Weiterleitungsschleife (Redirect-Loop) beheben
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In diesem Artikel erfahren Sie, was eine Weiterleitungsschleife (Redirect-Loop) ist und warum Fehler wie „ERR_TOO_MANY_REDIRECTS“ auftreten. Wir zeigen Ihnen die häufigsten Ursachen – von veralteten Cookies bis hin zu falschen Servereinstellungen – und führen Sie mit einer strukturierten 8-Schritte-Anleitung durch die systematische und dauerhafte Behebung des Problems.
Was ist eine Weiterleitungsschleife?
Wenn Sie eine Website aufrufen, kann der Server Ihren Browser auf eine andere Adresse weiterleiten – z. B. von http:// auf https:// oder von example.com auf www.example.com. Verweisen jedoch zwei oder mehr Weiterleitungen gegenseitig aufeinander, entsteht eine Endlosschleife: Ihr Browser wird immer wieder zwischen denselben Adressen hin- und hergeschickt, ohne jemals die eigentliche Seite zu erreichen.
In der Regel bricht der Browser den Vorgang nach einer bestimmten Anzahl von Weiterleitungen (ca. 20) ab und zeigt eine Fehlermeldung an. Die Formulierung variiert je nach Browser:
- Google Chrome: „Diese Seite funktioniert nicht. [URL] hat Sie zu oft weitergeleitet." (Fehlercode: ERR_TOO_MANY_REDIRECTS)
- Firefox: „Die Seite wird nicht richtig weitergeleitet.
- Microsoft Edge: „Diese Seite funktioniert im Moment nicht." (Fehlercode: ERR_TOO_MANY_REDIRECTS)
- Safari: „Safari kann die Seite nicht öffnen."
Ungeachtet der Formulierung ist die Ursache stets dieselbe: Ihr Browser ist in einer Weiterleitungsschleife steckengeblieben.
Mögliche Ursachen
- Veraltete oder fehlerhafte Cookies: Besonders bei Seiten mit Login kann es vorkommen, dass alte Cookies eine Endlosschleife zwischen Login-Seite und Zielseite verursachen.
- Fehlerhafte Webserver-Konfiguration: Eine falsch konfigurierte Weiterleitung auf dem Server kann den Redirect-Loop auslösen.
- Fehlerhafte Migration von HTTP zu HTTPS: Wenn ein SSL-Zertifikat eingerichtet wurde, die Weiterleitungen aber nicht korrekt angepasst sind, kann eine Schleife entstehen.
- Konflikte zwischen www und nicht-www: Wenn sich die Weiterleitungen zwischen der www-Variante (z. B. www.example.com) und der nicht-www-Variante (z. B. example.com) Ihrer Domain gegenseitig widersprechen, entsteht ebenfalls ein Redirect-Loop.
- Falsche CDN- oder Proxy-Einstellungen: Wenn Sie ein CDN wie Cloudflare nutzen, kann ein falsch konfigurierter SSL/TLS-Verschlüsselungsmodus (z. B. „Flexible" statt „Full") dazu führen, dass das CDN unverschlüsselte Anfragen an Ihren Server sendet. Leitet Ihr Server diese dann auf HTTPS um, entsteht eine Endlosschleife.
- HSTS-Konfiguration (HTTP Strict Transport Security): Wenn HSTS aktiviert ist, der SSL/TLS-Modus aber nicht korrekt eingestellt ist, kann der Browser zwischen HTTP- und HTTPS-Version in einer Schleife gefangen werden.
- Falsche WordPress-Einstellungen: Unterschiedliche Werte bei der WordPress-Adresse (URL) und der Seiten-Adresse (URL) können zu einem Redirect-Loop führen.
- Konflikte zwischen Plugins: Mehrere Plugins, die Weiterleitungen steuern, können sich gegenseitig behindern.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Fehlerbehebung
Arbeiten Sie die folgenden Lösungsansätze der Reihe nach ab. Prüfen Sie nach jedem Schritt, ob die Weiterleitungsschleife behoben wurde.
Schritt 1: Cookies löschen
Löschen Sie die Cookies für die betroffene Website in Ihrem Browser. Veraltete oder fehlerhafte Cookies sind eine der häufigsten Ursachen für Weiterleitungsschleifen.
Tipp: Öffnen Sie die Website in einem Inkognito- bzw. Privatfenster Ihres Browsers. In diesem Modus werden keine Cookies oder Erweiterungen geladen. Wenn die Seite dort einwandfrei funktioniert, liegt das Problem an den Browserdaten. Alternativ können Sie die Seite in einem anderen Browser testen.
Schritt 2: Caches leeren
Leeren Sie den Cache Ihres Browsers. Wenn Sie die betroffene Website selbst betreiben, leeren Sie zusätzlich die folgenden Caches:
- WordPress-Cache: Falls Sie WordPress nutzen, löschen Sie den Cache über Ihr Caching-Plugin (z. B. WP Super Cache oder W3 Total Cache).
- CDN-Cache:
- IONOS CDN: Falls Sie das IONOS CDN nutzen, können Sie den Cache direkt in Ihrem IONOS Konto unter den CDN-Einstellungen leeren.
- Externes CDN / Proxy: Falls Sie einen externen Proxy-Service oder ein CDN (z. B. Cloudflare) nutzen, leeren Sie den Cache im Dashboard des jeweiligen Anbieters.
Schritt 3: Weiterleitungen analysieren
Wenn das Problem weiterhin besteht, analysieren Sie die Weiterleitungskette. Verwenden Sie dazu ein Browser-Add-on wie Redirect Path (für Chrome) oder ein Online-Tool. So finden Sie heraus, welche Weiterleitungen den Loop verursachen.
Schritt 4: SSL-Konfiguration und HTTP-/HTTPS-Weiterleitung prüfen
Eine häufige Fehlerquelle ist die Migration von HTTP zu HTTPS. Prüfen Sie Folgendes:
- Stellen Sie sicher, dass ein gültiges SSL-Zertifikat für Ihre Domain installiert ist.
- Überprüfen Sie, ob die Weiterleitung von HTTP zu HTTPS korrekt eingerichtet ist und keine gegenläufigen Regeln existieren.
- Prüfen Sie, ob die Weiterleitung zwischen der www- und nicht-www-Variante Ihrer Domain eindeutig in eine Richtung zeigt und keine Schleife verursacht.
- Führen Sie einen SSL-Check durch, um mögliche Konfigurationsfehler zu identifizieren.
Schritt 5: Einstellungen von externen CDNs und Proxys prüfen
Hinweis
Für Nutzer des IONOS CDN powered by Cloudflare: Wenn Sie das in Ihrem IONOS-Vertrag enthaltene CDN nutzen, werden diese Weiterleitungs- und SSL-Einstellungen automatisch optimal im Hintergrund für Sie verwaltet. Die folgenden Schritte gelten nur, wenn Sie ein CDN wie Cloudflare direkt und unabhängig von IONOS gebucht haben.
Falls Sie ein externes CDN oder einen Reverse-Proxy nutzen, prüfen Sie dort die SSL/TLS-Einstellungen:
- Stellen Sie sicher, dass der SSL/TLS-Verschlüsselungsmodus in Ihrem CDN-Dashboard auf Full oder Full (Strict) steht – nicht auf Flexible. Im Modus „Flexible" sendet das CDN unverschlüsselte HTTP-Anfragen an Ihren Server. Leitet Ihr Server diese auf HTTPS um, entsteht eine Endlosschleife.
- Prüfen Sie, ob HSTS (HTTP Strict Transport Security) aktiviert ist. Falls ja, stellen Sie sicher, dass Ihr SSL-Zertifikat korrekt konfiguriert ist, da HSTS den Browser zwingt, ausschließlich HTTPS zu verwenden.
- Deaktivieren Sie testweise die HTTPS-Weiterleitung im Dashboard Ihres CDN-Anbieters, um festzustellen, ob das CDN die Schleife verursacht.
Schritt 6: WordPress-Einstellungen überprüfen
Falls Sie WordPress nutzen, prüfen Sie die URL-Konfiguration:
- Öffnen Sie das WordPress-Dashboard.
- Navigieren Sie zu Einstellungen > Allgemein.
- Vergleichen Sie die Felder WordPress-Adresse (URL) und Website-Adresse (URL).
- Stellen Sie sicher, dass beide Werte identisch sind und das gleiche Protokoll verwenden (beide https:// oder beide http://).
Schritt 7: WordPress-Plugins einzeln testen
Falls Sie WordPress nutzen: Deaktivieren Sie zunächst alle WordPress-Plugins. Wenn die Weiterleitungsschleife danach nicht mehr auftritt, aktivieren Sie die Plugins nacheinander wieder. So identifizieren Sie das Plugin, das die Schleife verursacht. Deinstallieren Sie das betroffene Plugin oder ersetzen Sie es durch eine Alternative.
Schritt 8: Weiterleitungen in der .htaccess-Datei prüfen (für Fortgeschrittene)
Wenn alle bisherigen Schritte nicht geholfen haben, liegt die Ursache oft in einer versteckten Weiterleitungsregel auf Ihrem Webspace – genauer gesagt in der sogenannten .htaccess-Datei.
Sie können mit einem einfachen Trick gefahrlos testen, ob diese Datei das Problem verursacht, ohne Code verstehen zu müssen:
- Loggen Sie sich in Ihr IONOS Konto ein und öffnen Sie den Webspace-Explorer (alternativ können Sie sich per FTP verbinden).
- Navigieren Sie in das Hauptverzeichnis (Root-Verzeichnis) Ihrer betroffenen Website.
- Suchen Sie nach der Datei .htaccess. (Hinweis: Möglicherweise müssen Sie in den Einstellungen Ihres FTP-Programms versteckte Dateien einblenden).
- Benennen Sie die Datei testweise um – zum Beispiel in .htaccess_alt.
- Leeren Sie Ihren Browser-Cache und rufen Sie Ihre Website erneut auf.
Das Ergebnis:
- Die Schleife ist weg: Sie wissen nun sicher, dass ein fehlerhafter Eintrag (z. B. eine falsche RewriteRule oder Redirect-Anweisung) in der .htaccess die Endlosschleife verursacht. Sie können die Datei nun bearbeiten und fehlerhafte Zeilen entfernen.
- Die Schleife ist noch da: Die .htaccess ist nicht die Fehlerquelle. Benennen Sie die Datei einfach wieder in ihren ursprünglichen Namen (.htaccess) um.
Ergebnis prüfen
Nachdem Sie den Fehler behoben haben, testen Sie Ihre Website gründlich:
- Rufen Sie die Website in verschiedenen Browsern auf.
- Testen Sie sowohl die HTTP- als auch die HTTPS-Variante (z. B. http://example.com und https://example.com).
- Testen Sie sowohl die www- als auch die nicht-www-Variante (z. B. www.example.com und example.com).
Die Website sollte in allen Fällen ohne Fehlermeldung geladen werden und korrekt auf die gewünschte Ziel-URL weiterleiten.