Für Cloud Server, Dedicated Server und Bare Metal Server, die im Cloud Panel verwaltet werden

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie einen IONOS Shared Storage auf einem Server mit Ubuntu oder Debian einbinden. Die Anleitung gilt für die LTS-Versionen Ubuntu 24.04 und Ubuntu 26.04 sowie für Debian 12 und Debian 13. Auf allen genannten Systemen sind die Befehle identisch.  

Voraussetzungen

  • Sie haben den Shared Storage Ihrem Server im Cloud Panel zugewiesen.

  • Sie haben die Zugriffsberechtigungen für den gewünschten Server in der Detailansicht des Shared Storage konfiguriert.

  • Sie haben den Kerberos-Schlüssel heruntergeladen. Eine Anleitung finden Sie im folgenden Artikel: Shared Storage: Kerberos-Schlüssel herunterladen

  • Sie haben den NFS-Pfad notiert.

  • Die Systemzeit des Servers ist per NTP synchronisiert. Kerberos verweigert bei zu großer Zeitabweichung den Zugriff. Prüfen Sie dies mit timedatectl. 

Hinweis

Wenn Sie dem Server eine Domain zugewiesen haben, dann muss diese über das Internet erreichbar sein.

  • Loggen Sie sich auf dem Server als root bzw. als Benutzer mit sudo-Rechten ein.
  • Stellen Sie sicher, dass NFS und Kerberos installiert sind. Um NFS und Kerberos zu installieren, geben Sie die folgenden Befehle ein:

    sudo apt update
    sudo apt install nfs-common krb5-user

  • Falls unzip zum Entpacken von ZIP-Dateien auf Ihrem Server noch nicht installiert ist, installieren Sie die Software mit dem folgenden Befehl:

    sudo apt install unzip -y

  • Wechseln Sie in das Verzeichnis, in dem sich Ihre heruntergeladene ZIP-Datei befindet (z. B. Ihr Home-Verzeichnis), und entpacken Sie die Datei in /etc. Ersetzen Sie den Platzhalter DATEINAME.zip durch den tatsächlichen Dateinamen.

    unzip Dateiname.zip -d /etc

    Beispiel:

    unzip nas4_uid123456789.zip -d /etc

Achtung

Der rpc-gssd-Dienst kann nur starten, wenn die Datei /etc/krb5.keytab existiert. Entpacken Sie die Datei daher zuerst nach /etc, bevor Sie den Dienst starten.  

  • Aktivieren und starten Sie den Dienst rpc-gssd und stellen Sie sicher, dass der Status als „active (running)“ angezeigt wird. Auf allen genannten Systemen (Ubuntu 24.04/26.04, Debian 12/13) verwenden Sie dieselben Befehle:

    sudo systemctl enable --now rpc-gssd
    sudo systemctl status rpc-gssd

  • Um die Statusanzeige zu beenden, drücken Sie die Taste q.
  • Erstellen Sie ein Verzeichnis, unter dem der Shared Storage eingebunden werden soll:

    sudo mkdir /mnt/nfs

Hinweis

Um mehrere Shared Storages einzubinden, erstellen Sie entsprechend weitere Verzeichnisse (z. B. /mnt/nfs2). 
 

  • Öffnen Sie /etc/fstab mit dem Editor vi. Geben Sie hierzu den folgenden Befehl ein:

    vi /etc/fstab

Hinweise

Der Editor vi verfügt über einen Einfügemodus und einen Befehls- oder Kommandomodus. Den Einfügemodus können Sie mit der Taste [i] aufrufen. In diesem Modus werden die eingegebenen Zeichen sofort in den Text eingefügt. Um den Befehlsmodus aufzurufen, drücken Sie anschließend [ESC]. Wenn Sie den Befehlsmodus nutzen, werden Ihre Tastatureingaben als Befehl interpretiert.

  • Um den Shared Storage dauerhaft einzubinden, fügen Sie den Eintrag für die Konfiguration des Einhängepunkts im folgenden Format ein:

    NFS-PFAD /mnt/nfs nfs sec=krb5,_netdev 0 0

    Beispiel:

    vid15943.nas3.lan:/vid15943 /mnt/nfs nfs sec=krb5,_netdev 0 0

Hinweise

  • Hierfür benötigen Sie den NFS-Pfad.
  • Die Option sec=krb5 aktiviert die Kerberos-Authentifizierung.
  • Die Mount-Option _netdev kennzeichnet das Dateisystem als Netzwerklaufwerk. Dadurch wartet das System beim Booten, bis das Netzwerk verfügbar ist, bevor der Mount versucht wird.
  • Um vi zu beenden und die Datei zu speichern, geben Sie den Befehl :wq ein und drücken Sie anschließend die Eingabetaste.
  • Damit systemd die geänderte /etc/fstab einliest und die zugehörigen Mount-Units neu erzeugt, laden Sie die systemd-Manager-Konfiguration neu.

    sudo systemctl daemon-reload

  • Um alle in fstab definierten Dateisysteme zu mounten, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    mount -a

    Wenn keine Fehlermeldung erscheint, war der Mount erfolgreich. In diesem Fall können Sie den Server sicher neu starten. Wenn eine Fehlermeldung erscheint, korrigieren Sie den Eintrag in /etc/fstab, bevor Sie den Server neu starten.

Vorsicht

Stellen Sie vor dem Neustart des Servers sicher, dass die /etc/fstab-Konfiguration korrekt ist. Bei Fehlern kann der Server beim Booten in den "Emergency Mode" fallen.

  • Starten Sie den Server neu (falls alles funktioniert). Geben Sie hierzu den folgenden Befehl ein:

    sudo reboot

  • Um sicherzustellen, dass der Shared Storage erfolgreich und mit der korrekten Speicherkapazität bereitgestellt wurde, können Sie sich die aktuell eingehängten NFS-Freigaben mit folgendem Befehl anzeigen lassen:

    mount | grep nfs

  • Um zu prüfen, ob der Shared Storage mit der korrekten Speicherkapazität bereitgestellt wurde, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    findmnt -t nfs,nfs4

Hilfe im Problemfall

Fehler: rpc-gssd startet nicht

Überprüfen Sie, ob die Datei /etc/krb5.keytab existiert:

ls -la /etc/krb5.keytab

Existiert die Datei nicht, entpacken Sie die Kerberos-Dateien erneut nach /etc. Die Kerberos-Dateien müssen vor dem Start des Dienstes vorhanden sein.

Fehler: Mount-Fehler oder Zugriff verweigert

Überprüfen Sie die Logs:

sudo journalctl -u rpc-gssd -n 50

Überprüfen Sie, ob der NFS-Pfad in /etc/fstab korrekt ist:

findmnt --verify

Prüfen Sie außerdem die Zeitsynchronisation, da Kerberos bei zu großer Zeitabweichung den Zugriff verweigert:

timedatectl

Server startet im Emergency Mode

Fällt der Server nach einem fehlerhaften fstab-Eintrag in den Emergency Mode, gehen Sie wie folgt vor:

  • Geben Sie das root-Passwort ein, um eine Wartungs-Shell zu erhalten.
  • Korrigieren Sie den fehlerhaften Eintrag in /etc/fstab (z. B. mit vi /etc/fstab).
  • Setzen Sie den Startvorgang fort mit systemctl default oder starten Sie den Server mit reboot neu.