Für Dedicated Server und Bare Metal Server

In diesem Artikel wird erklärt, wie Sie ein Software-RAID nach dem Austausch eines defekten Datenträgers (z. B. Festplatte, SSD oder NVMe-Laufwerk) auf einem Dedicated Server oder Bare Metal Server wiederaufbauen. Diese Anleitung berücksichtigt sowohl Konfigurationen mit RAID 1 als auch Systeme mit zusätzlichem Software-RAID 5 oder RAID 6 für Datenpartitionen. 

Achtung

  • Diese Anleitung ist nur für Dedicated Server und Bare Metal Server gültig, die UEFI als Schnittstelle zwischen Hardware und Betriebssystem verwenden. Wenn Sie einen Dedicated Server verwenden, der BIOS als Schnittstelle zwischen Hardware und Betriebssystem nutzt, finden Sie im folgenden Artikel Informationen, um das Software-RAID wieder aufzubauen: Software-RAID wiederaufbauen (Linux/Dedicated Server mit BIOS)

  • Halten Sie die beschriebene Reihenfolge der Schritte exakt ein.

Prüfen, ob ein Server UEFI oder BIOS verwendet

Um zu prüfen, ob Ihr Server BIOS oder UEFI als Schnittstelle zwischen Hardware und Betriebssystem verwendet, geben Sie den folgenden Befehl ein:

[root@localhost ~]# [ -d /sys/firmware/efi ] && echo UEFI || echo BIOS

Weitere Informationen zu UEFI

Weitere Informationen zu UEFI finden Sie im folgenden Artikel: Allgemeine Informationen zu UEFI

Wichtige Informationen zur Partitionierung Ihres Dedicated Servers

Auf Dedicated Servern, die im Cloud Panel verwaltet werden, wird seit dem 20.10.2021 bei der Einrichtung und bei der Neuinstallation des Betriebssystems nur noch eine Partition eingerichtet. Auf Dedicated Servern, die vor diesem Datum eingerichtet wurden und auf Dedicated Servern, die im Rahmen eines Server Power Deals erworben werden, sind die Betriebssystem-Images mit dem Logical Volume Manager (LVM) ausgestattet. Der Logical Volume Manager setzt eine logische Schicht zwischen dem Dateisystem und den Partitionen der verwendeten Datenträger. Dies ermöglicht es, ein Dateisystem anzulegen, das sich über mehrere Partitionen und/oder Datenträger erstreckt. Auf diese Weise kann z. B. der Speicherplatz von mehreren Partitionen oder Datenträgern zusammengefasst werden.

Ermittlung der Informationen, die zum Wiederaufbau des Software-RAIDs benötigt werden

Bevor Sie beginnen, müssen Sie die aktuelle RAID-Struktur und den Status der Partitionen prüfen.

Vorhandene Datenträger und Partitionen auflisten

Um die vorhandenen Datenträger und Partitionen aufzulisten, gehen Sie wie folgt vor:

  • Loggen Sie sich mit Ihrem Root-Konto auf dem Server ein.

  • Um die vorhandenen Datenträger und Partitionen aufzulisten, geben Sie den Befehl fdisk -l ein. fdisk ist ein Kommandozeilen-Programm zur Partitionierung von Datenträgern. Mit diesem Programm kann man Partitionen anzeigen, anlegen oder löschen.

    [root@localhost ~]# fdisk -l

  • Notieren Sie sich die Laufwerksbezeichnungen (z. B. /dev/sda, /dev/sdb, /dev/nvme0n1).

Hinweis

Nach einem Hot-Swap-Austausch wird der neue Datenträger oft als sdc erkannt. Ein Reboot ist zwingend erforderlich, damit der Datenträger wieder korrekt als sda oder sdb adressiert wird.

Mountpoints ermitteln
  • Um die Mountpoints der von Ihnen genutzten Geräte und Partitionen anzuzeigen, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    [root@localhost ~]# lsblk

    Anschließend werden z. B. die folgenden Informationen angezeigt:

    [root@2A2E3A1 ~]# lsblk
    NAME    MAJ:MIN RM  SIZE RO TYPE  MOUNTPOINT
    sda       8:0    0  1.8T  0 disk
    ├─sda1    8:1    0  511M  0 part
    │ └─md1   9:1    0  511M  0 raid1 /boot/efi
    ├─sda2    8:2    0  1.4G  0 part
    │ └─md2   9:2    0  1.4G  0 raid1 /boot
    ├─sda3    8:3    0  3.7G  0 part  [SWAP]
    └─sda4    8:4    0  1.8T  0 part
      └─md4   9:4    0  1.8T  0 raid1 /
    sdb       8:16   0  1.8T  0 disk
    ├─sdb1    8:17   0  511M  0 part
    │ └─md1   9:1    0  511M  0 raid1 /boot/efi
    ├─sdb2    8:18   0  1.4G  0 part
    │ └─md2   9:2    0  1.4G  0 raid1 /boot
    ├─sdb3    8:19   0  3.7G  0 part  [SWAP]
    └─sdb4    8:20   0  1.8T  0 part
      └─md4   9:4    0  1.8T  0 raid1 /

  • Notieren Sie die Geräte und Partitionen sowie deren Mountpoints. Beispiel:
    /md4 ist gemountet auf / (Root)
    /md2 ist gemountet auf /boot
    /md1 ist gemountet auf /boot/efi
    sda3 und sdb3 sind Swap-Partitionen (kein RAID-Verbund)
Erweiterte Ansicht der RAID-Struktur mit lsblk --inverse

Für eine noch übersichtlichere Darstellung der RAID-Struktur können Sie zusätzlich den folgenden Befehl verwenden: 

[root@localhost ~]# lsblk --inverse

Mit diesem Befehl wird die Ausgabe umgekehrt dargestellt. Die Struktur beginnt dann nicht bei den einzelnen Datenträgern, sondern bei den md-Devices bzw. logischen Geräten. Darunter werden die jeweils zugehörigen Partitionen und Datenträger angezeigt.

Diese Ansicht ist besonders hilfreich, wenn mehrere RAID-Geräte vorhanden sind. Das ist z. B. der Fall, wenn separate Arrays für /boot, /, swap oder zusätzliche Datenbereiche verwendet werden. Sie sehen dann für jedes md-Device direkt die zugehörigen Partitionen und die Mountpoints in einer gemeinsamen Ansicht. Beispiel:

[root@localhost ~]# lsblk --inverse
NAME MAJ:MIN RM SIZE RO TYPE MOUNTPOINTS
sda1 8:1 0 1M 0 part
└─sda 8:0 0 3,6T 0 disk
sdb1 8:17 0 1M 0 part
└─sdb 8:16 0 3,6T 0 disk
md2 9:2 0 487M 0 raid1 /boot
├─sda2 8:2 0 488M 0 part
│ └─sda 8:0 0 3,6T 0 disk
└─sdb2 8:18 0 488M 0 part
└─sdb 8:16 0 3,6T 0 disk
md3 9:3 0 3,9G 0 raid1 [SWAP]
├─sda3 8:3 0 3,9G 0 part
│ └─sda 8:0 0 3,6T 0 disk
└─sdb3 8:19 0 3,9G 0 part
└─sdb 8:16 0 3,6T 0 disk
md4 9:4 0 19,5G 0 raid1 /
├─sda4 8:4 0 19,5G 0 part
│ └─sda 8:0 0 3,6T 0 disk
└─sdb4 8:20 0 19,5G 0 part
└─sdb 8:16 0 3,6T 0 disk
vg-kunden 253:1 0 3,3T 0 lvm /kunden
└─md5 9:5 0 3,6T 0 raid1
├─sda5 8:5 0 3,6T 0 part
│ └─sda 8:0 0 3,6T 0 disk
└─sdb5 8:21 0 3,6T 0 part
└─sdb 8:16 0 3,6T 0 disk

Hinweis

Wenn nicht der komplette Datenträger ausfällt, können auch nur einzelne Partitionen betroffen sein. In diesem Fall sind unter Umständen nicht alle md-Devices degraded. Es kann also vorkommen, dass ein RAID-Verbund fehlerhaft ist, während andere Verbünde auf demselben Datenträger noch intakt sind. Mit lsblk --inverse lässt sich dies oft schneller erkennen. 

Inhalt der Datei fstab anzeigen und die Gerätedateien ermitteln
  • Bei manchen Server-Konfigurationen sind Systemverzeichnisse wie /usr, /var oder /home auf eigene Partitionen ausgelagert. Diese müssen mitgemountet werden, damit Befehle im System funktionieren. Prüfen Sie zu diesem Zweck die Datei fstab auf Ihrem gemounteten System. Um sich den Inhalt der Datei fstab anzeigen zu lassen und die zugehörigen Gerätedateien zu ermitteln, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    [root@localhost ~]#  cat /etc/fstab

  • Analysieren Sie die Ausgabe.

    Fall A (Flaches Dateisystem, z. B. Debian 13): Wenn Einträge angezeigt werden, bei denen /usr, /var und /proc nicht separat aufgeführt sind, müssen Sie keine weiteren Partitionen mounten. In diesem Fall können Sie die nächsten zwei Schritte überspringen und die eingehängten Partitionen in eine chroot-Umgebung setzen.

    Fall B (Partitioniertes System / LVM): Wenn die Einträge /usr, /var und /proc angezeigt werden, müssen Sie diese im Rahmen der Wiederherstellung des RAIDs mounten. Die Vorgehensweise wird im Abschnitt RAID wiederherstellen beschrieben.

  • Notieren Sie zusätzlich, ob die Geräte per UUID oder direkt (z. B. als /dev/md0) eingebunden sind.

RAID-Status prüfen

Prüfen Sie, welches Laufwerk im RAID fehlt. Geben Sie hierzu den folgenden Befehl ein: 

[root@localhost ~]# cat /proc/mdstat

Hinweis

Ergänzend zu cat /proc/mdstat können Sie auch den Befehl lsblk --inverse verwenden. Mit diesem Befehl sehen Sie die md-Devices mit den zugehörigen Partitionen und Mountpoints in einer gemeinsamen Ansicht. Das ist besonders hilfreich, wenn nur einzelne RAID-Verbünde degraded sind. 

RAID 1: Ein gesundes Array zeigt [UU]. Das U steht für Up: Der Datenträger ist aktiv, synchron und Teil des Verbunds. Ein defektes Array zeigt [_U] oder [U_]. 

RAID 5 und RAID 6: Fehlende Partitionen in der Liste (z. B. nur sdb5 und sdc5 statt auch sda5) oder Markierungen mit (F) signalisieren einen Ausfall.

Hinter dem RAID-Level (z. B. active raid5) sind die am RAID beteiligten Partitionen gelistet. Eine Zahl in eckigen Klammern hinter dem Partitionsnamen (z. B. sda4[0]) gibt die Rolle im Array an. Ein fehlender Eintrag oder ein zusätzlich gelistetes (F) für "Failed" signalisiert einen Defekt. Beispiele:

RAID 1 (Spiegelung) – Ein Datenträger ausgefallen

[root@2A2E3A1 ~]# cat /proc/mdstat
Personalities : [raid1]
md4 : active raid1 sdb4[2] sda4[0]
     1947653952 blocks super 1.0 [2/1] [U_]

md2 : active raid1 sdb2[2] sda2[0]
     1428416 blocks super 1.0 [2/2] [UU]

md1 : active raid1 sdb1[1] sda1[0]
     523200 blocks [2/2] [UU]

unused devices: <none>

RAID 5 (Daten) – Ein Datenträger fehlt komplett

RAID 5 wird oft für große Datenmengen genutzt. Es verkraftet den Ausfall von maximal einem Datenträger.

md5 : active raid5 sdc1[0] sde1[2] [3/2] [U_U]

sdc1[0] und sde1[2]: Es werden nur zwei Partitionen gelistet. Ein Datenträger fehlt komplett in der Liste. Dies kann z. B. nach einem Hardware-Defekt auftreten, bei dem die Festplatte gar nicht mehr vom Controller erkannt wird.
[3/2]: Das Array erwartet 3 Datenträger, nur 2 sind vorhanden.
[_UU]: Der erste Datenträger fehlt.

RAID 6 (Daten) – Zwei Datenträger ausgefallen

RAID 6 verkraftet den gleichzeitigen Ausfall von bis zu zwei Datenträgern.

md6 : active raid6 sdc1[0] sdf1[3] 3895307904 blocks super 1.2 level 6, 512k chunk, algorithm 2 [4/2] [U__U]

[4/2]: Von 4 Datenträgern sind nur 2 aktiv.

[U__U]: Die mittleren beiden Datenträger (sdd1 und sde1) sind ausgefallen oder wurden entfernt. Das RAID ist noch funktionsfähig ("degraded"), aber es besteht dringender Handlungsbedarf.

Hinweis

Bei Servern mit RAID 1 und RAID 5 werden z. B. folgende Geräte und Partitionen verwendet:

[root@B2E14658 ~]# cat /proc/mdstat
Personalities : [raid1] [raid6] [raid5] [raid4]
md11 : active raid5 sdb1[1] sde1[0] sdc1[2] sdf1[3]
     23442074112 blocks super 1.0 level 5, 512k chunk, algorithm 2 [4/4] [UUUU]
     bitmap: 2/59 pages [8KB], 65536KB chunk

md125 : active raid1 sda4[0] sdd4[2]
     462991168 blocks super 1.0 [2/2] [UU]
     bitmap: 2/4 pages [8KB], 65536KB chunk

md126 : active raid1 sda1[0] sdd1[1]
     523200 blocks [2/2] [UU]

md127 : active raid1 sda2[0] sdd2[2]
     1428416 blocks super 1.0 [2/2] [UU]

RAID wiederherstellen (RAID 1)

Das weitere Vorgehen unterscheidet sich abhängig davon, welcher Datenträger getauscht wurde. Wir unterscheiden zwischen Datenträger 1 (sda/primär) und Datenträger 2 (sdb/sekundär). Bei RAID 5/6 wird analog verfahren.

Achtung

Im Abschnitt Datenträger 1 (sda) wurde getauscht wird angenommen, dass der Datenträger 1 mit der Bezeichnung sda getauscht wurde. Im Abschnitt Datenträger 2 (sdb) wurde getauscht wird angenommen, dass der Datenträger 2 mit der Bezeichnung sdb getauscht wurde. Passen Sie die Befehle in dieser Anleitung stets vor der Eingabe an und ersetzen Sie hierbei die Laufwerksbezeichnungen. Verwenden Sie hierzu die Informationen, die Sie zuvor ermittelt haben.

Datenträger 1 (sda) wurde getauscht

Wurde der Datenträger 1 (sda) getauscht, müssen Sie prüfen, ob dieser korrekt erkannt wurde. Unter Umständen müssen Sie einen Neustart ausführen. Da auf sda meist der primäre Bootloader liegt, bootet das System oft nicht mehr regulär. Booten Sie den Server daher in das Rescue-System und führen Sie die unten aufgeführten Schritte durch. 

Hinweis

In den folgenden Artikeln wird beschrieben, wie Sie Ihren Dedicated Server oder Bare Metal Server in das Rescue-System booten:

Dedicated Server und Bare Metal Server, die im Cloud Panel verwaltet werden: Dedicated Server und Bare Metal Server in das Linux-Rescue-System booten

Dedicated Server, die in der Serververwaltung gemanagt werden: Linux Server in das Rescue-System booten

  • Kopieren Sie die Partitionstabellen des Datenträgers 2 (hier: sdb) auf den neuen (leeren) Datenträger (hier: sda).

    rescue:~# sfdisk -d /dev/sdb | sfdisk --force /dev/sda

Hinweis

Prüfen Sie bei NVMe-Datenträgern genau die Bezeichnung (z. B. sfdisk -d /dev/nvme0n1 | sfdisk --force /dev/nvme1n1).

  • Fügen Sie die Partitionen dem entsprechenden RAID-Verbund hinzu. Passen Sie hierzu die folgenden Befehle an und geben Sie diese anschließend ein:

    RAID 1

    rescue:~# mdadm /dev/md4 -a /dev/sda4 (Root-Partition)

    rescue:~# mdadm /dev/md2 -a /dev/sda2 (Boot-Partition)

    rescue:~# mdadm /dev/md1 -a /dev/sda1 (EFI-Partition)

  • Der Rebuild beginnt im Hintergrund. Um den Rebuild zu überwachen, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    rescue:~# cat /proc/mdstat

  • Mounten Sie zuerst das Root-Dateisystem. Erst danach können die weiteren Partitionen in die Verzeichnisstruktur eingehängt werden. 

    rescue:~# mount /dev/md4 /mnt

  • Mounten Sie die Boot- und EFI-Partitionen.

    rescue:~# mount /dev/md2 /mnt/boot

    rescue:~# mount /dev/md1 /mnt/boot/efi

Hinweis

Sollten hierbei Fehlermeldungen erscheinen, dass die Mountpoints nicht existieren, erstellen Sie diese mit dem Befehl mkdir /mnt/boot und mkdir /mnt/boot/efi.

  • Gilt nur für Dedicated Server mit partitioniertem System mit LVM: Erstellen Sie die folgenden Mountpoints:

    rescue:~# mkdir /mnt/var

    rescue:~# mkdir /mnt/usr

    rescue:~# mkdir /mnt/home

  • Gilt nur für Dedicated Server mit partitioniertem System mit LVM: Mounten Sie ggf. die Partitionen var, usr und home.

    rescue:~# mount /dev/mapper/vg00-var /mnt/var

    rescue:~# mount /dev/mapper/vg00-usr /mnt/usr

    rescue:~# mount /dev/mapper/vg00-home /mnt/home

  • Gilt für Debian 13, AlmaLinux 9 und 10 sowie Rocky Linux 9 und 10: Um die Systemverzeichnisse für die chroot-Umgebung einzubinden, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    rescue:~# for i in /dev /dev/pts /proc /sys /run; do mount -B $i /mnt$i; done

  • Wechseln Sie in die chroot-Umgebung:

    rescue:~# chroot /mnt

  • Installieren Sie den Bootloader. Beispiel:

    Debian (11/12/13) / Ubuntu (24.04/26.04)

    rescue:/# grub-install --efi-directory=/boot/efi /dev/sda

    AlmaLinux 9 und 10 sowie Rocky Linux 9 und 10

    Versuchen Sie zunächst die Wiederherstellung via dnf.

    rescue:/# dnf reinstall shim-x64 grub2-efi-x64

    rescue:/# grub2-mkconfig -o /boot/grub2/grub.cfg

    Falls dieser Befehl fehlschlägt, nutzen Sie grub2-install.

    rescue:/# grub2-install --efi-directory=/boot/efi /dev/sda

    rescue:/# grub2-mkconfig -o /boot/grub2/grub.cfg

  • Gilt nur für Debian (11/12/13) / Ubuntu (24.04/ 26.04): Um die Konfiguration zu aktualisieren, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    rescue:/# update-grub

  • Verlassen Sie die Chroot-Umgebung mit exit.

    rescue:/# exit

  • Hängen Sie alle Datenträger wieder aus:

    rescue:~# umount -R /mnt

    Warten Sie, bis der Rebuild-Vorgang abgeschlossen ist und booten Sie den Server wieder in das normale System.

  • Loggen Sie sich nach dem Neustart wieder ein.
  • Um die Partition /dev/sda3 als Linux-Swap-Bereich einzurichten, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    [root@host ~]# mkswap /dev/sda3

Achtung

Durch mkswap ändert sich die UUID der Partition. Falls in Ihrer /etc/fstab die Swap-Partition über die UUID eingebunden ist (Standard bei AlmaLinux/Rocky/Debian), müssen Sie nach dem Neustart die /etc/fstab editieren und die neue UUID eintragen, da der Swap-Speicher sonst nicht automatisch aktiviert wird. Wenn die Swap-Partition Ihres Servers nicht über die UUID eingebunden ist, müssen Sie nur die Swap-Partition aktivieren. Überspringen Sie in diesem Fall die Bearbeitung der fstab. 

  • Um die UUID zu ermitteln, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    [root@host ~]# lsblk -f | grep sda3

  • Gilt nur, falls die Swap-Partition per UUID eingebunden ist: Um /etc/fstab zu editieren, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    [root@host ~]# vi /etc/fstab

Hinweis

Der Editor vi verfügt über einen Einfügemodus und einen Befehls- oder Kommandomodus. Den Einfügemodus können Sie mit der Taste [i] aufrufen. In diesem Modus werden die eingegebenen Zeichen sofort in den Text eingefügt. Um den Befehlsmodus aufzurufen, drücken Sie anschließend [ESC]. Wenn Sie den Befehlsmodus nutzen, werden Ihre Tastatureingaben als Befehl interpretiert.

  • Navigieren Sie zur Zeile mit "swap" und ersetzen Sie in der Konfiguration in /etc/fstab die alte UUID durch die neue UUID.
  • Um vi zu beenden und die Datei zu speichern, geben Sie den Befehl :wq ein und drücken Sie anschließend Enter.
  • Abschließend aktivieren Sie die Swap-Partition mit folgendem Befehl:

    [root@host ~]# swapon -a

  • Um zu prüfen, ob der Swap-Speicher aktiv ist, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    [root@host ~]# cat /proc/swaps

     

Datenträger 2 (sdb) wurde getauscht

Wurde der Datenträger 2 (sdb) getauscht, gehen Sie wie folgt vor:

  • Führen Sie einen Neustart durch, damit der Datenträger 2 (sdb) erkannt wird.
  • Kopieren Sie im lokalen System die Partitionstabellen auf den neuen (leeren) Datenträger. Ggf. müssen Sie hierbei die Option -–force verwenden

    [root@host ~]# sfdisk -d /dev/sda | sfdisk --force /dev/sdb

  • Fügen Sie die Partitionen dem RAID hinzu. Beispiel:

    RAID 1

    [root@host ~]# mdadm /dev/md1 -a /dev/sdb1

    [root@host ~]# mdadm /dev/md2 -a /dev/sdb2

    [root@host ~]# mdadm /dev/md4 -a /dev/sdb4

  • Um den Rebuild zu überwachen, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    [root@host ~]# cat /proc/mdstat

  • Damit der Server auch bootet, wenn sda in Zukunft ausfällt, muss der Bootloader auch auf sdb geschrieben werden. Installieren Sie zu diesem Zweck den Bootloader:

    Debian (11/12/13) / Ubuntu (24.04/ 26.04)

    [root@host ~]# grub-install --efi-directory=/boot/efi /dev/sdb

    AlmaLinux 9 und 10 sowie Rocky Linux 9 und 10

    Versuchen Sie zunächst die Wiederherstellung via dnf:

    [root@host ~]# dnf reinstall shim-x64 grub2-efi-x64

    [root@host ~]# grub2-mkconfig -o /boot/grub2/grub.cfg

    Falls dieser Befehl fehlschlägt, verwenden Sie den folgenden Befehl:

    [root@host ~]# grub2-install --efi-directory=/boot/efi /dev/sdb

    [root@host ~]# grub2-mkconfig -o /boot/grub2/grub.cfg

  • Um die Konfiguration zu aktualisieren, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    Debian (11/12/13) /Ubuntu (24.04/ 26.04)

    [root@host ~]# update-grub

    AlmaLinux 9 und 10 sowie Rocky Linux 9 und 10

    [root@host ~]# grub2-mkconfig -o /boot/grub2/grub.cfg

  • Stellen Sie sicher, dass der Swap kein RAID ist. Geben Sie hierzu den folgenden Befehl ein:

    [root@host ~]# cat /proc/mdstat

  • Um die Partition als Linux-Swap-Bereich einzurichten, passen Sie den folgenden Befehl an und geben Sie diesen anschließend ein. In diesem Fall handelt es sich um den Linux-Swap-Bereich  /dev/sdb3.

    [root@host ~]# mkswap /dev/sdb3

Achtung

Durch mkswap ändert sich die UUID der Partition. Falls in Ihrer /etc/fstab die Swap-Partition per UUID eingebunden ist (Standard bei Alma/Rocky/Debian), müssen Sie nach dem Neustart die /etc/fstab editieren und die neue UUID eintragen, da der Swap-Bereich sonst nicht automatisch aktiv. Wenn die Swap-Partition Ihres Servers nicht per UUID eingebunden ist, müssen Sie nur die Swap-Partition aktivieren. Überspringen Sie in diesem Fall die Bearbeitung der fstab. 

  • Um die UUID zu ermitteln,  passen Sie den folgenden Befehl an und geben Sie diesen anschließend ein:

    [root@host ~]# lsblk -f | grep sdb3

  • Gilt nur, falls die Swap-Partition per UUID eingebunden ist: Um /etc/fstab zu editieren, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    [root@host ~]# vi /etc/fstab

  • Ersetzen Sie in der Konfiguration in /etc/fstab die UUID.
  • Um vi zu beenden und die Datei zu speichern, geben Sie den Befehl :wq ein und drücken Sie anschließend Enter.
  • Aktivieren Sie die Swap-Partition. Geben Sie hierzu den folgenden Befehl ein:

    [root@host ~]# swapon -a

  • Um zu prüfen, ob der Swap-Speicher aktiv ist, geben Sie den folgenden Befehl ein:

    [root@host ~]# cat /proc/swaps

RAID wiederherstellen (RAID 5 oder RAID 6)

Wenn Sie ein RAID 5 oder RAID 6 nutzen, besteht der Verbund aus mindestens 3 (RAID 5) bzw. 4 (RAID 6) Datenträgern. Tauschen Sie einen Datenträger aus, müssen Sie sicherstellen, dass die Partitionstabelle exakt von einem der verbliebenen, gesunden Datenträger kopiert wird. Der Austausch des Datenträgers (sdc, sdd, sde etc.) kann im laufenden Betrieb erfolgen. Auf diesen Datenträgern muss kein Bootloader installiert werden.

In diesem Beispiel gehen wir davon aus, dass sdd getauscht wurde und sdc und sdf gesund sind.

  • Kopieren Sie das Layout von einem der gesunden Datenträger auf den neuen Datenträger. Passen Sie hierzu den folgenden Befehl an und geben Sie diesen anschließend ein. Beispiel:

    [root@host ~]# sfdisk -d /dev/sdc | sfdisk --force /dev/sdd

  • Fügen Sie die neue Partition dem RAID-Verbund hinzu (z. B. md11). Passen Sie hierzu den folgenden Befehl an und geben Sie diesen anschließend ein.

    [root@host ~]# mdadm /dev/md11 -a /dev/sdd1

  • Der Wiederaufbau bei RAID 5/6 kann bei großen Datenmengen mehrere Stunden dauern. Mit diesem Befehl überwachen Sie den Fortschritt:

    [root@host ~]# watch -n 5 cat /proc/mdstat