Für Dedicated Server, die im Cloud Panel verwaltet werden

In diesem Artikel wird erklärt, wie Sie das Linux-Rescue-System Ihres Dedicated Servers nutzen können, um die Daten Ihres Servers zu sichern. 

Hinweise

RAID-Controller-Verwaltungsprogramme

Die Software, die für die Verwaltung der jeweiligen RAID-Controller erforderlich ist, ist standardmäßig installiert. Falls erforderlich, können Sie die Software für den jeweiligen Controller hier herunterladen:


Broadcom-Hardware-RAID-Controller

https://www.broadcom.com/support/download-search


Dell-Hardware-RAID-Controller

https://www.dell.com/support/home/de-de?app=products

Hardware-Controller-Typ ermitteln

Um zu prüfen, welcher Hardware-Controller in Ihrem Server eingebaut ist, geben Sie den folgenden Befehl ein:

lspci|grep RAID

Beispiel:

rescue:~# lspci|grep RAID
02:00.0 RAID bus controller: LSI Logic / Symbios Logic MegaRAID Tri-Mode SAS3408 (rev 01)

Status des Hardware-RAIDs prüfen

Mit den unten aufgeführten Befehlen können Sie Informationen zum Hardware-RAID und zur Konfiguration aufrufen:

Broadcom Controller
Befehl Erklärung
storcli64 /c0 show all Mit diesem Befehl zeigen Sie Informationen zum Controller und zur Konfiguration an.
storcli64 /c0/eall/sall show Mit diesem Befehl zeigen Sie Informationen zu den vorhandenen Festplatten an.
storcli64 /c0/eALL/sALL show all Mit diesem Befehl zeigen Sie Informationen zu den verfügbaren Festplatten und deren aktuellen Zustand (Seriennummer, Temperatur usw.) an.
storcli /cx show eventloginfo Mit diesem Befehl zeigen Sie die Log-Einträge an.

Weitere Informationen finden Sie hier:

12Gb/s MegaRAID Tri-Mode StorCLI User Guide

DELL PERC-Controller
Befehl Erklärung
perccli64 /c0/e32/s0 show all Mit diesem Befehl zeigen Sie Informationen zur Festplatte 0 an.
perccli64 /c0/e32/s1 show all Mit diesem Befehl zeigen Sie Informationen zur Festplatte 1 an.
perccli64 /c0 show Mit diesem Befehl zeigen Sie Informationen zu den vorhanden Festplatten an.
perccli /c0 show eventloginfo Mit diesem Befehl zeigen Sie die Log-Einträge für den Controller 0 an.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Dell EMC PowerEdge RAID Controller CLI Reference Guide

Partitionierung anzeigen

So zeigen Sie die Partionierung an:

Hinweis

Je nach Servertyp und Servermodell können sich die angezeigten Partitionen und Logical Volumes voneinander unterscheiden.

  • Um die Dateisysteme aufzulisten und das Dateisystem zu identifizieren, geben Sie den Befehl df -h ein. Die Abkürzung df steht für disk free. Mit dem Parameter -h kann man die Anzahl der belegten Blöcke in maschinenlesbarer Form in Giga-, Mega- oder Kilobyte anzeigen.

    rescue:~# df -h

    Beispiel:

    rescue:~# df -h
    Filesystem      Size  Used Avail Use% Mounted on
    /dev/root       630M  560M   71M  89% /
    devtmpfs         16G     0   16G   0% /dev
    tmpfs            16G     0   16G   0% /dev/shm
    tmpfs            16G   14M   16G   1% /run
    tmpfs           5.0M     0  5.0M   0% /run/lock
    tmpfs            16G     0   16G   0% /sys/fs/cgroup

  • Um die vorhandenen Festplatten, Partitionen und Logical Volumes aufzulisten, geben Sie den Befehl fdisk -l ein. fdisk ist ein Kommandozeilen-Programm zur Partitionierung von Festplatten. Mit diesem Programm kann man Partitionen anzeigen, anlegen oder löschen.

    rescue:~# fdisk -l

    Im folgenden Beispiel sind Informationen zu Festplatten, Partitionen und Logical Volumes eines Servers mit Hardware-RAID aufgelistet:

    rescue:~# fdisk -l
    Disk /dev/ram0: 640 MiB, 671088640 bytes, 1310720 sectors
    Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
    Sector size (logical/physical): 512 bytes / 4096 bytes
    I/O size (minimum/optimal): 4096 bytes / 4096 bytes


    Disk /dev/sda: 1.8 TiB, 1999844147200 bytes, 3905945600 sectors
    Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
    Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
    I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
    Disklabel type: gpt
    Disk identifier: DCBF9911-237E-47D0-BA51-D3802287C521


    Device        Start        End    Sectors  Size Type
    /dev/sda1      2048       6143       4096    2M BIOS boot
    /dev/sda2      6144   58593279   58587136   28G Linux filesystem
    /dev/sda3  58593280   78125055   19531776  9.3G Linux swap
    /dev/sda4  78125056 3905943551 3827818496  1.8T Linux LVM


    Disk /dev/mapper/vg00-usr: 10 GiB, 10737418240 bytes, 20971520 sectors
    Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
    Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
    I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes


    Disk /dev/mapper/vg00-var: 10 GiB, 10737418240 bytes, 20971520 sectors
    Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
    Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
    I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes


    Disk /dev/mapper/vg00-home: 10 GiB, 10737418240 bytes, 20971520 sectors
    Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
    Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
    I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes

    Notieren Sie sich die Pfade der Logical Volumes und Partitionen. In diesem Beispiel handelt es sich um die Partition /dev/sda2 und die Logical Volumes /dev/mapper/vg00-usr, /dev/mapper/vg00-var und /dev/mapper/vg00-home.

Logical Volume Management manuell starten

In der Regel werden alle Logical Volumes beim Start des Rescue Systems gestartet. Sollten diese nicht aktiv sein, können Sie die Logical Volumes manuell starten. Geben Sie hierzu die folgenden Befehle ein:

rescue:~# pvscan
rescue:~# vgscan
rescue:~# vgchange -a y

Dateisystemüberprüfung

Bevor Sie die Partition oder das betreffende Logical Volume mounten, sollten Sie das Dateisystem mit einem File System Check (FSCK) auf Konsistenz prüfen. 

Vorsicht

Ein File System Check darf nicht mit gemounteten und/oder verschlüsselten Partitionen durchgeführt werden, da hierbei Datenverlust auftreten kann. Wenn Sie das Dateisystem eines Logical Volumes prüfen, darf dieses ebenfalls nicht gemountet sein.

Stellen Sie daher sicher, dass die Partition bzw. das Logical Volume nicht gemountet oder verschlüsselt ist, bevor Sie das Dateisystem mit dem File System Check prüfen.

Um eine Partition oder ein Logical Volume mit dem File System Check prüfen, geben Sie den folgenden Befehl ein:

Partition

rescue:/# fsck -f /PFAD/PARTITION


Logical Volume

rescue:/# fsck -f /PFAD/LOGICAL_VOLUME

Im folgenden Beispiel wird das Dateisystem der Partition sda2 geprüft:

rescue:~# fsck -f /dev/sda2
fsck from util-linux 2.29.2
e2fsck 1.43.4 (31-Jan-2017)
Pass 1: Checking inodes, blocks, and sizes
Pass 2: Checking directory structure
Pass 3: Checking directory connectivity
Pass 4: Checking reference counts
Pass 5: Checking group summary information
root: 3989/1831424 files (1.9% non-contiguous), 206934/7323392 blocks

Partition bzw. Logical Volume mounten

So mounten Sie eine Partition bzw. ein Logical Volume:

Hinweis

Je nach Servertyp und Servermodell können sich die angezeigten Partitionen bzw. Logical Volumes voneinander unterscheiden.

  • Um das Verzeichnis zu erstellen, in dem die Partition oder das Logical Volume gemountet werden soll, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    rescue:/# mkdir /mnt/VERZEICHNISNAME

    Beispiele:

    Logical Volume

    rescue:/# mkdir /mnt/usr

    Partition

    rescue:/# mkdir /mnt/sda2

  • Um die Partition oder das Logical Volume zu mounten, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    rescue:/# mount /PFAD/Partition /mnt/VERZEICHNIS

    bzw.

    rescue:/# mount /PFAD/LOGICAL_VOLUME /mnt/VERZEICHNIS

    Beispiele:

    Mounten einer Partition:

    rescue:/# mount /dev/sda2 /mnt/sda2

    Mounten eines Logical Volumes:

    rescue:/# mount /dev/mapper/vg00-home /mnt/home

Dateien sichern

Sie haben folgende Möglichkeiten, um die Daten Ihres Servers zu sichern:

  • Sie sichern die Daten mittels WinSCP auf Ihrem lokalen Computer.

  • Sie speichern die Daten mittels Secure Copy auf einem anderen Server.

  • Sie speichern die Daten mittels Secure Copy auf einem lokalen Computer.

Nach der Sicherung Ihrer Daten können Sie auf dem Server ein neues Image installieren oder ein Backup Ihres Systems wiederherstellen. Anschließend können Sie die gesicherten Daten auf den Server kopieren.


Daten mittels WinSCP auf einem lokalen Computer sichern

Wenn Sie WinSCP nutzen, um Ihre Daten auf einem lokalen Computer zu sichern, können Sie die gewünschten Daten markieren und mittels Drag and Drop in ein Verzeichnis kopieren, das sich auf Ihrem lokalen Computer befindet.  


Daten mittels Secure Copy auf einen anderen Server kopieren

Secure Copy ist ein Protokoll zur verschlüsselten Übertragung von Daten, das auf Secure Shell basiert. Um die Daten zu übertragen, geben Sie in der Shell den folgenden Befehl ein:

scp -r /PFAD/VERZEICHNIS username@IP-ADRESSE:/PFAD/ZIELVERZEICHNIS

Beispiel:

[root@localhost ~]# scp -r /mnt root@82.165.69.130:/home/backup

 

Daten von einem lokalen Computer mit Linux-Betriebssystem speichern

Mit dem folgenden Befehl können Sie ein Verzeichnis, das sich auf dem Server befindet, auf Ihrem lokalen Computer speichern:

scp remote_username@SERVERIP:/VERZEICHNIS_AUF_DEM_SERVER /LOKALES_VERZEICHNIS

Beispiel:

[root@localhost ~]# scp root@217.160.44.208:/home /opt/backup

Im oben aufgeführten Beispiel wird das Verzeichnis /home in das Verzeichnis /opt/backup kopiert, das sich auf dem lokalen Computer befindet.


Um eine einzelne Datei auf Ihrem lokalen Computer zu speichern, geben Sie den folgenden Befehl ein:

scp remote_username@SERVERIP:/remote/VERZEICHNIS_AUF_DEM_Server/DATEINAME.txt /LOKALES_VERZEICHNIS 

Beispiel:

[root@localhost ~]# scp root@217.160.44.208:/remote/home/test.txt /TEMP 


Mit dem folgenden Befehl können Sie ein Verzeichnis, das sich auf Ihrem lokalen Computer befindet, auf Ihren Server kopieren:

scp -r /LOKALES/VERZEICHNIS remote_username@SERVERIP:/VERZEICHNIS_AUF_DEM_SERVER

Beispiel:

[root@localhost ~]# scp -r /home/backup root@217.160.44.208:/home

Um eine einzelne Datei zu kopieren, geben Sie den folgenden Befehl ein:

scp -r /VERZEICHNIS/DATEINAME remote_username@SERVERIP:/VERZEICHNIS _AUF_DEM_Server

Beispiel:

[root@localhost ~]# scp -r /home/test.txt root@217.160.44:/home

Hinweis

Wenn scp nicht gefunden wird, können Sie das Programm mit dem folgenden Befehl installieren:

CentOS

[root@localhost ~]# yum install openssh-clients

Debian / Ubuntu

[root@localhost ~]# apt -y install openssh-server

Unmounten der Dateisysteme

Bevor Sie den Server wieder in den normalen Modus booten, müssen Sie die gemounteten Logical Volumes bzw. Partitionen unmounten. Verwenden Sie hierzu den Befehl umount.

Vorsicht

Wenn Sie den Server mit gemounteten Dateisystemen neu starten, kann unter Umständen Datenverlust auftreten!

Um die gemounteten Logical Volumes bzw. Partitionen unzumounten, geben Sie den folgenden Befehl ein:

rescue:/# umount /PFAD/Partition /mnt/VERZEICHNIS

bzw.

rescue:/# umount /PFAD/LOGICAL_VOLUME /mnt/VERZEICHNIS

Im folgenden Beispiel wird eine Partition ungemounted:

rescue:/# umount /dev/sda2 /mnt/sda2