Für VPS, die im Cloud Panel verwaltet werden

In diesem Artikel wird erklärt, wie Sie weitere, öffentliche IPv4-Adressen auf einem VPS mit Debian 10 hinzufügen.

So konfigurieren Sie weitere, öffentliche IPv4-Adressen in Debian 10:

Voraussetzungen

  • Sie haben Ihrem Server im Cloud Panel eine zusätzliche, öffentliche IPv4-Adresse zugewiesen.

  • Sie haben sich auf dem Server eingeloggt.

  • Sie haben die IPv4-Adressen des Servers notiert.

Netzwerkinterface ermitteln

Um den Dateinamen des Netzwerkinterfaces zu ermitteln, geben Sie hierzu den folgenden Befehl ein:

root@debian:~# ip addr

In diesem Beispiel lautet der Name des Netzwerkinterfaces ens6:

root@debian:~# ip addr
1: lo: <LOOPBACK,UP,LOWER_UP> mtu 65536 qdisc noqueue state UNKNOWN group default qlen 1000
    link/loopback 00:00:00:00:00:00 brd 00:00:00:00:00:00
    inet 127.0.0.1/8 scope host lo
       valid_lft forever preferred_lft forever
    inet6 ::1/128 scope host
       valid_lft forever preferred_lft forever
2: ens6: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc pfifo_fast state UP group default qlen 1000
    link/ether 02:01:16:8b:79:11 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
    inet 82.165.34.29/32 brd 82.165.34.29 scope global dynamic ens6
       valid_lft 517sec preferred_lft 517sec
    inet6 fe80::1:16ff:fe8b:7911/64 scope link
       valid_lft forever preferred_lft forever


Notieren Sie den Namen des Netzwerkinterfaces und die Netzwerkmaske. Die Netzwerkmaske finden Sie in der Zeile, die Ihre Haupt-IP-Adresse enthält. Die Netzwerkmaske wird in der CIDR-Notation angegeben. Die Notation 195.20.234.94/32 entspricht der Adresse 195.20.234.94 mit der Netzmaske 255.255.255.255

Weitere Informationen zur CIDR-Notation finden Sie im folgenden Artikel:

CIDR: Was ist Classless Inter-Domain Routing?

Gateway für IPv4 anzeigen

  • Um das Standard-Gateway der aktiven Schnittstelle anzuzeigen, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    root@debian:~# ip route show | grep 'default'

  • Notieren Sie die IP-Adressen der Gateways. Diese sind direkt hinter dem Teil default via aufgeführt. Beispiel:

    IPv4 Gateway

    root@debian:~# ip route show | grep 'default'
    default via 82.165.34.1 dev ens6

IPv4-Adresse hinzufügen

  • Erstellen Sie die Konfigurationsdatei /etc/cloud/cloud.cfg.d/99-disable-network-config.cfg. Geben Sie hierfür den folgenden Befehl ein:

    root@debian:~# vi /etc/cloud/cloud.cfg.d/99-disable-network-config.cfg

  • Fügen Sie den folgenden Eintrag ein:

    network: {config: disabled}

Hinweis

Der Editor vi verfügt über einen Einfügemodus und einen Befehls- oder Kommandomodus. Den Einfügemodus können Sie mit der Taste [i] aufrufen. In diesem Modus werden die eingegebenen Zeichen sofort in den Text eingefügt. Um den Befehlsmodus aufzurufen, drücken Sie anschließend [ESC]. Wenn Sie den Befehlsmodus nutzen, werden Ihre Tastatureingaben als Befehl interpretiert.

  • Um vi zu beenden und die Datei zu speichern, geben Sie den Befehl :wq ein und drücken Sie anschließend Enter.

  • Öffnen Sie die Datei /etc/network/interfaces mit dem Editor vi. Geben Sie hierfür den folgenden Befehl ein:

    root@debian:~# vi /etc/network/interfaces

  • Ersetzen Sie die bestehenden Einträge durch die folgenden Informationen:

    auto lo INTERFACE_DEVICE
    iface lo inet loopback

    allow-hotplug INTERFACE_DEVICE
    iface INTERFACE_DEVICE inet static
     address HAUPT-IPv4-ADRESSE/32
    netmask NETZMASKE
    gateway STANDARD-GATEWAY DER AKTIVEN SCHNITTSTELLE 

    auto INTERFACE_DEVICE:0
    allow-hotplug INTERFACE_DEVICE:0
    iface INTERFACE_DEVICE:0 inet static
     address ZUSÄTZLICHE-IPv4-ADRESSE/32

    Beispiel:

    auto lo ens6
    iface lo inet loopback

    allow-hotplug ens6
    iface ens6 inet static
     address 82.165.34.29/32
    netmask 255.255.255.255
    gateway 82.165.34.1

    auto ens6:0
    allow-hotplug ens6:0
    iface ens6:0 inet static
     address 195.20.236.17/32

  • Um vi zu beenden und die Datei zu speichern, geben Sie den Befehl :wq ein und drücken Sie anschließend Enter.

  • Führen Sie einen Neustart des Servers durch. 

  • Um zu prüfen, ob die zusätzliche IP-Adresse korrekt konfiguriert wurde, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    root@debian:~# ip addr

    Anschließend wird die zusätzliche, öffentliche IPv4-Adresse angezeigt. Beispiel:

    root@debian:~# ip addr
    1: lo: <LOOPBACK,UP,LOWER_UP> mtu 65536 qdisc noqueue state UNKNOWN group default qlen 1000
        link/loopback 00:00:00:00:00:00 brd 00:00:00:00:00:00
        inet 127.0.0.1/8 scope host lo
           valid_lft forever preferred_lft forever
        inet6 ::1/128 scope host
           valid_lft forever preferred_lft forever
    2: ens6: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc mq state UP group default qlen 1000
        link/ether ac:1f:6b:9b:22:44 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
        inet 82.165.34.29/32 scope global dynamic eth0
           valid_lft 42230sec preferred_lft 42230sec
        inet 195.20.236.17/32 brd 82.165.248.255 scope global eth0:0
           valid_lft forever preferred_lft forever
        inet6 2001:8d8:1800:1a1::1/128 scope global
           valid_lft forever preferred_lft forever
        inet6 fe80::ae1f:6bff:fe9b:2244/64 scope link
           valid_lft forever preferred_lft forever

Hinweis

Sollte der Server aufgrund eines Konfigurationsfehlers nicht mehr erreichbar sein, können Sie sich mittels der Remote-Konsole auf dem Server einloggen und die Konfiguration korrigieren. Weitere Informationen finden Sie im folgenden Artikel: Remotekonsole für den Server-Zugriff nutzen (VPS Linux, VPS Windows und migrierte Cloud Server)