Zusätzlich bestellten Festplattenspeicher dem Dynamic Cloud Server zuweisen

Für Dynamic Cloud Server

Sie können für Ihren Dynamic Cloud Server jederzeit weiteren Speicherplatz hinzubuchen. Im Anschluß daran ist es jedoch notwendig, die Partitionierung des Servers anzupassen. Wie das geht, zeigt Ihnen diese Anleitung.

Hinweis

Dieser Artikel setzt voraus, dass Sie den Speicherplatz bereits über Ihr Control-Center gebucht haben und dieser zur Verfügung steht.

Falls Sie nun eine Neuinitialierung Ihres Servers erwägen - oder diese bereits durchgeführt haben - so sind die folgenden Schritte nicht notwendig, da die Partitionierung während der Installation automatich angepasst wird.

In dem für diese Anleitung zu Grunde liegenden Beispiel haben wir den Speicherplatz des Servers von 100 GB auf 300 GB erweitert. Der Umfang der Erweiterung hat jedoch keinen Einfluß auf die Vorgehensweise.

Einführung

Der Speicherplatz Ihres Dynamic Cloud Server wird mittels des Logical Volume Managers (LVM) verwaltet. Der LVM ermöglicht die einfache Verwaltung dynamisch veränderbarer Partitionen, sog. Locigal Volumes. Deren Größe läßt sich jederzeit ändern, auch dann, wenn bereits Daten darin gespeichert wurden.

Diese Anleitung führt Sie durch die folgenden Schritte:

  • Das Anzeigen der Partitionierung
  • Das Löschen und Neuanlegen der LVM-Partition
  • Dem Zuweisen des hinzugebuchten Speicherplatzes

Die aktuelle Partitionierung ansehen

  • Loggen Sie sich per SSH auf Ihren Dynamic Cloud Server ein.

  • Geben Sie fdisk -l ein.

fdisk -l
Disk /dev/xvda: 300.0 GB 300001787904 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 36473 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disk identifier: 0xad26f793


     Device Boot         Start        End      Blocks   Id   System
/dev/xvda1                   1        523     4200966   83   Linux
/dev/xvda2                   524      785     2104515   82   Linux swap / Solaris
/dev/xvda3                   786    12157    91345590   8e   Linux LVM  

Links oben sehen Sie den Namen und die Größe des eingebundenen Laufwerkes. In diesem Beispiel handelt es sich um /dev/xvda mit einer Größe von 300 GB. Sehen Sie hier noch die alte Größe, so warten Sie bitte ein paar Minuten und wiederholen Sie dann den Vorgang.

Sie sehen auch, dass eine Partition /dev/xvda3 des Typs Linux LVM existiert. In den nächsten Schritten zeigen wir Ihnen, wie Sie diese an die erweiterte Umgebung anpassen.

Bisherige LVM-Partition löschen und neu anlegen

Ihre Partitionen können Sie mit dem in der Grundinstallation vorhandenen Partitionsprogramm fdisk verwalten.

  • Loggen Sie sich per SSH auf Ihren Dynamic Cloud Server ein.

  • Geben Sie fdisk gefolgt vom Laufwerksnamen ein. In diesem Beispiel ist lautet der Befehl fdisk /dev/xvda.

Hinweis

Je nach Dateisystem und Betriebssystem kann die Bezeichnung der Festplatte variieren. Die für Sie relevanten Informationen können Sie Schritt 2 entnehmen.

 

fdisk /dev/xvda
WARNING: DOS-compatible mode is deprecated. It's strongly recommended
to switch off the mode (command 'c') and change display units to
sectors (command 'u')

Command (m for help):

Fdisk wird nun eine Eingabe verlangen. Tippen Sie hier einfach einmal p für print ein. Nun sehen Sie eine ähnliche Ausgabe, wie zuvor bei fdisk -l . Auch hier sehen Sie wieder die Linux LVM Partition.

Command (m for help): p
Disk /dev/xvda: 300.0 GB, 300001787904 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 36473 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 / 512 bytes
Disk identifier 0xad26f793

     Device Boot         Start        End      Blocks   Id   System
/dev/xvda1                   1        523     4200966   83   Linux
/dev/xvda2                   524      785     2104515   82   Linux swap / Solaris
/dev/xvda3                   786    12157    91345590   8e   Linux LVM  

Command (m for help)

Diese Linux LVM-Partition werden wir in den nächsten Schritten löschen und neu anlegen.

  • Geben Sie d für delete ein, um den Dialog zum Löschen einer Partition zu starten. Fdisk fragt Sie nun nach der Partitionsnummer. In diesem Beispiel ist dies Nummer 3.

Hinweis

Die Daten werden hierdurch nicht gelöscht! Wenn Sie denken, Sie machen etwas falsch, können Sie fdisk jederzeit mit q für quit verlassen.

     Device Boot         Start        End      Blocks   Id   System
/dev/xvda1                   1        523     4200966   83   Linux
/dev/xvda2                   524      785     2104515   82   Linux swap / Solaris
/dev/xvda3                   786    12157    91345590   8e   Linux LVM  

Command (m for help): d
Partition number (1-4): 3

Command (m for help):

Mit der Eingabe von p können Sie sich vergewissern, dass die Partition gelöscht wurde. Die Ausgabe sollte nun ähnlich diesem Bild sein.

Command (m for help): p

Disk /dev/xvda: 300.0 GB, 300001787904 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 36473 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 / 512 bytes
Disk identifier 0xad26f793

     Device Boot         Start        End      Blocks   ID   System
/dev/xvda1                   1        523     4200966   83   Linux
/dev/xvda2                   524      785     2104515   82   Linux swap / Solaris

Command (m for help)
  • Legen Sie nun eine neue Partition an.

    Wählen Sie dazu das Kommando n für new und dann p für primary partition. Die Partitionsnummer wäre hier wieder 3. Bei den Zylindern übernehmen Sie einfach die default-Werte, indem Sie zweimal auf Enter drücken.

     Device Boot         Start        End      Blocks   Id   System
/dev/xvda1                   1        523     4200966   83   Linux
/dev/xvda2                   524      785     2104515   82   Linux swap / Solaris

Command (m for help): n
Command action
   e   extended
   p   primary partition (1-4)
p
Partition number (1-4): 3
First cylinder (786-36473, default 786):
Using default value 786
Last cylinder, +cylinders or +size{K,M,G}  (786-36473, default 36473):
Using default value 36473

Command (m for help)

Wählen Sie anschließend wieder p, um die Partitionen anzuzeigen. Nun sollten Sie die neue Partition Linux sehen.

Command (m for help): p

Disk /dev/xvda: 300.0 GB 300001787904 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 36473 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disk identifier: 0xad26f793


     Device Boot         Start        End      Blocks   Id   System
/dev/xvda1                   1        523     4200966   83   Linux
/dev/xvda2                   524      785     2104515   82   Linux swap / Solaris
/dev/xvda3                   786    36473   286663860   83   Linux 

Command (m for help):
  • Im Anschluß ist es noch notwendig, den Partitionstyp auf Linux LVM zu ändern. Tippen Sie dafür t für type (Typ) ein. Wählen Sie hier durch Eintippen einer 3 wieder die dritte Partition aus. Nun geben Sie 8e für den Typ Linux LVM ein. Nun sollten Sie eine ähnliche Ausgabe, wie Folgende, erhalten:

     Device Boot         Start        End      Blocks   Id   System
/dev/xvda1                   1        523     4200966   83   Linux
/dev/xvda2                   524      785     2104515   82   Linux swap / Solaris
/dev/xvda3                   786    36473   286663860   83   Linux

Command (m for help): t
Partition number (1-4): 3
Hex code (type L to list codes): 8e
Changed system type of partition 3 to 8e (Linux LVM)

Command (m for help):

Bei der Kontrolle mittels p sollte die dritte Partition wieder als Linux LVM eingetragen sein.

     Device Boot         Start        End      Blocks   Id   System
/dev/xvda1                   1        523     4200966   83   Linux
/dev/xvda2                   524      785     2104515   82   Linux swap / Solaris
/dev/xvda3                   786    36473   286663860   8e   Linux LVM

Command (m for help):
  • Abschließend müssen Sie fdisk noch mitteilen, dass die Änderungen in die Partitionstabelle geschrieben werden sollen. Das erledigen Sie mit dem Kommando w für write. Fdisk wird damit ebenfalls beendet. Sie erhalten nun die Meldung, dass die Änderungen erst nach einem Neustart übernommen werden.

     Device Boot         Start        End      Blocks   Id   System
/dev/xvda1                   1        523     4200966   83   Linux
/dev/xvda2                   524      785     2104515   82   Linux swap / Solaris
/dev/xvda3                   786    36473   286663860   8e   Linux LVM

Command (m for help): w
The partition table has been altered!

Calling ioctl() to re-read partition table.

WARNING: Re-reading the partition table failed with error 16: Device or resource busy.
The kernel still uses the old table. The new table will be used at
the next reboot or after you run partprobe(8) or kpartx(8)
Syncing disks.
[root@s16131863 ~]#
  • Starten Sie den Server nun mittels shutdown -r now neu. Warten Sie einige Minuten und loggen Sie sich dann erneut per SSH-Shell auf dem Server ein.

[root@s16131863 ~]# shutdown -r now
Broadcast message from root@s16131863.onlinehome-server.info
        (/dev/pts/0) at 17:52 ...

The system is going down for reboot NOW!
[root@s16131863 ~]# 
  • Prüfen Sie Partitionierung noch einmal mittels fdisk -l.

[root@s16131863 ~]# fdisk -l

Disk /dev/xvda: 300.0 GB, 300001787904 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 36473 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 / 512 bytes
Disk identifier 0xad26f793

     Device Boot         Start        End      Blocks   Id   System
/dev/xvda1                   1        523     4200966   83   Linux
/dev/xvda2                   524      785     2104515   82   Linux swap / Solaris
/dev/xvda3                   786    12157    91345590   8e   Linux LVM  

Tippen Sie pvs ein um die physische Volumengröße zu prüfen. Der Wert sollte sich nicht verändert haben.

[root@s16131863 ~]# pvs
  PV         VG   Fmt  Attr  PSize   PFree
  /dev/xvda3 vg00 lvm2 a--   87.11g  75.11g
[root@s16131863 ~]#

Im nächsten Schritt zeigen wir Ihnen, wie Sie die Größe des Logical Volumes anpassen.

Logical Volume vergrößern

Nach dem Anlegen der LVM-Partition muss nun der zusätzliche Speicherplatz dem Volume zugewiesen werden.

  • Geben Sie nun in der Shell pvresize /dev/xvda3 ein, um die Größe des Volumes anzupassen. Die Ausgabe sollte wie folgt aussehen:

[root@s16131863 ~]# pvresize /dev/xvda3
  Physical volume "/dev/xvda3" changed
  1 physical volume (s) resized / 0 physical volume(s) not resized
  • Kontrollieren Sie das Ergebnis mit pvs. Der Wert PSize sollte nun nur ein wenig kleiner sein, als unter fdisk angezeigt.

[root@s16131863 ~]# pvs
  PV         VG   Fmt  Attr PSize   PFree
  /dev/xvda3 vg00 lvm2 a--  273.38g 261.38g