Für Cloud Server, migrierte Cloud Server und VPS+ mit Debian 11 ohne Netplan

In diesem Artikel wird erklärt, wie Sie weitere, öffentliche IPv4- und IPv6-Adressen auf einem Cloud Server,  auf einem migrierten Cloud Server oder einem VPS+ hinzufügen, auf dem Debian 11 installiert ist.

Hinweis

Wie Sie mittels Secure Shell (SSH) eine verschlüsselte Netzwerkverbindung zu Ihrem Server herstellen können, wird in den folgenden Artikeln erklärt:

Auf einem Computer mit Microsoft Windows eine SSH-Verbindung zu Ihrem Linux-Server aufbauen

Auf einem Linux-Computer eine SSH-Verbindung zu Ihrem Linux-Server aufbauen

Voraussetzungen

  • Sie haben Ihrem Server im Cloud Panel eine oder mehrere zusätzliche, öffentliche IPv4- und/oder IPv6-Adressen zugewiesen.
  • Sie haben sich auf dem Server eingeloggt.
  • Sie haben die IPv4-Adressen und IPv6-Adressen des Servers notiert.

Netzwerkinterface ermitteln

Um den Dateinamen des Netzwerkinterfaces zu ermitteln, geben Sie hierzu den folgenden Befehl ein:

[root@localhost ~]# ip addr

Beispiel:

[root@localhost ~]# ip addr
1: lo: <LOOPBACK,UP,LOWER_UP> mtu 65536 qdisc noqueue state UNKNOWN group default qlen 1000
   link/loopback 00:00:00:00:00:00 brd 00:00:00:00:00:00
   inet 127.0.0.1/8 scope host lo
      valid_lft forever preferred_lft forever
   inet6 ::1/128 scope host
      valid_lft forever preferred_lft forever
2: ens192: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc mq state UP group default qlen 1000
   link/ether 00:50:56:2b:2c:68 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
   inet 212.227.209.26/32 brd 212.227.209.26 scope global dynamic ens192
      valid_lft 33737sec preferred_lft 33737sec
   inet6 fe80::250:56ff:fe2b:2c68/64 scope link
      valid_lft forever preferred_lft forever

In diesem Beispiel lautet der Name des Netzwerkinterfaces ens192.

Gateway für IPv4 und IPv6 anzeigen

  • Um das Standard-Gateway der aktiven Schnittstelle anzuzeigen, geben Sie die folgenden Befehle ein:

    IPv4:

    [root@localhost ~]# ip route show | grep 'default'

    IPv6:

    [root@localhost ~]# ip -6 route show | grep ‘default’

  • Notieren Sie die IP-Adressen der Gateways. Diese sind direkt hinter dem Teil default via aufgeführt. Beispiele:

    IPv4 Gateway

    [root@localhost ~]# /etc/netplan# ip route show | grep 'default'
    default via 10.255.255.1 dev ens192 proto dhcp src 82.165.247.234 metric 100


    IPv6 Gateway

    Cloud Server

    [root@localhost ~]# /etc/netplan# ip -6 route show | grep 'default'

    Beispiel:

    [root@localhost ~]# /etc/netplan# ip -6 route show | grep 'default'
    default via fe80::1 dev ens192 proto ra metric 100 expires 4sec pref high

    In diesem Beispiel ist fe80::1 das IPv6 Gateway.

    Migrierte Cloud Server:

    root@debian:~# ip -6 route show

    Beispiel:

    root@debian:~# ip -6 route show
    ::1 dev lo proto kernel metric 256 pref medium
    fe80::/64 dev ens6 proto kernel metric 256 pref medium

Standard-DNS-Server anzeigen

Um die verwendeten DNS-Server anzuzeigen, geben Sie den folgenden Befehl ein:

[root@localhost ~]# resolvectl --no-pager |grep Server

Anschließend werden die verwendeten DNS-Server am Ende der Ausgabe angezeigt. 

Beispiel:

[root@localhost ~]# resolvectl --no-pager |grep Server
Current DNS Server: 212.227.123.16
       DNS Servers: 212.227.123.16 212.227.123.17

Notieren Sie die DNS-Server. 

Standard-DNS-Server anzeigen (migrierte Cloud Server und VPS+)

Wenn Ihnen die verwendeten DNS-Server nach der Eingabe des Befehls nicht angezeigt werden, geben Sie den folgenden Befehl ein:

[root@localhost ~]# cat /var/lib/dhcp/dhclient.NAME_DES_NETZWERKINTERFACES.leases

Beispiel:

cat /var/lib/dhcp/dhclient.ens6.leases

Anschließend werden die verwendeten DNS-Server angezeigt. Beispiel:

lease {
 interface "ens6";
 fixed-address 74.208.61.32;
 option subnet-mask 255.255.255.255;
 option routers 74.208.61.1;
 option dhcp-lease-time 600;
 option dhcp-message-type 5;
 option domain-name-servers 212.227.123.16,212.227.123.17;
 option dhcp-server-identifier 169.254.0.2;
 option host-name "mein-server-1";
 renew 5 2024/11/15 12:14:51;
 rebind 5 2024/11/15 12:19:10;
 expire 5 2024/11/15 12:20:25;

IPv4- und IPv6-Adressen hinzufügen

  • Erstellen Sie eine .network-Datei für Ihr Netzwerkinterface mit dem Editor vi. Beispiel:

    [root@localhost ~]# vi /etc/systemd/network/10-ens6.network

  • Fügen Sie die folgenden Informationen ein und ersetzen Sie die Platzhalter:

    [Match]
    Name=NETZWERKINTERFACE

    [Network]
    Address=HAUPT-IPV4-ADRESSE/24
    Gateway=IPV4-GATEWAY
    DNS=IP-ADRESSE VON NAMESERVER 1

    # Zusätzliche IPv4-Adresse
    Address=ZUSÄTZLICHE_IPV4-ADRESSE/24

    # IPv6-Konfiguration
    Address=HAUPT-IPV6-ADRESSE/64
    Gateway=IPV6-GATEWAY

    # Zusätzliche IPv6-Adresse
    Address=ZUSÄTZLICHE_IPV6-ADRESSE/64    

    Beispiel:

    [Match] 
    Name=ens6

    [Network]
    Address=74.208.61.32/24
    Gateway=74.208.61.1
    DNS=212.227.123.16,212.227.123.17

    # Zusätzliche IPv4-Adresse
    Address=74.208.98.26/24

    # IPv6-Konfiguration
    Address=2001:db8::c0a8:1/64
    Gateway=fe80::1

    # Zusätzliche IPv6-Adresse
    Address=2001:db8::c0a8:2/64

Hosts-Datei bearbeiten

  • Um den korrekten Hostnamen zu ermitteln, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    [root@localhost ~]# hostname

  • Öffnen Sie die Hosts-Datei mit dem Editor vi. Geben Sie hierzu den folgenden Befehl ein:

    [root@localhost ~]# vi /etc/hosts

  • Fügen Sie die folgende Zeile mit dem korrekten Hostnamen ein:

    127.0.1.1    HOSTNAME

    Beispiel:

    127.0.1.1    debian

  • Drücken Sie die Taste [ESC].
  • Um die Änderung zu speichern, geben Sie den Befehl :wq ein.

Server neu starten und Konfiguration kontrollieren

  • Um den systemd-networkd neu zu starten, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    [root@localhost ~]# sudo systemctl restart systemd-networkd

  • Um zu prüfen, ob die gewünschten IPv4- und IPv6-Adressen korrekt konfiguriert wurde, geben Sie den Befehl ip addr show ein:

    [root@localhost ~]# ip addr

Hinweis

Sollte der Server aufgrund eines Konfigurationsfehlers nicht mehr erreichbar sein, können Sie sich mittels der KVM-Konsole auf dem Server einloggen und die Konfiguration korrigieren. Eine Anleitung hierzu finden Sie im folgenden Artikel:

KVM-Konsole für den Server-Zugriff nutzen