Am Anfang der 2000er-Jahre war der sehr lukrative Markt der Spielekonsolen vor allem unter den beiden Anbietern Sony (mit der Playstation) und Microsoft (mit der Xbox) aufgeteilt. Der noch in den 1990ern erfolgreiche Hersteller Sega hatte sich inzwischen aus dem Geschäft zurückgezogen und Nintendo, einst mit Gameboy und (Super) Nintendo Entertainment System der populärste Anbieter von Spielesystemen, verlor mehr und mehr Marktanteile. Die beiden großen Anbieter definierten sich vor allem über die Leistungsfähigkeiten ihrer Konsolen und waren in einem Red-Ocean-Kampf um die besten Grafik- und Rechenleistungen verstrickt. Nintendo entschied sich, mit der Wii einen anderen Schritt zu gehen und Konsumenten abzuholen, die eigentlich nichts mit Videospielen anfangen konnten.
Durch die Entwicklung von Bewegungssensoren war es Nintendo möglich, ein innovatives Steuerungskonzept zu etablieren. Statt mit den üblichen Controllern, bestehend aus Knöpfen, Steuerkreuzen und Joysticks, zu interagieren, halten Spieler ein Steuerungsgerät in der Hand, das einer Fernbedienung ähnelt. Durch einfache Bewegung des Controllers lassen sich die Figuren auf dem Bildschirm bewegen: Die Einstiegshürde ist somit auch für Menschen, die sich zuvor nicht mit Spielekonsolen auseinandergesetzt haben, sehr gering. Hinzu kommt, dass die Wii auf viele Features, über die sich die Konkurrenz definiert, verzichtet und so die Kosten für das Gerät gering gehalten werden konnten.
Auch die Spiele, die Nintendo direkt mitliefert, sollen vor allem Spieler ansprechen, die das technologische Spielzeug nur gelegentlich und am liebsten zusammen mit Freunden oder Familie einsetzen wollen. Lernkurven sind flach, die Optik spielerisch und es sind keine langwierigen Gaming-Sessions notwendig: Party-Spiele ziehen sowohl jüngere als auch ältere Menschen zur Spielekonsole und bescheren der Wii so einen Blue Ocean.