# RAID 0: Was steckt hinter dem RAID-Level?

In der Aufzählung der gebräuchlichen [RAID](https://www.ionos.de/digitalguide/server/sicherheit/raid/ "RAID")-Level hat RAID 0 einen festen Platz – obwohl der Standard streng genommen gar kein **R**edundant **A**rray of **I**ndependent **D**isks (so lautet die ausgeschriebene Form von RAID) ist. Das Kernprinzip, also die redundante Datenspeicherung, wird bei diesem **Typ aneinandergekoppelter Festplatten** nämlich gar nicht umgesetzt. In einem RAID-0-Verbund, der sich immer aus mindestens zwei möglichst identischen Speichermedien zusammensetzt, wird ein einzelnes logisches Laufwerk geformt, dessen einziges Ziel die **Optimierung von Lese- und Schreibzugriffen** ist. Eine erhöhte Datensicherheit wie bei anderen RAID-Leveln ist nicht gegeben.

## Was ist RAID 0?

RAID 0 ist ein **standardisiertes RAID-Level**, das den Zusammenschluss von zwei oder mehr Festplatten zugunsten einer **Performance-Optimierung** beschreibt. Zu diesem Zweck werden alle Daten gleichmäßig in „Streifen“ (engl. *stripes*) bzw. Blöcken auf die teilnehmenden Speichermedien aufgeteilt. Die zugrundeliegende Technik bezeichnet man aus diesem Grund auch als „Striping“. Festplatte 1 erhält beim Schreibvorgang beispielsweise den Datenblock „A1“, während Festplatte 2 **zur gleichen Zeit** Datenblock „A2“ speichert. **Zusammengesetzt** ergeben die beiden Blöcke dann Datensatz „A“ bzw. einen Teil dieses Datensatzes (je nach Größe). Wird der Datensatz später angefordert, kann er ebenso **parallel gelesen** werden, wie er zuvor auf den Festplatten **gespeichert** wurde.

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### Hinweis

Die Größe der einzelnen Blöcke nennt man in Fachkreisen auch Striping-Granularität oder Chunk Size. Sie beträgt typischerweise 64 Kilobyte (kB).

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RAID 0 maximiert mithilfe der Striping-Methode also sowohl die **Schreib-** als auch die **Lesegeschwindigkeit**. Fällt allerdings eine Festplatte aus, sind die Daten für gewöhnlich verloren, da die noch intakten Platten nur ihre jeweiligen Stripes gespeichert haben.

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### Definition

Ein [RAID](https://www.ionos.de/digitalguide/server/sicherheit/raid/ "RAID") (Redundant Array of Independent Disks) ist ein **Verbund** aus mindestens zwei verschiedenen Speichermedien zu einem einzelnen großen logischen Laufwerk. Die konkrete Funktion bestimmen die jeweiligen Festplatten-Setups, die man in RAID-Leveln wie RAID 0 definiert. Zu den Kernpunkten zählen Datensicherheit und eine verbesserte Datendurchsatzrate.

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## Das Funktionsprinzip von RAID 0 im Schaubild

Aus wie vielen Festplatten sich ein RAID-0-Array, also ein Verbund aus verschiedenen Festplatten nach dem RAID-0-Standard, zusammensetzt, spielt prinzipiell keine Rolle. Natürlich steigt aber mit zunehmender Zahl die **Komplexität** und der **Verwaltungsaufwand** – die Betriebssoftware, die alle Datenträger zu einem logischen Laufwerk verknüpft, wird mit jeder weiteren Komponente zusätzlich gefordert.

Im nachfolgenden Schaubild kommen **exemplarisch vier Festplatten** zum Einsatz. Die gleich großen Datensätze „A“, „B“ und „C“ werden gleichmäßig verteilt, sodass auf jedem Speichermedium ein Viertel des jeweiligen **Daten-Stripes** liegt.

[![Bild: Schaubild „RAID 0 mit vier Festplatten“](https://www.ionos.de/digitalguide/fileadmin/_processed_/6/9/csm_raid-0_7a328d825b.webp "Schaubild „RAID 0 mit vier Festplatten“")](https://www.ionos.de/digitalguide/fileadmin/DigitalGuide/Schaubilder/raid-0.png) Schaubild „RAID 0 mit vier Festplatten“       ##  Die Vor- und Nachteile von RAID 0 im Überblick

Der große Vorteil, den ein RAID-0-Array gegenüber einer einzelnen Festplatte mit sich bringt, ist die Möglichkeit der **parallelisierten Datenzugriffe**. Der Verbund liefert so nicht nur mehr Bandbreite, sondern **erhöht** automatisch auch die Zahl der möglichen **Ein- und Ausgabe-Operationen pro Sekunde** (engl. *Input/Output Operations per Second*; kurz IOPS). Da SSD-Speicher im RAID-Verbund grundsätzlich an Leistung einbüßen, fällt dieser Vorteil für die neuere Speichergeneration jedoch weg bzw. deutlich schwächer aus. RAID 0 ist daher noch stärker als andere RAID-Typen auf den Einsatz von HDD-Festplatten ausgerichtet.

Der entscheidende Nachteil gegenüber einem einzelnen Speichermedium ist die **erhöhte Ausfallwahrscheinlichkeit**: Jede Festplatte im Verbund kann aufgrund von Hardware- oder Software-Problemen ausfallen und sorgt damit gleichzeitig für den Ausfall des gesamten Systems. Hier gilt also: Mit steigender Zahl an verknüpften Datenträgern erhöht sich automatisch auch das Risiko eines Totalausfalls.

Dies wird noch dadurch verstärkt, dass ein solches Szenario beinahe ausnahmslos auch mit einem **Verlust des Großteils der gespeicherten Daten** verbunden ist, wenn man eine separate [Backup-Strategie](https://www.ionos.de/digitalguide/server/knowhow/backup-strategien/ "Backup Strategien") verfolgt. Wie eingangs erwähnt, bietet RAID 0 im Vergleich zu anderen RAIDs **keine Redundanz**. Einer Rekonstruktion größerer Daten-Stripes, die auf alle RAID-Komponenten aufgeteilt wurden, fehlen nach dem Ausfall folglich die Teile der defekten Platte. Lediglich kleinere Dateien, die auf einzelnen, noch intakten Speichern des RAID 0 liegen, lassen sich noch rekonstruieren.

<table>
  <thead>
    <tr>
      <th>Vorteile von RAID 0</th>
      <th>Nachteile von RAID 0</th>
    </tr>
  </thead>
  <tbody>
    <tr>
      <td>Höhere Bandbreite als Einzellaufwerke</td>
      <td>Höhere Ausfallwahrscheinlichkeit als Einzellaufwerke</td>
    </tr>
    <tr>
      <td>Höhere Zahl an Eingabe- und Ausgabe-Operationen pro Sekunde als bei Einzellaufwerken (HDD)</td>
      <td>Fehlende Redundanz sorgt dafür, dass ein Großteil der Daten im Fall einer defekten Platte verloren geht</td>
    </tr>
  </tbody>
</table>

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### Tipp

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## Was sind typische Einsatzszenarien für RAID-0-Systeme?

Aus den zuvor aufgezählten Stärken und Schwächen eines RAID-0-Verbunds geht eindeutig hervor, für welche Art von Projekten sich dieser Speicheransatz eignet: Aneinandergekoppelte HDDs nach RAID 0 liefern hervorragende Performance-Werte, die ihre Einzelleistung deutlich übertreffen. **Unkritische Anwendungen wie Software zur Audio- oder Videobearbeitung**, bei denen Daten sehr schnell gelesen und geschrieben werden müssen, profitieren hiervon in besonderer Weise. In diesem Fall kann ein RAID-0-System durchaus als eine kostengünstige Alternative zu einer SSD angesehen werden. Ist ein Speicher-Setup für sensible Informationen wie Kundendaten oder private Dateien gefragt, eignet sich das Konzept aufgrund der fehlenden Redundanz nicht.

## Welche weiteren gängigen RAID-Level gibt es?

Der Verzicht auf einen Sicherungsmechanismus ist das Alleinstellungsmerkmal von RAID 0. Alle anderen standardisierten RAID-Level setzen auf Methoden, um Datenverlust vorzubeugen. Einige Ansätze wie [RAID 1](https://www.ionos.de/digitalguide/server/sicherheit/raid-1/ "RAID 1") oder die Kombination [RAID 10](https://www.ionos.de/digitalguide/server/sicherheit/raid-10/ "RAID 10") setzen dabei auf eine **Spiegelung der Daten**: Alle Dateien sind dabei immer auf mindestens zwei verschiedenen Festplatten gespeichert. Andere Modelle wie [RAID 5](https://www.ionos.de/digitalguide/server/sicherheit/raid-5/ "RAID 5") und [RAID 6](https://www.ionos.de/digitalguide/server/sicherheit/raid-6/ "RAID 6") greifen auf **Paritätsinformationen** zurück, die im Zuge des Schreibprozesses generiert werden, um Daten im Falle eines Hardware-Defekts rekonstruieren zu können.

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### Tipp

In unserem [RAID-Level-Vergleich](https://www.ionos.de/digitalguide/server/sicherheit/raid-level-im-vergleich/ "RAID-Level im Vergleich") gehen wir intensiver auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der wichtigsten RAID-Konzepte ein.

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