Für Dedicated Server und Bare Metal Server mit Linux

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie den Status eines Software-RAIDs auf einem Dedicated Server oder Bare Metal Server mit Linux-Betriebssystem prüfen und überwachen. Dies ist essenziell, um bei einem Defekt eines Datenträgers sofort reagieren zu können.
 

Status des Software-RAIDs prüfen

  • Loggen Sie sich als Administrator auf dem Server ein.
  • Um den Status des Software-RAIDs zu prüfen, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    [root@localhost ~]# cat /proc/mdstat

Status bei intaktem RAID

Wenn alle Datenträger korrekt eingebunden sind, sieht die Ausgabe wie folgt aus:

Dedicated Server mit 2 SSDs und RAID 1

[root@localhost ~]# cat /proc/mdstat

Personalities : [raid1]
read_ahead 1024 sectors
md2 : active raid1 sda3[1] sdb3[0]
262016 blocks [2/2] [UU]

md1 : active raid1 sda2[1] sdb2[0]
119684160 blocks [2/2] [UU]

md0 : active raid1 sda1[1] sdb1[0]
102208 blocks [2/2] [UU]

unused devices: <none>

Dieses Beispiel zeigt drei RAID-Geräte (md0, md1, md2). Am Ende der Zeile des jeweiligen md-Geräts wird in den eckigen Klammern der Zustand der RAID-Arrays angezeigt. 

[2/2] bedeutet: 2 von 2 Geräten sind aktiv. Jedes U steht für ein Gerät im Zustand "Up" (funktionsfähig).

Dedicated Server mit 2 SSDs, 4 Festplatten und RAID 5

Personalities : [raid1] [raid5]
md127 : active raid1 sda2[0] sdd2[1]
     1428416 blocks super 1.0 [2/2] [UU]

md11 : active raid5 sdb1[1] sde1[0] sdc1[2] sdf1[3]
23442074112 blocks super 1.0 level 5, 512k chunk [4/4] [UUUU]

Dieses Beispiel zeigt die RAID-Geräte md127 (RAID1) und md11 (RAID 5). 

[2/2] oder [4/4]: Zeigt an, wie viele Datenträger im Verbund vorgesehen und wie viele davon aktiv sind.

[UU]: Jedes U steht für "Up" (funktionsfähig). Ein RAID 5 mit vier Festplatten zeigt entsprechend [UUUU].

Status bei Defekt eines Datenträgers oder fehlendem Datenträger

Wenn ein Datenträger ausgefallen ist oder fehlt, ändert sich die Anzeige:

Dedicated Server mit 2 SSDs und RAID 1

[root@localhost ~]# cat /proc/mdstat
Personalities : [raid1]
read_ahead 1024 sectors
md0 : active raid1 sda1[1]
102208 blocks [2/1] [U_]

md2 : active raid1 sda3[1]
262016 blocks [2/1] [U_]

md1 : active raid1 sda2[1]
119684160 blocks [2/1] [U_]

unused devices: <none>

Dedicated Server mit 2 SSDs, 3 Festplatten und RAID 5

md127 : active raid1 sda2[0]
      1428416 blocks super 1.0 [2/1] [U_]

Das Symbol _ im Eintrag [U_] signalisiert, dass ein Gerät im Verbund fehlt oder fehlerhaft ist. [2/1] zeigt an, dass nur noch eines von zwei Geräten aktiv ist. In diesem Fall besteht dringender Handlungsbedarf. Kontaktieren Sie gegebenenfalls den IONOS Kundenservice für einen Hardware-Austausch

Details zu RAID-Gerät anzeigen

Um weitere Details zu einem RAID-Gerät anzuzeigen, nutzen Sie den Befehl mdadm. Dies ist z. B. erforderlich, wenn Sie wissen müssen, welche physische Festplatte genau defekt ist.

Für eine tiefere Analyse eines spezifischen Arrays nutzen Sie den Befehl mdadm -D /dev/md1.

  • Passen Sie den folgenden Befehl an und geben Sie diesen anschließend ein:

    [root@localhost ~]# mdadm -D /dev/mdX

    Beispiel:

    [root@localhost ~]# mdadm -D /dev/md127

  • Achten Sie in der Ausgabe besonders auf folgende Zeilen:
    • State: Ein fehlerfreies RAID wird als clean angezeigt. Kritische Zustände sind degraded oder dirty.

    • Active Devices/Working Devices: Sollten mit der Anzahl der RAID Devices übereinstimmen.
    • Failed Devices: Zeigt die Anzahl der defekten Datenträger an.
    • RaidDevice State: Hier sehen Sie den Zustand der einzelnen Partitionen (z. B. /dev/sda1). Der Status active sync bedeutet synchron, während faulty oder removed einen Defekt markiert.
    • Rebuild Status: Wenn Sie gerade einen Datenträger getauscht haben, wird hier der Fortschritt der Wiederherstellung in Prozent angezeigt.

Beispiele für ein funktionierendes RAID:

Dedicated Server mit 2 SSDs und RAID 1

[root@localhost ~]#mdadm -D /dev/md1

/dev/md1:
Version : 0.90
Creation Time : Tue Sep 11 21:33:24 2012
Raid Level : raid1
Array Size : 4194240 (4.00 GiB 4.29 GB)
Used Dev Size : 4194240 (4.00 GiB 4.29 GB)
Raid Devices : 2
Total Devices : 2
Preferred Minor : 1
Persistence : Superblock is persistent

Update Time : Wed Jun 10 11:11:05 2015
State : clean
Active Devices : 2
Working Devices : 2
Failed Devices : 0
Spare Devices : 0

UUID : 2db35cef:bde058e8:1f51fb89:78ee93fe
Events : 0.251

Number Major Minor RaidDevice State
0 8 1 0 active sync /dev/sda1
1 8 17 1 active sync /dev/sdb1

Dedicated Server mit 2 SSDs, 3 Festplatten und RAID 5

[root@localhost ~]# mdadm -D /dev/md127
/dev/md127:
          Version : 1.0
    Creation Time : Mon Feb 23 10:05:22 2026
       Raid Level : raid1
       Array Size : 1428416 (1394.94 MiB 1462.70 MB)
    Used Dev Size : 1428416 (1394.94 MiB 1462.70 MB)
     Raid Devices : 2
    Total Devices : 2
      Persistence : Superblock is persistent

       Update Time : Tue Feb 24 14:24:22 2026
            State : clean
   Active Devices : 2
  Working Devices : 2
   Failed Devices : 0
    Spare Devices : 0

Consistency Policy : resync

              Name : punix:2
             UUID : 92475c4d:a0880ac6:3192b41e:d1db328b
           Events : 43

    Number   Major   Minor   RaidDevice State
      0       8        2        0      active sync   /dev/sda2
      2       8       50        1      active sync   /dev/sdd2

Bei einem fehlenden Datenträger sieht die Ausgabe ähnlich wie folgt aus:

mdadm -D /dev/md0

/dev/md0:
Version : 00.90.00
Creation Time : Thu Aug 21 12:22:43 2003
Raid Level : raid1
Array Size : 102208 (99.81 MiB 104.66 MB)
Device Size : 102208 (99.81 MiB 104.66 MB)
Raid Devices : 2
Total Devices : 1
Preferred Minor : 0
Persistence : Superblock is persistent

Update Time : Fri Oct 15 06:25:45 2004
State : dirty, no-errors
Active Devices : 1
Working Devices : 1
Failed Devices : 1
Spare Devices : 0

Number Major Minor RaidDevice State
0 0 0 0 faulty removed
1 3 1 1 active sync /dev/sda1
UUID : f9401842:995dc86c:b4102b57:f2996278

Kontinuierliche Überwachung einrichten

Sofern Sie das Betriebssystem Ihres Servers für den Versand von E-Mails konfiguriert haben, können Sie sich auch bei einem Ausfall eines Datenträgers eine Fehlermeldung per E-Mail zusenden lassen. 

E-Mail-Versand vorbereiten

Stellen Sie sicher, dass Ihr Server E-Mails versenden kann.

Hinweis

Sie können z. B. Postfix verwenden, um E-Mails zu versenden und zu empfangen. Eine Anleitung, wie Sie Postfix für die Nutzung eines IONOS-E-Mail-Kontos konfigurieren, finden Sie im folgenden Artikel: Postfix (Linux) einrichten

Benachrichtigungsadresse konfigurieren

Damit Sie bei einem Ausfall automatisch benachrichtigt werden, sollte der mdadm-Dienst als Daemon im Hintergrund laufen.

  • Öffnen Sie die Konfigurationsdatei mit einem Editor (z. B. nano oder vi). Der Pfad ist distributionsabhängig:

    Ubuntu 22.04, Ubuntu 24.04 und Debian 13: 

    /etc/mdadm/mdadm.conf

    AlmaLinux und Rocky Linux 9/10: 

    /etc/mdadm.conf

    Beispiel:

    [root@localhost ~]# vi /etc/mdadm/mdadm.conf

Hinweis

Der Editor vi verfügt über einen Einfügemodus und einen Befehls- oder Kommandomodus. Den Einfügemodus können Sie mit der Taste [i] aufrufen. In diesem Modus werden die eingegebenen Zeichen sofort in den Text eingefügt. Um den Befehlsmodus aufzurufen, drücken Sie anschließend [ESC]. Wenn Sie den Befehlsmodus nutzen, werden Ihre Tastatureingaben als Befehl interpretiert.

  • Suchen oder ergänzen Sie die Zeile MAILADDR und tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse ein:

    MAILADDR admin@example.com

  • Um vi zu beenden und die Datei zu speichern, geben Sie den Befehl :wq ein und drücken Sie anschließend Enter.
Überwachungsdienst starten

Um den Überwachungsdienst zu starten, damit dieser bei jedem Systemstart automatisch geladen wird, geben Sie den folgenden Befehl ein:

AlmaLinux & Rocky Linux 9 und 10

[root@localhost ~]# systemctl enable --now mdmonitor

Ubuntu 22.04, Ubuntu 24.04 und Debian 13

[root@localhost ~]# systemctl enable --now mdadm
[root@localhost ~]# update-initramfs -u

Protokollierung prüfen (Logging)

Zusätzlich zum E-Mail-Versand werden alle RAID-Ereignisse im Systemprotokoll festgehalten. Sie können diese Informationen mit den folgenden Befehlen auslesen:

AlmaLinux & Rocky Linux 9 und 10

[root@localhost ~]# journalctl -u mdmonitor -f

Ubuntu 22.04, Ubuntu 24.04 und Debian 13

[root@localhost ~]# journalctl -u mdadm -f

Alle RAID-Ereignisse werden im Systemprotokoll festgehalten. Je nach Distribution finden Sie die Logs in den folgenden System-Logs:

Debian 13: /var/log/syslog

AlmaLinux/Rocky Linux: /var/log/messages

Universal (Journald): journalctl -u mdmonitor -f