Sie können aus einem Ihrer Microsoft 365-Postfächer plötzlich keine E-Mails mehr versenden. Beim Versandversuch erhalten Sie eine Unzustellbarkeitsbenachrichtigung (NDR) mit folgender oder einer ähnlichen Fehlermeldung:

550 5.1.8 Access denied, bad outbound sender

Dieser Artikel erklärt, warum Microsoft 365 ein Postfach mit dem Fehler 550 5.1.8 für den E-Mail-Versand sperrt und wie Sie es nach einer Sicherheitsprüfung im Microsoft Defender Portal wieder entsperren.

Ursache für die Sperrung des E-Mail-Postfachs

Microsoft 365 überwacht alle Postfächer automatisiert auf verdächtige Aktivitäten, um Missbrauch zu verhindern und die Zustellbarkeit für alle Kunden zu schützen. Zu den typischen Auslösern einer solchen Sperre gehören:

  • eine ungewöhnlich hohe Anzahl versendeter E-Mails in kurzer Zeit
  • der Versand von E-Mails, die Merkmale von Spam aufweisen
  • Anzeichen dafür, dass sich unbefugte Dritte Zugriff auf das Microsoft 365-Postfach verschafft haben (z. B. nach einem Phishing-Angriff oder durch ein kompromittiertes Passwort)

Ist eines dieser Muster erkannt worden, setzt Microsoft das Postfach automatisch auf die Liste der eingeschränkten Absender („Restricted Entities"). Der Versand wird dann so lange blockiert, bis das Microsoft 365-Postfach manuell wieder freigegeben wird.

Wichtige Schritte vor der Entsperrung des Microsoft-365-Postfachs

Bevor Sie die Sperre aufheben, sollten Sie klären, ob die auslösenden E-Mails tatsächlich von Ihnen bzw. einem autorisierten Nutzer versendet wurden.

Wenn Sie sicher sind, dass Sie diese E-Mails nicht selbst versendet haben, deutet dies darauf hin, dass unbefugte Dritte Zugriff auf das Konto erlangt haben. Führen Sie in diesem Fall vor der Entsperrung unbedingt folgende Schritte durch:

  • Ändern Sie umgehend das Passwort des betroffenen E-Mail-Postfachs bzw. Benutzerkontos.
  • Aktivieren Sie die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für dieses Konto, sofern noch nicht geschehen. MFA verhindert, dass ein gestohlenes Passwort allein für den Zugriff auf das Postfach ausreicht.
  • Prüfen Sie zusätzlich, ob im Konto unbekannte Weiterleitungsregeln, geänderte Kontaktdaten oder unbekannte angemeldete Geräte vorhanden sind, und entfernen Sie diese gegebenenfalls.

Erst wenn das Konto auf diese Weise abgesichert ist, sollte die Entsperrung des Microsoft 365-Postfachs erfolgen.

Microsoft-365-Postfach über das Microsoft Defender Portal entsperren

Die Entsperrung erfolgt nicht über die IONOS Systeme, sondern direkt im Microsoft Defender Portal. Gehen Sie dazu wie folgt vor:

Voraussetzung

Um diese Schritte auszuführen, benötigen Sie ein Benutzerkonto mit der Rolle Globaler Administrator oder Sicherheitsadministrator. Ohne diese Berechtigung ist der Zugriff auf die entsprechende Seite nicht möglich.

  • Rufen Sie im Browser die folgende Seite auf: https://security.microsoft.com/restrictedentities
  • Melden Sie sich mit den Zugangsdaten Ihres Administrator-Kontos an.
  • Auf der Seite Restricted entities werden Ihnen alle Microsoft-365-Postfächer Ihres Mandanten angezeigt, die aktuell für den ausgehenden E-Mail-Versand gesperrt sind.
  • Wählen Sie das betroffene Postfach aus.
  • Klicken Sie auf Blockierung aufheben (Unblock), um die Versandsperre für dieses Postfach aufzuheben.
  • Prüfen Sie im daraufhin angezeigten Bereich die Kontodetails sowie die angezeigten Sicherheitsempfehlungen und klicken Sie auf Weiter.
  • Auf der nächsten Seite können Sie die MFA aktivieren und das Passwort des Benutzers zurücksetzen, falls Sie dies noch nicht getan haben. Klicken Sie anschließend auf Absenden (Submit).
  • Klicken Sie im Warnungsdialogfeld auf Ja, um den Vorgang zu bestätigen.

Nach der Entsperrung kann es einige Minuten bis zu einer Stunde dauern, bis die Änderung vollständig wirksam wird und der E-Mail-Versand wieder normal funktioniert.

Erneute Sperrung verhindern

Um zu verhindern, dass ein Postfach erneut automatisch gesperrt wird, empfehlen wir folgende Maßnahmen dauerhaft umzusetzen:

  • Sichern Sie alle Microsoft-365-Postfächer mit Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ab.
  • Verwenden Sie individuelle, ausreichend komplexe Passwörter für jedes Konto und ändern Sie diese bei Verdacht auf Missbrauch sofort.
  • Öffnen Sie keine Links oder Anhänge aus E-Mails unbekannter oder unerwarteter Herkunft, um Phishing-Angriffe zu vermeiden.
  • Prüfen Sie regelmäßig die Anmeldeaktivitäten und Sicherheitseinstellungen Ihrer Microsoft-365-Postfächer.