Mit den richtigen Methoden lässt sich auch eine Vielzahl von Tä­tig­kei­ten sinnvoll struk­tu­rie­ren und prio­ri­sie­ren. Dabei spielen externe Faktoren wie Zeit, aber auch eigene Aspekte wie Wünsche oder In­ter­es­sen eine wichtige Rolle. Wir zeigen die besten Methoden, um Prio­ri­tä­ten leichter zu setzen.

Arbeit und Freizeit unter einen Hut zu bringen kann in Stress ausarten. Damit das nicht passiert, ordnen wir Ak­ti­vi­tä­ten un­ter­schied­li­che Wich­tig­kei­ten zu und struk­tu­rie­ren somit einzelne Tage und Wochen. Aufgaben zu prio­ri­sie­ren, leistet einen wichtigen Beitrag zur Stress­be­wäl­ti­gung.

Dabei spielen zeitliche Aspekte eine wichtige Rolle, aber auch Wünsche von uns und anderen Personen sind ein wichtiger Aspekt bei der Or­ga­ni­sa­ti­on von Freizeit und Beruf: Steht im Job ein be­stimm­tes Projekt an, ist pünktlich nach Fei­er­abend ein Sportkurs angesetzt oder bereitet man sich auf einen an­ste­hen­den Urlaub vor?

Diese ganzen Er­eig­nis­se haben kurz-, mittel- und lang­fris­ti­ge Im­pli­ka­tio­nen und wollen im Voraus geplant und teilweise auf­ein­an­der ab­ge­stimmt werden. Es ist also wichtig, Prio­ri­tä­ten zu setzen. Dazu gibt es eine Reihe von Methoden, die uns im Alltag dabei un­ter­stüt­zen können. Wir stellen fünf all­tags­taug­li­che Methoden vor.

Was bedeutet Prio­ri­tä­ten setzen?

Grund­le­gend gilt: Fest­ge­leg­te Prio­ri­tä­ten helfen uns dabei, unseren Alltag zu or­ga­ni­sie­ren und Ent­schei­dun­gen zu treffen, was wann und auch in welchem Umfang erledigt werden sollte. Schon überhaupt zu prio­ri­sie­ren stellt dabei selbst eine Priorität dar.

Prio­ri­tä­ten zu setzen bedeutet aber nicht einfach nur, bestimmte Ak­ti­vi­tä­ten und Termine in eine zeitliche Abfolge zu über­füh­ren, sondern auch weitere Aspekte mit­ein­flie­ßen zu lassen. So stehen im Kern die eigenen Ziele und Wünsche, aber auch externe Faktoren fließen bei den Prio­ri­tä­ten immer wieder mit ein und können zu Kon­flik­ten un­ter­ein­an­der führen.

Deshalb ist es besonders wichtig, beim Setzen der Prio­ri­tä­ten auch die un­ter­schied­li­chen An­for­de­run­gen an eine Tätigkeit oder eine Aufgabe fest­zu­le­gen und dies ent­spre­chend zu gewichten.

So sind auch po­ten­zi­el­le Kon­se­quen­zen von er­le­dig­ten und nicht er­le­dig­ten Ak­ti­vi­tä­ten Teil einer Prio­ri­sie­rung. Bei­spiel­wei­se können kleinere, un­er­le­dig­te Aufgaben im Beruf eine ganze Reihe von Folgen nach sich ziehen, wenn der eigene Anteil innerhalb eines größeren Projekts geleistet werden soll.

So un­ter­schied­lich, wie wir Menschen sind, so un­ter­schied­lich setzen wir unsere Prio­ri­tä­ten. Denn die Or­ga­ni­sa­ti­on des be­ruf­li­chen und privaten Alltags un­ter­liegt immer auch einer in­di­vi­du­el­len Wertung: Für die einen nehmen bei­spiels­wei­se sport­li­che Ak­ti­vi­tä­ten einen hohen Stel­len­wert ein, andere wiederum ziehen die ge­mein­sa­me Zeit mit der Familie in der Freizeit vor.

Zu­sätz­lich gilt: Je komplexer Ent­schei­dun­gen sind, desto schwerer fällt es uns, Prio­ri­tä­ten intuitiv zu setzen. Hier helfen Ent­schei­dungs­mo­del­le sowie eine sorg­fäl­ti­ge Reflexion der an­ste­hen­den Er­eig­nis­se, um eine saubere Prio­ri­sie­rung aus­zu­ar­bei­ten.

5 Methoden, die dabei helfen, Prio­ri­tä­ten zu setzen

Es gibt un­ter­schied­li­che Ansätze und Methoden, um Aufgaben im Job zu or­ga­ni­sie­ren. Bei­spiels­wei­se helfen Zeit­ma­nage­ment-Methoden bei der besseren Planung, und auch Pro­jekt­ma­nage­ment-Apps bieten prak­ti­sche Un­ter­stüt­zung. Dabei gibt es eine Vielzahl von einfachen, aber ef­fek­ti­ven Methoden zur Prio­ri­tä­ten­set­zung. Hier sind fünf der nütz­lichs­ten.

Ziele richtig de­fi­nie­ren: SMART sollten sie sein

Wer im Studium eine Mar­ke­ting­vor­le­sung oder Kurse zur Un­ter­neh­mens­stra­te­gie besucht hat, dem ist diese Methode viel­leicht noch geläufig. Im Kern dieser Methode geht es darum, Ziele anhand von fest­ge­leg­ten Kriterien zu de­fi­nie­ren. Dabei stehen vor allem die Um­setz­bar­keit und eine klare zeitliche Dimension im Fokus.

Mit Anwendung der SMART-Methode werden Ziele anhand des Akronyms in den Di­men­sio­nen Strategic, Measurable, Achievable, Realistic und Time-bound fest­ge­legt. Es geht also darum, den Fokus einer Tätigkeit zu schärfen und diese mit Hilfe der fünf Ka­te­go­rien aus­wert­bar und auch ver­gleich­bar zu machen. Wichtig ist dabei besonders, dass Ziele anhand von vorher be­stimm­ten Kenn­zah­len klar als erreicht oder nicht erreicht aus­ge­wer­tet werden können.

Diese Methode hilft somit nicht nur bei der Prio­ri­sie­rung, sondern schärft insgesamt bei der Vor­be­rei­tung den Blick für das Ziel. Dadurch ist es möglich, Aufgaben klarer zu de­fi­nie­ren und so gleich­zei­tig den Aufwand fo­kus­sier­ter zu bestimmen.

Der Klassiker: Prio­ri­tä­ten in eine To-do-Liste über­füh­ren

Die allseits bekannte To-do-Liste ist ein einfaches und gleich­zei­tig prak­ti­sches Werkzeug, um Tä­tig­kei­ten in eine Prio­ri­sie­rung zu über­füh­ren. Dabei werden alle Ak­ti­vi­tä­ten erst einmal auf­ge­schrie­ben und an­schlie­ßend nach Wich­tig­keit sortiert.

In der Liste lassen sich so auch Tä­tig­kei­ten auf­ein­an­der abstimmen: Erst wenn Tätigkeit A aus­ge­führt wurde, kann mit Tätigkeit C begonnen werden, wäh­rend­des­sen ist Tätigkeit B von anderen Aufgaben losgelöst etc. Durch eine ent­spre­chen­de Vi­sua­li­sie­rung kann die Liste auch in un­ter­schied­li­che Bereiche wie Arbeit, Freizeit oder nach Aufgaben in be­stimm­ten Teams or­ga­ni­siert werden.

Die ABC-Methode: Von wichtig bis unwichtig

Die ABC-Methode bzw. ABC-Analyse legt den Fokus auf die Wich­tig­keit von an­ste­hen­den Aufgaben: Aufgaben der Kategorie A sind sehr wichtig und sollten sofort erledigt werden. Alles, was weniger wichtig ist, fällt in die Kategorie B und kann entweder später erledigt oder sollte an andere delegiert werden. Wenig wichtige oder gar nicht wichtige Aufgaben werden der Kategorie C zu­ge­ord­net. Diese Aufgaben werden entweder delegiert oder direkt verworfen.

Bei un­ter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dun­gen geht dem einfachen Schema eine kom­ple­xe­re Be­rech­nung und Analyse voraus. Aufgaben, aber auch Produkte werden anhand von wichtigen Kenn­zah­len den je­wei­li­gen Ka­te­go­rien zu­ge­ord­net. Die relevante Kenngröße für die ABC-Klas­si­fi­zie­rung – z. B. Ma­te­ri­al­kos­ten, Be­stell­men­ge oder Marge – muss vorher fest­ge­legt werden.

ALPEN: Prio­ri­tä­ten setzen anhand des Umfangs einer Aufgabe

Die ALPEN-Methode ist ebenso wie die SMART-Methode ein Akronym. Dabei steht ALPEN für einen sche­ma­ti­schen Ablauf einer Prio­ri­sie­rung:

  • Aufgaben schrift­lich erfassen
  • Länge (Dauer) rea­lis­tisch ein­schät­zen
  • Pufferzeit einplanen
  • Ent­schei­dun­gen nach Wich­tig­keit prio­ri­sie­ren
  • Nach­kon­trol­le, welche Aufgaben in welchem Umfang erreicht wurden

Auch hier hilft bereits die Ver­schrift­li­chung der Aufgaben anhand der vor­ge­ge­be­nen Kriterien dabei, den Fokus auf die we­sent­li­chen Aspekte einer Tätigkeit zu lenken. Gleich­zei­tig werden zeitliche Aspekte mit­ein­be­zo­gen, sodass eine Prio­ri­sie­rung anhand der Um­set­zungs­dau­er vor­ge­nom­men werden kann.

Getting Things Done: Prio­ri­tä­ten auf­schrei­ben und Dinge abhaken

Es klingt banal, aber vor einem Auf­ga­ben­berg alle an­ste­hen­den Tä­tig­kei­ten zu sammeln, die in nächster Zeit unter allen Umständen erledigt werden müssen, hilft dabei, ein besseres Ver­ständ­nis für wichtige Aufgaben zu ent­wi­ckeln.

Dabei ist das Prinzip von Getting Things Done ganz einfach: Nachdem alle wichtigen Aufgaben notiert sind, werden diese an­schlie­ßend nach ihrer Wich­tig­keit sortiert – alles Un­wich­ti­ge wird zu diesem Zeitpunkt nicht in die Planung auf­ge­nom­men.

Der Fokus bei dieser Methode liegt darin, größere Aufgaben in kleinere Ar­beits­pa­ke­te zu un­ter­glie­dern und so Schritt für Schritt Teil­aspek­te ab­zu­schlie­ßen. Die Ar­beits­pa­ke­te werden dann am Ende anhand der zeit­li­chen Vorgaben weiter prio­ri­siert.

Eine ähnliche Methode ist die so­ge­nann­te Ei­sen­hower-Matrix.

Fazit: Die Methode muss zu den An­for­de­run­gen passen

Jede der hier vor­ge­stell­ten Pro­jekt­ma­nage­ment-Methoden kann allein für sich schon dazu führen, dass Prio­ri­tä­ten einfacher gesetzt werden können. Dabei ist eine Mischung der Methoden un­ter­ein­an­der möglich. Hierbei kommt es vor allem auf die Kom­ple­xi­tät an­ste­hen­der Aufgaben an. Eine Woche mit der Familie lässt sich viel­leicht mit einer einfachen To-do-Liste sauber struk­tu­rie­ren. Im Beruf sind SMART-Methode und ABC-Analyse viel­leicht passender, um sich über Ziel­set­zung und Prio­ri­sie­rung einer Tätigkeit klar zu werden.

Tipp

Damit Sie leis­tungs­fä­hig bleiben, sollten Sie auch re­gel­mä­ßi­gen Ent­span­nungs­übun­gen eine gewisse Priorität einräumen.

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