Privates Netzwerk für Cloud Server manuell einrichten (CentOS 6)

Mit einem privaten Netzwerk können Sie Ihr bestehendes Netzwerk in mehrere logische Netzwerke unterteilen. Durch diese Unterteilung erhalten Sie eine größere Flexibilität, wenn Sie Ihre Server einzelnen Netzwerksegmenten zuordnen möchten. 

In einem privaten Netzwerk kommunizieren die Server über lokale IPs, die nicht im Internet geroutet werden. 

Wenn Sie einen Server erstellen und hierbei ein bestehendes oder ein neues privates Netzwerk auswählen, wird der neue Server automatisch zum ausgewählten, privaten Netzwerk hinzugefügt. In diesem Fall wird auch der Server automatisch für die Nutzung des privaten Netzwerks konfiguriert. Wenn Sie einen bereits existierenden Server zu einem privaten Netzwerk hinzufügen, müssen Sie anschließend das Netzwerkinterface manuell konfigurieren, um auf das private Netzwerk zugreifen zu können. Sobald der Server dem privaten Netzwerk zugewiesen wurde, ist auf dem zugewiesenen Server ein zusätzliches, nicht konfiguriertes Netzwerkinterface vorhanden.

Um das private Netzwerk zu konfigurieren, benötigen Sie die Subnetzadresse, die zugehörige Subnetzmaske sowie die MAC-Adresse und den Namen des zusätzlichen, nicht konfigurierten Netzwerkinterfaces. Mit diesen Daten können Sie anschließend das Netzwerkinterface für das private Netzwerk konfigurieren.

So konfigurieren Sie das Netzwerkinterface für das private Netzwerk:

Voraussetzungen
  • Sie befinden sich im Cloud Panel. 

  • Sie haben bereits ein privates Netzwerk erstellt.

Subnetzaddresse und Subnetzmaske des privaten Netzwerks ermitteln

  • Aktivieren Sie im Bereich Netzwerk > Privates Netzwerk das gewünschte private Netzwerk.

  • Notieren Sie sich die Subnetzadresse und die Subnetzmaske. Diese werden im Bereich Konfiguration angezeigt.

MAC-Adresse und Namen des privaten Netzwerkinterfaces ermitteln

  • Loggen Sie sich auf dem Server als Administrator ein.

  • Um die MAC-Adresse und  den Namen des Netzwerkinterfaces für das private Netzwerk aufzurufen, geben Sie den folgenden Befehl ein:
    root@example.com:~# ip addr

    Beispiel:
    root@example.com:~# ip addr
    1: lo: <LOOPBACK,UP,LOWER_UP> mtu 65536 qdisc noqueue state UNKNOWN
        link/loopback 00:00:00:00:00:00 brd 00:00:00:00:00:00
        inet 127.0.0.1/8 scope host lo
        inet6 ::1/128 scope host
           valid_lft forever preferred_lft forever
    2: eth0: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc mq state UP qlen 1000
        link/ether 00:50:56:1b:5b:11 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
        inet 217.160.25.20/32 brd 217.160.25.20 scope global eth0
        inet6 fe80::250:56ff:fe1b:5b11/64 scope link
           valid_lft forever preferred_lft forever
    3: eth1: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc mq state UP qlen 1000
        link/ether 00:50:56:38:87:f2 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
        inet6 fe80::250:56ff:fe38:87f2/64 scope link
           valid_lft forever preferred_lft forever
    In diesem Beispiel lautet der Name des nicht konfigurierten Netzwerkinterfaces für das private Netzwerk eth1. Die MAC-Adresse lautet 00:50:56:38:87:f2.

  • Notieren Sie sich den Namen des nicht konfigurierten, Netzwerkinterfaces für das private Netzwerk und die MAC-Adresse.

IP-Adressen für einen Server in einem privaten Netzwerk definieren

Um einen Server in einem privaten Netzwerk nutzen zu können, müssen Sie im Rahmen der manuellen Konfiguration des Netzwerkinterfaces manuell eine IP-Adresse vergeben, unter der der Server im privaten Netzwerk erreichbar ist. Diese IP-Adresse kann nicht in öffentliche Netze geroutet werden. 

Hinweis

Jede IPv4-Adresse besteht aus zwei Teilen. Der vordere Teil ist die Adresse für das Netzwerk, indem sich der Host befindet. Der hintere Teil ist die Adresse für den Host. Die Subnetzmaske gibt an, welcher Teil der IPv4-Adresse für die Identifizierung des Hosts (bzw. Servers) verwendet wird und welcher Teil das Netzwerk selbst klassifiziert. 

Für die Definition der IP-Adresse benötigen Sie die folgenden Informationen:

Subnetzadresse: Die Subnetzadresse spezifiziert in diesem Fall das private Netzwerk.

Subnetzmaske: Die Subnetzmaske gibt an, welcher Teil der IP-Adresse für die Identifizierung des Hosts (bzw. Servers) verwendet wird und welcher Teil das Netzwerk selbst klassifiziert. 

Anhand dieser Informationen können Sie die IP-Adresse definieren, unter der der Server im privaten Netzwerk erreichbar sein soll.

Beispiel: 

Wenn die definierte Subnetzadresse bzw. der definierte Netzwerkwerkbereich 192.168.1.0 ist und die Subnetzmaske 255.255.255.0 verwendet wird, bedeutet dies, dass sämtliche Computer bzw. Server in den ersten drei Bytes übereinstimmen. Insgesamt können Sie bei diesem Beispiel maximal 254 Host-Adressen nutzen (192.168.1.1 bis 192.168.1.254). Wenn Sie 2 Server an eine privates Netzwerk zugewiesen haben, können Sie somit z. B. die IP-Adressen 192.168.1.1 und 192.168.1.2 an die jeweiligen Server vergeben.

Privates Netzwerkinterface konfigurieren

  • Öffnen Sie das Verzeichnis /etc/sysconfig/network-scripts.

  • Erstellen Sie mit vi die Konfigurationsdatei für das nicht konfigurierte Interface.

    Der Dateiname dieses Interfaces besitzt das folgende Format: 
    ifcfg-[NAME_DES_INTERFACES]
    Beispiel:
    root@example.com:~# vi /etc/sysconfig/network-scripts/ifcfg-eth1

  • Um das private Netzwerk zu konfigurieren, geben Sie die folgenden Informationen ein:
    NAME="Private [NAME_DES_PRIVATEN_NETZWERKINTERFACES]"
    DEVICE="[NAME_DES_PRIVATEN_NETZWERKINTERFACES]"
    IPADDR="[IP-ADRESSE_DES_SERVERS_IM_PRIVATEN_NETZWERK]"
    NETMASK="[SUBNETZMASKE_DES_PRIVATEN_NETZWERKS]"
    HWADDR="[MAC-ADRESSE]"
    BOOTPROTO="none"
    ONBOOT="yes"
    USERCTL="no"

    Beispiel: 
    NAME="Private eth1"
    DEVICE=" eth1"
    IPADDR="192.168.1.1"
    NETMASK="255.255.255.0"
    HWADDR="00:50:56:38:87:f2"
    BOOTPROTO="none"
    ONBOOT="yes"
    USERCTL="no

Hinweis:

Der Editor vi verfügt über einen Einfügemodus und einen Befehls- oder Kommandomodus. Den Einfügemodus können Sie mit der Taste i aufrufen. In diesem Modus werden die eingegebenen Zeichen sofort in den Text eingefügt. Um den Befehlsmodus aufzurufen, drücken Sie anschließend die ESC-Taste. Wenn Sie den Befehlsmodus nutzen, werden Ihre Tastatureingaben als Befehl interpretiert.

  • Um vi zu beenden und die Datei zu speichern, geben Sie den folgenden Befehl ein und drücken Sie anschließend Enter:
    :wq

  • Um das Netzwerkinterface für das private Netzwerk neu zu starten, geben Sie den folgenden Befehl ein:
    root@example.com: ifup [NAME_DES_INTERFACES].cfg
    Beispiel:
    ifup ifcfg- eth

Konfiguration prüfen

Um zu prüfen, ob das Netzwerkinterface für das private Netzwerk korrekt konfiguriert wurde, senden Sie einen Ping an die IP-Adresse eines anderen Servers, der dem privaten Neztzwerk zugewiesen ist. 

Beispiel:

[root@localhost ~]# ping -c 1 192.168.1.1
PING 192.168.1.4 (192.168.1.4) 56(84) bytes of data.
64 bytes from 192.168.1.4: icmp_seq=1 ttl=64 time=0.019 ms

--- 192.168.1.4 ping statistics ---
1 packets transmitted, 1 received, 0% packet loss, time 0ms
rtt min/avg/max/mdev = 0.019/0.019/0.019/0.000 ms

Wenn die Datenpakete an den Server zugestellt werden, wurde das Netzwerkinterface für das private Netzwerk konfiguriert.