Öffentliche IPv4- und IPv6-Adressen auf einem Dedicated Server oder Bare Metal Server hinzufügen (Debian 12/13, Ubuntu 22.04/24.04/26.04)
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Für Dedicated Server und Bare Metal Server, die im Cloud Panel verwaltet werden
In diesem Artikel wird erklärt, wie Sie weitere öffentliche IPv4- und IPv6-Adressen auf einem Dedicated Server oder Bare Metal Server hinzufügen, auf dem Debian 12, Debian 13, Ubuntu 22.04, Ubuntu 24.04 oder Ubuntu 26.04 installiert ist.
Die Netzwerkkonfiguration wird in den Images für diese Betriebssysteme über die Datei /etc/network/interfaces vorgenommen. Zusätzliche Konfigurationen können in separaten Dateien im Verzeichnis /etc/network/interfaces.d/ abgelegt werden. Diese werden über die Zeile source /etc/network/interfaces.d/* am Anfang der Datei /etc/network/interfaces eingebunden.
Hinweis
Wie Sie mittels Secure Shell (SSH) eine verschlüsselte Netzwerkverbindung zu Ihrem Server herstellen können, wird in den folgenden Artikeln erklärt:
Auf einem Computer mit Microsoft Windows eine SSH-Verbindung zu Ihrem Linux-Server aufbauen
Auf einem Linux-Computer eine SSH-Verbindung zu Ihrem Linux-Server aufbauen
So konfigurieren Sie weitere öffentliche IPv4- und IPv6-Adressen in Debian 12, Debian 13, Ubuntu 22.04, Ubuntu 24.04 und Ubuntu 26.04:
Voraussetzungen
- Sie haben Ihrem Server im Cloud Panel eine oder mehrere zusätzliche, öffentliche IPv4- und/oder IPv6-Adressen zugewiesen.
- Sie haben sich auf dem Server als Administrator (root) eingeloggt.
- Sie haben die IPv4-Adressen und IPv6-Adressen des Servers notiert.
Netzwerkinterface ermitteln
Ermitteln Sie den Namen des Netzwerkinterfaces. Geben Sie hierzu den folgenden Befehl ein:
root@localhost:~# ip addr
In diesem Beispiel lautet der Name des Netzwerkinterfaces eth0:
root@localhost:~# ip addr
1: lo: <LOOPBACK,UP,LOWER_UP> mtu 65536 qdisc noqueue state UNKNOWN group default qlen 1000
link/loopback 00:00:00:00:00:00 brd 00:00:00:00:00:00
inet 127.0.0.1/8 scope host lo
valid_lft forever preferred_lft forever
inet6 ::1/128 scope host
valid_lft forever preferred_lft forever
2: eth0: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc mq state UP group default qlen 1000
link/ether 00:50:56:08:a5:c6 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
altname enp11s0
inet 217.160.141.60/32 metric 100 scope global dynamic eth0
inet6 2001:8d8:1801:5d2::1/64 scope global dynamic noprefixroute
valid_lft 3443sec preferred_lft 3443sec
inet6 fe80::250:56ff:fe08:a5c6/64 scope link
valid_lft forever preferred_lft forever
Notieren Sie den Interface-Namen. Sie benötigen ihn für die Konfiguration.
Standard-DNS-Server anzeigen
Um die verwendeten DNS-Server anzuzeigen, geben Sie die folgenden Befehle ein:
root@localhost:~# curl http://169.254.169.254/latest/meta_data/dns/nameservers -Lv
root@localhost:~# curl http://169.254.169.254/latest/meta_data/dns/nameservers6 -Lv
Anschließend werden die verwendeten DNS-Server am Ende der Ausgabe angezeigt. Beispiel:
root@localhost:~# curl http://169.254.169.254/latest/meta_data/dns/nameservers -Lv
* Trying 169.254.169.254...
* TCP_NODELAY set
* Connected to 169.254.169.254 (169.254.169.254) port 80 (#0)
> GET /latest/meta_data/dns/nameservers HTTP/1.1
> Host: 169.254.169.254
> User-Agent: curl/7.61.1
> Accept: */*
>
< HTTP/1.1 200 OK
< Date: Thu, 10 Sep 2026 12:19:36 GMT
< Server: Apache
< Strict-Transport-Security: max-age=63072000; includeSubDomains
< Vary: Accept-Encoding
< Access-Control-Allow-Origin: *
< Access-Control-Allow-Headers: X-TOKEN, X-HASH, X-MICROTIME, X-USER, Content-Type, X-API-TOKEN, Authorization
< Access-Control-Allow-Methods: PUT, GET, POST, DELETE, OPTIONS
< Access-Control-Expose-Headers: Error-Msg
< Cache-control: no-cache, no-store, max-age=0
< Access-Control-Allow-Origin: *
< Access-Control-Allow-Headers: X-TOKEN, X-HASH, X-MICROTIME, Content-Type, X-API-TOKEN, Authorization
< Access-Control-Allow-Methods: PUT, GET, POST, DELETE, OPTIONS
< Access-Control-Expose-Headers: Error-Msg
< Transfer-Encoding: chunked
< Content-Type: text/plain;charset=UTF-8
<
212.227.123.16,212.227.123.17
* Connection #0 to host 169.254.169.254 left intact- Notieren Sie die DNS-Server. Im oben genannten Beispiel werden die DNS-Server oberhalb der Zeile * Connection #0 to host 169.254.169.254 left intact angezeigt.
Wenn die DNS-Server für IPv6 nicht angezeigt werden, geben Sie den folgenden Befehl ein:
root@localhost:~# resolvectl --no-pager |grep Server
Beispiel:
root@localhost:~# resolvectl --no-pager |grep Server
Current DNS Server: 212.227.123.16
DNS Servers: 212.227.123.16 212.227.123.17 2001:8d8:fe:53:72ec::1
Gateway für IPv4 und IPv6 anzeigen
Um das Standard-Gateway der aktiven Schnittstelle anzuzeigen, geben Sie die folgenden Befehle ein:
IPv4:
root@localhost:~# ip route show | grep 'default'
IPv6:
root@localhost:~# ip -6 route show | grep 'default'
Notieren Sie die IP-Adressen der Gateways. Diese sind direkt hinter dem Teil default via aufgeführt. Beispiele:
IPv4-Gateway
root@localhost:~# ip route show default
default via 10.255.255.1 dev eth0 proto dhcp src 217.160.141.60 metric 100IPv6-Gateway
root@localhost:~# ip -6 route show | grep 'default'
default via fe80::1 dev eth0 proto ra metric 100 expires 4sec pref highIn diesem Beispiel ist fe80::1 das IPv6-Gateway.
IPv4- und IPv6-Adressen hinzufügen
Öffnen Sie die Datei /etc/network/interfaces mit dem Editor vi.
root@localhost:~# vi /etc/network/interfaces
Hinweise
- Der Editor vi verfügt über einen Einfügemodus und einen Befehls- oder Kommandomodus. Den Einfügemodus können Sie mit der Taste [i] aufrufen. In diesem Modus werden die eingegebenen Zeichen sofort in den Text eingefügt. Um den Befehlsmodus aufzurufen, drücken Sie anschließend [ESC]. Wenn Sie den Befehlsmodus nutzen, werden Ihre Tastatureingaben als Befehl interpretiert.
- Um vi zu beenden und die Datei zu speichern, geben Sie den Befehl :wq ein und drücken Sie anschließend Enter.
Passen Sie Ihre Konfigurationsdatei /etc/network/interfaces an. Ersetzen Sie dabei die Platzhalter. Fügen Sie die Blöcke für die zusätzliche IP-Adresse hinzu.
auto lo NETZWERKINTERFACE
iface lo inet loopback
iface NETZWERKINTERFACE inet static
address HAUPT-IPv4-Adresse
netmask 255.255.255.255
gateway 10.255.255.1
auto NETZWERKINTERFACE:0
allow-hotplug NETZWERKINTERFACE:0
iface NETZWERKINTERFACE:0 inet static
address ZUSÄTZLICHE-IPv4-ADRESSE
iface eth0 inet6 static
address HAUPT-IPv6-ADRESSE
netmask 64
iface eth0 inet6 static
address ZUSÄTZLICHE-IPv6-ADRESSE
netmask 64Beispiel:
auto lo eth0
iface lo inet loopback
iface eth0 inet static
address 85.215.105.86
netmask 255.255.255.255
gateway 10.255.255.1
auto eth0:0
allow-hotplug eth0:0
iface eth0:0 inet static
address 85.215.109.181
iface eth0 inet6 static
address 2a01:239:0:805d::1
netmask 64
iface eth0 inet6 static
address 2a01:239:0:805d::2
netmask 64- Um vi zu beenden und die Datei zu speichern, geben Sie den Befehl :wq ein und drücken Sie anschließend die Eingabetaste.
Führen Sie einen Neustart des Servers durch, damit die Änderungen dauerhaft übernommen werden. Geben Sie hierzu den folgenden Befehl ein:
root@localhost:~# systemctl reboot
Um zu prüfen, ob die zusätzliche, öffentliche IPv4-Adresse hinzugefügt wurde, geben Sie den folgenden Befehl ein:
root@localhost:~# ip addr
Anschließend wird die zusätzliche, öffentliche IPv4-Adresse angezeigt. Beispiel:
root@localhost:~# ip addr
1: lo: <LOOPBACK,UP,LOWER_UP> mtu 65536 qdisc noqueue state UNKNOWN group default qlen 1000
link/loopback 00:00:00:00:00:00 brd 00:00:00:00:00:00
inet 127.0.0.1/8 scope host lo
valid_lft forever preferred_lft forever
inet6 ::1/128 scope host
valid_lft forever preferred_lft forever
2: eth0: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc mq state UP group default qlen 1000
link/ether ac:1f:6b:9b:22:44 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
inet 217.160.244.147/32 scope global dynamic eth0
valid_lft 42230sec preferred_lft 42230sec
inet 82.165.248.54/32 brd 82.165.248.255 scope global eth0:0
valid_lft forever preferred_lft forever
inet6 2001:8d8:1800:1a1::1/128 scope global
valid_lft forever preferred_lft forever
inet6 fe80::ae1f:6bff:fe9b:2244/64 scope link
valid_lft forever preferred_lft forever
3: eth1: <BROADCAST,MULTICAST> mtu 1500 qdisc noop state DOWN group default qlen 1000
link/ether ac:1f:6b:9b:22:45 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff