür wählen Sie den Punkt „Reverse DNS Lookup“ aus, geben die IPv4- oder IPv6-Adresse in die Eingabezeile ein und drücken auf „Lookup“.
- **Debouncer**: Der Webservice Debouncer wendet sich konkret an alle, die überprüfen möchten, ob die eigene Domain oder der täglich verwendete Mailserver auf einer Spam-Blacklist stehen. Über die Option „Reverse DNS check“ lässt sich zu diesem Zweck auch eine umgekehrte DNS-Abfrage durchführen – allerdings ist ausschließlich die Überprüfung von IPv4-Adressen möglich.


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