Für Dedicated Server und Bare Metal Server, die im Cloud Panel verwaltet werden

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie das Root-Passwort Ihres Dedicated Servers oder Bare Metal Servers mithilfe des Rescue Systems zurücksetzen. Diese Anleitung berücksichtigt sowohl ältere Partitionsschemata als auch neuere Installationen (z. B. Debian 12/13 auf NVMe).

Achtung

Diese Anleitung gilt nicht für die folgenden Distributionen:

  • AlmaLinux 8 
  • AlmaLinux 9 
  • AlmaLinux 10 
  • Rocky Linux 8 
  • Rocky Linux 9 
  • Rocky Linux 10

Eine Anleitung für die oben genannten Distributionen finden Sie im folgenden Artikel:

Root-Passwort zurücksetzen (Dedicated Server Linux mit AlmaLinux 8, 9 und 10 sowie Rocky Linux 8, 9 und 10)

Voraussetzungen

  • Der Server ist eingeschaltet.
  • Sie haben ein Image des betreffenden Servers erstellt. 
  • Melden Sie sich in Ihrem IONOS Konto an.
  • Klicken Sie in der Titelleiste auf Menü > Server & Cloud.
    Optional: Wählen Sie den gewünschten Server & Cloud-Vertrag aus.

  • Wählen Sie im Bereich Infrastruktur > Server den gewünschten Server aus. 
  • Klicken Sie auf Aktionen > Neu starten. Das Fenster Server neu starten wird geöffnet.
  • Aktivieren Sie die Methode Rescue System und wählen Sie Rescue System (Linux) aus. 
  • Klicken Sie auf Ja. Der Server wird in das Rescue System gebootet.
  • Scrollen Sie zum Bereich Funktionen.
  • Um sich auf Ihrem Server in das Rescue-System einzuloggen, stellen Sie mit den angezeigten Zugangsdaten per SSH eine verschlüsselte Netzwerkverbindung zu Ihrem Server her. Um alternativ die VNC-Konsole zu nutzen, klicken Sie neben der Schaltfläche Konsole auf den nach unten zeigenden Pfeil und anschließend auf VNC-Konsole.
  • Um Informationen zu allen Datenträgern aufzurufen, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    rescue:~# fdisk -l

  • Ermitteln Sie die Root-Partition. Die Bezeichnung variiert je nach Hardware (Hardware-RAID vs. Software-RAID) und Betriebssystem-Version. Suchen Sie nach der größten Partition.
    Aktuelle Software-RAID-Systeme (z. B. Debian 12/13 auf NVMe): Verwenden häufig die Bezeichnung /dev/md4 oder /dev/md125.
    Ältere Software-RAID-Systeme: Verwenden häufig die Bezeichnung /dev/md2 oder /dev/md126.
    Hardware-RAID: Verwenden häufig die Bezeichnung /dev/sda2.

    Beispiele:

    Software-RAID:

    Disk /dev/md126: 419.2 GiB, 450103148544 bytes, 879107712 sectors
    Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes

    Hardware-RAID:

    /dev/sda2      6144   58593279   58587136    28G Linux filesystem

  • Um die Root-Partition zu mounten, passen Sie den folgenden Befehl an und geben Sie diesen anschließend ein. Ersetzen Sie hierbei den Platzhalter MEINE_ROOT-PARTITION durch den ermittelten Namen der Root-Partition Ihres Dedicated Servers:

    rescue:~# mount /dev/MEINE_ROOT-PARTITION /mnt

    Beispiele:

    Beispiel für ältere Software-RAID-Systeme:

    rescue:~# mount /dev/md126 /mnt

    rescue:~# mount /dev/md2 /mnt

    Beispiele für aktuelle Software-RAID-Systeme mit NVMe und Debian 13

    rescue:~# mount /dev/md4 /mnt

    rescue:~# mount /dev/md125 /mnt

    Hardware-RAID:

    rescue:~# mount /dev/sda2 /mnt

  • Bei manchen Server-Konfigurationen sind Systemverzeichnisse wie /usr, /var oder /home auf eigene Partitionen ausgelagert. Diese müssen mitgemountet werden, damit Befehle im System funktionieren. Prüfen Sie zu diesem Zweck die Datei fstab auf Ihrem eingehängten System. Um sich den Inhalt der Datei fstab anzeigen zu lassen und die zugehörigen Gerätedateien zu ermitteln, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    rescue:~# cat /mnt/etc/fstab

    Der Inhalt der Datei fstab wird Ihnen angezeigt. Beispiel:

    /dev/md2        /               ext3    defaults,noatime        1 1
    /dev/sda3       none            swap    sw
    /dev/sdb3       none            swap    sw
    /dev/vg00/usr   /usr            ext4    defaults,noatime        0 2
    /dev/vg00/var   /var            ext4    defaults,usrquota,noatime       0 2
    /dev/vg00/home  /home           ext4    defaults,usrquota,noatime       0 2
    devpts          /dev/pts        devpts  gid=5,mode=620  0 0
    none            /proc           proc    defaults        0 0
    none            /tmp    tmpfs   defaults        0 0

  • Analysieren Sie die Ausgabe.
    Fall A (Flaches Dateisystem, z. B. Ihr Debian 13): Wenn Einträge angezeigt werden, bei denen /usr, /var und /proc nicht separat aufgeführt sind, geben Sie die folgenden Befehle ein, um die Partitionen /dev, /pts, /proc und /sys zu mounten:

    rescue:~# mount --bind /dev /mnt/dev
    rescue:~# mount --bind /dev/pts /mnt/dev/pts
    rescue:~# mount --bind /proc /mnt/proc
    rescue:~# mount --bind /sys /mnt/sys

    Fall B (Partitioniertes System / LVM): Wenn die Einträge /usr, /var und /proc angezeigt werden, mounten Sie die Partitionen für /usr, /home und /var. Beispiel:

    rescue:~# mount /dev/vg00/usr /mnt/usr
    rescue:~# mount /dev/vg00/var /mnt/var
    rescue:~# mount /dev/vg00/home /mnt/home

  • Prüfen Sie mit dem Befehl mount, ob alle Partitionen eingehängt sind:

    rescue:~# mount
    /dev/ram0 on / type ext4 (rw,relatime,block_validity,delalloc,barrier,user_xattr,acl)
    devtmpfs on /dev type devtmpfs (rw,relatime,size=8116868k,nr_inodes=2029217,mode=755)
    sysfs on /sys type sysfs (rw,nosuid,nodev,noexec,relatime)
    proc on /proc type proc (rw,nosuid,nodev,noexec,relatime)
    tmpfs on /dev/shm type tmpfs (rw,nosuid,nodev)
    devpts on /dev/pts type devpts (rw,nosuid,noexec,relatime,gid=5,mode=620)
    tmpfs on /run type tmpfs (rw,nosuid,nodev,mode=755)
    tmpfs on /run/lock type tmpfs (rw,nosuid,nodev,noexec,relatime,size=5120k)
    tmpfs on /sys/fs/cgroup type tmpfs (ro,nosuid,nodev,noexec,mode=755)
    cgroup on /sys/fs/cgroup/systemd type cgroup (rw,nosuid,nodev,noexec,relatime,xattr,release_agent=/lib/systemd/systemd-cgroups-agent,name=systemd)
    cgroup on /sys/fs/cgroup/cpuset type cgroup (rw,nosuid,nodev,noexec,relatime,cpuset)
    cgroup on /sys/fs/cgroup/cpu,cpuacct type cgroup (rw,nosuid,nodev,noexec,relatime,cpu,cpuacct)
    cgroup on /sys/fs/cgroup/blkio type cgroup (rw,nosuid,nodev,noexec,relatime,blkio)
    cgroup on /sys/fs/cgroup/devices type cgroup (rw,nosuid,nodev,noexec,relatime,devices)
    cgroup on /sys/fs/cgroup/freezer type cgroup (rw,nosuid,nodev,noexec,relatime,freezer)
    systemd-1 on /proc/sys/fs/binfmt_misc type autofs (rw,relatime,fd=22,pgrp=1,timeout=300,minproto=5,maxproto=5,direct)
    debugfs on /sys/kernel/debug type debugfs (rw,relatime)
    mqueue on /dev/mqueue type mqueue (rw,relatime)
    fusectl on /sys/fs/fuse/connections type fusectl (rw,relatime)
    /dev/md126 on /mnt type ext3 (rw,relatime,data=ordered)
    /dev/mapper/vg00-usr on /mnt/usr type ext4 (rw,relatime,data=ordered)
    /dev/mapper/vg00-var on /mnt/var type ext4 (rw,relatime,data=ordered)
    /dev/mapper/vg00-home on /mnt/home type ext4 (rw,relatime,

  • Wechseln Sie per chroot in das eingehängte System:

    rescue:~# chroot /mnt

  • Um ein neues Passwort zu setzen, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    rescue:~# passwd

  • Geben Sie das neue Passwort ein und wiederholen Sie es.

  • Verlassen Sie die chroot-Umgebung. Geben Sie hierzu den folgenden Befehl ein:

    rescue:/# exit

  • Hängen Sie die Partitionen wieder aus. Geben Sie hierzu den folgenden Befehl ein:

    rescue:~# umount -R /mnt

  • Öffnen Sie das Cloud Panel.

  • Klicken Sie auf Aktionen > Neu starten. Das Fenster Server neu starten wird geöffnet.

  • Aktivieren Sie die Methode Aktuelles Betriebssystem.

  • Klicken Sie auf Ja.

Der Server wird neu gestartet. Anschließend können Sie sich mit dem neuen Passwort auf dem Server einloggen.