Für Cloud Server, VPS, VPS+, Virtual Server Cloud und Dedicated Server und Bare Metal Server, die im Cloud Panel verwaltet werden

In diesem Artikel werden die wichtigsten Befehle genannt, die Sie zur Prüfung der Netzwerkkonfiguration benötigen.

Diese Anleitung wurde für folgende Betriebssysteme validiert und angepasst:

  • Ubuntu: Ubuntu 22.04 (mit/ohne Netplan), Ubuntu 24.04
  • Debian: Debian 12 (mit/ohne Netplan), Debian 13
  • Enterprise Linux: AlmaLinux 9 und 10, Rocky Linux 9 und 10

Portscan durchführen

Um einen Portscan durchzuführen, können Sie das Programm netcat verwenden. Netcat (nc) ist ein universelles Kommandozeilenwerkzeug. Es kann im Terminal oder in Skripten für die Kommunikation über TCP- und UDP-Netzwerkverbindungen (Internet Protocol Version 4 und Version 6) verwendet werden.

Das Programm netcat ist ein Bestandteil jeder Ubuntu-Installation, kann jedoch ggf. mittels der folgenden Befehle installiert werden:

Ubuntu 22.04, Ubuntu 24.04, Debian 12 und Debian 13

[root@localhost ~]# apt-get update
[root@localhost ~]# apt-get install netcat-openbsd

AlmaLinux 9, AlmaLinux 10, Rocky Linux 9 und Rocky Linux 10

[root@localhost ~]# dnf update
[root@localhost ~]# dnf install -y nc

Um mit netcat einen Portscan durchzuführen, geben Sie den folgenden Befehl ein:

nc -v IP-ADRESSE-DES-SERVERS PORTNUMMER

Beispiel:

[root@localhost ~]# nc -v 192.168.1.1 22

Netzwerkdienste prüfen

Um eine Liste der lauschenden Netzwerkdienste, Daemons und Programme aufzurufen, geben Sie den folgenden Befehl ein:

ss -tulpen

Anschließend können Sie prüfen, ob die betreffenden Netzwerkdienste, Daemons und Programme aktiv sind und auf dem korrekten Port lauschen. Ferner können Sie nach der Eingabe des Befehls feststellen, ob der benötigte Port freigeschaltet werden muss.

Netzwerkkonfiguration prüfen

Um die konfigurierten Interfaces anzuzeigen, geben Sie den Befehl ip addr ein. Nach der Eingabe des Befehls wird Ihnen der Status von jedem Interface angezeigt:

Beispiel:

root@localhost:~# ip addr
1: lo: <LOOPBACK,UP,LOWER_UP> mtu 65536 qdisc noqueue state UNKNOWN group default qlen 1000
    link/loopback 00:00:00:00:00:00 brd 00:00:00:00:00:00
    inet 127.0.0.1/8 scope host lo
       valid_lft forever preferred_lft forever
    inet6 ::1/128 scope host
       valid_lft forever preferred_lft forever
2: ens192: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc mq state UP group default qlen 1000
    link/ether 00:50:56:00:f1:5b brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
    inet 217.160.173.123/32 brd 217.160.173.123 scope global ens192
       valid_lft forever preferred_lft forever
    inet6 fe80::250:56ff:fe00:f15b/64 scope link
       valid_lft forever preferred_lft forever

Netzwerk-Interface aktivieren

Ein deaktiviertes Interface können Sie mit dem folgenden Befehl wieder aktivieren:

Methode 1: Universell (Temporär) 

Funktioniert auf allen Systemen (Ubuntu, Debian, AlmaLinux, Rocky Linux), hält jedoch ggf. nur bis zum nächsten Neustart oder Service-Reload:

root@localhost:~#  sudo ip link set NAME_DES_INTERFACES up

Beispiel:

root@localhost:~# sudo ip link set ens192 up

Methode 2: Distributionsspezifisch (Persistent)

Ubuntu 22.04 (ohne netplan), Debian 12 (ohne netplan)

sudo ifup NAME_DES_INTERFACES

Beispiel: 

[root@localhost ~]# sudo ifup ens192

Wenn dieser Befehl fehlschlägt, ist es möglich, dass sich das Interface in einem Zustand befindet, der dem Befehlsskript unbekannt ist. Geben Sie in diesem Fall den gleichen Befehl mit dem Parameter --force ein: 

sudo ifup --force NAME_DES_INTERFACES

Beispiel:

[root@localhost ~]# sudo ifup --force ens192

AlmaLinux 9, AlmaLinux 10,  Rocky Linux 9,  Rocky Linux 10

sudo nmcli connection up NAME_DES_INTERFACES

Beispiel:

[root@localhost ~]# sudo nmcli connection up eth0

Konfigurationsdateien prüfen und editieren

Wenn keine Verbindung möglich ist, müssen die Konfigurationsdateien geprüft werden. 

Öffnen Sie zu diesem Zweck die unten aufgeführten Konfigurationsdateien mit dem Editor vi. Prüfen und editieren Sie die Einstellungen und führen Sie anschließend ggf. einen Neustart des Netzwerks durch, um die Änderungen an der Netzwerkkonfiguration zu übernehmen:

Ubuntu 22.04 (mit Netplan),  Ubuntu 24.04, Debian 12 mit Netplan und Debian 13

Hier liegen die Dateien im YAML-Format vor. Achten Sie strikt auf die Einrückung! 

Pfad: /etc/netplan/ (z. B. /etc/netplan/01-netcfg.yaml)

Ubuntu 22.04 (ohne Netplan), Debian 12 (ohne Netplan)

Die Konfiguration erfolgt über ifupdown. 

Pfad: /etc/network/interfaces

AlmaLinux 9, AlmaLinux 10,  Rocky Linux 9, Rocky Linux 10 

Diese Systeme verwenden NetworkManager. Die alten ifcfg-Skripte sind veraltet bzw. werden nicht mehr unterstützt. Die Konfigurationen sind nun Keyfiles im INI-Format.

Pfad: /etc/NetworkManager/system-connections/NAME_DES_INTERFACES.nmconnection

Neustart des Netzwerks durchführen

Um Änderungen zu übernehmen, führen Sie die folgenden Befehle aus. Ein kompletter Server-Neustart (reboot) funktioniert immer, ist aber oft nicht notwendig.

Ubuntu 22.04 mit Netplan,  Ubuntu 24.04, Debian 12 mit Netplan und Debian 13

[root@localhost ~]# netplan apply

Ubuntu 22.04 ohne Netplan und Debian 12 ohne Netplan

[root@localhost ~]# systemctl restart networking

AlmaLinux 9, AlmaLinux 10, Rocky Linux 9 und Rocky Linux 10

[root@localhost ~]# systemctl restart NetworkManager

IP-Routing-Tabelle mit route anzeigen und konfigurieren

Mit dem Programm route können Sie die IP-Routing-Tabelle anzeigen und konfigurieren. Geben Sie hierzu den folgenden Befehl ein:

[root@localhost ~]# route