In dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie während der Neuinstallation von Ubuntu 24.04 LTS über netboot.xyz auf einem Dedicated Server oder einem Bare Metal Server ein Software-RAID 1 und zusätzlich ein Software-RAID 6 einrichten. In diesem Beispiel nutzen wir die ersten beiden SSDs für ein ausfallsicheres System-RAID 1. Anschließend erklären wir, wie Sie ein RAID 6 für die verbleibenden vier Festplatten einrichten.

RAID 6 benötigt mindestens 4 Festplatten. Es verwendet Block-Level Striping mit doppelter Parität. Der große Vorteil gegenüber RAID 5 ist die erhöhte Ausfallsicherheit: Das System bleibt selbst dann betriebsbereit, wenn zwei Festplatten gleichzeitig ausfallen. 

Die Kapazität wird wie folgt berechnet: (Anzahl der Datenspeicher - 2) x Kapazität
 

Vorsicht

  • Die Erstellung eines Software-RAID 6 setzt sehr gute Kenntnisse der Serveradministration mit Linux voraus. Halten Sie die beschriebene Reihenfolge der Schritte exakt ein. Andernfalls droht Datenverlust!
  • Bei diesem Vorgang werden alle vorhandenen Daten auf den Ziel-Festplatten gelöscht.
     

Hinweis

Die Erstellung und Konfiguration des Software-RAID 6 ist nicht im Supportumfang enthalten. Eine Übersicht über die enthaltenen Leistungen finden Sie auf der folgenden Seite:
Allgemeine Informationen über den Supportumfang für Serverprodukte

Voraussetzungen

  • Ein Dedicated Server oder ein Bare Metal Server mit 2 SSDs und mindestens 4 ungenutzte Festplatten gleicher Größe.
  • Sie haben sich die Größe der SSDs und der Festplatten notiert.
  • Auf den Festplatten befinden sich keine Partitionen.

Betriebssystem über netboot.xyz installieren

  • Melden Sie sich in Ihrem IONOS Konto an.
  • Klicken Sie in der Titelleiste auf Menü > Server & Cloud.

    Optional: Wählen Sie den gewünschten Server & Cloud-Vertrag aus. Das Cloud Panel öffnet sich.

  • Klicken Sie im Cloud Panel im Bereich Infrastruktur > Server auf den gewünschten Server.
  • Klicken Sie auf die Schaltfläche Konsole. Um eine Verbindung mit der VNC-Konsole herzustellen, wählen Sie VNC-Konsole aus. Anschließend öffnet sich die VNC-Konsole in einem neuen Tab und die Verbindung zum Server wird hergestellt. Dies kann etwas dauern.
  • Wählen Sie die Option Continue with Self Installation Here. Das Menü wird geladen.
  • Wählen Sie im Bereich Distributions die Installationsmethode GNU/Linux aus.
  • Wählen Sie die Linux-Distribution Ubuntu aus.
  • Wählen Sie die Version Ubuntu 24.04 LTS aus. Das Installationsmenü öffnet sich.
  • Wählen Sie Install aus.
  • Wählen Sie im Fenster Willkommen die Sprache Deutsch aus. Das Fenster Tastatur-Konfiguration öffnet sich.
  • Wählen Sie in den Listen Belegung und Variante die Sprache Deutsch aus.
  • Wählen Sie Erledigt aus und drücken Sie die Enter-Taste. Das Fenster Choose the type of installation öffnet sich.
  • Wählen Sie die Option Ubuntu Server und wählen Sie anschließend Erledigt aus. Das Fenster Network configuration öffnet sich.
  • Wählen Sie die Netzwerkschnittstelle aus (z. B. enp35s0). Wählen Sie in dem sich öffnenden Menü Edit IPv4 aus.
  • Wählen Sie im Menü Automatisch (DHCP) aus. Um die Auswahl zu bestätigen, wählen Sie Speichern aus.
  • Bestätigen Sie im Fenster Network configuration Ihre Auswahl mit Erledigt. Das Fenster Proxy configuration wird angezeigt.
  • Wählen Sie Erledigt aus. Das Fenster Begleitete Speicherplatzkonfiguration wird angezeigt.
  • Aktivieren Sie die Option Benutzerdefinierte Partitionierung und wählen Sie Erledigt aus. Das Fenster Speicherplatzkonfiguration wird angezeigt.
  • Wählen Sie die erste SSD aus und drücken Sie Enter. Ein Auswahlmenü öffnet sich.
  • Wählen Sie die Option Als Boot-Device benutzen aus. Dadurch wird automatisch eine kleine Partition für den Bootloader erstellt.
  • Wählen Sie den Eintrag freier Speicherplatz auf der SSD aus und wählen Sie die Option Füge GPT Partition hinzu.
  • Um den restlichen Platz zu nutzen, lassen Sie das Feld Größe: leer. Wählen Sie in der Liste Format: die Option Unformatiert lassen.
  • Wählen Sie Erstellen aus.
  • Wiederholen Sie diesen Vorgang für die zweite SSD und wählen Sie hierbei die Option Füge als weiteres Boot-Device hinzu.
  • Wählen Sie bei der ersten Festplatte den Eintrag freier Speicherplatz aus und wählen Sie die Option Füge GPT Partition hinzu aus.
  • Um den restlichen Platz zu nutzen, lassen Sie das Feld Größe: leer und wählen Sie in der Liste Format: die Option Unformatiert lassen.
  • Wählen Sie Erstellen aus.
  • Wiederholen Sie den Vorgang für die verbleibenden 4 Festplatten: Wählen Sie den jeweiligen freien Speicherplatz für die restlichen 4 Festplatten aus.
  • Wählen Sie die Option Füge GPT Partition hinzu aus.
  • Erstellen Sie eine Partition über die gesamte Größe und wählen Sie die Option Unformatiert lassen.

RAID 1 für das Betriebssystem erstellen (SSD 1 & 2)

  • Wählen Sie im Fenster Speicherplatzkonfiguration die Option Software-RAID (md) erstellen aus.
  • Vergeben Sie einen Namen. Standardmäßig wird der Name md0 vergeben.
  • Wählen Sie RAID Level: 1 aus.
  • Markieren Sie unter Geräte die Partitionen der SSDs. In diesem Beispiel handelt es sich um Partition 2.
  • Wählen Sie Erstellen, um den Verbund zu erstellen.
     

RAID 6 für den Datenspeicher erstellen

  • Wählen Sie erneut den Punkt Software-RAID (md) erstellen aus. Der Name wird automatisch auf md1 gesetzt.
  • Wählen Sie als RAID Level: 6.
  • Markieren Sie unter Geräte die Partitionen der verbleibenden Festplatten.
  • Wählen Sie Erstellen.

Dateisysteme und Mountpoints zuweisen

Nachdem die RAID-Verbünde definiert sind, müssen sie formatiert und in das System eingehängt werden.
 

  • Suchen Sie in der Liste unter Verfügbare Geräte den Eintrag für md0.
  • Wählen Sie den freien Speicherplatz auf md0 aus und wählen Sie Füge GPT Partition hinzu.
  • Wählen Sie als Format ext4 oder xfs aus und als Mount Point das Wurzelverzeichnis /.
  • Wählen Sie Bestätigen.
  • Suchen Sie den Eintrag für md1.
  • Wählen Sie den freien Speicherplatz auf md1 aus, wählen Sie Füge GPT Partition hinzu.
  • Wählen Sie als Format ext4 oder xfs aus.
  • Wählen Sie unter Mount: die Option Andere aus und vergeben Sie einen passenden Mountpoint, zum Beispiel /data oder /var/lib/mysql.
  • Klicken Sie auf Erstellen.
  • Prüfen Sie die Einträge im Bereich ZUSAMMENFASSUNG DES DATEISYSTEMS. Stellen Sie hierbei sicher, dass / auf md0 und Ihr Daten-Mountpoint auf md1 liegt und korrigieren Sie diese, falls erforderlich. Das Fenster Bestätigen Sie destruktive Aktionen wird angezeigt.
  • Um die Partitionstabellen zu schreiben, wählen Sie Fortfahren.
     

Mit der Installation fortfahren

  • Wählen Sie die Option Fortfahren. Das Fenster Profile configuration wird angezeigt.
  • Geben Sie im Feld Ihr Name: den gewünschten Namen ein.
  • Geben Sie im Feld Your server’s name: den Namen des Servers ein.
  • Geben Sie im Feld Bitte Benutzernamen auswählen: den gewünschten Benutzernamen ein.
  • Geben Sie im Feld Bitte Passwort auswählen das gewünschte Passwort ein und wiederholen Sie es im Feld Passwort bestätigen.
  • Wählen Sie Erledigt. Das Fenster Upgrade to Ubuntu Pro öffnet sich. Die Option Skip for now ist ausgewählt.
  • Wählen Sie Fortfahren aus. Das Fenster SSH configuration wird angezeigt.
  • Um per SSH auf Ihren Server zugreifen zu können, aktivieren Sie die Option OpenSSH-Server installieren.
  • Wählen Sie Erledigt aus. Das Fenster Featured server snaps öffnet sich.
  • Optional: Wählen Sie die gewünschten Server-Snaps aus und wählen Sie Erledigt. Ubuntu 24.04 wird installiert und RAID 1 und RAID 6 werden eingerichtet.
  • Sobald die Installation abgeschlossen ist, wählen Sie Jetzt neustarten.
     

Status der Software-RAIDs prüfen

Um den Status des Software-RAIDs zu prüfen, gehen Sie wie folgt vor:

  • Loggen Sie sich per SSH auf dem Server als Administrator ein.
  • Um den Status der Software-RAIDs zu prüfen, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    user@server:~$ cat /proc/mdstat

  • Um den vorhandenen Speicherplatz zu prüfen, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    user@server:~$ df -h

Hinweise

Bitte beachten Sie, dass nach der Erstellung eines RAID 6 eine initiale Synchronisierung der Daten (Resync) erfolgt. Da bei RAID 6 eine doppelte Parität berechnet wird, ist dieser Prozess rechenintensiv.

  • Performance: Während der Initialisierung kann die Systemleistung (CPU-Last und Festplatten-I/O) spürbar eingeschränkt sein.
  • Dauer: Aufgrund der doppelten Paritätsberechnung und der großen Datenmengen kann dieser Vorgang bei Festplatten über 2 TB mehrere Tage in Anspruch nehmen.
  • Ausfallsicherheit: Der Server ist während des Resyncs einsatzbereit. Die volle Fehlertoleranz (Schutz gegen den gleichzeitigen Ausfall von bis zu zwei Festplatten) ist jedoch erst nach Abschluss der Synchronisierung vollständig gewährleistet.