Der Pro­jekt­plan (auch Pro­jekt­ma­nage­ment­plan genannt) bildet praktisch das Fundament eines jeden Projekts. Das Dokument bündelt sämtliche Pläne, die für eine er­folg­rei­che Pro­jekt­durch­füh­rung notwendig sind. Es ist ein Fahrplan, den der Pro­jekt­ma­na­ger zu Beginn des Prozesses erstellt und der – je nach Bedarf – mehr oder weniger de­tail­liert ausfällt.

Was ist ein Pro­jekt­plan?

Jedes Projekt sollte auf Basis eines Pro­jekt­plans umgesetzt werden. Welche Dokumente mit dem Begriff aber nun konkret gemeint sind, darüber herrscht in der Praxis des Pro­jekt­ma­nage­ments keine Einigkeit. Als Pro­jekt­plan werden oft sehr un­ter­schied­li­che Pla­nungs­werk­zeu­ge be­zeich­net:

  • Pro­jekt­struk­tur­plan: Er liefert eine Glie­de­rung der zu er­le­di­gen­den Aufgaben in Teil­pro­jek­te und Ar­beits­pa­ke­te.
  • Pro­jekt­ab­lauf­plan: Er legt den zeit­li­chen Ablauf des Projekts fest – mit Anfangs- und End­ter­mi­nen für einzelne Ar­beits­pa­ke­te.
  • Pro­jekt­ma­nage­ment­plan: Er bündelt Pro­jekt­struk­tur­plan, Pro­jekt­ab­lauf­plan und alle weiteren not­wen­di­gen Pro­jekt­do­ku­men­te – und ist laut DIN 69901-5:2009-01 der Plan, der mit Pro­jekt­plan gemeint ist. Im weiteren Verlauf ist also der Pro­jekt­ma­nage­ment­plan gemeint, wenn wir vom Pro­jekt­plan schreiben.

Der PMBOK-Guide (Project Ma­nage­ment Body of Knowledge), eine in­ter­na­tio­nal genutzte Richt­li­nie für das Pro­jekt­ma­nage­ment, verwendet mitt­ler­wei­le nur noch den Begriff „Pro­jekt­ma­nage­ment­plan“ anstelle der früher üblichen Be­zeich­nung „Pro­jekt­plan“, um Be­griffs­ver­wir­run­gen zu vermeiden.

Der Pro­jekt­ma­nage­ment­plan umfasst je nach Pro­jekt­um­fang un­ter­schied­lich viele Dokumente. Folgende Un­ter­la­gen sollten aber min­des­tens enthalten sein:

  • Pro­jekt­struk­tur­plan
  • Pro­jekt­ab­lauf­plan
  • Kos­ten­plan
  • Res­sour­cen­plan

Bei kom­ple­xe­ren Projekten können weitere Pläne hin­zu­kom­men – zum Beispiel für das Ri­si­ko­ma­nage­ment, das Qua­li­täts­ma­nage­ment und das Kon­fi­gu­ra­ti­ons­ma­nage­ment.

Wozu Sie einen Pro­jekt­plan erstellen sollten

Vorab einen Pro­jekt­plan zu erstellen ist für Projekte nahezu jeder Grö­ßen­ord­nung emp­feh­lens­wert. Denn beim Erstellen eines Pro­jekt­plans setzen Sie sich au­to­ma­tisch mit der Frage aus­ein­an­der, wie Sie das Pro­jekt­ziel möglichst ri­si­ko­frei in kürzester Zeit und mit möglichst wenigen Mitteln erreichen können. Außerdem an­ti­zi­pie­ren Sie während der Planung bereits mögliche Probleme und ersinnen Lö­sungs­an­sät­ze. So können Sie schnell reagieren, wenn bei es bei der Umsetzung tat­säch­lich zu Problemen kommt.

Das Dokument kann auch der In­for­ma­ti­on von Kunden und Pro­jekt­part­nern dienen. Diese erhalten durch eine schrift­li­che Planung eine Übersicht der einzelnen Ar­beits­schrit­te und können über­prü­fen, ob die Planung auch all ihre Wünsche be­rück­sich­tigt. Ist dies nicht der Fall, können Sie die Planung noch recht­zei­tig anpassen, bevor die ei­gent­li­che Pro­jekt­um­set­zung begonnen hat.

In der Regel wird ein Pro­jekt­plan von den Pro­jekt­part­nern vorab genehmigt und dient damit als ver­bind­li­che Grundlage für das weitere Vorgehen. Dem­entspre­chend muss er also zu Beginn der Pla­nungs­pha­se erstellt werden.

Der schrift­li­che Plan dient darüber hinaus dem Pro­jekt­ver­ant­wort­li­chen als Ar­beits­mit­tel, das ihm hilft, während des Projekts nicht den Fokus zu verlieren und Termine sowie Budgets ein­zu­hal­ten.

Der Plan sollte so de­tail­liert sein, dass der Pro­jekt­ma­na­ger mit diesem Dokument seine Tätigkeit ohne Schwie­rig­kei­ten an einen neuen Pro­jekt­ma­na­ger übergeben könnte. Damit dieser sich einen schnellen Überblick ver­schaf­fen kann, darf er aber auch nicht mit zu vielen zweit­ran­gi­gen In­for­ma­tio­nen voll­ge­packt sein. Als Faust­for­mel gilt: So aus­führ­lich wie nötig, so kurz wie möglich.

7 Leit­fra­gen für die Er­stel­lung eines Pro­jekt­plans

Nicht bei jedem Projekt ist es er­for­der­lich, zahl­rei­che ver­schie­de­ne Teil­do­ku­men­ta­tio­nen anzulegen. Bei kleineren Projekten genügt es oft, wenn Sie im Vorfeld Antworten auf folgende 7 Leit­fra­gen fest­hal­ten:

  1. Wo stehen Sie im Projekt: Wie sieht die Aus­gangs­si­tua­ti­on aus und welche In­for­ma­tio­nen benötigen Sie eventuell noch, um diese umfassend ein­schät­zen zu können?
  2. Was ist der markt­wirt­schaft­li­che Nutzen des Projekts und wann ist mit dem Return on In­vest­ment (ROI) zu rechnen?
  3. Was ist das an­ge­streb­te Pro­jekt­er­geb­nis: Was ist Haupt­zweck des Projekts? Was soll das End­ergeb­nis aus­zeich­nen?
  4. Wer ist am Projekt beteiligt: Wer sind die Stake­hol­der? Wer soll im Pro­jekt­team aktiv sein und welche Rollen sollen die einzelnen Team­mit­glie­der über­neh­men?
  5. Wie wollen Sie das Projekt struk­tu­rie­ren: Welche Aufgaben müssen erledigt werden? Wie lässt sich das Projekt in Ar­beits­pa­ke­te und Teil­pro­jek­te gliedern? Welche Risiken bestehen in den einzelnen Bereichen und wie lassen sich diese Risiken mindern?
  6. Bis wann soll das Pro­jekt­ziel erreicht werden: Bis wann müssen die einzelnen Pro­jekt­pha­sen ab­ge­schlos­sen sein, damit sich das Projekt im geplanten Zeit­rah­men be­wäl­ti­gen lässt?
  7. Wie viel darf das Projekt kosten: Welche Res­sour­cen stehen zur Verfügung und wie sollen diese auf die einzelnen Ar­beits­pa­ke­te verteilt werden?

Wollen Sie einzelne Pläne für die ver­schie­de­nen Teil­aspek­te Ihres Projekts anlegen, können Sie sich an unseren Vorlagen ori­en­tie­ren, die wir zum Beispiel für den Pro­jekt­struk­tur­plan und den Pro­jekt­ab­lauf­plan zur Verfügung stellen.

Zu den am häu­figs­ten ver­wen­de­ten In­stru­men­ten zur Dar­stel­lung eines Pro­jekt­ab­lauf­plans gehören der Netzplan, der Mei­len­stein­plan und der Bal­ken­plan.

Pro­jekt­plan Beispiel

Nach­fol­gend ein Beispiel für den Aufbau eines Pro­jekt­struk­tur­plans.

Mit welchen Tools können Sie einen Pro­jekt­plan erstellen?

Eine einfache Pro­jekt­pla­nung, die lediglich kurz und knapp die oben genannten Leit­fra­gen be­ant­wor­tet, lässt sich auch ohne komplexe Software ganz einfach mithilfe einer Tabelle in Excel oder mit jeder anderen Ta­bel­len­kal­ku­la­ti­ons-Software erstellen.

Bei einer um­fang­rei­che­ren Planung können Sie für die Er­stel­lung der einzelnen Dokumente auf spezielle Pro­jekt­ma­nage­ment-Software wie bei­spiels­wei­se MS Project zu­rück­grei­fen oder Online-Tools wie Smarts­heet, Trello oder Wrike nutzen.

Fazit: Die Anwendung ent­schei­det

Ein guter Pro­jekt­plan muss nicht zwingend um­fang­reich sein. Ent­schei­dend für seine Qualität ist, dass er die wich­tigs­ten Aspekte der Pro­jekt­pla­nung abdeckt und eine Ori­en­tie­rung darüber bietet, wann welche Pro­jekt­pha­sen anlaufen müssen.

Damit die Umsetzung möglichst rei­bungs­los gelingt, sollte vorab ein Kickoff-Meeting mit dem Pro­jekt­team statt­fin­den. Nutzen Sie als Pro­jekt­ma­na­ger diesen Termin, um jedem Team­mit­glied die we­sent­li­chen Pro­jekt­in­for­ma­tio­nen zu ver­mit­teln, Ver­ant­wort­lich­kei­ten fest­zu­le­gen und gemeinsam Methoden und Tools für die Durch­füh­rung aus­zu­wäh­len. Denn der beste Pro­jekt­plan nutzt nichts, wenn er nicht sinnvoll umgesetzt wird.

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