Die Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung (2FA) ist ein Si­cher­heits­ver­fah­ren, das den Zugriff auf ein Konto zu­sätz­lich zum Passwort durch einen zweiten Iden­ti­täts­nach­weis absichert, zum Beispiel durch einen Code auf dem Smart­phone. Dadurch wird der Schutz vor un­be­fug­tem Zugriff erheblich erhöht, selbst wenn das Passwort in falsche Hände gerät.

Was ist die Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung (2FA)?

Die Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung kom­bi­niert zwei un­ter­schied­li­che und von­ein­an­der un­ab­hän­gi­ge Kom­po­nen­ten zur Iden­ti­fi­zie­rung eines be­rech­tig­ten Anwenders. Ein simples All­tags­bei­spiel für diese Zwei-Wege-Au­then­ti­fi­zie­rung begegnet uns tag­täg­lich am Geld­au­to­ma­ten oder an manchen Su­per­markt­kas­sen: Um Geld abzuheben oder im Su­per­markt zu bezahlen, sind stets zwei Kom­po­nen­ten nötig: PIN (bzw. Un­ter­schrift) und EC-Karte. Nur wenn beide korrekt kom­bi­niert vorliegen, ist die Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung er­folg­reich. Das gleiche Prinzip kann auch zur Ab­si­che­rung von E-Mail-Accounts, Konten in On­line­shops oder auf anderen großen Web­por­ta­len zum Tragen kommen.

Doch leider wird im Web immer noch eine über­wäl­ti­gen­de Mehrheit der Accounts mit nur einer Kom­po­nen­te geschützt: Für den Log-in in einen E-Mail-Account, bei Cloud-Diensten oder On­line­shops reicht für ge­wöhn­lich ein Passwort. Haben sie dieses erbeutet, bekommen Ha­cke­rin­nen und Hacker schnell Zugriff auf sensible E-Mails, Kon­to­da­ten oder per­sön­li­che Dateien. Um das zu ver­hin­dern, führen immer mehr Anbieter wie Dropbox, Google oder Amazon die Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung für ihren je­wei­li­gen Dienst als zu­sätz­li­che Si­cher­heits­maß­nah­me ein. Dieses Verfahren kann ganz un­ter­schied­lich ausfallen, da ver­schie­de­ne Kom­po­nen­ten für eine solche zwei­stu­fi­ge Au­then­ti­fi­zie­rung kom­bi­niert werden können.

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Wie funk­tio­niert eine Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung?

Die für den Zugriff not­wen­di­gen Kom­po­nen­ten bzw. Faktoren können viel­fäl­tig sein. Die wich­tigs­ten und am weitesten ver­brei­te­ten Faktoren für eine Zwei-Wege-Au­then­ti­fi­zie­rung sind:

  • Token oder Zu­gangs­kar­ten
  • PINs (Per­sön­li­che Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mern)
  • TANs (Trans­ak­ti­ons­num­mern)
  • Pass­wör­ter
  • Bio­me­tri­sche Cha­rak­te­ris­ti­ka (z. B. Fin­ger­ab­druck, Stimme oder Iris)

All diese Faktoren setzen für die Iden­ti­fi­zie­rung einer be­rech­tig­ten Person etwas voraus, das diese entweder weiß, besitzt oder das un­trenn­bar mit ihr verbunden ist („Wissen“, „Haben“, „Sein“). Das Beispiel Bank­au­to­mat zeigt, dass im Alltag vor­wie­gend Tokens mit einem der anderen Faktoren kom­bi­niert werden. Dieses Verfahren hat den ent­schei­den­den Nachteil, dass auch be­rech­tig­te Personen das Token immer mit sich führen müssen – was in un­acht­sa­men Momenten (also z. B. der Falsch­ein­ga­be) dazu führen kann, dass sie trotzdem keinen Zugriff bekommen.

Aus diesem Grund werden für Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­run­gen im WWW vermehrt Verfahren zur Iden­ti­fi­zie­rung be­rech­tig­ter Anwender verwendet, die ohne klas­si­sche Tokens auskommen oder zumindest das Ver­lust­ri­si­ko mi­ni­mie­ren: In der Regel wird neben einem Passwort vom System ein au­to­ma­ti­scher Code generiert. Dieser wird als so­ge­nann­tes One-Time-Passwort (OTP) be­zeich­net). Der be­rech­tig­te Anwender bekommt das OTP auf sein Smart­phone geschickt – entweder via SMS, Mail oder über eine spezielle Au­then­ti­ca­tor-App. So wird si­cher­ge­stellt, dass nur die Person Zugang bekommt, die im Besitz dieses zu­sätz­li­chen Si­cher­heits­codes ist. Der Vorteil: Der Code ist nur einmal gültig und verliert nach einer be­stimm­ten Zeit au­to­ma­tisch seine Gül­tig­keit.

Hinweis

Man kann zwei Haupt­ar­ten von Ein­mal­pass­wör­tern un­ter­schei­den: TOTP (Time-based One-Time Password) sind zeit­ba­siert und ge­ne­rie­ren alle 30 Sekunden einen neuen Code, un­ab­hän­gig davon, ob er verwendet wurde oder nicht. HOTP (HMAC-based One-Time Password) hingegen sind zäh­ler­ba­siert und erzeugen bei An­for­de­rung jedes Mal einen neuen Code, der so lange gültig bleibt, bis er genutzt wird.

Die Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung ohne Token oder Zu­gangs­kar­te hat darüber hinaus den Vorteil, dass auch sekundäre Emp­fangs­me­tho­den für den Si­cher­heits­code fest­ge­legt werden können: Ist z. B. kein Zugriff auf die App möglich, lässt sich festlegen, dass al­ter­na­tiv eine SMS ver­schickt wird oder der be­rech­tig­te Anwender einen Anruf mit au­to­ma­ti­scher Durchsage des Codes bekommt.

Warum ist eine Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung wichtig?

Eine hun­dert­pro­zen­ti­ge Si­cher­heit für einen Account ist be­kannt­lich niemals ge­währ­leis­tet – warum also die Mühe machen und eine Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung überhaupt ein­rich­ten? Die Antwort liegt auf der Hand: Die 2FA fügt dem Iden­ti­fi­ka­ti­ons­pro­zess eine zu­sätz­li­che Stufe hinzu – ge­wis­ser­ma­ßen eine zweite Hürde, die Unbefugte erst einmal über­win­den müssen. Mehr noch: Nahezu alle gängigen Phishing-Attacken scheitern an einer solchen Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung.

Die Zahlen von Cy­ber­kri­mi­na­li­tät sind auf konstant hohem Niveau. Besonders die bereits erwähnten Phishing-Angriffe, aber auch Iden­ti­täts­dieb­stahl und Kon­to­über­nah­men betreffen immer mehr Pri­vat­per­so­nen und Un­ter­neh­men. An­grei­fen­de nutzen dabei oft ge­stoh­le­ne Zu­gangs­da­ten oder wenig sichere Pass­wör­ter, um sensible In­for­ma­tio­nen zu erlangen. Genau hier setzt die Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung an: Sie bietet eine zu­sätz­li­che Si­cher­heits­ebe­ne, die es erheblich erschwert, selbst bei bekanntem Passwort auf ein Konto zu­zu­grei­fen. 2FA ist deshalb kein „Nice-to-have“, sondern ein un­ver­zicht­ba­rer Schutz vor Iden­ti­täts­dieb­stahl und weiteren Cy­ber­ver­bre­chen.

Bild: Infografik zur Cyberkriminalität in Deutschland
Die Fälle von Cy­ber­crime sind auf einem konstant hohen Niveau.

Hat die Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung auch Nachteile?

Der höhere Si­cher­heits­stan­dard durch eine Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung bringt über­wie­gend Vorteile mit sich. Dem­entspre­chend rät auch das Bundesamt für Si­cher­heit in der In­for­ma­ti­ons­tech­nik (BSI) zu einem solchen Me­cha­nis­mus im IT-Grund­schutz-Kom­pen­di­um. Für An­wen­den­de besteht bei Un­acht­sam­keit oder Sys­tem­aus­fäl­len al­ler­dings das Risiko, selbst aus­ge­sperrt zu werden, denn die zwei­stu­fi­ge Au­then­ti­fi­zie­rung bringt nicht nur für po­ten­zi­el­le Ha­cke­rin­nen und Hacker, sondern auch für den be­rech­tig­ten User selbst eine weitere Hürde ins Spiel. Da die Zwei-Wege-Au­then­ti­fi­zie­rung zur Ab­si­che­rung von Accounts im Web im Regelfall über eine Kom­bi­na­ti­on der Bereiche „Wissen“ (Passwort etc.) und „Haben“ (Mo­bil­te­le­fon, zu dem der Si­cher­heits­code geschickt wird) geschieht, führt bei­spiels­wei­se ein Verlust des Smart­phones zum (zeit­wei­sen) Aus­schluss des be­rech­tig­ten Anwenders. Auch tech­ni­sche Probleme mit den Au­then­ti­fi­zie­rungs-Apps lassen sich nicht voll­stän­dig aus­schlie­ßen.

Glück­li­cher­wei­se gibt es für solche Fälle bei den meisten Diensten einen „doppelten Boden“ bzw. die Mög­lich­keit, eine Wie­der­her­stel­lungs­op­ti­on anzugeben, z. B. eine Er­satz­num­mer, an die der Au­then­ti­fi­zie­rungs­code al­ter­na­tiv geschickt werden kann. Auch ein Not­fall­code zum Notieren oder Aus­dru­cken oder Ersatz-E-Mail-Adressen werden mitunter erfragt, um den Zugriff auf das Konto im Fall der Fälle wie­der­her­zu­stel­len. Dem­entspre­chend re­la­ti­viert sich dieser schein­ba­re Nachteil weit­ge­hend. Man sollte bei der Ein­rich­tung nur darauf achten, die Ab­si­che­rungs­maß­nah­men auch in Anspruch zu nehmen – sofern Sie optional und nicht ohnehin ver­bind­lich sind – und die In­for­ma­tio­nen für den Not­fall­zu­gang sorg­fäl­tig zu do­ku­men­tie­ren. Das mindert das Risiko immens, sich selbst aus­zu­sper­ren.

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Welche 2FA-Methoden und -Werkzeuge gibt es?

Es gibt ver­schie­de­ne Methoden und Werkzeuge, um Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung (2FA) um­zu­set­zen. Eine der gän­gigs­ten Varianten ist die Nutzung einer Au­then­ti­ca­tor App, die zeit­ba­sier­te Ein­mal­pass­wör­ter (TOTP) generiert. Diese Apps funk­tio­nie­ren auch ohne In­ter­net­ver­bin­dung und bieten ein gutes Gleich­ge­wicht zwischen Si­cher­heit und Be­nut­zer­freund­lich­keit.

Eine weitere Methode ist die Ve­ri­fi­zie­rung per SMS, bei der ein Code an das Mo­bil­te­le­fon gesendet wird. Diese Methode ist zwar bequem, gilt jedoch als weniger sicher, da SMS ab­ge­fan­gen oder um­ge­lei­tet werden können. Hardware-Token, wie etwa USB-Sticks mit Si­cher­heits­schlüs­sel, stellen eine sehr sichere, wenn auch kos­ten­in­ten­si­ve­re und weniger be­nut­zer­freund­li­che Mög­lich­keit dar. Einige Dienste bieten zu­sätz­lich Push-Be­nach­rich­ti­gun­gen an, bei denen Nutzende einen An­mel­de­ver­such auf dem Smart­phone aktiv be­stä­ti­gen müssen. Die Wahl der Methode hängt oft vom ge­wünsch­ten Si­cher­heits­ni­veau und der ver­füg­ba­ren Technik ab. Insgesamt gilt: Je stärker der zweite Faktor vom Passwort getrennt ist, desto sicherer ist das Verfahren.

Im Folgenden finden Sie eine Liste der gän­gigs­ten und meist­ge­nutz­ten Au­then­ti­ca­tor-Apps:

  • Google Au­then­ti­ca­tor
  • Microsoft Au­then­ti­ca­tor
  • Authy
  • FreeOTP
  • LastPass Au­then­ti­ca­tor

IONOS Mail: Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung ein­rich­ten

Um 2FA für Ihr IONOS Mail-Konto ein­zu­rich­ten, haben Sie zwei kom­for­ta­ble Mög­lich­kei­ten: über eine gängige Au­then­ti­ca­tor-App oder direkt über die IONOS Mobile App.

Ein­rich­tung mit einer Au­then­ti­ca­tor-App

Die Ein­rich­tung einer Au­then­ti­ca­tor-App für Ihr IONOS-Mail-Konto erfolgt in wenigen Schritten:

  1. Laden Sie eine der hier ge­lis­te­ten Au­then­ti­ca­tor-Apps oder eine Au­then­ti­ca­tor-App Ihrer Wahl auf Ihr Smart­phone.
  2. Loggen Sie sich dann in Ihr IONOS-Konto über den Web­brow­ser ein.
  3. Na­vi­gie­ren Sie zu “Mein Konto” > “Login & Kon­to­si­cher­heit” > “Be­stä­ti­gung in zwei Schritten (2-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung)” und wählen Sie dort die Option zur Ein­rich­tung per Au­then­ti­ca­tor-App.
  4. Scannen Sie den an­ge­zeig­ten QR-Code mit der App.
  5. An­schlie­ßend geben Sie den ge­ne­rier­ten 6-stelligen Code zur Be­stä­ti­gung ein.

Nun ist die 2FA für Ihr Konto dauerhaft aktiv.

Ein­rich­tung über die IONOS Mobile App

Al­ter­na­tiv können Sie die of­fi­zi­el­le IONOS Mobile App nutzen, die für Android und iOS er­hält­lich ist. Sobald die Ein­rich­tung ab­ge­schlos­sen ist, erhalten Sie bei jeder Anmeldung in Ihrem IONOS-Konto eine Push-Be­nach­rich­ti­gung auf Ihr Smart­phone zur Freigabe. Eine aus­führ­li­che Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im IONOS Hilfe-Center.

Tipp

IONOS bietet Microsoft 365 und Google Workspace mit in­te­grier­ter Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung – für eine sichere und DSGVO-konforme Kom­mu­ni­ka­ti­on in Ihrem Un­ter­neh­men.

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