Dedicated Server und Bare Metal Server: AlmaLinux 10/Rocky Linux 10 über netboot.xyz installieren und Software-RAID 1 und Software-RAID 6 einrichten
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In dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie während der Neuinstallation von AlmaLinux 10 oder Rocky Linux 10 über netboot.xyz auf einem Dedicated Server oder einem Bare Metal Server ein Software-RAID 1 und zusätzlich ein Software-RAID 6 einrichten. In diesem Beispiel nutzen wir die ersten beiden SSDs für ein ausfallsicheres System-RAID 1. Anschließend erklären wir, wie Sie ein Software-RAID 6 für die verbleibenden vier Festplatten einrichten.
RAID 6 benötigt mindestens 4 Festplatten. Es verwendet Block-Level Striping mit doppelter Parität. Der große Vorteil gegenüber RAID 5 ist die erhöhte Ausfallsicherheit: Das System bleibt selbst dann betriebsbereit, wenn zwei Festplatten gleichzeitig ausfallen.
Die Kapazität wird wie folgt berechnet: (Anzahl der Datenspeicher - 2) x Kapazität
Vorsicht
Die Erstellung eines Software-RAID 6 setzt sehr gute Kenntnisse der Serveradministration mit Linux voraus. Halten Sie die beschriebene Reihenfolge der Schritte exakt ein. Andernfalls droht Datenverlust!
Bei diesem Vorgang werden alle vorhandenen Daten auf den Ziel-Festplatten gelöscht.
Hinweis
Die Erstellung und Konfiguration des Software-RAID 6 ist nicht im Supportumfang enthalten. Eine Übersicht über die enthaltenen Leistungen finden Sie auf der folgenden Seite: Allgemeine Informationen über den Supportumfang für Serverprodukte
Voraussetzungen
- Ein Dedicated Server oder ein Bare Metal Server mit 2 SSDs und mindestens 4 ungenutzte Festplatten gleicher Größe.
- Sie haben sich die Größe der SSDs und der Festplatten notiert.
- Auf den Festplatten befinden sich keine Partitionen.
Betriebssystem über netboot.xyz installieren
Bevor die Partitionierung beginnt, müssen Sie die Installationsumgebung laden.
- Melden Sie sich in Ihrem IONOS Konto an.
Klicken Sie in der Titelleiste auf Menü > Server & Cloud.
Optional: Wählen Sie den gewünschten Server & Cloud-Vertrag aus.
- Klicken Sie im Cloud Panel im Bereich Infrastruktur > Server auf den gewünschten Server.
- Klicken Sie auf die Schaltfläche Konsole. Um eine Verbindung mit der VNC-Konsole herzustellen, wählen Sie VNC-Konsole aus. Anschließend öffnet sich die VNC-Konsole in einem neuen Tab und die Verbindung zum Server wird hergestellt. Dies kann etwas dauern.
- Wählen Sie die Option Continue with Self Installation Here. Das Menü wird geladen.
- Wählen Sie im Bereich Distributions die Installationsmethode GNU/Linux aus.
- Wählen Sie die Linux-Distribution AlmaLinux bzw. Rocky Linux aus.
- Wählen Sie die Version AlmaLinux 10 bzw. Rocky Linux 10 aus. Das Installationsmenü öffnet sich.
- Wählen Sie die Option AlmaLinux 10 graphical installer bzw. Rocky Linux 10 graphical installer aus.
- Wählen Sie im Fenster Installation Summary die Schaltfläche Keyboard aus. Das Fenster Keyboard Layout öffnet sich.
- Wählen Sie die Sprache Deutsch aus.
- Klicken Sie auf Done. Das Fenster Installation Summary öffnet sich.
- Wählen Sie die Schaltfläche Language Support aus. Das Fenster Language Support öffnet sich. Wählen Sie im Fenster links Deutsch und wählen Sie im Fenster rechts Deutsch (Deutschland) aus.
- Klicken Sie auf Done. Das Fenster Installation Summary öffnet sich.
Root Account konfigurieren
- Wählen Sie im Fenster Installation Summary im Bereich USER SETTINGS die Schaltfläche Root Account aus. Das Fenster ROOT ACCOUNT öffnet sich.
- Aktivieren Sie die Option Enable root account.
- Geben Sie im Feld Root Password das Root-Passwort ein.
- Wiederholen Sie das Passwort im Feld Confirm.
- Aktivieren Sie die Option Allow root SSH login with password.
- Wählen Sie die Schaltfläche Done aus.
Uhrzeit und Datum konfigurieren
- Wählen Sie die Schaltfläche Time & Date aus.
- Wählen Sie die Zeitzone Ihres Servers aus.
- Stellen Sie sicher, dass die Option Automatic date & time ausgewählt ist.
Installation auswählen
- Um die zu installierenden Komponenten auszuwählen, wählen Sie die Schaltfläche Software Selection aus. Das Fenster SOFTWARE SELECTION öffnet sich.
- Wählen Sie im Bereich Base Environment den gewünschten Installationstyp aus.
- Wählen Sie im Bereich Additional software for Selected Environment die gewünschte Software aus.
Auswahl der Datenträger
In diesem Schritt legen wir fest, welche physischen Laufwerke für die Installation verwendet werden.
- Klicken Sie im Installationsmenü auf Installation Destination. Das Fenster INSTALLATION DESTINATION öffnet sich.
- Stellen Sie sicher, dass unter Local Standard Disks alle verfügbaren Datenträger mit einem Häkchen markiert sind.
- Wählen Sie im Bereich Storage Configuration die Option Custom aus.
- Wählen Sie die Schaltfläche Done aus. Das Fenster MANUAL PARTITIONING öffnet sich.
Erstellen des Software-RAID 1 (System-Laufwerke)
Um die ersten beiden SSDs für die Betriebssystem-Partitionen zu konfigurieren, gehen Sie wie folgt vor:
Erste Boot-Partition erstellen
- Stellen Sie sicher, dass im Fenster MANUAL PARTITIONING das Partitionierungsschema auf Standard-Partition eingestellt ist.
- Wählen Sie das Plus-Zeichen (+) aus, um einen Mount Point hinzuzufügen. Das Fenster ADD A NEW MOUNT POINT öffnet sich.
- Wählen Sie in der Liste Mount Point /boot/efi aus.
- Geben Sie im Feld Desired Capacity 1024 MiB ein und klicken Sie auf Add mount point.
- Wählen Sie Add mount point aus. Der Mount Point wird erstellt und das Fenster MANUAL PARTITIONING wird angezeigt. Die Partition mit dem Mount Point /boot/efi ist ausgewählt.
- Wählen Sie in der Liste Device Type: RAID aus.
- Wählen Sie in der Liste RAID Level das RAID Level 1 aus.
- Wählen Sie in der Liste File System das Dateisystem aus. Es empfiehlt sich die Auswahl des Dateisystems EFI System Partition.
- Wählen Sie unter Device(s) die Schaltfläche Modify aus und stellen Sie sicher, dass nur die SSDs ausgewählt sind (z. B. sda und sdb). Achten Sie hierbei auf die Größe der Datenträger.
Klicken Sie auf Update Settings.
Root-Partition erstellen
- Wählen Sie im Fenster MANUAL PARTITIONING das Plus-Zeichen (+) aus, um einen Mount Point hinzuzufügen. Das Fenster ADD A NEW MOUNT POINT öffnet sich.
- Wählen Sie in der Liste Mount Point / aus.
- Lassen Sie das Feld leer, um den restlichen Platz der ersten beiden SSDs zu nutzen.
- Klicken Sie auf Add mount point. Der Mount Point wird erstellt und das Fenster MANUAL PARTITIONING wird angezeigt. Die Partition mit dem Mount Point / ist ausgewählt.
- Wählen Sie in der Liste Device Type: den Eintrag RAID aus.
- Wählen Sie in der Liste RAID Level: das RAID Level 1 aus.
- Stellen Sie sicher, dass in der Liste File System: das gleiche Dateisystem wie bei der ersten Boot-Partition ausgewählt ist.
- Wählen Sie unter Device(s) die Schaltfläche Modify aus und stellen Sie sicher, dass nur die SSDs ausgewählt sind (sda und sdb).
- Klicken Sie auf Select.
- Wählen Sie die Schaltfläche Update Settings aus.
Erstellen des Software-RAID 6 (Daten-Laufwerke)
Um die restlichen vier Festplatten als RAID 6-Verbund einzubinden, gehen Sie wie folgt vor:
- Klicken Sie im Fenster MANUAL PARTITIONING auf das Plus-Zeichen (+).
- Geben Sie einen Mount Point für Ihre Daten ein (z. B. /data oder /mnt/storage).
- Lassen Sie das Feld Desired Capacity leer, um den gesamten verbleibenden Platz der mindestens 4 Festplatten zu nutzen.
- Klicken Sie auf Add mount point.
- Wählen Sie in der Liste Device Type: den Eintrag RAID aus.
- Wählen Sie in der Liste RAID Level: das RAID Level 6 aus.
- Wählen Sie in der Liste File System: das Dateisystem aus.
- Wählen Sie unter Device(s) die Schaltfläche Modify aus.
- Stellen Sie sicher, dass nur die Festplatten ausgewählt sind.
- Wählen Sie Select aus.
- Wählen Sie Update Settings aus.
Konfiguration prüfen und mit Installation fortfahren
- Stellen Sie sicher, dass die Partitionierungen und die RAIDs korrekt konfiguriert sind.
- Wählen Sie die Schaltfläche Done aus. Das Fenster SUMMARY OF CHANGES wird angezeigt.
- Wählen Sie die Schaltfläche ACCEPT CHANGES aus. Das Fenster INSTALLATION SUMMARY wird angezeigt.
- Wählen Sie im Fenster INSTALLATION SUMMARY die Schaltfläche Begin Installation aus.
Das Betriebssystem wird installiert.
Status der Software-RAIDs prüfen
Um den Status der Software-RAIDs zu prüfen, gehen Sie wie folgt vor:
- Loggen Sie sich per SSH auf dem Server als Administrator ein.
Um den Status der Software-RAIDs zu prüfen, geben Sie den folgenden Befehl ein:
[root@localhost ~]# cat /proc/mdstat
Um den vorhandenen Speicherplatz zu prüfen, geben Sie den folgenden Befehl ein:
[root@localhost ~]# df -h
Hinweis
Bitte beachten Sie, dass nach der Erstellung eines RAID 6 eine initiale Synchronisierung der Daten (Resync) erfolgt. Da bei RAID 6 eine doppelte Parität berechnet wird, ist dieser Prozess rechenintensiv.
Performance: Während der Initialisierung kann die Systemleistung (CPU-Last und Festplatten-I/O) spürbar eingeschränkt sein.
Dauer: Aufgrund der doppelten Paritätsberechnung und der großen Datenmengen kann dieser Vorgang bei Festplatten über 2 TB mehrere Tage in Anspruch nehmen.
Ausfallsicherheit: Der Server ist während des Resyncs einsatzbereit. Die volle Fehlertoleranz (Schutz gegen den gleichzeitigen Ausfall von bis zu zwei Festplatten) ist jedoch erst nach Abschluss der Synchronisierung vollständig gewährleistet.
Inhalt
- Betriebssystem über netboot.xyz installieren
- Root Account konfigurieren
- Uhrzeit und Datum konfigurieren
- Installation auswählen
- Auswahl der Datenträger
- Erstellen des Software-RAID 1 (System-Laufwerke)
- Erstellen des Software-RAID 6 (Daten-Laufwerke)
- Konfiguration prüfen und mit Installation fortfahren
- Status der Software-RAIDs prüfen
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