Par­ti­tio­nen sind ein probates Mittel, um die optimale Leistung aus internen und externen Spei­cher­me­di­en her­aus­zu­ho­len. Die Auf­glie­de­rung des Spei­cher­raums sorgt nämlich nicht nur für mehr Struktur, sondern gibt Ihnen auch die Mög­lich­keit, System- und An­wen­dungs­da­tei­en optimal von­ein­an­der zu trennen. So lassen sich bei­spiels­wei­se alle wichtigen Daten des Be­triebs­sys­tems in den ersten Sektoren einer Fest­plat­te speichern, die stan­dard­mä­ßig die höchste Lese- und Schreib­ge­schwin­dig­keit bieten.

Tech­ni­sche Grundlage für die Par­ti­tio­nie­rung sind so­ge­nann­te Par­ti­ti­ons­sche­ma­ta bzw. -tabellen, die alle re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen über die Auf­tei­lung des Da­ten­spei­chers führen. Eine der neuesten Lösungen hierfür ist der Standard GUID Partition Table, dessen Grund­la­gen wir hier aus­führ­li­cher behandeln.

Was ist GUID Partition Table (GPT)?

GUID Partition Table (GPT), zu Deutsch GUID-Par­ti­ti­ons­ta­bel­le, ist ein Standard zur For­ma­tie­rung von Par­ti­ti­ons­ta­bel­len für Spei­cher­me­di­en, ins­be­son­de­re für Fest­plat­ten. GPT ist Be­stand­teil von UEFI (Unified Ex­ten­si­ble Firmware Interface), einer Schnitt­stel­len-Spe­zi­fi­ka­ti­on, die den Austausch zwischen Firmware und Be­triebs­sys­te­men während des Boot­vor­gangs regelt und im Jahr 2000 als BIOS-Nach­fol­ger ent­wi­ckelt und ver­öf­fent­licht worden ist. GPT-Par­ti­tio­nen lassen sich al­ler­dings – mit Ein­schrän­kun­gen – auch un­ab­hän­gig von UEFI nutzen. Vor­aus­set­zung ist in diesem Fall, dass das ver­wen­de­te Be­triebs­sys­tem und die zu par­ti­tio­nie­ren­de Fest­plat­te den Standard un­ter­stüt­zen. Aufgrund ver­schie­de­ner ent­hal­te­ner Ver­bes­se­run­gen hat GPT heute den tra­di­tio­nel­len Par­ti­ti­ons­stil MBR (Master Boot Record) wei­test­ge­hend abgelöst.

Hinweis

Das „GUID“ in GUID Partition Table steht für „Globally Unique Identifier“. Bei diesem Iden­ti­fier handelt es sich um eine Zahl mit 128 Bit (16 Byte), die eine ein­deu­ti­ge Iden­ti­fi­zie­rung von Dateien bzw. Do­ku­men­ten und – im Fall der Fest­plat­ten – von Da­ten­trä­gern und Par­ti­ti­ons­ty­pen er­mög­licht.

Was zeichnet GPT-Par­ti­tio­nen aus?

GPT als Fest­plat­ten-Par­ti­ti­ons­stil zu verwenden, ist aus ver­schie­dens­ten Gründen zu empfehlen. Allen voran steht dabei die Tatsache, dass eine GUID-Par­ti­ti­ons­ta­bel­le zur Adres­sie­rung auf Einträge mit 64 Bit zu­rück­greift. Das hat zur Folge, dass die maximale Größe einer Partition bei 18 Exabyte liegt, was in etwa 18 Mil­li­ar­den Gigabyte ent­spricht. Für die heutige Ge­ne­ra­ti­on von Da­ten­trä­gern, die häufig selbst im Pri­vat­sek­tor bereits mehrere Terabyte an Spei­cher­platz bieten, ist diese Ei­gen­schaft un­ver­zicht­bar. Das ältere Master-Boot-Record-Schema lässt nämlich nur eine Par­ti­ti­ons­grö­ße von maximal zwei Terabyte zu, was für viele moderne Fest­plat­ten schlicht­weg zu wenig ist. Die weiteren Ei­gen­schaf­ten und Vorzüge der GPT-Par­ti­tio­nie­rung lassen sich fol­gen­der­ma­ßen zu­sam­men­fas­sen:

  • Kein Limit für primäre Par­ti­tio­nen: In der Theorie lässt GUID Partition Table eine un­be­grenz­te Anzahl an primären Par­ti­tio­nen zur Struk­tu­rie­rung des Spei­cher­raums zu. In der Praxis setzen Be­triebs­sys­te­me ein Limit, wobei der Wert in Windows bei­spiels­wei­se bei 128 liegt, was mehr als aus­rei­chend ist.
  • Ab­si­che­rung durch CRC32-Prüf­sum­men: Prüf­sum­men sorgen für die not­wen­di­ge In­te­gri­tät des GPT-Headers. Auf diese Weise wird u. a. auf­ge­deckt, wenn feh­ler­haf­te Sektoren den Bereich des Headers be­schä­di­gen.
  • Ein­deu­ti­ge Iden­ti­fi­ka­ti­on von Par­ti­tio­nen und Da­ten­trä­gern: Dank der bereits erwähnten GUID-Technik erhalten Da­ten­trä­ger und Par­ti­tio­nen ein­deu­ti­ge Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mern.
  • Backup-Header: Die Kopfzeile von GUID-Par­ti­ti­ons­ta­bel­len wird nicht nur durch die genannte Prüfsumme, sondern auch durch ein de­ckungs­glei­ches Backup gesichert. Das erhöht die Si­cher­heit der Par­ti­ti­ons-Metadaten und minimiert das Risiko von Da­ten­ver­lust bei einem Hardware-Defekt.
  • Ab­wärts­kom­pa­ti­bi­li­tät: Ein so­ge­nann­ter Pro­tec­ti­ve Master Boot Record (dt. Schutz-MBR) in Sektor 0, dem ersten Da­ten­block einer GPT-Fest­plat­te, sorgt dafür, dass nahezu alle Be­triebs­sys­te­me, Dienste und Tools, die ei­gent­lich auf MBR-Par­ti­tio­nie­rung ausgelegt sind, auch mit GPT funk­tio­nie­ren.
Tipp

Aus­führ­li­che In­for­ma­tio­nen darüber, welche Vor- und Nachteile GPT-Par­ti­tio­nen gegenüber den klas­si­schen MBR-Par­ti­tio­nen bieten, finden Sie in unserem Ver­gleichs­ar­ti­kel „MBR vs. GPT“.

Das GPT-Schema: Wie sind GPT-Fest­plat­ten im All­ge­mei­nen aufgebaut?

GUID Partition Table gibt ein klares Schema vor, wie der Spei­cher­platz eines Da­ten­trä­gers auf­ge­teilt wird. Dabei lässt sich der Aufbau grob in folgende vier Bereiche un­ter­glie­dern:

  1. Pro­tec­ti­ve Master Boot Record: An erster Stelle steht der bereits erwähnte Pro­tec­ti­ve-MBR, der für die Ab­wärts­kom­pa­ti­bi­li­tät des Par­ti­tio­nie­rungs­stils sorgt.
  2. Primäre GUID-Par­ti­ti­ons­ta­bel­le: GPT-Header und Par­ti­ti­ons­ein­trä­ge
  3. Par­ti­tio­nen: Auf den Header und die Par­ti­ti­ons­ein­trä­ge folgen die je­wei­li­gen Einheiten des auf­ge­teil­ten Spei­cher­plat­zes, also die ver­schie­de­nen Par­ti­tio­nen.
  4. Sekundäre GUID-Par­ti­ti­ons­ta­bel­le: Backup von GPT-Header und Par­ti­ti­ons­ein­trä­gen in ge­spie­gel­ter Rei­hen­fol­ge

Deut­li­cher wird das Schema durch die nach­fol­gen­de grafische Dar­stel­lung der einzelnen Kom­po­nen­ten. Die darin aus­ge­zeich­ne­ten LBA-Blöcke (Logical Block Addressing) ent­spre­chen jeweils einem Sektor des Da­ten­trä­gers und damit 512 Byte.

Der GPT-Header im Kurz­por­trait

Der Header, also die Kopfzeile der je­wei­li­gen GUID-Partition-Table-Struktur, be­schreibt u. a. die nutzbaren Blöcke des Da­ten­trä­gers und die Größe der einzelnen Par­ti­ti­ons­ein­trä­ge. Für die Funk­tio­na­li­tät der GPT-Par­ti­tio­nen ist er folglich un­ver­zicht­bar. Wie bereits in der gra­fi­schen Dar­stel­lung des Schemas deutlich wird, ist der GPT-Header immer im zweiten Sektor des Spei­cher­me­di­ums (LBA 1) ge­spei­chert – direkt auf den Schutz-MBR folgend. Die Si­cher­heits­ko­pie des Headers ist ebenfalls auf dem Da­ten­trä­ger zu finden, wobei für dieses Backup der letzte Sektor vor­ge­se­hen ist (LBA -1). Die exakten Po­si­tio­nen der beiden Versionen, die beide durch eine Prüfsumme geschützt sind, sind ebenfalls im Header ge­spei­chert.

Hinweis

Die au­to­ma­tisch ge­ne­rier­ten CRC32-Prüf­sum­men für den Header und die Par­ti­ti­ons­ein­trä­ge werden wahlweise von der Firmware, dem Boot­loa­der oder dem Be­triebs­sys­tem überprüft.

Im Detail enthält der GPT-Header, der stan­dard­mä­ßig selbst eine Größe von 92 bzw. 512 Byte (inklusive re­ser­vier­tem „Null“-Raum) hat, folgende In­for­ma­tio­nen:

So sieht ein Par­ti­ti­ons­ein­trag aus

Auf den primären Header folgen die Einträge zur Be­schrei­bung der einzelnen GPT-Par­ti­tio­nen. Jeder Eintrag umfasst 128 Byte, sodass immer vier Einträge pro logischem Block (also pro LBA) ge­spei­chert werden können. Das Schema schlägt für den GUID-Partition-Table-Standard die Blöcke 2 bis 33 vor, was also 128 Par­ti­tio­nen ent­spricht und bei­spiels­wei­se in Windows-Be­triebs­sys­te­men auch genauso umgesetzt ist. Bei Bedarf lässt sich die Zahl an frei­ge­ge­be­nen Sektoren für die Par­ti­ti­ons­ein­trä­ge aber auch beliebig erhöhen, weshalb die Anzahl möglicher Par­ti­tio­nen in der Theorie auch – wie bei den Ei­gen­schaf­ten von GPT auf­ge­zählt – un­be­grenzt ist. Sie wird lediglich durch den zur Verfügung stehenden Spei­cher­platz limitiert.

Un­ab­hän­gig von der Zahl an Par­ti­ti­ons­ein­trä­gen bzw. Par­ti­tio­nen sieht der ver­hält­nis­mä­ßig einfache Aufbau gemäß der GPT- bzw. UEFI-Spe­zi­fi­ka­ti­on immer wie folgt aus:

Wo kommen GUID-Par­ti­ti­ons­ta­bel­len zum Einsatz?

GUID Partition Table ist seit 2005 als Par­ti­ti­ons­stil für HDD- und SSD-Fest­plat­ten zunehmend auf dem Vormarsch. Hin­ter­grund ist vor allem die steigende Ver­wen­dung von UEFI als BIOS-Al­ter­na­ti­ve: So verwenden moderne Hardware und Be­triebs­sys­te­me immer häufiger den neuen Schnitt­stel­len­stan­dard und damit auch die GUID-Par­ti­tio­nie­rung. Abseits von aktuellen Windows-Editionen wie Windows 10, 8 oder 7 zählen dabei auch diverse neuere macOS- und Linux-Versionen zu den GPT-un­ter­stüt­zen­den Be­triebs­sys­te­men.

Tipp

Warum SSD-Fest­plat­ten immer beliebter werden und was sie ins­be­son­de­re im Ser­ver­um­feld so wertvoll macht, lesen Sie in unserem Artikel zum Thema Server mit SSD-Speicher.

Zum Einsatz kommen GUID-Par­ti­ti­ons­ta­bel­len also praktisch in nahezu allen modernen Com­pu­ter­sys­te­men, die mit in­te­grier­ten Da­ten­trä­gern arbeiten, deren Spei­cher­ver­mö­gen im Gigabyte- bzw. Terabyte-Bereich liegt. In externen Fest­plat­ten ist der Par­ti­ti­ons­stil aber natürlich ebenso gefragt – ins­be­son­de­re da auch hier mitt­ler­wei­le viele Lösungen über zwei Terabyte Speicher bieten und damit MBR als Par­ti­ti­ons­tech­nik aus­schlie­ßen. Ein weiterer typischer Ein­satz­be­reich von GPT: boot­fä­hi­ge USB-Sticks. Bei diesen kommt es nämlich immer darauf an, für welches Be­triebs­sys­tem und Firmware sie kon­zi­piert sind und ob UEFI (spricht klar für GPT) oder BIOS zum Einsatz kommen sollen.

Natürlich ist die GPT-Par­ti­tio­nie­rung bei USB-Sticks auch dann eine Lösung, wenn der Stick nicht als Boot-, sondern als einfaches Spei­cher­me­di­um verwendet werden soll – ins­be­son­de­re aufgrund des erhöhten Schutzes gegen Da­ten­ver­lust bei Hardware-Defekten, für die das Risiko bei portablen Spei­cher­me­di­en (also auch bei externen Fest­plat­ten) po­ten­zi­ell höher ist.

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