Dedicated Server und Bare Metal Server: Ubuntu 24.04 über netboot.xyz installieren und Software-RAID 1 und Software-RAID 5 einrichten
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In dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie während der Neuinstallation von Ubuntu 24.04 LTS über netboot.xyz auf einem Dedicated Server oder einem Bare Metal Server ein Software-RAID 1 und zusätzlich ein Software-RAID 5 einrichten. In diesem Beispiel nutzen wir die ersten beiden SSDs für ein ausfallsicheres System-RAID 1. Anschließend erklären wir, wie Sie ein RAID 5 für die verbleibenden 3 Festplatten einrichten.
RAID 5 benötigt mindestens 3 Festplatten und verwendet Striping mit verteilter Parität. Es bietet durch Parität erhöhte Ausfallsicherheit für den Ausfall eines Laufwerks. Insgesamt bietet RAID 5 ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis in puncto Redundanz und Speicheroptimierung.
Die Kapazität wird wie folgt berechnet: (Anzahl der Datenspeicher -1) x Kapazität
Vorsicht
- Die Erstellung eines Software-RAID 5 setzt sehr gute Kenntnisse der Serveradministration mit Linux voraus. Halten Sie die beschriebene Reihenfolge der Schritte exakt ein. Andernfalls droht Datenverlust!
- Bei diesem Vorgang werden alle vorhandenen Daten auf den Ziel-Festplatten gelöscht.
Hinweis
Die Erstellung und Konfiguration des Software-RAID 5 ist nicht im Supportumfang enthalten. Eine Übersicht über die enthaltenen Leistungen finden Sie auf der folgenden Seite: Allgemeine Informationen über den Supportumfang für Serverprodukte
Voraussetzungen
- Ein Dedicated Server oder ein Bare Metal Server mit 2 SSDs und mindestens 3 ungenutzte Festplatten gleicher Größe.
- Sie haben sich die Größe der SSDs und der Festplatten notiert.
- Auf den Festplatten befinden sich keine Partitionen.
Betriebssystem über netboot.xyz installieren
- Melden Sie sich in Ihrem IONOS Konto an.
Klicken Sie in der Titelleiste auf Menü > Server & Cloud.
Optional: Wählen Sie den gewünschten Server & Cloud-Vertrag aus.
- Klicken Sie im Cloud Panel im Bereich Infrastruktur > Server auf den gewünschten Server.
- Klicken Sie auf die Schaltfläche Konsole. Um eine Verbindung mit der VNC-Konsole herzustellen, wählen Sie VNC-Konsole aus. Anschließend öffnet sich die VNC-Konsole in einem neuen Tab und die Verbindung zum Server wird hergestellt. Dies kann etwas dauern.
- Wählen Sie die Option Continue with Self Installation Here. Das Menü wird geladen.
- Wählen Sie im Bereich Distributions die Installationsmethode GNU/Linux aus.
- Wählen Sie die Linux-Distribution Ubuntu aus.
- Wählen Sie die Version Ubuntu 24.04 LTS aus. Das Installationsmenü öffnet sich.
- Wählen Sie Install aus.
- Wählen Sie im Fenster Willkommen die Sprache Deutsch aus. Das Fenster Tastatur-Konfiguration öffnet sich.
- Wählen Sie in den Listen Belegung und Variante die Sprache Deutsch aus.
- Wählen Sie Erledigt aus und drücken Sie die Enter-Taste. Das Fenster Choose the type of installation öffnet sich.
- Wählen Sie die Option Ubuntu Server und wählen Sie anschließend Erledigt aus. Das Fenster Network configuration öffnet sich.
- Wählen Sie die Netzwerkschnittstelle aus (z. B. enp35s0). Wählen Sie in dem sich öffnenden Menü Edit IPv4 aus.
- Wählen Sie im Menü Automatisch (DHCP) aus. Um die Auswahl zu bestätigen, wählen Sie Speichern aus.
- Bestätigen Sie im Fenster Network configuration Ihre Auswahl mit Erledigt. Das Fenster Proxy configuration wird angezeigt.
- Wählen Sie Erledigt aus. Das Fenster Begleitete Speicherplatzkonfiguration wird angezeigt.
- Aktivieren Sie die Option Benutzerdefinierte Partitionierung und wählen Sie Erledigt aus. Das Fenster Speicherplatzkonfiguration wird angezeigt.
- Wählen Sie die erste SSD aus und drücken Sie Enter. Ein Auswahlmenü öffnet sich.
- Wählen Sie die Option Als Boot-Device benutzen aus. Dadurch wird automatisch eine kleine Partition für den Bootloader erstellt.
- Wählen Sie den Eintrag freier Speicherplatz auf der SSD aus und wählen Sie die Option Füge GPT Partition hinzu.
- Um den restlichen Platz zu nutzen, lassen Sie das Feld Größe: leer. Wählen Sie in der Liste Format: die Option Unformatiert lassen.
- Wählen Sie Erstellen aus.
- Wiederholen Sie diesen Vorgang für die zweite SSD und wählen Sie hierbei die Option Füge als weiteres Boot-Device hinzu.
- Wählen Sie bei der ersten Festplatte den Eintrag freier Speicherplatz aus und wählen Sie die Option Füge GPT Partition hinzu aus.
- Um den restlichen Platz zu nutzen, lassen Sie das Feld Größe: leer und wählen Sie in der Liste Format: die Option Unformatiert lassen.
- Wählen Sie Erstellen aus.
- Wiederholen Sie den Vorgang für die restlichen 3 Festplatten: Wählen Sie den jeweiligen freien Speicherplatz für die restlichen 3 Festplatten aus.
- Wählen Sie die Option Füge GPT Partition hinzu aus.
- Erstellen Sie eine Partition über die gesamte Größe und wählen Sie die Option Unformatiert lassen.
RAID 1 für das Betriebssystem erstellen (SSD 1 & 2)
- Wählen Sie im Fenster Speicherplatzkonfiguration die Option Software-RAID (md) erstellen aus.
- Vergeben Sie einen Namen. Standardmäßig wird der Name md0 vergeben.
- Wählen Sie RAID Level: 1 aus.
- Markieren Sie unter Geräte die Partitionen der SSDs. In diesem Beispiel handelt es sich um Partition 2.
- Wählen Sie Erstellen, um den Verbund zu erstellen.
RAID 5 für den Datenspeicher erstellen
- Wählen Sie erneut den Punkt Software-RAID (md) erstellen aus. Der Name wird automatisch auf md1 gesetzt.
- Wählen Sie als RAID Level: 5.
- Markieren Sie unter Geräte die Partitionen der verbleibenden Festplatten.
- Wählen Sie Erstellen.
Dateisysteme und Mountpoints zuweisen
Nachdem die RAID-Verbünde definiert sind, müssen sie formatiert und in das System eingehängt werden.
- Suchen Sie in der Liste unter Verfügbare Geräte den Eintrag für md0.
- Wählen Sie den freien Speicherplatz auf md0 aus und wählen Sie Füge GPT Partition hinzu.
- Wählen Sie als Format ext4 oder xfs aus und als Mount Point das Wurzelverzeichnis /.
- Wählen Sie Bestätigen.
- Suchen Sie den Eintrag für md1.
- Wählen Sie den freien Speicherplatz auf md1 aus, wählen Sie Füge GPT Partition hinzu.
- Wählen Sie als Format ext4 oder xfs aus.
- Wählen Sie unter Mount: die Option Andere aus und vergeben Sie einen passenden Mountpoint, zum Beispiel /data oder /var/lib/mysql.
- Klicken Sie auf Erstellen.
- Prüfen Sie die Einträge im Bereich ZUSAMMENFASSUNG DES DATEISYSTEMS. Stellen Sie hierbei sicher, dass / auf md0 und Ihr Daten-Mountpoint auf md1 liegt und korrigieren Sie diese, falls erforderlich. Das Fenster Bestätigen Sie destruktive Aktionen wird angezeigt.
- Um die Partitionstabellen zu schreiben, wählen Sie Fortfahren.
Mit der Installation fortfahren
- Wählen Sie die Option Fortfahren. Das Fenster Profile configuration wird angezeigt.
- Geben Sie im Feld Ihr Name: den gewünschten Namen ein.
- Geben Sie im Feld Your server’s name: den Namen des Servers ein.
- Geben Sie im Feld Bitte Benutzernamen auswählen: den gewünschten Benutzernamen ein.
- Geben Sie im Feld Bitte Passwort auswählen das gewünschte Passwort ein und wiederholen Sie es im Feld Passwort bestätigen.
- Wählen Sie Erledigt. Das Fenster Upgrade to Ubuntu Pro öffnet sich. Die Option Skip for now ist ausgewählt.
- Wählen Sie Fortfahren aus. Das Fenster SSH configuration wird angezeigt.
- Um per SSH auf Ihren Server zugreifen zu können, aktivieren Sie die Option OpenSSH-Server installieren.
- Wählen Sie Erledigt aus. Das Fenster Featured server snaps öffnet sich.
- Optional: Wählen Sie die gewünschten Server-Snaps aus und wählen Sie Erledigt. Ubuntu 24.04 wird installiert und RAID 1 und RAID 5 werden eingerichtet.
- Sobald die Installation abgeschlossen ist, wählen Sie Jetzt neustarten.
Status der Software-RAIDs prüfen
Um den Status des Software-RAIDs zu prüfen, gehen Sie wie folgt vor:
- Loggen Sie sich per SSH auf dem Server als Administrator ein.
Um den Status der Software-RAIDs zu prüfen, geben Sie den folgenden Befehl ein:
user@server:~$ cat /proc/mdstat
Um den vorhandenen Speicherplatz zu prüfen, geben Sie den folgenden Befehl ein:
user@server:~$ df -h
Hinweise
Nach der Erstellung eines RAID 5 findet im Hintergrund eine initiale Synchronisierung der Daten (Resync) statt.
Performance: Während dieses Vorgangs kann die Lese- und Schreibgeschwindigkeit des Systems vorübergehend reduziert sein.
Dauer: Je nach Größe der Festplatten und Systemauslastung kann dieser Prozess mehrere Stunden oder sogar Tage in Anspruch nehmen.
Verfügbarkeit: Der Server ist währenddessen normal nutzbar; das RAID bietet jedoch erst nach Abschluss der Synchronisierung die volle Ausfallsicherheit.