Machine Learning und Deep Learning helfen KI-Systemen dabei, aus Daten zu lernen und Muster zu erkennen. Der wich­tigs­te Un­ter­schied: Machine Learning umfasst ver­schie­de­ne Verfahren und Mo­dell­ty­pen wie Re­gres­si­ons­mo­del­le, Ent­schei­dungs­bäu­me, Support Vector Machines oder neuronale Netze. Deep Learning basiert dagegen auf tiefen neu­ro­na­len Netzen mit mehreren Schichten.

Deep Learning vs. Machine Learning: Was sind die Un­ter­schie­de?

Sowohl Machine Learning als auch Deep Learning sind Teil­be­rei­che der künst­li­chen In­tel­li­genz. Bei beiden Ansätzen handelt es sich um Methoden, mit denen KI-Systeme trainiert werden: Sie ver­ar­bei­ten große Da­ten­men­gen, erkennen darin Muster und passen ihre Modelle so an, dass sie Muster in Daten erkennen und auf dieser Grundlage Vor­her­sa­gen oder Ent­schei­dun­gen treffen können. Dabei ist Deep Learning eine Unterform von Machine Learning, die mit mehr­schich­ti­gen neu­ro­na­len Netzen arbeitet.

Bild: Deep Learning vs. Machine Learning
Machine Learning vs. Deep Learning: Beide sind Teil­be­rei­che der künst­li­chen In­tel­li­genz. Deep Learning kann als eine Form von Machine Learning ver­stan­den werden.
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Neuronale Netze

Um den Un­ter­schied zwischen Deep Learning und Machine Learning besser zu verstehen, hilft zunächst ein Blick auf neuronale Netze. Neuronale Netze sind eine Ar­chi­tek­tur, die grob vom mensch­li­chen Gehirn in­spi­riert ist. Sie bestehen aus vielen mit­ein­an­der ver­bun­de­nen Re­chen­ein­hei­ten, die In­for­ma­tio­nen Schritt für Schritt ver­ar­bei­ten. Man spricht dabei von so­ge­nann­ten „Layern“ (Schichten). In der Regel haben neuronale Netze drei Arten von Layern:

  • Input Layer: Hier werden die Daten ein­ge­ge­ben.
  • Hidden Layer: In diesen Schichten ver­ar­bei­tet das neuronale Netz den Input.
  • Output Layer: Hier wird das Ergebnis aus­ge­ge­ben.

Die Ein­ga­be­schicht und die Aus­ga­be­schicht bilden Anfang und Ende des neu­ro­na­len Netzes. Da­zwi­schen liegen die so­ge­nann­ten Hidden Layer. Diese können un­ter­schied­lich aufgebaut sein: Bei ein­fa­che­ren Modellen gibt es oft nur eine oder wenige ver­steck­te Schichten, bei aktuellen und kom­ple­xe­ren Modellen können es sehr viele Schichten und Millionen bis Mil­li­ar­den Parameter sein. Jede dieser Schichten führt bestimmte Re­chen­ope­ra­tio­nen mit den Werten aus der vor­he­ri­gen Schicht durch und gibt das Ergebnis an die nächste Schicht weiter.

Diese Schichten kann man sich wie mehrere Ver­ar­bei­tungs­ebe­nen vor­stel­len. Jede Ebene erkennt andere Merkmale in den Daten. Bei einem Bild könnte eine erste Ebene zum Beispiel einfache Linien oder Kanten erkennen, eine weitere Ebene Formen und eine spätere Ebene kom­ple­xe­re Struk­tu­ren wie Augen, Ohren oder Fell.

Während des so­ge­nann­ten Trainings werden die Ver­bin­dun­gen und Ge­wich­tun­gen zwischen den einzelnen Schichten so lange angepasst, bis die Aus­ga­be­schicht möglichst zu­ver­läs­sig ein zu­frie­den­stel­len­des Ergebnis ausgibt. So kann ein System bei­spiels­wei­se lernen zu erkennen, ob auf einem Bild ein Hund oder eine Katze zu sehen ist.

Machine Learning

Machine Learning bedeutet übersetzt ma­schi­nel­les Lernen. Gemeint ist damit eine Methode der künst­li­chen In­tel­li­genz, bei der ein Computer nicht jede einzelne Regel fest ein­pro­gram­miert bekommt. Statt­des­sen wird das System mit Daten trainiert und lernt daraus, Muster zu erkennen. Auf dieser Grundlage kann es später neue Daten einordnen, Vor­her­sa­gen treffen oder passende Ent­schei­dun­gen vor­schla­gen.

Machine Learning kann auf ver­schie­de­ne Verfahren zu­rück­grei­fen, darunter Ent­schei­dungs­bäu­me, Re­gres­si­ons­mo­del­le oder auch neuronale Netze. Wenn neuronale Netze im klas­si­schen Machine Learning ein­ge­setzt werden, sind sie meist weniger tief und bestehen aus wenigen Schichten. Deshalb wird klas­si­sches Machine Learning häufig für Aufgaben verwendet, bei denen die Daten über­schau­ba­rer sind und die re­le­van­ten Merkmale leichter vor­be­rei­tet oder aus­ge­wählt werden können.

Deep Learning

Deep Learning geht einen Schritt weiter und ist eine spezielle Form von Machine Learning. Auch hier wird ein System mit Daten trainiert, damit es Muster erkennt und neue In­for­ma­tio­nen einordnen kann. Der Un­ter­schied liegt vor allem darin, wie das System diese Muster ver­ar­bei­tet: Deep Learning nutzt künst­li­che neuronale Netze, die aus vielen Schichten bestehen. Als grobe Faust­re­gel werden neuronale Netze häufig dann dem Deep Learning zu­ge­ord­net, wenn sie insgesamt mehr als nur die drei Grund­schich­ten eines einfachen Netzes aufweisen. Eine allgemein ver­bind­li­che Min­dest­zahl gibt es jedoch nicht.

Der Vorteil von Deep Learning ist, dass das System dank der hohen Anzahl an Layern viele wichtige Merkmale selbst aus den Daten lernen kann. Bei klas­si­schem Machine Learning müssen solche Merkmale häufiger vorher aus­ge­wählt oder vor­be­rei­tet werden. Deshalb eignet sich Deep Learning besonders gut für komplexe Aufgaben mit großen Da­ten­men­gen, zum Beispiel für Bil­der­ken­nung, Sprach­er­ken­nung, au­to­ma­ti­sche Über­set­zun­gen oder ge­ne­ra­ti­ve KI. Durch vor­trai­nier­te Modelle und Transfer Learning kann Deep Learning aber auch mit kleineren, spe­zia­li­sier­ten Da­ten­sät­zen sinnvoll ein­ge­setzt werden, weil bereits gelernte Muster auf neue Aufgaben über­tra­gen und an­schlie­ßend angepasst werden.

Un­ter­schie­de von Deep Learning und Machine Learning im Überblick

Machine Learning Deep Learning
Da­ten­for­mat Ten­den­zi­ell struk­tu­rier­te Daten, z. B. Tabellen oder Messwerte Besonders geeignet für un­struk­tu­rier­te Daten, z. B. Bilder, Sprache oder Texte
Da­ten­ba­sis Funk­tio­niert oft auch mit kleineren oder über­schau­ba­ren Da­ten­sät­zen Benötigt in der Regel große Da­ten­men­gen
Merk­mals­aus­wahl Relevante Merkmale werden häufig vorher aus­ge­wählt oder vor­be­rei­tet Relevante Merkmale können während des Trainings selbst gelernt werden
Mo­dell­auf­bau Nutzt ver­schie­de­ne Verfahren, z. B. Ent­schei­dungs­bäu­me, Re­gres­si­ons­mo­del­le oder neuronale Netze Nutzt tiefe neuronale Netze mit vielen Schichten
Aufwand Meist weniger re­chen­in­ten­siv und einfacher um­zu­set­zen Meist re­chen­in­ten­si­ver und auf­wen­di­ger um­zu­set­zen
An­wen­dungs­feld Gut geeignet für klar umrissene Aufgaben mit struk­tu­rier­ten Daten Gut geeignet für komplexe Aufgaben wie Bil­der­ken­nung, Sprach­er­ken­nung oder ge­ne­ra­ti­ve KI

Un­ter­schied­li­che An­wen­dungs­ge­bie­te

Online-Marketing

Im Bereich Online-Marketing setzen Un­ter­neh­men häufig Marketing-Analytics-Tools ein, die auf Machine Learning basieren. Sie werten vor­han­de­ne Daten aus und können ver­läss­li­che Prognosen geben, welche Art von Content zu Con­ver­si­ons führt, welche Inhalte Kundinnen und Kunden lesen wollen und welche Mar­ke­ting­ka­nä­le besonders häufig zu Käufen führen.

Kun­den­sup­port

Auch Kun­den­sup­port-Chatbots können auf Machine Learning und Deep Learning beruhen. Ein­fa­che­re Chatbots arbeiten häufig mit festen Regeln, Schlag­wor­ten oder Ent­schei­dungs­bäu­men. Sie erkennen bestimmte Begriffe in einer Anfrage und führen Nut­ze­rin­nen und Nutzer Schritt für Schritt zu einer passenden Antwort.

Moderne KI-Chatbots nutzen dagegen häufig Natural Language Pro­ces­sing, Large Language Models und Deep-Learning-Verfahren. Solche Modelle werden meist mehr­stu­fig ent­wi­ckelt: Auf ein breites Vor­trai­ning folgen häufig Fine-Tuning und weitere An­pas­sun­gen, damit die Antworten besser zum je­wei­li­gen Ein­satz­be­reich passen. Dadurch können sie na­tür­li­che Sprache besser ver­ar­bei­ten, Zu­sam­men­hän­ge in Anfragen erkennen und flexibler auf un­ter­schied­li­che For­mu­lie­run­gen reagieren.

Business In­tel­li­gence

Im Bereich Business In­tel­li­gence kann Machine Learning dabei helfen, Un­ter­neh­mens­da­ten aus­zu­wer­ten, Muster zu erkennen, Anomalien auf­zu­de­cken und Prognosen zu erstellen. So lassen sich zum Beispiel Um­satz­ent­wick­lun­gen, Nachfrage, Kun­den­ver­hal­ten oder Risiken besser ein­schät­zen. Deep Learning wird vor allem dann in­ter­es­sant, wenn besonders große oder un­struk­tu­rier­te Da­ten­men­gen wie Texte, Bilder, Sprache oder komplexe Ver­hal­tens­da­ten ver­ar­bei­tet werden sollen.

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