Die moderne Ar­beits­welt stellt viele Her­aus­for­de­run­gen an die Ar­beit­neh­mer. Während einige Karrieren ein ent­spann­tes Zu­sam­men­wir­ken von Arbeit und Pri­vat­le­ben zulassen, verlangen viele andere be­ruf­li­che Wer­de­gän­ge deutliche Abstriche im Bereich von Freizeit und Familie. Zwar arbeiten Deutsche im Vergleich zu den Ar­beit­neh­mern in anderen EU-Staaten durch­schnitt­lich weniger Stunden pro Woche. Trotzdem nimmt das Verlangen nach einer gesunden Work-Life-Balance deutsch­land­weit immer mehr zu.

Laut der OECD sind die Deutschen mit die un­zu­frie­dens­ten Europäer, wenn es um das Gleich­ge­wicht zwischen Arbeit und Familie geht. Doch be­schäf­ti­gen sich nicht nur immer mehr Ar­beit­neh­mer mit dem Konzept der Work-Life-Balance. Mitt­ler­wei­le setzen Un­ter­neh­men auch gezielt Maßnahmen um, um die Work-Life-Balance ihrer Mit­ar­bei­ter zu fördern. Das Ziel ist dabei, die Mit­ar­bei­ter nicht nur pro­duk­ti­ver, sondern auch glück­li­cher und aus­ge­gli­che­ner zu machen.

Worum geht es bei der Work-Life-Balance?

Work-Life-Balance ist in­zwi­schen mehr als nur ein wün­schens­wer­tes Konzept. Immer mehr Un­ter­neh­men setzen darauf, dass Ihre Ar­beit­neh­mer im ‚Gleich­ge­wicht‘ stehen, schließ­lich sind aus­ge­wo­ge­ne, glück­li­che Mit­ar­bei­ter mo­ti­vier­ter und pro­duk­ti­ver. Würgt ein Un­ter­neh­men – bewusst oder unbewusst – das Pri­vat­le­ben der Mit­ar­bei­ter zu stark ab, etwa durch zu viele Über­stun­den oder inhumanen Druck am Ar­beits­platz, führt das zwangs­läu­fig zu Un­zu­frie­den­heit und Stress, die sich wiederum in Krank­hei­ten, schlech­te­rer Pro­duk­ti­vi­tät und Ent­frem­dung vom Un­ter­neh­men äußern.

De­fi­ni­ti­on: Work-Life-Balance

Work-Life-Balance be­zeich­net im Ide­al­zu­stand das Gleich­ge­wicht zwischen dem Ar­beits­le­ben und dem Pri­vat­le­ben eines Menschen. Work-Life-Balance ist ein Le­bens­kon­zept, das das maximale Glück des Ar­beit­neh­mers als Treib­stoff für pro­duk­ti­ve und er­fül­len­de Arbeit vorsieht und glei­cher­ma­ßen Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer dafür in der Ver­ant­wor­tung sieht.

Die all­ge­mei­ne Un­zu­frie­den­heit der Deutschen lässt erahnen, wie viel von der Work-Life-Balance noch Wunsch­den­ken ist. Doch befindet sich die Ar­beits­welt in einem langsamen Wandel, weil immer mehr Un­ter­neh­men offen für das Konzept einer gesunden Work-Life-Balance sind und diese auch gezielt fördern.

Sicher ist heute, dass alle Seiten von einer gesunden Work-Life-Balance pro­fi­tie­ren. Unsere leis­tungs­ori­en­tier­te Ge­sell­schaft miss­ach­tet aber allzu häufig die Bedeutung des Prinzips des ‚glück­li­chen Mit­ar­bei­ters‘, das in manchen Füh­rungs­eta­gen noch immer Ver­wir­rung und Skepsis her­vor­ruft. Das liegt am Wett­be­werb, in dem jedes Rad im Getriebe funk­tio­nie­ren muss, um kon­kur­renz­fä­hig zu bleiben, vor allem an­ge­sichts des so­ge­nann­ten Fach­kräf­te­man­gels und der de­mo­gra­fi­schen Ent­wick­lung. Was häufig nicht ver­stan­den wird: Mit­ar­bei­ter sind keine Maschinen, die tagsüber unentwegt arbeiten und zuhause ihren Tank auffüllen. Menschen arbeiten in den meisten Fällen, um leben zu können, und nicht umgekehrt.

Eine gesunde Ein­stel­lung zur Work-Life-Balance fängt beim Ar­beit­ge­ber an, wenn dieser sich selbst nicht als oberste Instanz im Leben seiner Mit­ar­bei­ter sieht, sondern als zu­ver­läs­si­ger Begleiter, der ein gutes Leben er­mög­licht. Hier wandern Un­ter­neh­men oft auf einem schmalen Grat; Füh­rungs­eta­gen tun sich nach wie vor schwer damit, die richtige Balance aus le­bens­för­dern­den Maßnahmen und Strenge am Ar­beits­platz zu finden. Oft steht die Frage im Raum: Wie viele Frei­hei­ten kann ich meinen Mit­ar­bei­tern geben, wie viel Disziplin muss ich ein­for­dern? Schließ­lich laufen zu ‚lockere‘ Un­ter­neh­men Gefahr, dass Mit­ar­bei­ter die Ge­ne­ro­si­tät ihres Ar­beits­ge­bers zu sehr ausnutzen und die Frei­hei­ten zu Un­dis­zi­pli­niert­heit und Fahr­läs­sig­keit führen.

Letzten Endes ist der Ar­beit­neh­mer genauso in der Ver­ant­wor­tung für eine gute Work-Life-Balance, schließ­lich ist von einem Gleich­ge­wicht die Rede und nicht von einer ver­min­der­ten Bedeutung der Arbeit zugunsten eines läs­si­ge­ren Le­bens­stils.

Auf der anderen Seite stehen die Un­ter­neh­men, deren Ge­ge­ben­hei­ten sich allzu negativ auf das Privat- und Fa­mi­li­en­le­ben ihrer Mit­ar­bei­ter auswirken: Über­stun­den bedeuten weniger freie Zeit, Druck am Ar­beits­platz führt zu de­pres­si­ven Ver­stim­mun­gen selbst abseits des Büros. Dann bleibt die Arbeit all­ge­gen­wär­tig und dringt schädlich ins Pri­vat­le­ben ein. Über­las­tung am Ar­beits­platz, de­pres­si­ve Er­kran­kun­gen und das Burn-out-Syndrom sind häufige Kon­se­quen­zen eines Wirt­schafts­sys­tems, in dem Wachstum immer noch die Grund­ma­xi­me ist und das per­sön­li­che Glück jedem Einzelnen selbst über­las­sen wird. Das Konzept der Work-Life-Balance will hier ent­schei­dend ein­schrei­ten.

Ein starkes Gewicht in dieser Balance nimmt auch die Familie ein. Unter den Umständen der modernen Ar­beits­welt läuft sie Gefahr, lediglich zur Be­gleit­erschei­nung einer er­folg­rei­chen Karriere zu werden. Un­ter­neh­men stehen hier in der Ver­ant­wor­tung, ein gesundes Fa­mi­li­en­le­ben zu er­mög­li­chen. Schließ­lich ist für viele Ar­beit­neh­mer die Familie die wich­tigs­te Stütze für ein glück­li­ches Leben. Wird diese zugunsten des Be­rufs­le­bens ver­nach­läs­sigt, droht die gesamte Work-Life-Balance be­droh­lich zu kippen.

Was gehört zu einer gesunden Work-Life-Balance?

Zu einem gesunden Berufs- und Pri­vat­le­ben gehören viele wech­sel­sei­tig wirkende Faktoren. Work-Life-Balance ist die Kunst, in beiden Bereichen möglichst viele dieser Faktoren um­zu­set­zen, ohne woanders Schaden an­zu­rich­ten. Dazu ist es wichtig zu wissen, was zu einem guten Be­rufs­le­ben und einem guten Pri­vat­le­ben gehört und wie diese Punkte mit­ein­an­der zu­sam­men­hän­gen.

Viele der im Folgenden genannten Faktoren können auch ka­te­go­rien­über­grei­fend zu­sam­men­wir­ken (z. B. vermengen sich häufig die Faktoren „Soziales Ar­beits­um­feld“ im Be­rufs­le­ben und „Freunde“ im Pri­vat­le­ben). Außerdem sollte klar sein, dass sich die Be­dürf­nis­se in den je­wei­li­gen Le­bens­be­rei­chen in­di­vi­du­ell ausprägen. Während der eine Ar­beit­neh­mer viel Wert auf Hobbies und per­sön­li­che In­ter­es­sen legt, an der eigenen Fa­mi­li­en­pla­nung aber (noch) kein Interesse hat, reicht es dem anderen, für ein gesundes Pri­vat­le­ben genug Zeit mit der Familie ver­brin­gen zu können.

Hinweis

Wir geben aus­drück­lich keine Anleitung für eine all­ge­mei­ne Work-Life-Balance. Eine solche kann es schlicht nicht geben, weil Menschen zu un­ter­schied­lich sind und viel zu ver­schie­de­ne Be­dürf­nis­se und Wer­te­sys­te­me haben. Wir gehen jedoch von einem Ar­beit­neh­mer aus, der ein grund­sätz­li­ches Interesse daran hat, Privat- und Be­rufs­le­ben glei­cher­ma­ßen gesund und aus­ge­wo­gen zu führen.

Faktoren eines gesunden Be­rufs­le­bens

Für eine gesunde Work-Life-Balance ist nicht nur das Ver­hält­nis der beiden Seiten zu­ein­an­der ent­schei­dend, sondern auch die in­di­vi­du­el­le Qualität jeder Seite. Wenn ein Ar­beit­neh­mer Probleme im Be­rufs­le­ben in ein ansonsten aus­ge­füll­tes Pri­vat­le­ben ver­schleppt, leidet darunter das gesamte Gefüge. An­ders­her­um können private Sorgen einen negativen Einfluss aufs Ar­beits­le­ben haben. Ganz klar: Eine gute Work-Life-Balance wird nur dann erreicht, wenn bestimmte Rah­men­be­din­gun­gen den Job zu einem Ar­beits­platz machen, der dem per­sön­li­chen Glück des Ar­beit­neh­mers nicht im Wege steht. Idea­ler­wei­se ist dieses Glück die Grundlage und das Ziel eines pro­duk­ti­ven und gesunden Ar­beits­ver­hält­nis­ses.

Pro­duk­ti­ve Arbeit

Für viele Ar­beit­neh­mer gehört zu einem gesunden Be­rufs­le­ben, dass die eigene Arbeit sichtbare und wertvolle Er­geb­nis­se bringt. ‚Produktiv arbeiten‘ heißt in diesem Sinne nicht die maximale Leistung zu Ungunsten anderer Faktoren, sondern das Maß an wert­vol­ler Arbeit, das für den je­wei­li­gen Ar­beit­neh­mer optimal ist. Bei­spiels­wei­se führt ein nicht zu­frie­den­stel­len­der Auf­ga­ben­kom­plex dazu, dass ein Ar­beit­neh­mer sich nicht mit seiner Arbeit iden­ti­fi­ziert und ein Ent­frem­dungs­pro­zess statt­fin­det, der sich schließ­lich negativ auf viele Bereiche des Be­rufs­le­bens auswirken kann.

Pro­duk­ti­ve Arbeit heißt also: Das richtige Maß an zu­frie­den­stel­len­der und er­fül­len­der Arbeit. Der Ar­beit­ge­ber pro­fi­tiert hier von einem hohen Grad an Mo­ti­va­ti­on seitens des Ar­beit­neh­mers – wenn er die richtigen Rah­men­be­din­gun­gen für pro­duk­ti­ve Arbeit schafft. Im Gegensatz hat nicht zu­frie­den­stel­len­de Arbeit womöglich negative Kon­se­quen­zen für das Pri­vat­le­ben, wenn der Ar­beit­neh­mer diese Un­zu­frie­den­heit ‚mit nach Hause nimmt‘. Work-Life-Balance hängt also ganz ent­schei­dend von der in­di­vi­du­el­len Ar­beits­qua­li­tät ab und ob der Ar­beit­neh­mer zufrieden mit seiner eigenen Arbeit ist.

Wert­schät­zung der Arbeit

Hier ist vor allem der Ar­beit­ge­ber gefragt. Die meisten Ar­beit­neh­mer brauchen ein Gefühl der Wert­schät­zung für Person und Arbeit, um sich mit dem Ar­beits­platz positiv zu iden­ti­fi­zie­ren. Dazu gehören neben ideellen Be­loh­nun­gen wie Lob auch reale Be­loh­nungs­sys­te­me wie trans­pa­ren­te Auf­stiegs­chan­cen, fairer Lohn, Bo­nus­zah­lun­gen usw. Die meisten Ar­beit­neh­mer wollen sich in ihrer Würde als die Menschen wahr­ge­nom­men und behandelt fühlen, die sie sind und sein möchten. Miss­ach­tet ein Un­ter­neh­men diesen Punkt, behandelt es die Ar­beit­neh­mer wie Maschinen, die immer wieder das gleiche Produkt liefern sollen. ‚Wert­schät­zung der Arbeit‘ heißt schlicht, die Leistung des Ar­beit­neh­mers an­zu­er­ken­nen und ent­spre­chend zu belohnen.

Ein besonders ge­fähr­li­ches Element, das die Zu­frie­den­heit des Mit­ar­bei­ters schwer gefährdet, ist un­kon­struk­ti­ve Kritik an seiner Leistung. Die dadurch ent­ste­hen­de Exis­tenz­sor­ge und Ver­un­si­che­rung zieht häufig in sämtliche Le­bens­be­rei­che des Ar­beits­neh­mers, der den so ent­ste­hen­den Frust im Be­rufs­le­ben nur noch schwer durch ein solides Pri­vat­le­ben kom­pen­sie­ren kann. Die Work-Life-Balance kann nur dann intakt sein, wenn sich der Ar­beit­neh­mer mit würdig und wert­schät­zend behandelt fühlt. Ansonsten droht eine Ab­wärts­spi­ra­le aus Stress, Frust und Sorgen, die die ganze Balance gehörig ins Wanken bringt.

Soziales Ar­beits­um­feld

Ar­beits­kol­le­gen gelten häufig als die ‚zweite Familie‘, weil man mit diesen meist sehr viel Zeit verbringt. Umso wichtiger ist das soziale Gefüge des Ar­beits­um­felds. Be­zie­hun­gen zwischen Menschen sind zwar höchst­kom­plex und aufgrund vieler in­di­vi­du­el­ler Faktoren schwer zu be­ein­flus­sen. Trotzdem können Ar­beit­ge­ber mit den richtigen Rah­men­be­din­gun­gen dafür sorgen, dass der Ar­beits­platz ein Nährboden zwi­schen­mensch­li­cher Be­zie­hun­gen sein kann. Dazu gehören ein gesundes Zu­sam­men­wir­ken klarer Hier­ar­chien bzw. Struk­tu­ren und sozialen Frei­hei­ten, klare Regeln gegen an­ti­so­zia­le Faktoren wie Mobbing und In­to­le­ranz, team­bil­den­de Maßnahmen, ein ‚offenes Büro‘ und vieles mehr.

Die richtigen Un­ter­neh­mens­struk­tu­ren, eine positiv in­ter­pre­tier­te Un­ter­neh­mens­phi­lo­so­phie und eine aktiv gelebte Un­ter­neh­mens­ver­ant­wor­tung gegenüber den Mit­ar­bei­tern schaffen gute Grund­la­gen dafür, dass die Ar­beit­neh­mer nicht nur mit reinen Kollegen, sondern auch mit Menschen zu­sam­men­ar­bei­ten, in deren Gegenwart sie sich wohl­füh­len. Ist ein Ar­beit­neh­mer schlecht in das soziale Gefüge des Ar­beits­plat­zes in­te­griert oder erfährt sogar Schikane bis hin zu Mobbing, kann das ver­hee­ren­de Folgen für Berufs- und Pri­vat­le­ben haben. Hier ver­mi­schen sich beide Felder intensiv; krankt das soziale Ar­beits­um­feld, krankt auch der Ar­beit­neh­mer und ver­schleppt seine Sorgen und Probleme in fast alle anderen Bereiche des Berufs- und Pri­vat­le­bens.

Flexible Ar­beits­zei­ten und -struk­tu­ren

Der Begriff Work-Life-Balance wird häufig als reines Zeit­ma­nage­ment ver­stan­den, al­ler­dings schließt dieses nur einen Teil der gesunden Work-Life-Balance ein. Trotzdem ist die richtige Zeit­ein­tei­lung ganz we­sent­lich für das Gleich­ge­wicht und schafft die Grundlage für viele andere Faktoren. Damit neben der Arbeit genug Zeit für das Privat- bzw. Fa­mi­li­en­le­ben bleibt, hat der Ar­beit­ge­ber einige Mög­lich­kei­ten. Zum einen wird die Praxis des Home-Office immer beliebter, vor allem für die so­ge­nann­ten Schreib­tisch­jobs. Dabei bietet der Ar­beit­ge­ber dem Ar­beit­neh­mer an, während der Ar­beits­zeit zuhause zu bleiben und von dort aus zu arbeiten. Dafür ist meist nur ein funk­tio­nie­ren­der Computer mit In­ter­net­an­bin­dung nötig.

Einige Vorteile von Home-Office sind:

  • Der Ar­beit­neh­mer hat mehr Freizeit, da er auf den Weg zur Arbeit ver­zich­tet.
  • Er kann mög­li­cher­wei­se ent­spann­ter arbeiten, weil bestimmte Ge­ge­ben­hei­ten am Ar­beits­platz (Dresscode, Pau­sen­zei­ten, sozialer Druck, Lärm im Büro usw.) wegfallen.
  • Eltern haben die Mög­lich­keit, mehr Zeit mit Partnern und/oder Kindern zu ver­brin­gen, solange sie der Ar­beits­tä­tig­keit aus­rei­chend nachgehen.

Home-Office läuft aber auch immer Gefahr, für per­sön­li­che Zwecke ‚aus­ge­nutzt‘ zu werden, weil der Ar­beit­neh­mer der sozialen Kontrolle weit­ge­hend entzogen ist. Vielen fällt es jedoch schwer, sich zuhause auf die Arbeit zu kon­zen­trie­ren, daher ist Home-Office kein uni­ver­sel­les Mittel für eine gute Work-Life-Balance.

Etwas einfacher ist es beim Thema flexible Ar­beits­zei­ten. Je mehr Frei­hei­ten der Ar­beit­neh­mer hin­sicht­lich Start und Ende des Ar­beits­ta­ges, Pau­sen­zei­ten und Ein­tei­lung der Wo­chen­stun­den genießt, umso besser kann er sein Ar­beits­le­ben auf sein Pri­vat­le­ben abstimmen. An vielen Ar­beits­plät­zen ist das bereits der Fall, z. B. ist es häufig dem Ar­beit­neh­mer selbst über­las­sen, wann er morgens am Ar­beits­platz erscheint und wann er wieder geht, solange er die ver­trag­lich fest­ge­leg­te Ar­beits­zeit leistet. Hierbei kann ein Rahmen gesetzt werden (z. B. „8 Stunden Arbeit zwischen 7 Uhr und 20 Uhr“), und je groß­zü­gi­ger dieser ausfällt, umso flexibler darf der Ar­beit­neh­mer seine Ar­beits­zeit einteilen. Viele Ar­beit­ge­ber lockern diesen Rahmen freitags, damit der Ar­beit­neh­mer früher ins Wo­chen­en­de gehen kann, sofern er vorher seine fest­ge­leg­te Stun­den­zahl geleistet hat.

In diesen (und den folgenden) Bereich fällt auch das Thema Erholung durch Schlaf (Aus­führ­li­che­res dazu unten). Da aus­rei­chen­der Schlaf för­der­lich für die Kon­zen­tra­ti­ons- und Leis­tungs­fä­hig­keit ist, können Ar­beit­ge­ber mit flexiblen Ar­beits­zeit­mo­del­len nicht nur etwas für die Ge­sund­heit ihrer Mit­ar­bei­ter tun, sondern auch für die Qualität der Ar­beits­er­geb­nis­se.

Maßnahmen für Ge­sund­heit, Ernährung, Bewegung

Viele Tä­tig­kei­ten haben negative Aus­wir­kun­gen auf die Ge­sund­heit und das Wohl­be­fin­den der Ar­beit­neh­mer. Dem kann der Ar­beit­ge­ber mit be­stimm­ten Maßnahmen ent­ge­gen­steu­ern. Für Schreib­tisch­jobs empfehlen sich neben einer rü­cken­freund­li­chen Ein­rich­tung (gute Stühle, hö­hen­ver­stell­ba­re Schreib­ti­sche, optionale Steh­ti­sche usw.) Angebote wie Sport­kur­se und auf­klä­ren­de Ge­sund­heits­schu­lun­gen (Rü­cken­schu­len, Yoga-Kurse usw.).

Die gesunde Ernährung liegt haupt­säch­lich in der in­di­vi­du­el­len Ver­ant­wor­tung jedes Ar­beit­neh­mers. Trotzdem hat der Ar­beit­ge­ber mehrere Mög­lich­kei­ten, gute Rah­men­be­din­gun­gen zu schaffen. Verfügt ein Ar­beits­platz über eine Kantine, sollte diese im Idealfall ein ent­spre­chend breit ge­fä­cher­tes Angebot (ve­ge­ta­risch, vegan, glu­ten­frei usw.) haben und auch bei den Inhalts- und Zu­satz­stof­fen für Trans­pa­renz sorgen. Darüber hinaus sind re­gel­mä­ßi­ge Obst­lie­fe­run­gen und aus­rei­chend be­reit­ge­stell­te Trink­was­ser­an­la­gen (‚Water Cooler‘, Spru­del­ma­schi­ne o. ä.) weitere beliebte Maßnahmen, etwas für die Ge­sund­heit der Ar­beit­neh­mer zu tun.

Interne Kin­der­be­treu­ung

Ar­beit­neh­mer haben häufig Schwie­rig­kei­ten damit, genug Zeit mit ihren Kindern zu ver­brin­gen. Ebenso stellt die Suche nach Kin­der­ta­ges­stät­ten be­rufs­tä­ti­ge Eltern vor Her­aus­for­de­run­gen. Die Folge ist, dass Kinder die Work-Life-Balance erheblich aus den Fugen bringen können. Zum einen gibt es die­je­ni­gen El­tern­tei­le, die zu wenig Zeit mit ihren Kindern ver­brin­gen, weil der eigene Job zu viel Zeit und Auf­merk­sam­keit in Anspruch nimmt. Auf der anderen Seite gibt es Ar­beit­neh­mer, die aufgrund ihrer Ver­pflich­tung als Eltern schlech­te­re Leis­tun­gen bringen und gehäuft Fehl­zei­ten ansammeln.

Ein Fir­men­kin­der­gar­ten ist eine geeignete Maßnahme, um Berufs- und Pri­vat­le­ben der Mit­ar­bei­ter mit Kindern in Einklang zu bringen. Eltern und Nachwuchs befinden sich so in einer ver­läss­li­chen Reich­wei­te von­ein­an­der. Sorgt der Ar­beit­ge­ber für ent­spre­chen­des Personal und Räum­lich­kei­ten, kann die so ge­schaf­fe­ne familiäre At­mo­sphä­re am Ar­beits­platz durchaus in­spi­rie­rend sein. Generell ist die interne Kin­der­be­treu­ung eine effektive Methode, dem Ar­beit­neh­mer das Managen seiner Work-Life-Balance zu er­leich­tern.

Sonstige Benefits

Zu­satz­leis­tun­gen des Ar­beit­ge­bers, so­ge­nann­te Benefits, wirken ebenso positiv auf die Work-Life-Balance des Ar­beit­neh­mers. Zum einen löst eine be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge einen Teil der Frage, wie das Leben im Alter fi­nan­ziert werden soll. Beliebt ist auch das so­ge­nann­te Fir­men­ti­cket, mit dem der Ar­beit­neh­mer den öf­fent­li­chen Nah­ver­kehr ohne eigene Unkosten nutzt.

Nicht un­ter­schät­zen sollten Ar­beit­ge­ber zudem die positive Wirkung einer gelebten Un­ter­neh­mens­ver­ant­wor­tung. Nimmt ein Un­ter­neh­men seine Ver­ant­wor­tung gegenüber Ge­sell­schaft, Umwelt und seinen Mit­ar­bei­tern ernst, führt das meist zu einer besseren Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Ar­beit­ge­ber. Im Wissen, für ein ‚gutes Un­ter­neh­men‘ zu arbeiten, ist der Ar­beit­neh­mer auch eher gewillt, Leistung zu bringen. Beliebt sind in diesem Zu­sam­men­hang auch Frei­stel­lungs­ta­ge, an denen Mit­ar­bei­ter frei­wil­lig an wohl­tä­ti­gen Ver­an­stal­tun­gen teil­neh­men dürfen.

Faktoren eines gesunden Pri­vat­le­bens

Was zu einem gesunden Pri­vat­le­ben gehört, ist in­di­vi­du­ell höchst un­ter­schied­lich. Schließ­lich versteht jeder Mensch unter dem per­sön­li­chen privaten Glück etwas anderes. Dennoch lassen sich bestimmte Faktoren de­fi­nie­ren, die im Pri­vat­le­ben der meisten Menschen eine wichtige Rolle spielen. Verläuft ein Teil des Pri­vat­le­bens un­er­freu­lich, hat das oft direkte Kon­se­quen­zen für das Ar­beits­le­ben. Manche Ar­beit­neh­mer haben die Fähigkeit, ein un­er­füll­tes Pri­vat­le­ben mit einem er­folg­rei­chen Be­rufs­le­ben zu kom­pen­sie­ren. Al­ler­dings gilt wohl für die meisten Menschen: Eine gute Work-Life-Balance fängt in der Freizeit an.

Familie und Part­ner­schaft

Die Familie ist für viele Menschen die wich­tigs­te Stütze eines glück­li­chen Lebens. Für viele Ar­beit­neh­mer definiert sich der Fei­er­abend durch die an­schlie­ßen­de Zeit mit der Familie bzw. dem Partner. Verläuft diese Zeit stressig, bekommt der Ar­beit­neh­mer nicht die ge­wünsch­te Erholung und es ent­wi­ckelt sich ein Teu­fels­kreis aus Arbeit und ‚Arbeit nach der Arbeit‘, der schließ­lich die komplette Work-Life-Balance durch­ein­an­der­wer­fen kann. In Ex­trem­fäl­len machen Ar­beit­neh­mer extra Über­stun­den, um später nach Hause zu kommen. Das geht natürlich auch an­ders­her­um, wenn der Ar­beit­neh­mer sich zu viele Frei­hei­ten für die Familie nimmt und dadurch den Job gefährdet.

Was zu einem guten Fa­mi­li­en­le­ben und zu einer guten Part­ner­schaft gehört, können wir an dieser Stelle nicht ausführen. Dennoch gilt: Das per­sön­li­che Glück vieler Ar­beit­neh­mer ist im starken Rückhalt der Familie begründet. Sowohl Ar­beit­neh­mer als auch Ar­beit­ge­ber haben viele Mög­lich­kei­ten, gute Rah­men­be­din­gun­gen für ein aus­ge­füll­tes Fa­mi­li­en­le­ben zu schaffen.

Freund­schaf­ten

Vielen Ar­beit­neh­mern fällt es (vor allem mit zu­neh­men­dem Alter) schwer, neben dem Beruf Freund­schaf­ten zu pflegen. Dass Treffen mit Freunden immer schwie­ri­ger werden, hat vielerlei Gründe. Zum einen sind viele Ar­beit­neh­mer nach der Arbeit schlicht zu erschöpft für soziale Ak­ti­vi­tä­ten, sodass Freund­schaf­ten unter schwie­ri­gen Ar­beits­be­din­gun­gen leiden können. Zum anderen führt ein Voll­zeit­job häufig zu Ter­min­pro­ble­men, vor allem wenn die Familie ein weiterer Faktor ist.

Außerdem tendieren viele Ar­beit­neh­mer dazu, ihre Kollegen zu den neuen sozialen An­ker­punk­ten zu machen, die vorher von externen Freunden aus­ge­füllt wurden. Das führt zwar zu einem insgesamt an­ge­neh­me­ren Ar­beits­um­feld, al­ler­dings laufen Freund­schaf­ten unter Kollegen Gefahr, zu sehr durch den Job definiert zu werden. Oft hören diese Freund­schaf­ten auf, wenn das Ar­beits­ver­hält­nis endet. Hat der Ar­beit­neh­mer dann seine externen Freund­schaf­ten nur un­zu­rei­chend gepflegt, droht ihm eine soziale Isolation.

Privates Glück, das die Work-Life-Balance ins Gleich­ge­wicht bringt, entsteht häufig dadurch, dass lang­jäh­ri­ge Freunde An­ker­punk­te abseits des Berufs bilden. So fühlt sich der Mensch auch nicht auf den bloßen Ar­beits­platz reduziert. Externe Freunde sind für das eigene Wohl­erge­hen deshalb so wichtig, weil sie – etwas zu­ge­spitzt for­mu­liert – einen Zugang zur Welt außerhalb des Ar­beits­plat­zes er­mög­li­chen. Hier liegt ein we­sent­li­cher Teil des Konzepts der Work-Life-Balance begründet, weswegen man den Faktor Freund­schaf­ten niemals un­ter­schät­zen sollte.

Lie­bes­le­ben und Part­ner­su­che

Dieser Faktor bezieht sich eher auf Ar­beit­neh­mer, die Singles sind. Ein stres­si­ger Job, der womöglich viele Über­stun­den fordert und er­schöp­fend ist, kann einen negativen Einfluss auf die Part­ner­su­che haben. Das wiederum schadet durchaus dem Pri­vat­le­ben und ver­schiebt die Work-Life-Balance erheblich, wenn Ar­beit­neh­mer die Ein­sam­keit und (sexuelle) Frus­tra­ti­on, die eine er­folg­lo­se Part­ner­su­che ty­pi­scher­wei­se mit sich bringt, nicht be­wäl­ti­gen.

Der Faktor Lie­bes­le­ben ähnelt in seiner Tragweite den Faktoren Familie und Freunde. Nimmt das Ar­beits­le­ben einen zu großen Platz im Leben des Ar­beit­neh­mers ein und gefährdet dadurch Part­ner­su­che und Fa­mi­li­en­pla­nung, hat das womöglich Kon­se­quen­zen für das seelische Wohl­be­fin­den. In extremen Fällen drohen de­pres­si­ve Ver­stim­mun­gen bis hin zu ernst­haf­ten Er­kran­kun­gen. An­ge­stau­te Frus­tra­ti­on kann sich auch am Ar­beits­platz entladen, etwa sobald der Ar­beit­neh­mer seine Part­ner­su­che (auch not­ge­drun­gen) am Ar­beits­platz selbst betreibt. Dann nimmt mög­li­cher­wei­se das soziale Gefüge im Betrieb Schaden.

Dass soziale Kontakte unter Kollegen auch zu intimen Be­zie­hun­gen führen, kann ein Ar­beit­ge­ber nicht ver­hin­dern. Hier liegt es we­sent­lich in der Ver­ant­wor­tung der be­tref­fen­den Mit­ar­bei­ter, Ar­beits­ver­hält­nis und privates Ver­hält­nis aus­ein­an­der­zu­hal­ten und in Einklang zu bringen. Generell empfiehlt es sich, den Ar­beit­ge­ber über das Ver­hält­nis zu in­for­mie­ren, eine Pflicht hierzu besteht aber nicht.

Hobbies und In­ter­es­sen

Viele Ar­beit­neh­mer haben Hobbies und In­ter­es­sen, denen sie neben dem Job weiterhin nachgehen möchten. Viele Ar­beits­plät­ze er­schwe­ren dies jedoch erheblich. Hobbies, die festen Zeit­plä­nen folgen, können durch un­fle­xi­ble Ar­beits­zei­ten unmöglich werden. Ebenso hat ein be­las­ten­der Job häufig die Wirkung, dass der Ar­beit­neh­mer nach Fei­er­abend keine Kraft mehr hat, seinen In­ter­es­sen oder Hobbies zu folgen. Hier steht die in­di­vi­du­el­le Selbst­ver­wirk­li­chung in der Freizeit auf dem Spiel – das Pri­vat­le­ben macht Platz für das fordernde Ar­beits­le­ben. Die Work-Life-Balance leidet darunter spürbar.

Neben fle­xi­ble­ren Ar­beits­zei­ten hat der Ar­beit­ge­ber mehrere Mög­lich­kei­ten, die in­di­vi­du­el­len In­ter­es­sen seiner Mit­ar­bei­ter zu würdigen. Be­triebs­in­ter­ne soziale Netzwerke sind beliebte Platt­for­men für den Austausch von In­ter­es­sen. So können sich Mit­ar­bei­ter vernetzen und zu ge­mein­sa­men Ak­ti­vi­tä­ten ver­ab­re­den. Hobbies und In­ter­es­sen mit Kollegen zu teilen hat zwei ent­schei­den­de Vorteile: Erstens ist die Frei­zeit­pla­nung meist sehr ähnlich, wodurch seltener Kol­li­sio­nen entstehen. Zweitens verstärkt dies das soziale Gefüge am Ar­beits­platz, weil ge­mein­sa­me In­ter­es­sen gute An­ker­punk­te für mensch­li­che Be­zie­hun­gen sind. Zu beachten ist jedoch auch das oben Gesagte zum Thema „Freund­schaf­ten“.

Sport und Ge­sund­heit

Das Thema Ge­sund­heit greift in alle Le­bens­be­rei­che eines Menschen und ist deshalb für die Work-Life-Balance von zentraler Bedeutung. Im Grunde haben fast alle Faktoren – ob nun soziale, per­sön­li­che, familiäre, psy­chi­sche oder physische – hiermit zu tun. Sport spielt nach­weis­lich für die kör­per­li­che und geistige Ge­sund­heit eine we­sent­li­che Rolle.

Viele Ar­beit­neh­mer brauchen Ausgleich durch Bewegung, vor allem wenn sie das Be­rufs­le­ben zum Großteil sitzend ver­brin­gen. Besonders bei Schreib­tisch­jobs ist es wichtig, sich mehrmals pro Woche min­des­tens eine halbe Stunde sportlich zu betätigen. Aber auch über den Ar­beits­tag verteilt empfiehlt sich für jede Stunde, die man sitzend verbringt, min­des­tens fünf Minuten auf den Beinen zu sein. Die kör­per­li­che Fitness ist vielen wichtig, weshalb der sport­li­chen Aktivität in der Freizeit eine hohe Bedeutung zukommt.

Un­ter­neh­men können außer für gesündere Ar­beits­platz­be­din­gun­gen (s. o.) auch für den sport­li­chen Ausgleich ihrer Mit­ar­bei­ter sorgen. Mögliche Angebote sind Frei­zei­tevents wie Fir­men­läu­fe oder Fuß­ball­tur­nie­re oder auch Er­mä­ßi­gun­gen bei Fit­ness­stu­di­os. Letztlich liegt es aber in der Ei­gen­ver­ant­wor­tung jedes Ar­beit­neh­mers, ob und inwieweit er solche Angebote wahr­neh­men möchte.

Immens wichtig ist schließ­lich, dass sowohl Ar­beit­neh­mer als auch Ar­beit­ge­ber ver­ant­wor­tungs­be­wusst mit dem Thema Ge­sund­heit umgehen. Dazu gehört ei­ner­seits, dass die Mit­ar­bei­ter auch in ihrer privaten Freizeit auf ihre Ge­sund­heit achten, an­de­rer­seits, dass der Ar­beit­ge­ber Ver­ständ­nis für kranke Mit­ar­bei­ter aufbringt und sich in gewissem Maß kulant zeigt, was Fehltage oder auch Arzt­ter­mi­ne während der Ar­beits­zeit betrifft. Dies kann ver­hin­dern, dass ein er­krank­ter Mit­ar­bei­ter in eine ge­fähr­li­che Ab­wärts­spi­ra­le gerät.

Schlaf

Ein oft un­ter­schätz­ter Faktor für das all­ge­mei­ne Wohl­be­fin­den ist ein gesunder Schlaf­rhyth­mus. Zu wenig Schlaf führt in der Regel zu schlech­te­ren Leis­tun­gen, Stim­mungs­schwan­kun­gen, erhöhter kör­per­li­cher An­fäl­lig­keit und vielen anderen Risiken. Oftmals lässt sich anhand des Schlafs, den ein Mensch hat, ablesen, wie aus­ge­wo­gen seine Work-Life-Balance ist. Daher ver­wun­dert es nicht, dass viele Psy­cho­lo­gen und Ärzte im gesunden Schlaf einen Schlüs­sel­fak­tor fürs glück­li­chen Leben ausmachen.

Schlaf ist eine wertvolle Ressource, an der Ar­beit­neh­mer allzu oft sparen (müssen). Wer nach einem langen Ar­beits­tag noch Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten geplant hat, ver­zich­tet häufig auf einige Stunden Schlaf. Die mögliche Folge: Die Work-Life-Balance gerät aus den Fugen.

Wie wichtig ein gesunder Schlaf für die Pro­duk­ti­vi­tät am Ar­beits­platz ist, be­ant­wor­tet Prof. James Gangwisch von der Uni­ver­si­tät Columbia. In seiner Studie zum Thema Schlaf in Bezug auf die Work-Life-Balance stellt Gangwisch fest, dass vor allem flexible Ar­beits­stun­den ein ge­eig­ne­tes Mittel sind, um den gesunden Schlaf der Mit­ar­bei­ter zu fördern. Ins­be­son­de­re groß­zü­gi­ge Re­ge­lun­gen für den Ar­beits­be­ginn morgens erlauben dem Ar­beit­neh­mer, seine Schlaf­zeit nach seinen Be­dürf­nis­sen aus­zu­rich­ten. Die nach­weis­lich daraus re­sul­tie­ren­de Stei­ge­rung der Leis­tungs­fä­hig­keit sei dann auch von Vorteil für den Ar­beit­ge­ber.

Zugleich warnt Gangwisch jedoch vor zu viel Nar­ren­frei­heit, weil der Ar­beit­neh­mer dann seine Fle­xi­bi­li­tät häufiger über­stra­pa­zie­re und keinen Rhythmus in seinen Tag-Nacht-Zyklus bekomme. Es gilt also, ein Ar­beits­zei­ten­sys­tem zu ver­ein­ba­ren, das flexibel und ver­bind­lich genug für alle ist.

Gesunder Schlaf ist ein überaus komplexes Thema und nicht allein mit einem passenden Ar­beits­zei­ten­sys­tem zu klären. Schließ­lich können fast alle Faktoren im Berufs- und Pri­vat­le­ben positive wie negative Aus­wir­kun­gen auf den Schlaf haben. Viele Menschen können aufgrund be­stehen­der Sorgen schlecht ein­schla­fen, andere sind durch den Stress im Pri­vat­le­ben nie in der Lage, ruhigen Schlaf zu finden. Neben den in­di­vi­du­el­len kör­per­lich-geistigen Faktoren wie Ernährung, Bewegung und seelische Ge­sund­heit spielen Einflüsse wie der Wohnort, Lärm und das Wetter eine nicht zu un­ter­schät­zen­de Rolle für Art und Dauer der Ru­he­pha­sen.

Ent­span­nung und Selbst­re­fle­xi­on

Dieser Faktor ist stark abhängig davon, was der Einzelne jeweils unter Ent­span­nung versteht und wie viel er davon braucht. Viele Menschen haben ein gesundes Berufs- und Pri­vat­le­ben, kommen aber trotzdem nie zur Ruhe. Ihr Leben folgt häufig dem immer gleichen Ablauf: morgens zur Arbeit, mittags mit Kollegen essen gehen, nach Fei­er­abend zur Familie, Zeit mit dem Partner und/oder den Kindern ver­brin­gen, etwas Sport machen, ins Bett gehen. Was sich nach einer guten Work-Life-Balance anhört, fühlt sich für das In­di­vi­du­um oft nur noch ober­fläch­lich an. Denn wann hat der Mensch Zeit für sich selbst?

Die Fähigkeit zur Selbst­re­fle­xi­on muss ein Mensch immer wieder pflegen und auf­fri­schen. Im Kern geht es darum, den eigenen Kompass zu behalten, mit dem man durchs Leben geht. Dabei spielen viel­fäl­ti­ge Fragen rund um Selbst­ver­wirk­li­chung, Sinn­erfül­lung und die eigenen Wünsche eine Rolle: Bin ich wirklich da, wo ich sein will? Was sind meine Träume und Ziele? Was habe ich schon erreicht? Wovor habe ich Angst? Was hilft mir, zu­frie­de­ner zu werden?

Viele Menschen finden diese wichtige Zeit für sich in den Hobbies und In­ter­es­sen, durch die sie sich de­fi­nie­ren. Manche können beim Sport ‚in sich gehen‘, während andere dazu gewisse Orte be­vor­zu­gen, an denen sie ‚ab­schal­ten‘ können. In diesem Zu­sam­men­hang wird die Me­di­ta­ti­on eine immer be­lieb­te­re spi­ri­tu­el­le Praxis, denn sie soll dazu dienen, den Geist zu sammeln und über wichtige Fragen des Lebens nach­zu­den­ken.

Work-Life-Balance heißt also nicht nur, den richtigen Ausgleich zwischen Berufs- und Pri­vat­le­ben zu finden, sondern auch, diesen re­gel­mä­ßig zu re­flek­tie­ren und zu hin­ter­fra­gen. Doch auch hierbei kommt es auf das richtige Maß an: Wer versucht, eine gute Work-Life-Balance mehr zu er­ar­bei­ten als zu leben, verfehlt größ­ten­teils den Sinn hinter dem Konzept.

So fördern Un­ter­neh­men eine gesunde Work-Life-Balance

Das Konzept der Work-Life-Balance sieht den Erfolg eines Un­ter­neh­mens zu einem großen Teil in der Zu­frie­den­heit und Pro­duk­ti­vi­tät der Mit­ar­bei­ter begründet. Immer mehr Ar­beit­ge­ber be­schäf­ti­gen sich deshalb mit ge­eig­ne­ten Stra­te­gien, diese ‚weichen‘ Faktoren zu fördern. Häufig obliegt die Planung und Umsetzung solcher Stra­te­gien dem Per­so­nal­ma­nage­ment bzw. der Human-Resources-Abteilung. Das Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein und Selbst­ver­ständ­nis eines Un­ter­neh­mens kann hierbei die Richtung vorgeben.

Unter den modernen Begriff Corporate Social Re­spon­si­bi­li­ty (CSR) fällt eine ganze Band­brei­te an Faktoren, vom um­welt­scho­nen­den Betrieb über die Ver­ant­wor­tung gegenüber der Ge­sell­schaft und dem Wett­be­werb bis hin zur sozialen Ver­pflich­tung gegenüber jedem einzelnen Mit­ar­bei­ter. CSR be­schreibt somit den ‚mo­ra­li­schen Kompass‘ eines Un­ter­neh­mens. Ist dieser falsch aus­ge­rich­tet, leiden darunter häufig die schwä­che­ren Glieder – und nicht zuletzt deren Work-Life-Balance.

In der folgenden Übersicht finden Sie beliebte Maßnahmen, mit denen Ar­beit­ge­ber ihren Mit­ar­bei­tern eine gesunde Work-Life-Balance er­mög­li­chen.

Maßnahme Erklärung
Flexible Ar­beits­zei­ten Mit­ar­bei­ter können ihren Ta­ges­rhyth­mus nach ihren in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­sen gestalten und haben mehr Frei­hei­ten hin­sicht­lich Freizeit, Familie, Nachtruhe usw.
Home-Office Viele Arbeiten lassen sich auch zuhause oder abseits des Ar­beits­plat­zes erledigen. Home-Office erlaubt Mit­ar­bei­tern, mehr Zeit mit der Familie zu ver­brin­gen und sich auch unter der Woche besser zu erholen. Außerdem bleibt mehr Freizeit, weil der Ar­beits­weg wegfällt. Home-Office lockert auch die Fünf-Tage-Woche und bringt mehr Ab­wechs­lung ins Be­rufs­le­ben. Der Ar­beit­ge­ber spart zudem Geld, wenn der Ar­beits­platz einen Tag ungenutzt bleibt.
Gesunde Nah­rungs­an­ge­bo­te Kantinen bieten im Idealfall für jeden Mit­ar­bei­ter eine passende Mahlzeit an und sind möglichst trans­pa­rent, was In­halts­stof­fe und Zu­sam­men­stel­lung der Speisen angeht. Darüber hinaus hat die kos­ten­lo­se Lieferung von Obst und Getränken einen positiven Einfluss auf die Ge­sund­heit der Mit­ar­bei­ter, die ein we­sent­li­cher Faktor der Work-Life-Balance ist.
Gesunder Ar­beits­platz Ein gesunder Körper ist wichtig, um die Work-Life-Balance zu erreichen. Vor allem bei Bürojobs liegt es am Ar­beit­ge­ber, gute Rah­men­be­din­gun­gen zu schaffen, damit die Mit­ar­bei­ter gesund bleiben. Dazu gehören er­go­no­mi­sche Bü­ro­stüh­le, hö­hen­ver­stell­ba­re Schreib­ti­sche, Steh­ar­beits­plät­ze und Ar­beits­ab­läu­fe, die zur Bewegung animieren. Weitere Faktoren sind aus­rei­chen­de Be­leuch­tung, Lärm­schutz und gute kli­ma­ti­sche Be­din­gun­gen. Außerdem sollte das Be­triebs­kli­ma den Mit­ar­bei­tern niemals das Gefühl ver­mit­teln, sie dürften nicht aufstehen und z. B. Dehn- und Streck­übun­gen machen. Be­triebs­in­ter­ne Schu­lun­gen, etwa zur richtigen Sitz­po­si­ti­on, sind weitere un­ter­stüt­zen­de Maßnahmen.
Be­triebs­in­ter­ne Kin­der­be­treu­ung Ein Be­triebs­kin­der­gar­ten entlastet Ar­beit­neh­mer mit Kindern, indem er ei­ner­seits die lo­gis­tisch auf­wen­di­ge (und man­cher­orts schwer zu findende) Betreuung in Kin­der­ta­ges­stät­ten über­flüs­sig macht und an­de­rer­seits Berufs- und Fa­mi­li­en­le­ben erlaubt, sich zu über­kreu­zen. Ar­beit­neh­mer können mehr Zeit mit ihren Kindern ver­brin­gen und ver­zich­ten so womöglich auf eine längere Eltern- oder Teilzeit, was sowohl die Gefahr eines Kar­rie­re­knicks als auch die Per­so­nal­fluk­tua­ti­on mindert.
Fitness-Angebote Rü­cken­schu­le, Yoga-Sessions, Sport-Events und viele andere Maßnahmen fördern aktiv die Ge­sund­heit der Mit­ar­bei­ter. Gleich­zei­tig sorgen viele dieser Angebote für ein besseres Be­triebs­kli­ma, indem sie die Mit­ar­bei­ter gemeinsam aktiv werden lassen.
Angebote zur Stress­be­wäl­ti­gung In der heutigen leis­tungs­ori­en­tier­ten Ge­sell­schaft ist die Fähigkeit der Stress­be­wäl­ti­gung immens wichtig. Der Ar­beit­ge­ber punktet hier mit Angeboten wie Schu­lun­gen zu Me­di­ta­ti­on und autogenem Training, Zeit­ma­nage­ment­kur­sen usw. Insgesamt ist es jedoch wichtig, den Stress­pe­gel der Mit­ar­bei­ter möglichst gering zu halten, wofür alle Maßnahmen in dieser Übersicht zu­sam­men­spie­len.
Be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge Eine be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge kann Mit­ar­bei­ter enorm entlasten, da sie zumindest ein Teil der Sorge um den Le­bens­un­ter­halt im Alter nimmt. Zu­kunfts­ängs­te können hemmen; je weniger den Menschen belasten, desto besser kann er sich auf die Gegenwart kon­zen­trie­ren und das leisten, wozu er fähig ist.
Sab­ba­ti­cals Die Mög­lich­keit, un­be­zahl­te Lang­zeit­ur­lau­be (Sab­ba­ti­cals) zu nehmen, wirkt bei manchen Mit­ar­bei­tern wahre Wunder. Wenn es das Per­so­nal­ma­nage­ment zulässt, für eine gewisse Zeit auf einen Mit­ar­bei­ter zu ver­zich­ten, sind Sab­ba­ti­cals eine effektive Methode, dem Be­rufs­le­ben für eine Zeit zu ent­flie­hen und sich aufs Pri­vat­le­ben zu kon­zen­trie­ren. Ein ent­stan­de­nes Un­gleich­ge­wicht wird dabei oftmals aus­ge­gli­chen, und der Mit­ar­bei­ter kehrt gestärkt und motiviert zurück. Be­las­ten­de Le­bens­um­stän­de wie etwa Trau­er­fäl­le lassen sich durch Sab­ba­ti­cals besser be­wäl­ti­gen. Die Methode ist auch beliebt, um Mit­ar­bei­tern eine Pause zu geben, denen ein Burn-out droht.
Kon­struk­ti­ves Feedback Wert­schät­zung am Ar­beits­platz zu erfahren ist leider nicht selbst­ver­ständ­lich, hat aber einen immensen Einfluss auf das Wohl­be­fin­den und die Mo­ti­va­ti­on des Mit­ar­bei­ters. Gute Arbeit will gewürdigt werden; ebenso sollte schlech­ten Leis­tun­gen mit kon­struk­ti­ver Kritik begegnet werden, die re­spekt­voll kom­mu­ni­ziert wird. Maßnahmen wie Feedback-Gespräche in re­gel­mä­ßi­gen In­ter­val­len sind gute Mög­lich­kei­ten, dem Mit­ar­bei­ter re­gel­mä­ßig Wert­schät­zung ent­ge­gen­zu­brin­gen. Überdies können Mit­ar­bei­ter selbst ihre Ziele for­mu­lie­ren, die an­schlie­ßend gemeinsam er­ar­bei­tet werden. So weiß der Ar­beit­neh­mer genau, was von ihm erwartet wird.
Trans­pa­ren­te Auf­stiegs­mög­lich­kei­ten Viele Mit­ar­bei­ter frus­trie­ren Jobs, die in einer ‚Sackgasse‘ enden und keine Auf­stiegs­mög­lich­kei­ten zulassen. Work-Life-Balance heißt eben nicht die alleinige Fo­kus­sie­rung auf ein glück­li­ches Pri­vat­le­ben neben dem Job, sondern auch eine zu­frie­den­stel­len­de Karriere neben dem Pri­vat­le­ben. Wenn ein Mit­ar­bei­ter über seine Mög­lich­kei­ten Bescheid weiß und Ge­le­gen­hei­ten bekommt, in der Kar­rie­re­lei­ter auf­zu­stei­gen, führt dies zumeist zu besseren Leis­tun­gen und zu einer stärkeren Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Ar­beit­ge­ber.
Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten Das Bestreben nach mehr Wissen und mehr Fä­hig­kei­ten bleibt den meisten Menschen ein Leben lang erhalten. Ein er­folg­rei­ches Be­rufs­le­ben definiert sich auch über die ständige Er­wei­te­rung der eigenen Kom­pe­ten­zen, die wiederum einen be­ruf­li­chen Aufstieg er­mög­li­chen. Der Ar­beit­ge­ber kann hier mit Schu­lun­gen, Zu­satz­qua­li­fi­ka­tio­nen und Mög­lich­kei­ten eines be­rufs­be­glei­ten­den Studiums die Fort­bil­dung seiner Mit­ar­bei­ter aktiv un­ter­stüt­zen.

Kritik am Work-Life-Balance-Modell

Obwohl das Modell der Work-Life-Balance als allgemein anerkannt gilt und immer mehr Un­ter­neh­men auf ent­spre­chen­de Maßnahmen zu deren Förderung zu­rück­grei­fen, gibt es auch einige Stimmen, die das Konzept als pro­ble­ma­tisch ansehen.

Eine häufige Kritik be­zeich­net die Work-Life-Balance als Mythos. Es handle sich um einen Ide­al­zu­stand, der praktisch nicht zu erreichen sei, weil das Leben nicht planbar sei. Die Vor­stel­lung der Work-Life-Balance missachte demnach die chao­ti­sche Natur des Lebens, die durch sorg­fäl­ti­ge Planung schlicht nicht unter Kontrolle zu bringen sei. Das Modell ignoriere außerdem wichtige Fä­hig­kei­ten wie An­pas­sungs­fä­hig­keit und Im­pro­vi­sa­ti­on. Gleich­zei­tig versuche es, dem Menschen ein ‚Life-Ma­nage­ment‘ vor­zu­schrei­ben, das in dieser Form unmöglich sei. Durch die über­trie­be­ne Sorgfalt bei der Le­bens­pla­nung entstehe iro­ni­scher­wei­se nur noch mehr Stress.

Ein weiterer Kri­tik­punkt setzt am Begriff „Work-Life-Balance“ selbst an. Dieser sug­ge­rie­re, dass Arbeit und Leben zwei ent­ge­gen­ge­setz­te Bereiche seien. Kritiker des Modells ar­gu­men­tie­ren, dass diese Trennung nicht korrekt sei, weil man ja auch lebe, wenn man arbeite. Für viele Menschen genüge die Arbeit auch als ‚Leben‘ – das Konzept der Work-Life-Balance ziehe also eine Grenze, die es so nicht gebe.

Im Zuge dessen ver­un­glimp­fe das Modell das Be­rufs­le­ben als Gegner des Pri­vat­le­bens, obwohl man diese Trennung gar nicht vornehmen müsse. Un­zu­frie­den­heit mit der Arbeit an sich lasse sich auch nicht durch das Streben nach einer Work-Life-Balance beheben; ein Wechsel des Ar­beits­plat­zes sei vielmehr ein ge­eig­ne­tes Mittel. Als Al­ter­na­ti­ve wird heute häufig der Begriff Work-Life-In­te­gra­ti­on verwendet, der eine ideelle Ver­schmel­zung von Berufs- und Pri­vat­le­ben vorsieht, statt beide Bereiche von­ein­an­der zu trennen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die Idee der Work-Life-Ef­fec­ti­ve­ness.

Viele Kritiker bemängeln außerdem die Prio­ri­sie­rung der ‚Aus­ge­gli­chen­heit‘ im Modell. Der Mensch sei von Natur aus un­aus­ge­gli­chen, was kei­nes­falls das per­sön­li­che Unglück des Menschen nach sich ziehe. Vielen Menschen genüge ein er­folg­rei­ches Be­rufs­le­ben, um glücklich und produktiv zu sein; viele Ar­beit­neh­mer schöpften sogar mehr Kraft aus einer inneren Unruhe, die sie zu immer besserer Leis­tun­gen antreibt. Zudem teilten viele Menschen ihr Leben in Ab­schnit­te ein, in denen sie sich entweder mehr auf das Berufs- oder auf das Pri­vat­le­ben kon­zen­trier­ten. Work-Life-Balance sehe aber einen idealen All­ge­mein­zu­stand vor, den man nicht umfassend für alle Menschen anwenden dürfe und könne.

Weitere Kritik richtet sich gegen einzelne Maßnahmen der Work-Life-Balance-Be­stre­bun­gen. Flexible Ar­beits­zei­ten eigneten sich demnach nicht für jeden Ar­beit­neh­mer; so habe ein strikt geplanter Ar­beits­tag auch etliche Vorteile, von Pla­nungs­si­cher­heit bis zu ge­sün­de­rem Schlaf (wobei es beim Thema Schlaf viele wis­sen­schaft­li­che Un­klar­hei­ten gibt). Ein­rich­tun­gen wie be­trieb­li­che Kin­der­ta­ges­stät­ten seien zudem häufig ein zu­sätz­li­ches Stress­ele­ment am Ar­beits­platz, schließ­lich erholten sich viele Ar­beit­neh­mer auf der Arbeit von der Familie.

Viele Maßnahmen werden pauschal als schein­hei­lig be­zeich­net; so bedeute es noch keine Work-Life-Balance, frisches Obst und flexible Ar­beits­zei­ten an­zu­bie­ten und sich damit zu gefallen. Kritiker der Work-Life-Balance ap­pel­lie­ren lieber an eine positiv gelebte soziale Un­ter­neh­mens­ver­ant­wor­tung, die gesunde Rah­men­be­din­gun­gen für gute Arbeit schaffe. Ein Konzept wie Work-Life-Balance sei dann über­flüs­sig und al­len­falls ein nichts­sa­gen­des Buzzword.

Übersicht: Die Vorteile einer gesunden Work-Life-Balance

Das Konzept der Work-Life-Balance sieht vor, dass Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­ge­ber glei­cher­ma­ßen pro­fi­tie­ren. Das Modell muss dabei für jeden Menschen in­di­vi­du­ell be­trach­tet werden. Dennoch lassen sich einige all­ge­mei­ne Vorteile für beide Parteien iden­ti­fi­zie­ren, die sich in der Praxis vie­ler­orts als solche erwiesen haben. In der folgenden Übersicht stellen wir die ge­gen­sei­ti­ge Wech­sel­wir­kung einer gesunden Work-Life-Balance vor.

Vorteile für den Ar­beit­neh­mer Vorteile für den Ar­beit­ge­ber
Dem Pri­vat­le­ben und per­sön­li­chen Glück wird mehr Bedeutung zu­ge­mes­sen … … sodass der Ar­beit­neh­mer erholter, aus­ge­gli­che­ner und zu­frie­de­ner arbeitet.
Fle­xi­ble­re Ar­beits­zei­ten er­mög­li­chen eine bessere Or­ga­ni­sa­ti­on des Pri­vat­le­bens … … was auch die Ar­beits­zeit des einzelnen Ar­beit­neh­mers ef­fek­ti­ver macht.
Work-Life-Balance er­mög­licht einen ge­sün­de­ren Le­bens­stil … … und gesunde Mit­ar­bei­ter sind pro­duk­ti­ver, in­spi­rier­ter und zu­frie­de­ner.
Home-Office hat einen positiven Einfluss, vor allem auf das Fa­mi­li­en­le­ben … … und der Ar­beit­ge­ber spart Geld und andere Res­sour­cen, wenn der Ar­beit­neh­mer teilweise keinen Ar­beits­platz vor Ort be­an­sprucht.
Soziale Events er­leich­tern das Zu­sam­men­wir­ken von Berufs- und Pri­vat­le­ben … … und diese Events haben als team­bil­den­de Maßnahmen eine doppelte Wirkung.
Fitness-Angebote und Wei­ter­bil­dun­gen fördern den Ar­beit­neh­mer als Person … … und auch das führt zu einer höheren Pro­duk­ti­vi­tät und Mo­ti­va­ti­on am Ar­beits­platz.
Be­triebs­in­ter­ne Kin­der­be­treu­ung hilft dabei, Berufs- und Fa­mi­li­en­le­ben im Einklang zu halten … … und Eltern haben die Mög­lich­keit, nach der Geburt ihres Kindes früher und sor­gen­frei­er an den Ar­beits­platz zu­rück­zu­keh­ren.
Eine ge­sund­heits­freund­li­che Ge­stal­tung des Ar­beits­plat­zes und ver­schie­de­ne Benefits erhöhen die Qualität der Arbeit … … und wenn die Mit­ar­bei­ter gerne im Un­ter­neh­men arbeiten, zahlen sie das mit Leistung zurück.
Kon­struk­ti­ves Feedback und trans­pa­ren­te Auf­stiegs­chan­cen regeln das Be­rufs­le­ben und sorgen für Ent­las­tung im Pri­vat­le­ben … … und der Ar­beit­ge­ber kann den Mit­ar­bei­ter deutlich besser ein­schät­zen und sowohl Lob als auch Kritik effizient kom­mu­ni­zie­ren.
Sab­ba­ti­cals er­mög­li­chen dem Ar­beit­neh­mer, eine in die Schief­la­ge geratene Work-Life-Balance ge­ra­de­zu­rü­cken, ohne einen Kar­rie­re­knick zu riskieren … … wodurch man Leis­tungs­trä­ger lang­fris­tig bindet, das Risiko eines Burn-outs ver­rin­gert und die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Ar­beit­ge­ber stärkt.

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