Eine der wich­tigs­ten Fragen, vor denen Gründer stehen, ist: Wie viel Geld brauche ich – und wo bekomme ich es her? Immer, wenn das Ei­gen­ka­pi­tal nicht ausreicht, um den Un­ter­neh­mens­start zu fi­nan­zie­ren, kommen öf­fent­li­che oder private Geldgeber ins Spiel.

Die gute Nachricht ist: Die Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten in Deutsch­land sind enorm viel­fäl­tig und die För­der­land­schaft ist riesig. Al­ler­dings macht es das mitunter schwer, auf Anhieb den richtigen Partner oder das richtige För­der­pro­gramm für sich zu finden. Um Gründern Ori­en­tie­rung im Förder- und Fi­nan­zie­rungs­dschun­gel zu ver­schaf­fen, hält die Grün­der­platt­form, die vom Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums und der KfW initiiert wurde, einen digitalen Fi­nan­zie­rungs­fin­der bereit.

Mit vir­tu­el­len Schie­be­reg­lern können Nutzer der Grün­der­platt­form ihren Fi­nan­zie­rungs­be­darf ein­stel­len und angeben, worauf sie bei ihrer Fi­nan­zie­rung eher Wert legen: auf eine schnelle Ent­schei­dung, einen möglichst geringen Aufwand oder auf geringe Kosten. An­schlie­ßend wird ihnen per Knopf­druck angezeigt, welche Fi­nan­zie­rungs­we­ge für ihre Gründung infrage kommen. Dabei werden nicht nur die bekannten För­der­pro­gram­me und klas­si­sche Fi­nan­zie­rungs­part­ner wie Banken und Spar­kas­sen be­rück­sich­tigt, sondern auch un­ge­wöhn­li­che Al­ter­na­ti­ven, wie etwa das Crowd­fun­ding oder Crowd­in­ves­t­ing.

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Drei Fi­nan­zie­rungs­ar­ten im Vergleich: Bank­kre­dit, För­der­kre­dit und Zuschuss

Der Bank­kre­dit – ein Klassiker mit ver­staub­tem Image

Klas­si­sche Bank­kre­di­te stellen immer noch die gängigste Fi­nan­zie­rungs­form für Grün­dun­gen in Deutsch­land dar. Banken und Spar­kas­sen er­mög­li­chen es jedes Jahr Tausenden von Gründern, ihren Traum von der Selbst­stän­dig­keit wahr zu machen. Man muss aber wissen, dass sie eher Ge­schäfts­ideen mit über­schau­ba­rem Risiko be­vor­zu­gen, das sie zudem gerne über die Bürg­schaft einer re­gio­na­len Bürg­schafts­bank absichern lassen. Wenn Sie einen Kredit für eine nie da­ge­we­se­ne Idee benötigen, sollten Sie sich also sehr gute Argumente zu­recht­le­gen, mit denen Sie Ihren Bank­be­ra­ter über­zeu­gen.

Bank­kre­di­te mögen ein ver­staub­tes Image haben, sie sind aber oft besser als ihr Ruf. Eine hohe Pla­nungs­si­cher­heit, ver­nünf­ti­ge Zins­kon­di­tio­nen und minimale Ein­fluss­nah­me durch den Geldgeber sprechen für sich. So lange die Raten pünktlich bezahlt werden, hält sich die Bank – anders als zum Beispiel ein Investor oder Venture Ca­pi­ta­list – aus allen stra­te­gi­schen Fragen heraus. Dafür müssen Tilgungen und Zinsen re­gel­mä­ßig gezahlt werden, und zwar auch dann, wenn die Geschäfte nicht so gut laufen, wie gedacht. Ver­spä­te­te Ra­ten­zah­lun­gen und Kre­dit­nach­ver­hand­lun­gen werden äußerst ungern gesehen. Banken verleihen ihr Geld nur, wenn sie von der Kre­dit­wür­dig­keit des An­trag­stel­lers und von seinem Konzept überzeugt sind. Da ist es kein Wunder, dass viele Gründer mehrere Absagen kassieren und ihren Busi­ness­plan bei etlichen Kre­dit­in­sti­tu­ten ein­rei­chen müssen, bevor sie den ersehnten Kredit gewährt bekommen.

Die Grün­der­platt­form will diese lang­wie­ri­ge Suche radikal ver­ein­fa­chen und abkürzen. Zu diesem Zweck wurde eine simple Matching­funk­ti­on in­stal­liert: Nach Eingabe der ge­wünsch­ten Kre­dit­hö­he und der Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te werden für den je­wei­li­gen Post­leit­zah­len­be­reich aus den mehr als 150 Part­ner­ban­ken und -spar­kas­sen der Plattform die­je­ni­gen her­aus­ge­fil­tert, die kostenlos eine erste Beratung anbieten. Der Busi­ness­plan kann sicher und schnell zur Ansicht frei­ge­ge­ben werden, sodass die Fachleute ihn ohne Zeit­ver­lust über­prü­fen und mit dem Gründer erörtern können.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, können Gründer auf der Grün­der­platt­form vorab mit dem „Busi­ness­plan Check“ testen lassen, wie aus­ge­reift ihr Konzept ist und ob es noch Schwach­stel­len hat. Au­to­ma­tisch wird der Busi­ness­plan ana­ly­siert und nach dem Am­pel­sys­tem bewertet. Rot heißt: Achtung, hier sollten Sie nach­bes­sern, gelb heißt: Stellen Sie sich auf kritische Nach­fra­gen zu diesem Punkt ein, und grün bedeutet: Alles richtig gemacht, hier dürfte es keine Schwie­rig­kei­ten geben.

För­der­kre­di­te – zins­güns­ti­ge Darlehen der öf­fent­li­chen Hand

Der Staat hat ein Interesse daran, dass möglichst viele Menschen ein Un­ter­neh­men gründen, weil dadurch In­no­va­tio­nen und tech­ni­scher Fort­schritt maß­geb­lich be­schleu­nigt werden und sogar ganz neue Wirt­schafts­zwei­ge entstehen können. Aus diesem Grund haben der Bund, die Länder und die Eu­ro­päi­sche Union eine Reihe von För­der­pro­gram­men aufgelegt, um Gründern fi­nan­zi­ell unter die Arme zu greifen.

Staat­li­che För­der­kre­di­te werden zu besonders günstigen Kon­di­tio­nen vergeben: Die Zinsen liegen unter denen für private Kredite, und das Beste ist: Die ersten Jahre sind meist til­gungs­frei. In dieser Zeit werden also nur die Zinsen fällig, nicht aber schon die Rück­zah­lung des ge­lie­he­nen Geldes. So wird Gründern in der Start­pha­se Luft ver­schafft, um ihre Geschäfte zum Laufen zu bringen und die Umsätze an­zu­kur­beln.

Die KfW Ban­ken­grup­pe des Bundes un­ter­stützt Grün­dungs­wil­li­ge in ganz Deutsch­land. Zu­sätz­lich haben die Förder- und In­ves­ti­ti­ons­ban­ken der Bun­des­län­der eigene Kre­dit­pro­gram­me aufgelegt, die mitunter sogar zu noch besseren Kon­di­tio­nen zu haben sind.

In jedem Fall werden die öf­fent­li­chen För­der­kre­di­te über die Hausbank an die Gründer ver­mit­telt. Vor­aus­set­zung ist – wie bei einem regulären Bank­kre­dit – ein solider Busi­ness­plan, der die Bank­be­ra­ter überzeugt.

Wer sich vor seinem Bank­ge­spräch in­for­miert, welche öf­fent­li­chen För­der­kre­di­te für seine Un­ter­neh­mens­grün­dung infrage kommen, ist klar im Vorteil. Auch bei dieser Recherche hilft die Grün­der­platt­form: Anhand der Angaben aus dem Busi­ness­plan und der Post­leit­zahl werden sämtliche Programme durch­leuch­tet und eine Prognose zu ihrer Eignung abgegeben. Gilt es als eher un­wahr­schein­lich, dass ein be­stimm­ter För­der­kre­dit gewährt wird, können die Nutzer auf einen Blick erkennen, worauf diese Ein­schät­zung basiert. Die meisten Anträge scheitern an folgenden Punkten:

  • Das Programm schließt bestimmte Ziel­grup­pen aus oder richtet sich exklusiv an diese (zum Beispiel ne­ben­be­ruf­lich Gründende, Stu­die­ren­de, Ar­beits­lo­se).
  • Die ge­wünsch­te Kre­dit­hö­he passt nicht (zu hoch oder zu niedrig)
  • Die Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te ist zu gering

Wird ein Programm von der Grün­der­platt­form als passend erkannt, kann der Gründer es vormerken und au­to­ma­tisch seine Hausbank auf­for­dern, die Eignung genauer zu prüfen und im Gespräch zu erörtern.

Öf­fent­li­che Zuschüsse – Start­hil­fe für Gründer

Für bestimmte Grün­dun­gen hält die öf­fent­li­che Hand besonders at­trak­ti­ve För­der­zu­schüs­se bereit, die im Gegensatz zu För­der­kre­di­ten nicht zu­rück­ge­zahlt werden müssen. Sie können zum Beispiel für sehr neuartige Ge­schäfts­mo­del­le, für Grün­dun­gen von Stu­die­ren­den und für Grün­dun­gen aus der Ar­beits­lo­sig­keit heraus in Anspruch genommen werden.

Was auf den ersten Blick pa­ra­die­sisch klingt, hat leider einen Haken: Der bü­ro­kra­ti­sche Aufwand kann manchmal die Vorteile aufwiegen. Oft ist schon die An­trag­stel­lung sehr kom­pli­ziert und es muss später minutiös nach­ge­wie­sen werden, dass die Gelder ab­spra­che­ge­mäß aus­ge­ge­ben wurden.

Deshalb ist es ratsam, die in Aussicht stehenden Zuschüsse dem Aufwand bzw. den Er­folgs­aus­sich­ten ge­gen­über­zu­stel­len und sorgsam abzuwägen, ob sich die Mühe lohnt.

Zuschüsse für in­no­va­ti­ve Startups starten gerne bei 100.000 Euro. Dafür sind die Er­folgs­aus­sich­ten eher gering und die Ansprüche an die Konzepte hoch – weniger als jeder zehnte Antrag wird bewilligt. Im Gegensatz dazu geht es beim Grün­dungs­zu­schuss der Ar­beits­agen­tur und beim EXIST-Programm für Stu­die­ren­de eher um kleine fünf­stel­li­ge Summen, die über mehrere Monate aus­ge­zahlt werden. Hier sind die Chancen besser: Jeder zweite bis vierte An­trag­stel­ler ist er­folg­reich. Gute Vor­be­rei­tung und eine schlüs­si­ge Ge­schäfts­idee sind auch in diesen Fällen un­ab­ding­bar.

Der Busi­ness­plan – worauf kommt es an?

Egal, ob es um einen Bank­kre­dit, einen För­der­kre­dit oder einen öf­fent­li­chen Zuschuss geht – ohne einen über­zeu­gen­den Busi­ness­plan werden Sie nicht wei­ter­kom­men. Der Busi­ness­plan enthält eine ver­ständ­li­che Be­schrei­bung Ihrer Ge­schäfts­idee und Aussagen darüber, wie Sie Ihre Idee umsetzen wollen. Diese Fragen sollte Ihr Busi­ness­plan be­ant­wor­ten:

  • Was wollen Sie anbieten, wo, an wen und zu welchem Preis?
  • Was ist das Besondere an Ihrem Angebot?
  • Wie steht es um den Markt und den Wett­be­werb in Ihrer Branche und an Ihrem Standort?
  • Wie sieht ihr Mar­ke­ting­kon­zept für die ersten Jahre nach der Gründung aus?
  • Wie wollen Sie Ihr Un­ter­neh­men or­ga­ni­sie­ren (Rechts­form, Mit­ar­bei­ter, Struktur)?
  • Warum sind Sie der oder die Richtige, um Ihre Ge­schäfts­idee er­folg­reich um­zu­set­zen?
  • Mit welchen Kosten und Einnahmen rechnen Sie und ab wann wird Ihr Un­ter­neh­men rentabel sein?
  • Wie wird Ihr Un­ter­neh­mens­start fi­nan­ziert?

Auf der Grün­der­platt­form finden Sie ein prak­ti­sches Tool, das auf einer allgemein an­er­kann­ten Busi­ness­plan-Glie­de­rung basiert und mit zahl­rei­chen pfiffigen Zah­len­as­sis­ten­ten beim Schreiben und Planen un­ter­stützt. Einfache Leit­fra­gen zu jedem Kapitel helfen, Ihr Konzept Schritt für Schritt zu ver­voll­stän­di­gen. Echte Busi­ness­plä­ne von anderen Gründern dienen als Vorbild und zur In­spi­ra­ti­on. Die ewige Suche nach ge­eig­ne­ten Busi­ness­plan-Vorlagen im Netz und das Basteln von Tabellen gehören damit der Ver­gan­gen­heit an. Die Grün­der­platt­form versetzt mit ihrem breiten Angebot an Ratgebern, Bei­spie­len, in­ter­ak­ti­ven Werk­zeu­gen und Checks jeden Gründer in die Lage, seinen Busi­ness­plan selbst zu erstellen, auch ohne kauf­män­ni­sche Vor­kennt­nis­se oder BWL-Studium.

Tipps für das Bank­ge­spräch

Auch wenn die Fi­nan­zie­rungs­an­fra­ge heute digital gestellt werden kann, wird die letzte Ent­schei­dung erst nach einem per­sön­li­chen Gespräch getroffen. Bei dieser Ge­le­gen­heit werden nicht nur Details zum Ge­schäfts­mo­dell erörtert, die Bank­be­ra­ter machen sich auch ein Bild von der Per­sön­lich­keit des Gründers. Ein ge­pfleg­tes Äußeres, Pünkt­lich­keit und gute Vor­be­rei­tung sind da natürlich Pflicht.

Diese Un­ter­la­gen sollten Sie bei Ihrem Bank­ge­spräch be­reit­hal­ten:

  • Ihren Busi­ness­plan samt Anlagen
  • Aktuelle Schufa-Auskunft
  • Belege für Ihr Ei­gen­ka­pi­tal und alle Si­cher­hei­ten
  • Ggf. ein Schaubild, an dem Sie Ihre Ge­schäfts­idee erläutern können

Alle Bank­ge­sprä­che folgen einem be­stimm­ten Muster: Nach einer kurzen Auf­wärm­pha­se, in der es um das ge­gen­sei­ti­ge „Be­schnup­pern“ geht und Sie sich freund­lich für die Einladung bedanken können, folgt die ei­gent­li­che Vor­stel­lung der Ge­schäfts­idee. Be­schrän­ken Sie sich bitte auf das We­sent­li­che und sprechen Sie nicht länger als zehn Minuten. Denken Sie daran: Aus der Sicht Ihres Ge­gen­übers ist weniger die tech­ni­sche Umsetzung Ihrer Idee ent­schei­dend, als vielmehr die wirt­schaft­li­che Mach­bar­keit.

Stellen Sie klar heraus, was Sie von Ihrem Gegenüber erwarten bzw. was Sie ihm bieten können:

  • Wie viel Geld brauchen Sie?
  • Wofür brauchen Sie das Geld?
  • Wie soll es fi­nan­ziert werden?
  • Bis wann können Sie es zu­rück­zah­len?

Nach Ihrer Prä­sen­ta­ti­on ist Zeit für die Dis­kus­si­on. Ermuntern Sie Ihre Zuhörer, Fragen zu stellen und Kri­tik­punk­te an­zu­brin­gen. Machen Sie sich darauf gefasst, dass es vor allem um den Zah­len­teil Ihres Busi­ness­plans gehen wird. Sie müssen die Zahlen in Ihrem Plan nicht auswendig lernen, aber die wich­tigs­ten Kos­ten­trei­ber und Er­trags­quel­len Ihres Un­ter­neh­mens sollten Sie parat haben.

Nur in Ausnahmen endet das erste Bank­ge­spräch bereits mit einer festen Zusage. Üblich ist eher, dass der Gründer seinen Busi­ness­plan an­schlie­ßend über­ar­bei­tet und dann erneut einreicht. Bis der ge­wünsch­te Kredit bewilligt und das Geld auf Ihrem Konto ist, können einige Wochen vergehen. Das sollten Sie bei der Vor­be­rei­tung Ihrer Gründung unbedingt einplanen, um nicht schon zum Start unter Zeitdruck zu geraten. 


Zum Autor

Dr. Jan Evers arbeitet seit 20 Jahren im Team von evers & jung GmbH dafür, Gründen in Deutsch­land einfacher zu machen. Das jüngste Produkt ist die Grün­der­platt­form in Part­ner­schaft mit der KfW, dem Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um und der Soft­ware­schmie­de individee. Die Grün­der­platt­form macht den kom­plet­ten Grün­dungs­pro­zess dank digitaler Un­ter­stüt­zung und kos­ten­lo­ser Beratung so einfach und sicher wie nie. Über 550 Partner aus der Grün­dungs­för­de­rung haben sich der Grün­der­platt­form bereits an­ge­schlos­sen.

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