Ein weit­ge­spann­ter Netzplan, Kur­ven­dia­gram­me oder ein aus­ge­feil­tes Lean-Ma­nage­ment-Konzept: Die Er­stel­lung solcher Schau­bil­der und Pläne ist Ausdruck einer me­tho­di­schen Her­an­ge­hens­wei­se. Und Pro­jekt­ma­nage­ment-Methoden sind ein we­sent­li­cher Schlüssel zum Erfolg. Denn sie tragen dazu bei, dass ein Vorhaben innerhalb eines vorher fest­ge­setz­ten Zeit­rah­mens mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu einem zu­frie­den­stel­len­den Ergebnis gebracht wird. Und ganz gleich, ob es um den Kun­den­auf­trag einer Wer­be­agen­tur, die Web­sei­ten­ge­stal­tung als Frei­be­ruf­ler oder das So­zi­al­pro­jekt einer ge­mein­nüt­zi­gen Or­ga­ni­sa­ti­on geht: Zeit ist eine knappe Ressource, die fi­nan­zi­el­len Mittel sind meist begrenzt und auch eventuell vor­han­de­ne Mit­ar­bei­ter können nicht dauerhaft für ein Projekt ein­ge­spannt werden.

Gutes Pro­jekt­ma­nage­ment erhöht die Chancen, dass sich Ihre Projekte auch bei schwie­ri­gen Rah­men­be­din­gun­gen recht­zei­tig und stress­frei ab­schlie­ßen lassen. Dazu bedarf es al­ler­dings der Planung, Über­wa­chung, Steuerung und Eva­lua­ti­on sämt­li­cher Prozesse. In der Regel ist dies die Aufgabe des Pro­jekt­lei­ters, der alle Pro­jekt­be­rei­che im Blick behält und Aufgaben an sein Team delegiert. Zur Pro­jekt­um­set­zung stehen ihm ver­schie­de­ne me­tho­di­sche Her­an­ge­hens­wei­sen zur Verfügung.

Der Nutzen einer me­tho­di­schen Her­an­ge­hens­wei­se

Methoden des Pro­jekt­ma­nage­ments struk­tu­rie­ren ein Projekt, sodass Sie bzw. Ihre Mit­ar­bei­ter statt eines komplexen Ganzen mehrere über­schau­ba­re Ar­beits­be­rei­che vor sich haben, die sich leichter be­wäl­ti­gen lassen und auch hin­sicht­lich des er­for­der­li­chen Aufwands besser ein­zu­schät­zen sind.

Die meisten Methoden greifen auf so­ge­nann­te Ar­beits­pa­ke­te zurück. Das sind praktisch in sich ge­schlos­se­ne Auf­ga­ben­be­rei­che, die man erfüllen muss, um eine bestimmte Leistung innerhalb eines Projekts zu erbringen. Ein Ar­beits­pa­ket soll von einer einzelnen Person oder einer Mit­ar­bei­ter­grup­pe zu einem vorab fest­ge­setz­ten Ergebnis gebracht werden. Dabei stehen den Be­tei­lig­ten nur zuvor de­fi­nier­te Res­sour­cen zur Verfügung und das Ergebnis muss zu einem ver­ein­bar­ten Termin erbracht werden. Durch solche Ar­beits­pa­ke­te kann man große Auf­ga­ben­kom­ple­xe in kleinere Ar­beits­be­rei­che un­ter­tei­len. Um Prio­ri­tä­ten zu setzen, werden sie in der Regel hier­ar­chisch an­ge­ord­net. Dadurch ist schnell er­sicht­lich, welche Aufgaben auf­ein­an­der aufbauen.

Jeder Aufgabe wird ein dafür zu­stän­di­ger Mit­ar­bei­ter zugeteilt, der mit einem vor­ge­ge­be­nen Kos­ten­rah­men arbeiten muss und auf Ter­min­ein­hal­tung achtet.

Ein Beispiel: Eine Wer­be­agen­tur plant eine groß­an­ge­leg­te mehr­mo­na­ti­ge Kampagne, um die Po­pu­la­ri­tät der städ­ti­schen Ver­kehrs­be­trie­be zu steigern. Dabei soll ein neuer Web­auf­tritt entstehen und es sollen Social-Media-Kanäle genutzt und Plakate in Bussen auf­ge­hängt werden. Die Kampagne lässt sich somit in ver­schie­de­ne Klein­pro­jek­te un­ter­tei­len. Um den Bud­get­rah­men ein­zu­hal­ten, ist es außerdem sinnvoll, für das Ge­samt­pro­jekt einen über­grei­fen­den Pro­jekt­plan zur Auf­ga­ben­ver­tei­lung, Zeit­struk­tur und zum ver­füg­ba­ren Budget vor­zu­ge­ben. Wichtig ist es dabei, die ver­schie­de­nen Klein­pro­jek­te optimal auf­ein­an­der ab­zu­stim­men.

Beim Pro­jekt­ma­nage­ment helfen Methoden, die Übersicht zu wahren und das Pro­jekt­ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Die Auswahl einer Methode muss daher zu Beginn des Projekts erfolgen. Sie stellen schließ­lich die Weichen für die spätere Pro­jekt­ar­beit und sorgen dafür, dass jede Ar­beits­grup­pe bzw. jeder Mit­ar­bei­ter im Rahmen des Projekts ein klares Ziel hat. Außerdem ge­währ­leis­tet gutes Pro­jekt­ma­nage­ment, dass das Budget nicht zu früh auf­ge­braucht ist oder an falscher Stelle in­ves­tiert wird.

Je größer und komplexer Ihr Projekt ist, desto wichtiger ist die Auswahl einer ge­eig­ne­ten Methode des Pro­jekt­ma­nage­ments. Gerade, wenn viele ver­schie­de­ne Personen in­vol­viert sind, ver­zet­teln sich Pro­jekt­ver­ant­wort­li­che häufig bei den zahl­rei­chen Ab­stim­mungs­pro­zes­sen. Und an sehr um­fas­sen­den Projekten sind neben dem Team oftmals auch die Ge­schäfts­füh­rung, Kunden, externe Dienst­leis­ter, Fi­nan­ziers und weitere Stake­hol­der ein­zu­be­zie­hen. Ein über­sicht­li­cher Pro­jekt­plan er­leich­tert die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwischen den Be­tei­lig­ten und ver­ein­facht damit auch Ab­spra­chen.

Wie Sie die passende Methode des Pro­jekt­ma­nage­ments auswählen

Bei der Wahl einer be­stimm­ten Pro­jekt­ma­nage­ment-Methode müssen Sie mehrere Faktoren be­rück­sich­ti­gen:

Pro­jekt­art

Handelt es sich um ein Or­ga­ni­sa­ti­ons­pro­jekt (bei­spiels­wei­se um Fir­men­pro­zes­se ef­fi­zi­en­ter zu gestalten), ein in­ter­na­tio­na­les Vorhaben in der Ent­wick­lungs­hil­fe, ein IT-Projekt oder ein Mar­ke­ting­pro­jekt? Je nach Pro­jekt­art sind andere Stake­hol­der ein­ge­bun­den, die andere Ziele verfolgen. So wird das Mar­ke­ting­ziel einer Wer­be­agen­tur zum Großteil auch von dem Kunden bestimmt, für den man wirbt. Ein internes Or­ga­ni­sa­ti­ons­pro­jekt muss hingegen stärker die Wünsche der Mit­ar­bei­ter und Ge­schäfts­füh­rer be­rück­sich­ti­gen. Auf einer Groß­bau­stel­le müssen Sie dem Ri­si­ko­ma­nage­ment höhere Priorität einräumen als bei der Ent­wick­lung einer App.

Pro­jekt­grö­ße

Die Dauer der Umsetzung und die Anzahl der in­vol­vier­ten Personen be­ein­flus­sen die Kom­ple­xi­tät eines Projekts. Und große Projekte erfordern oft sehr viel mehr klein­tei­li­ge Planung. Einige Methoden können dem jedoch nicht gerecht werden, sodass sie sich für Projekte be­stimm­ter Größe nicht eignen. Für lediglich mehr­wö­chi­ge Um­set­zungs­pha­sen mit einem kleinen Team von maximal fünf Mit­ar­bei­tern können genau diese Methoden wiederum ideal geeignet sein.

Pro­jekt­pha­se

Ge­le­gent­lich ist es sinnvoll, für jede Pro­jekt­pha­se eine andere Methode zu nutzen. Bei der Ent­wick­lung einer neuen Software sind für die In­iti­ie­rungs­pha­se bei­spiels­wei­se Krea­ti­vi­täts­me­tho­den her­vor­ra­gend geeignet. Doch die spätere Testphase sowie Aus­lie­fe­rung und Ver­mark­tung stellen ganz andere An­for­de­run­gen an die Mit­ar­bei­ter.

Branche

Software-Ent­wick­ler bedienen sich gern com­pu­ter­ge­stütz­ter Lösungen, um einen Pro­jekt­plan zu erstellen. Al­ler­dings verfügen sie auch meist über ent­spre­chen­de tech­ni­sche In­fra­struk­tur. Dagegen sind die Mit­ar­bei­ter ge­mein­nüt­zi­ger Or­ga­ni­sa­tio­nen oftmals technisch nicht so gut vernetzt und be­vor­zu­gen u. U. ohnehin andere Dar­stel­lungs­wei­sen als IT-Experten. Bei sozialen Projekten spielt zudem die durch­gän­gi­ge Eva­lua­ti­on eine große Rolle – folglich eignen sich für diese Projekte nur Methoden, die eine solche Eva­lua­ti­on erlauben.

Un­ter­neh­mens­kul­tur

Die Un­ter­neh­mens­kul­tur hängt meist nicht nur von der Branche, sondern auch von der Größe, dem Alter und der Phi­lo­so­phie des Un­ter­neh­mens ab. So be­vor­zu­gen kleine Start-ups häufig agile Methoden, Tra­di­ti­ons­fir­men hingegen meist klas­si­sches Pro­jekt­ma­nage­ment und eben tra­di­tio­nel­le Methoden. Eine offene At­mo­sphä­re, der Wunsch nach Trans­pa­renz und gleich­wer­ti­ge Teilhabe im Team kenn­zeich­nen Firmen, die mit agilen Ansätzen besser beraten sind. Denn diese fördern die Ei­gen­ver­ant­wor­tung, erlauben Fle­xi­bi­li­tät und be­rück­sich­ti­gen den daraus re­sul­tie­ren­den höheren Ab­stim­mungs­be­darf. Bei Un­ter­neh­men, die auf feste Struk­tu­ren, um­fas­sen­de Do­ku­men­ta­ti­on und de­tail­lier­te Planung setzen, sind klas­si­sche Methoden oft stärker ak­zep­tiert.

Pro­jekt­ma­nage­ment: Die wich­tigs­ten Methoden in der Übersicht

Die Vielfalt an ver­füg­ba­ren Methoden ist groß. Im Folgenden stellen wir einige vor, die sich bran­chen­über­grei­fend bewährt haben.

Kanban

Was zeichnet Kanban aus?

Die Methode Kanban dient dazu, Aufgaben be­stimm­ten Pro­jekt­mit­ar­bei­tern zu­zu­ord­nen, Ar­beits­schrit­te zu vi­sua­li­sie­ren sowie einen ständigen Überblick über Fort­schrit­te zu gewähren. Die einzelnen Aufgaben und die dafür ver­ant­wort­li­chen Mit­ar­bei­ter sind für alle Be­tei­lig­ten sofort einsehbar. Auch der Be­ar­bei­tungs­sta­tus einer Aufgabe ist jederzeit gut nach­voll­zieh­bar. Denn die Tasks durch­lau­fen ver­schie­de­ne Phasen, aus denen der Be­ar­bei­tungs­stand er­sicht­lich wird. So stellt Kanban einen guten Workflow sicher und hilft dabei, recht­zei­tig Probleme zu erkennen.

Die Dar­stel­lungs­me­tho­de Kanban arbeitet mit hap­ti­schen Mitteln wie Pinnwand, Flipchart oder Tafel sowie farbigen Kärtchen oder Kle­be­zet­teln. Es gibt auch ent­spre­chen­de Software-Lösungen. Ein im Büro auf­ge­häng­tes Kanban-Board hat den Vorteil, dass Mit­ar­bei­ter den Ar­beits­stand jederzeit im Blick haben, diesen be­spre­chen und Karten selbst ergänzen können.

Die Vi­sua­li­sie­rungs­tech­nik funk­tio­niert fol­gen­der­ma­ßen: Die Kanban-Tafel wird zunächst in Spalten und Zeilen un­ter­teilt. Für die erste Spalte gibt es un­ter­schied­li­che Namen („Backlog“, „To do“, „Aufgabe“ oder „Zu erledigen“); sie enthält stets jene Aufgaben, die zur Pro­jekt­um­set­zung notwendig sind, aber noch nicht begonnen wurden. Die nach­fol­gen­den Spalten bilden einzelne Pro­zess­schrit­te ab. Üblich ist bei­spiels­wei­se die Abfolge „Backlog“, „Analyse“, „Ent­wick­lung“, „Test“. Es sind aber auch simplere Ein­tei­lun­gen möglich und je nach Projekt auch sinnvoll, etwa: „Aufgabe“, „Be­ar­bei­tung“ und „Erledigt“. Bei kom­ple­xe­ren Projekten können Sie die einzelnen Pro­zess­schrit­te genauer un­ter­tei­len (wie in der oben­ste­hen­den Abbildung). Je nach Pro­jekt­art sind weitere Spalten sinnvoll – wie „vom Kunden oder der Ge­schäfts­füh­rung frei­ge­ge­ben“, „in der War­te­schlei­fe“, „Pro­duk­ti­ons­vor­be­rei­tung“, oder „im Rückstand“.

In der Kanban-Tafel plat­zie­ren Sie dann be­schrif­te­te Karten – jede dieser Karten re­prä­sen­tiert eine Aufgabe. Wurde ein not­wen­di­ger Pro­zess­schritt zur Auf­ga­ben­be­wäl­ti­gung ab­sol­viert, schiebt der ver­ant­wort­li­che Mit­ar­bei­ter die ent­spre­chen­de Auf­ga­ben­kar­te einfach in die nächste Spalte der Tabelle. Das erlaubt einen guten Überblick über den aktuellen Pro­jekt­stand. Sammeln sich viele Kärtchen im Bereich „zu erledigen“ an, deutet dies auf einen Auf­ga­benstau hin. Dank der Tabelle ist aber schnell er­sicht­lich, wann und wo Hand­lungs­be­darf besteht.

Da für die Umsetzung eines Projekts meist zahl­rei­che Aufgaben bewältigt werden müssen, empfiehlt es sich, diese in einer logischen Rei­hen­fol­ge un­ter­ein­an­der an­zu­ord­nen – also bei­spiels­wei­se Aufgaben, die zum selben Auf­ga­ben­be­reich gehören, direkt un­ter­ein­an­der an­zu­ord­nen. Für den Bereich „Bud­get­kon­trol­le“ könnten dies „Bud­get­plan erstellen“, „Bud­get­po­si­ti­on Personal, Bü­ro­be­darf, externe Dienst­leis­ter über­prü­fen“ und „End­ab­rech­nung“ sein. Kärtchen mit Tasks von hoher Priorität sollte man innerhalb eines Auf­ga­ben­be­reichs möglichst weit oben plat­zie­ren. So lässt sich auch direkt erkennen, welche Aufgaben am dring­lichs­ten erledigt werden sollten.

Unter welchen Vor­aus­set­zun­gen funk­tio­niert Kanban am besten?

Kanban erfordert eine gewisse Vor­pla­nung, damit man es einsetzen kann. Welche Aufgaben erledigt werden müssen, sollte bereits im Vorfeld fest­ste­hen. Außerdem ist es wichtig, dass die Anzahl der Aufgaben für einzelne Pro­zess­schrit­te nicht zu groß ist, an­dern­falls wird das Pro­jekt­ma­nage­ment mit Kanban rasch un­über­sicht­lich. Zudem sollte nur jeweils ein Mit­ar­bei­ter für eine Aufgabe zuständig sein. Aus diesen Gründen eignet sich Kanban kaum als Methode für das Pro­jekt­ma­nage­ment komplexer Vorhaben. Bei solchen Projekten würde eine de­tail­rei­che Un­ter­tei­lung der Pro­zess­schrit­te dazu führen, dass die Kanban-Tafel schnell überladen wirkt und kaum noch zu durch­schau­en ist.

Kanban ist eine agile Methode und eignet sich als solche über­wie­gend für Un­ter­neh­men, die auf die Ei­gen­ver­ant­wor­tung ihrer Mit­ar­bei­ter setzen und diesen viele Ent­schei­dungs­frei­hei­ten einräumen. Besonders beliebt ist Kanban im Bereich Software-Ent­wick­lung sowie im Agen­tur­be­reich. Die Be­gren­zung auf wenige Aufgaben hält Prozesse schlank und trägt zur schnellen wie ef­fi­zi­en­ten Be­ar­bei­tung von Aufgaben bei. Ist bei mehreren Aufgaben ein Zeit­ver­zug erkennbar, können diese einfach um­ge­schich­tet werden. Kanban ist also ein flexibles System, das darauf abzielt, jeden Mit­ar­bei­ter zu in­vol­vie­ren. Diese arbeiten selbst­stän­dig, machen ihre Fort- und Rück­schrit­te aber für den Rest des Teams nach­voll­zieh­bar.

Dem­zu­fol­ge funk­tio­niert Kanban nur, wenn alle Mit­ar­bei­ter dazu bereit sind, ihren Auf­ga­ben­stand of­fen­zu­le­gen, und kon­se­quent den Be­ar­bei­tungs­sta­tus selbst ak­tua­li­sie­ren. Muss jedoch auch eine genaue Do­ku­men­ta­ti­on erfolgen (bei­spiels­wei­se, um einer dritten Partei Bericht über Fort­schritt und Res­sour­cen­ver­brauch zu erstatten), dann sollten Sie zu einer anderen Methode greifen, da Kanban eine solche dau­er­haf­te Do­ku­men­ta­ti­on nicht vorsieht.

Vor- und Nachteile von Kanban

Kanban hat folgende Vorzüge:

  • Über­sicht­li­che Dar­stel­lung von Aufgaben, Abläufen und Be­ar­bei­tungs­sta­tus
  • Einfache Her­an­ge­hens­wei­se, um Prozesse möglichst kurz zu halten
  • Leicht ver­ständ­lich und daher schnell ein­setz­bar
  • Einsicht in Fort­schrit­te wirkt mo­ti­vie­rend
  • Fördert in­ter­dis­zi­pli­nä­re Team­ar­beit und ei­gen­ver­ant­wort­li­ches Arbeiten
  • Flexibler als klas­si­sche Pla­nungs­for­ma­te
  • Auf Trans­pa­renz setzende agile Methode des Pro­jekt­ma­nage­ments

Je nach Pro­jekt­art und Ar­beits­um­feld sind aber auch folgende Nachteile mit Kanban verbunden:

  • Be­schränkt sich weit­ge­hend auf Pro­zess­ab­läu­fe
  • Erlaubt keine klein­tei­li­ge Planung
  • Erfordert von jedem Mit­ar­bei­ter ein hohes Maß an Selbst­dis­zi­plin
  • Bietet wenige Do­ku­men­ta­ti­ons- und Kon­troll­mög­lich­kei­ten
  • Werden Aufgaben nicht aus­ge­führt oder wird ihr Be­ar­bei­tungs­sta­tus nicht ak­tua­li­siert, bemerkt man Probleme oft zu spät

Lean Project Ma­nage­ment

Wie funk­tio­niert das Lean Project Ma­nage­ment?

Bei dieser Methode handelt es sich um einen an das Konzept des Lean Ma­nage­ments an­ge­lehn­ten Denk­an­satz. Dieser ist stark er­geb­nis­ori­en­tiert. Er­geb­nis­se sollten von hoher Qualität sein und gleich­zei­tig möglichst effizient erreicht werden. Das Motto lautet folglich, die besten Er­geb­nis­se mit möglichst geringem Aufwand zu erzielen. Die Pro­jekt­ma­na­ger und andere Be­tei­lig­te legen daher viel Wert darauf, Prozesse zu ver­schlan­ken. Jeder versucht, die Kosten so gering wie möglich zu halten, sich auf die not­wen­di­gen Aufgaben zu kon­zen­trie­ren und dabei den bü­ro­kra­ti­schen Aufwand zu re­du­zie­ren.

Außer Kos­ten­sen­kung und Effizienz spielt bei dieser Methode des Pro­jekt­ma­nage­ments die Kun­den­ori­en­tiert­heit eine zentrale Rolle. Während des gesamten Projekts sollen die Kun­den­wün­sche be­rück­sich­tigt werden. Damit man gleich­zei­tig die Kosten re­du­zie­ren kann, ist al­ler­dings er­heb­li­ches Fach­ver­ständ­nis notwendig.

Die Auf­ga­ben­be­rei­che werden nicht einzelnen Pro­jekt­pha­sen oder Fach­ge­bie­ten zugeteilt, sondern gemäß aktueller Kun­den­be­dürf­nis­se vergeben bzw. auf­ge­ge­ben. Möchte der Kunde bei­spiels­wei­se die Testphase für ein Produkt verkürzen, dann streicht der Pro­jekt­ma­na­ger ent­spre­chen­de Aufgaben aus dem Plan. Das Lean Project Ma­nage­ment basiert also praktisch auf direkten Ab­spra­chen mit den Kunden. Außerdem setzt es über­wie­gend auf in­ter­dis­zi­pli­nä­re Teams. So arbeiten z. B. während der Software-Ent­wick­lung IT-Experten, Designer und Mar­ke­ting­ver­ant­wort­li­che Seite an Seite.

We­sent­li­ches Merkmal des Lean Project Ma­nage­ments ist außerdem, dass die Lauf­zei­ten eines Projekts so kurz wie möglich gehalten werden. Daher wird jede Aktivität fort­lau­fend auf ihre Relevanz für den Kunden und das Pro­jekt­er­geb­nis überprüft. Erweist sich eine Aktivität als wenig er­geb­nis­re­le­vant, schiebt man sie in der Priorität nach hinten oder streicht sie ganz aus dem Pro­jekt­plan.

Pro­jekt­ma­nage­ment, das sich dieser Methode bedient, erfordert flexibles Handeln. Denn Aufgaben werden stets neu ver­han­delt und an aktuelle Er­for­der­nis­se angepasst. So lassen sich Tasks schnell an­der­wei­tig vergeben, wenn ein Pro­jekt­mit­ar­bei­ter mit einer Aufgabe zu stark be­an­sprucht ist. Um Ver­zö­ge­run­gen zu vermeiden, erhält er al­ter­na­tiv Ver­stär­kung durch andere, weniger stark aus­ge­las­te­te Be­schäf­tig­te.

Auch beim Lean Project Ma­nage­ment handelt es sich um eine agile Methode, die auf Ei­gen­ver­ant­wort­lich­keit und Trans­pa­renz setzt. Der Pro­jekt­ma­na­ger delegiert Aufgaben und ist für die Effizienz- und Qua­li­täts­kon­trol­le ver­ant­wort­lich, bezieht aber alle Be­tei­lig­ten in Ent­schei­dungs­pro­zes­se mit ein. Das gesamte Pro­jekt­ma­nage­ment folgt dem Bottom-up-Prinzip. Das erlaubt flache Hier­ar­chien und stellt sicher, dass Mit­ar­bei­ter Probleme zeitnah ihren Füh­rungs­kräf­ten mitteilen, damit gemeinsam geeignete Lösungen gefunden werden.

Vor- und Nachteile von Lean Project Ma­nage­ment

Wegen seiner Ergebnis- und Kun­den­ori­en­tie­rung eignet sich die Lean-Methode vor allem für ver­schie­dens­te Arten von Dienst­leis­tern im privaten Sektor. Für Projekte, die eine aus­führ­li­che Do­ku­men­ta­ti­on erfordern – die viel Zeit kostet, ohne das Ergebnis we­sent­lich zu be­ein­flus­sen –, ist sie al­ler­dings weniger geeignet. Das betrifft bei­spiels­wei­se Projekte für den öf­fent­li­chen Dienst und Vorhaben, bei denen man seine Bud­get­nut­zung Dritten gegenüber recht­fer­ti­gen muss. Außerdem müssen die Pro­jekt­ma­na­ger über reichlich Fach­kom­pe­tenz verfügen, damit sie höchst­mög­li­che Effizienz erreichen können, ohne dass dabei Kun­den­wün­sche auf der Strecke bleiben.

Das Lean Project Ma­nage­ment bietet Un­ter­neh­men folgende Vorteile:

  • Effizienz: Die Ver­schlan­kung von Prozessen spart Kosten und andere Res­sour­cen.
  • Verkürzte Prozesse: Das erlaubt rasche Er­geb­nis­se und zeitnahe Rück­mel­dun­gen. Da die einzelnen Ar­beits­schrit­te beständig auf ihre Effizienz hin überprüft werden, lässt sich die Pro­jekt­ar­beit im Un­ter­neh­men kon­ti­nu­ier­lich ver­bes­sern.
  • Bottom-up-Prinzip: Dadurch, dass die Pro­blem­lö­sung mit allen Mit­ar­bei­tern be­spro­chen wird und der Pro­jekt­lei­ter eher als Motivator und Ver­mitt­ler fungiert denn als au­to­ri­tä­rer Anführer, steigt in den meisten Fällen die Leis­tungs­be­reit­schaft der Mit­ar­bei­ter.
  • Effizienz bei hohen Qua­li­täts­stan­dards: Da die Kun­den­be­dürf­nis­se stets be­rück­sich­tigt werden, gerät die Qualität der Dienst­leis­tung bzw. des Produkts nie aus dem Blick. Das erhöht die Zu­frie­den­heit des Kunden ebenso wie jener Mit­ar­bei­ter, die sich mit dem Projekt iden­ti­fi­zie­ren.

Al­ler­dings gab es in der Ver­gan­gen­heit auch Kritik an dieser Art des Pro­jekt­ma­nage­ments. Zu den oft kri­ti­sier­ten Nach­tei­len zählen bei­spiels­wei­se die folgenden:

  • Das ständige Streben nach Zeit- und Kos­ten­ef­fi­zi­enz setzt Mit­ar­bei­ter unter Druck, worunter Mo­ti­va­ti­on und Krea­ti­vi­tät leiden können. Sind die not­wen­di­gen Res­sour­cen sehr knapp kal­ku­liert und treten Probleme auf, kommt es schnell zu Engpässen.
  • Das Ver­schlan­ken von Prozessen bei gleich­zei­tig hohen Qua­li­täts­an­for­de­run­gen fordert hoch­kom­pe­ten­te und durch­set­zungs­fä­hi­ge Pro­jekt­ma­na­ger. Mit­ar­bei­ter agieren zwar relativ autonom, jedoch fungiert der Pro­jekt­ma­na­ger als wichtiges Bin­de­glied. Trifft er Fehl­ent­schei­dun­gen, leidet schnell der gesamte Pro­jekt­fort­schritt darunter.
  • Die starke Kon­zen­tra­ti­on auf schnell sichtbare Er­geb­nis­se und aktuelle An­for­de­run­gen birgt das Risiko, dass das große Ganze aus dem Blick gerät.

Pro­jekt­struk­tur­pla­nung

Hier­ar­chi­sche Glie­de­rung von Aufgaben

Ein Pro­jekt­struk­tur­plan bietet eine Übersicht über sämtliche Aufgaben, die notwendig sind, um ein Projekt er­folg­reich ab­zu­schlie­ßen. In ihm werden große Auf­ga­ben­be­rei­che in immer kleinere Einheiten auf­ge­teilt und nach hier­ar­chi­schem Prinzip an­ge­ord­net. Dabei kann man entweder vom Ganzen ins Detail gehen (deduktive Her­an­ge­hens­wei­se) oder umgekehrt von der Fein­pla­nung zur Grob­pla­nung (in­duk­ti­ves Vorgehen). Letzt­ge­nann­tes Vorgehen eignet sich vor­nehm­lich für sehr in­no­va­ti­ve Projekte, bei denen man kaum auf Vor­er­fah­run­gen zu­rück­grei­fen kann. Aus der ersten Be­stands­auf­nah­me kleinerer Ar­beits­schrit­te soll sich dann praktisch ergeben, wie diese zu einem größeren Auf­ga­ben­be­reich zu­ge­ord­net werden können. Nach­fol­gend klärt man, welche Personen bzw. welche Ab­tei­lun­gen für diesen Bereich ver­ant­wort­lich sind.

Die oberen Sys­tem­ebe­nen bilden sehr um­fas­sen­de Auf­ga­ben­be­rei­che ab; bei einer Firma, die einen Stand­ort­wech­sel plant, könnten dies bei­spiels­wei­se Um­zugs­vor­be­rei­tung und -durch­füh­rung sein. Die ihnen un­ter­ge­ord­ne­te Teil­auf­ga­be­ne­be­ne umfasst deutlich kleinere Auf­ga­ben­ge­bie­te; im Fall eines Bü­ro­um­zugs wären dies bei­spiels­wei­se das Einpacken und der Transport. Noch klein­tei­li­ger wird es auf der Ebene der Ar­beits­pa­ke­te: So sind End­rei­ni­gung des alten Büros, Um­mel­dun­gen sowie Aufbau von Möbeln und der EDV-Struktur kleinere, aber für Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung eines Umzugs zwingend not­wen­di­ge Aufgaben. Die Haupt­sa­che ist, dass diese Ar­beits­ein­hei­ten von den einzelnen Mit­ar­bei­tern bzw. Ar­beits­grup­pen pro­blem­los zu be­wäl­ti­gen sind.

Die hier­ar­chi­sche Glie­de­rung kann un­ter­schied­li­chen Prin­zi­pi­en folgen:

  • Pha­sen­ori­en­tier­te Glie­de­rung: Die Auf­tei­lung und Anordnung der Aufgaben erfolgt ent­spre­chend der zeit­li­chen Abfolge.
  • Funk­ti­ons­ori­en­tier­te Glie­de­rung: Hierbei werden die Aufgaben be­stimm­ten be­tei­lig­ten Or­ga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten aufgrund ihrer Funktion zu­ge­wie­sen. Bei einem Software-Projekt ist bei­spiels­wei­se eine Un­ter­glie­de­rung in Ent­wick­lung, Gra­fik­de­sign und PR denkbar.
  • Ob­jekt­ori­en­tier­te Glie­de­rung: Diese Glie­de­rung eignet sich besonders gut für Projekte, in deren Rahmen an einem Produkt ge­ar­bei­tet wird, das sich aus un­ter­schied­li­chen Be­stand­tei­len zu­sam­men­setzt. So ist bei einem Bau­pro­jekt die Un­ter­tei­lung in Fundament, Erd­ge­schoss und Keller sinnvoll.

Diese Methode des Pro­jekt­ma­nage­ments arbeitet mit einer gra­fi­schen Baum­struk­tur. In dieser werden die einzelnen Einheiten über eine Linie mit der nächst­hö­he­ren Einheit verbunden.

Bei welchen Vorhaben hilft Ihnen ein Pro­jekt­struk­tur­plan?

Der Pro­jekt­struk­tur­plan eignet sich im Gegensatz zu einigen der zuvor vor­ge­stell­ten Methoden auch für kom­ple­xe­re Vorhaben. Da in ihm sämtliche Ar­beits­schrit­te auf­ge­führt sind, trägt er dazu bei, dass kein we­sent­li­cher Baustein des Projekts vergessen wird. Um bei Groß­pro­jek­ten die Übersicht über die vielen klein­tei­li­gen Auf­ga­ben­ein­hei­ten zu er­leich­tern, arbeiten viele in ihren Pro­jekt­struk­tur­plä­nen auch mit Num­me­rie­run­gen oder farb­li­chen Mar­kie­run­gen.

Die Dar­stel­lung von Grob- und Fein­pla­nung erlaubt eine über­sicht­li­che und leicht ver­ständ­li­che Vi­sua­li­sie­rung des Pro­jekt­vor­ha­bens. Das er­leich­tert die Übersicht, und jedem Be­tei­lig­ten ist mit einem Blick klar, wer mit welchen Aufgaben betraut ist. Für eine wirklich um­fas­sen­de Pro­jekt­pla­nung reicht der Struk­tur­plan allein al­ler­dings in der Regel nicht aus.

Vor- und Nachteile der Pro­jekt­struk­tur­pla­nung

Der Pro­jekt­struk­tur­plan bietet folgende Vorzüge:

  • Über­sicht­li­che Dar­stel­lung aller Aufgaben: Der Pro­jekt­struk­tur­plan vi­sua­li­siert sämtliche Ar­beits­schrit­te in einer an­schau­li­chen Baum­struk­tur.
  • Gute Struk­tu­rie­rung durch hier­ar­chi­sche Anordnung: Die Un­ter­tei­lung in ver­schie­de­ne Ebenen schafft Ordnung. Der Pro­jekt­struk­tur­plan bildet Grob- wie Fein­pla­nung glei­cher­ma­ßen gut ab.
  • Überblick über Priorität und Ver­ant­wort­lich­kei­ten: Anhand des Plans lässt sich auch die Zeit­struk­tur nach­voll­zie­hen, sodass schnell er­sicht­lich ist, welche Aufgaben welche Priorität haben. Darüber hinaus lässt sich in dem Struk­tur­plan pro­blem­los vermerken, welcher Mit­ar­bei­ter oder welche Abteilung für welche Aufgabe zuständig ist.

Abhängig vom je­wei­li­gen Projekt gibt es aber auch Nachteile oder die typischen Stärken des Pro­jekt­struk­tur­plans kommen nicht zum Tragen:

  • Ab­neh­men­de Über­sicht­lich­keit bei komplexen Projekten: Bei komplexen und lang­wie­ri­gen Projekten kann die Auf­tei­lung in viele kleine Schritte zu kaum noch über­schau­ba­ren Rie­sen­dia­gram­men führen.
  • Keine Fle­xi­bi­li­tät: Ein­ge­plan­te Zeit­puf­fer mindern Risiken ab, falls Aufgaben zu spät bewältigt werden. Solche Zeit­puf­fer lassen sich mit einem Pro­jekt­struk­tur­plan al­ler­dings gar nicht dar­stel­len.

Mei­len­stein­trend­ana­ly­se

Was ist eine Mei­len­stein­trend­ana­ly­se?

k3neYhan6Ts.jpg Zur Anzeige dieses Videos sind Cookies von Drittanbietern erforderlich. Ihre Cookie-Einstellungen können Sie hier aufrufen und ändern.

Lässt sich der Zeitplan noch einhalten? Sind Sie bereits in Verzug geraten? Müssen Sie bestimmte Termine ver­schie­ben oder lassen sich durch schnelle Maßnahmen Ver­zö­ge­run­gen wieder aus­glei­chen? Die Mei­len­stein­trend­ana­ly­se dient dazu, zeitliche Abläufe zu kon­trol­lie­ren und solche Fragen zu be­ant­wor­ten. In der Regel wird jedes Projekt mit einem be­stimm­ten Endtermin geplant. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte es ab­ge­schlos­sen sein, damit der Bud­get­rah­men ein­ge­hal­ten wird und der Kunde recht­zei­tig ein Ergebnis sehen kann. Zur besseren Planung ist es hilfreich, größere Projekte in mehrere Phasen ein­zu­tei­len. So bemerkt man bereits früh­zei­tig, wenn bestimmte Arbeiten sich verzögern.

Zu diesem Zweck legt man so­ge­nann­te Mei­len­stei­ne fest. Für jeden Mei­len­stein definiert man ein Ziel und legt dann einen Termin fest, zu dem dieses Ziel erreicht werden muss. Es kann al­ler­dings zahl­rei­che Gründe geben, warum ein Mei­len­stein nicht recht­zei­tig ab­ge­schlos­sen wird, bei­spiels­wei­se einen Lie­fer­eng­pass oder einen krank­heits­be­ding­ten Ausfall von Mit­ar­bei­tern. Da viele Auf­ga­ben­be­rei­che auf­ein­an­der aufbauen, besteht die Gefahr, dass solche einzelnen Ver­zö­ge­run­gen den Pro­jekt­ab­schluss insgesamt gefährden.

Diese Methode des Pro­jekt­ma­nage­ments dient vor allem der Kontrolle, wie groß das Risiko einer Pro­jekt­ver­zö­ge­rung ist. Idea­ler­wei­se kal­ku­lie­ren Sie bei der Aufgaben- und Zeit­pla­nung kleinere Puffer für häufige Stör­fak­to­ren ein, statt vom Ide­al­ver­lauf aus­zu­ge­hen.

Durch eine Mei­len­stein­trend­ana­ly­se können Sie Engpässe recht­zei­tig erkennen und frü­hest­mög­lich Maßnahmen einleiten, um doch noch einen Ter­min­ab­schluss zu ge­währ­leis­ten. Und falls das nicht möglich ist, sorgt die Analyse zumindest dafür, dass Sie die Be­tei­lig­ten schon weit vor dem an­ge­streb­ten Pro­jek­ten­de über zeitliche Ver­zö­ge­run­gen in­for­mie­ren können. Nach Pro­jekt­ab­schluss er­leich­tert die Mei­len­stein­trend­ana­ly­se zudem die Ge­samt­eva­lua­ti­on. Kam es zu Ver­zö­ge­run­gen, lässt sich über­prü­fen, wo der Fehler bei der Planung lag, und daraus für künftige Projekte lernen.

Wie funk­tio­niert die Mei­len­stein­trend­ana­ly­se?

Die Mei­len­stein­trend­ana­ly­se nutzt in der Regel Ver­laufs­dia­gram­me, die den Pro­jekt­fort­schritt vi­sua­li­sie­ren. Für jeden Mei­len­stein wird ein Termin fest­ge­legt, an dem er erreicht werden soll. Um zu ge­währ­leis­ten, dass der Zeit­rah­men ein­ge­hal­ten wird, setzt man außerdem mehrere Be­richt­zeit­punk­te fest. So ist den Be­tei­lig­ten direkt er­sicht­lich, in welchen Abständen der Pro­jekt­fort­schritt kon­trol­liert wird. Dies kann einmal pro Monat, alle zwei Wochen oder in kürzeren Abständen erfolgen.

Besonders gut eignet sich ein Li­ni­en­dia­gramm zur Dar­stel­lung des Pro­jekt­ver­laufs: Auf der X-Achse trägt man die Be­richt­zeit­räu­me ein und auf der Y-Achse die Mei­len­stein­ter­mi­ne. Verbindet man die ent­spre­chen­den Punkte mit­ein­an­der, ergibt sich eine Ver­laufs­li­nie, anhand derer man den Pro­jekt­fort­schritt ablesen kann:

  • Ho­ri­zon­ta­ler Verlauf: Er bedeutet, dass der Mei­len­stein pünktlich ab­ge­schlos­sen wird.
  • Fallende Linie: Sie zeigt an, dass Pro­jekt­ab­schnit­te früher erreicht werden. Ein stark ab­fal­len­der Verlauf deutet auf einen unnötig großen Zeit­puf­fer hin.
  • Steigende Linie: Sie weist auf Ver­zö­ge­run­gen hin. Besteht nur ein leichter Verzug, kann man ihn dann durch Ge­gen­maß­nah­men aus­glei­chen. Bei einem starken Abfall über mehrere Be­richt­zeit­räu­me hinweg sollten Sie den geplanten Pro­jekt­ab­schluss­ter­min kor­ri­gie­ren und von einem späteren Termin ausgehen.
  • Zick­zack­li­nie: Wurden einige Termine früher als geplant, andere zu spät erreicht, ergibt sich dieser Verlauf. Der Abschluss ist dann nicht zwingend gefährdet, aber solch eine Zick­zack­li­nie ist ein Hinweis, dass es entweder bei der Kal­ku­la­ti­on oder bei den Ar­beits­pro­zes­sen Un­stim­mig­kei­ten gab. Sie sollten dann beides genauer ana­ly­sie­ren, um Planung oder Prozesse bis zum nächsten Projekt zu op­ti­mie­ren.

Sie müssen sich auch im Vorfeld überlegen, wie die re­gel­mä­ßi­gen Berichte erfolgen sollen: Ein Meeting bzw. eine Te­le­fon­kon­fe­renz mit sämt­li­chen Pro­jekt­be­tei­lig­ten oder den für einen Mei­len­stein ver­ant­wort­li­chen Personen sorgt in der Regel schnell dafür, dass alle Ver­ant­wort­li­chen über den Stand der Dinge in­for­miert sind. Hilfreich ist eine Be­stands­auf­nah­me er­le­dig­ter und noch aus­ste­hen­der Aufgaben. Gab es Ver­zö­ge­run­gen, sollte auch eine Pro­blem­ana­ly­se statt­fin­den.

Vor- und Nachteile der Mei­len­stein­trend­ana­ly­se

Die Mei­len­stein­trend­ana­ly­se be­schränkt sich auf einen einzelnen, aber sehr wichtigen Aspekt der Pro­jekt­ar­beit: die Ter­min­über­wa­chung. Wird eine bestimmte Aufgabe nicht recht­zei­tig erledigt, wird das durch die Mei­len­stein­trend­ana­ly­se sofort deutlich. Zudem er­leich­tert diese Methode die an­schlie­ßen­de Eva­lua­ti­on. Sie eignet sich glei­cher­ma­ßen für kleine und große Projekte. Al­ler­dings funk­tio­niert die Mei­len­stein­trend­ana­ly­se nur dann, wenn die ver­ant­wort­li­chen Mit­ar­bei­ter während der Be­spre­chun­gen und in ihren Zwi­schen­be­rich­ten rea­lis­ti­sche Ein­schät­zun­gen abliefern.

Die Vorteile der Mei­len­stein­trend­ana­ly­se sind:

  • Ein­fach­heit der Methode: Die Analyse ist leicht umsetzbar und dennoch überaus nützlich.
  • Über­sicht­li­che Dar­stel­lung: Das Li­ni­en­dia­gramm bildet die zeitliche Struktur gut ab und lässt sich auch ohne Vor­kennt­nis­se schnell und exakt in­ter­pre­tie­ren.
  • Einfache Kontrolle und Eva­lua­ti­on: Die Mei­len­stein­trend­ana­ly­se überwacht nicht nur den Status, sondern gewährt auch in der Nach­be­trach­tung wertvolle Rück­schlüs­se über den Workflow.

Ein­fach­heit und the­ma­ti­sche Kon­zen­tra­ti­on der Mei­len­stein­trend­ana­ly­se sind jedoch nicht nur Vorteile, sondern sorgen auch dafür, dass diese Methode vieles nicht erfasst:

  • Die Methode be­schränkt sich auf einen Soll-Ist-Vergleich des Auf­ga­ben­sta­tus, be­rück­sich­tigt jedoch nicht, inwiefern Auf­ga­ben­be­rei­che von­ein­an­der abhängen.
  • Mitunter werden Pro­blem­be­rei­che erst im späteren Verlauf er­sicht­lich.

Netz­plan­tech­nik

Zeit­struk­tur und Auf­ga­ben­be­zie­hun­gen in einem Netz dar­stel­len

Ein Netzplan dient ebenfalls der Ter­min­pla­nung und -kontrolle. Im Vergleich zur Mei­len­stein­trend­ana­ly­se bildet der Netzplan jedoch weitaus kom­ple­xe­re Zeit­struk­tu­ren ab und erlaubt eine dy­na­mi­sche­re Her­an­ge­hens­wei­se.

So­ge­nann­te Vor­gangs­kno­ten, die meistens als Kästchen dar­ge­stellt werden, bilden das wich­tigs­te Element eines Netzplans. Sie be­inhal­ten sowohl In­for­ma­tio­nen über die Dauer eines Ar­beits­pa­kets oder einzelner Aufgaben als auch über die frühest- und spä­test­mög­li­chen Beginn- und End­zeit­punk­te sowie über Zeit­puf­fer.

Mit einem Netzplan stellen Mit­ar­bei­ter nicht nur Dauer und Rei­hen­fol­ge einzelner Auf­ga­ben­be­rei­che grafisch dar, sondern auch Ab­hän­gig­keits­be­zie­hun­gen, Zeit­puf­fer und kritische Pro­jekt­pha­sen.

Ab­hän­gig­keits­be­zie­hun­gen

Der Netzplan vi­sua­li­siert logische Abläufe und zeigt, welche Aufgaben auf­ein­an­der aufbauen. Das ist ins­be­son­de­re von Vorteil, wenn ein Projekt auf die Zuarbeit vieler Mit­ar­bei­ter oder externer Dienst­leis­ter an­ge­wie­sen ist und klein­tei­li­ge Vorgänge erfordert. Ein Netzplan zeigt vor­an­ge­hen­de und nach­fol­gen­de Aufgaben auf, deren Be­ar­bei­tungs­pha­sen sich aber auch über­lap­pen können. Die jeweilige Anordnung sowie Pfeile spiegeln das Ab­hän­gig­keits­ver­hält­nis wider.

Zeit­puf­fer

Ein Netzplan bildet außerdem Zeit­re­ser­ven ab. Ein so­ge­nann­ter Ge­samt­puf­fer ver­deut­licht, inwieweit sich eine Aufgabe ver­schie­ben lässt, ohne den spä­test­mög­li­chen Beginn der nach­fol­gen­den Aufgabe zu gefährden. Der freie Puffer zeigt hingegen an, wie viel Puffer noch bleibt, um den frü­hest­mög­li­chen Beginn zu erreichen. Jeder Puffer wird mit genauen Zeit­an­ga­ben versehen, z. B. „5 Tage“.

Kri­ti­scher Pfad

Es gibt Pro­jekt­pha­sen, die zügig ab­ge­schlos­sen werden müssen und keine Zeit­re­ser­ven erlauben. Weil bei ihnen der Ge­samt­puf­fer 0 Tage beträgt, stellen sie ein Risiko dar. Da ein späterer Abschluss solcher Pro­jekt­pha­sen den an­ge­streb­ten Endtermin gefährdet, bedürfen sie be­son­de­rer Auf­merk­sam­keit.

Vor- und Nachteile des Netzplans

Die Methode des Netzplans ver­ein­facht das Pro­jekt­ma­nage­ment in vielerlei Hinsicht. Da sie eine de­tail­lier­te Zeit­pla­nung er­mög­licht, er­leich­tert sie bei komplexen Vorhaben die Or­ga­ni­sa­ti­on. Al­ler­dings ist es mit er­heb­li­chem Aufwand verbunden, Puffer sowie Anfangs- und End­zeit­punk­te fest­zu­le­gen und die Auf­ga­ben­ver­knüp­fun­gen dar­zu­stel­len. Dies setzt eine gute Kenntnis der Rah­men­be­din­gun­gen voraus. Deshalb eignet sich für kleinere Projekte die Mei­len­stein­trend­ana­ly­se mitunter besser. Zudem kann der Netzplan schnell un­über­sicht­lich werden, wenn viele Aufgaben von­ein­an­der abhängig sind und daher verknüpft werden müssen.

Dafür besitzt die Methode viele Vorzüge:

  • Die Pro­jekt­ge­samt­dau­er lässt sich rea­lis­tisch ein­schät­zen.
  • Sie teilt ein Projekt nicht nur in auf­ein­an­der­fol­gen­de Phasen ein, sondern bildet auch Zu­sam­men­hän­ge ab.
  • Die Dar­stel­lung von Puffern er­mög­licht eine bessere Ka­pa­zi­tä­ten­pla­nung.
  • Po­ten­zia­le zur Zeit­ein­spa­rung lassen sich anhand der freien Puffer schnell erkennen.
  • Risiken erkennen die Mit­ar­bei­ter durch die kri­ti­schen Pfade und daran, dass der Ge­samt­puf­fer auf­ge­braucht ist.
  • Dank der dy­na­mi­schen Struktur sind Abläufe besser mo­del­lier­bar.

Pro­jekt­ma­nage­ment: Methoden im Vergleich

Kanban Lean Project Ma­nage­ment Pro­jekt­struk­tur­plan Mei­len­stein­trend­ana­ly­se Netzplan
Funk­tio­nen Vi­sua­li­sie­rungs­stra­te­gie mit hap­ti­schen Mitteln, Über­wa­chung des Auf­ga­ben­sta­tus Konzept für mehr Effizienz und Kun­den­ori­en­tie­rung Übersicht über sämtliche Aufgaben, Vi­sua­li­sie­rungs­mit­tel (Baum­struk­tur), Glie­de­rung nach hier­ar­chi­schem Prinzip Kontrolle und Eva­lua­ti­on zeit­li­cher Abläufe, Vi­sua­li­sie­rung der Zeit­pla­nung Präzise Ter­min­pla­nung und -kontrolle, Vi­sua­li­sie­rung über Netzplan ver­deut­licht Auf­ga­ben­be­zie­hun­gen
Vorteile Über­sicht­li­che Dar­stel­lung mit Karten, Pro­jekt­ab­lauf leicht ver­ständ­lich, einfache Ak­tua­li­sie­rung des Pro­jekt­stands, gleich­zei­ti­ge Abbildung von zeit­li­cher Abfolge, Aufgaben und Be­ar­bei­tungs­sta­tus, Be­gren­zung auf wenige Aufgaben hält Prozesse schlank Besonders gut für Kun­den­auf­trä­ge geeignet, Effizienz aufgrund starker Er­geb­nis­ori­en­tie­rung, Sicherung hoher Qua­li­täts­stan­dards Vi­sua­li­sie­rung auf drei ver­schie­de­nen Ebenen, über­sicht­li­che Dar­stel­lung von Grob- und Fein­pla­nung, Dar­stel­lung zeit­li­cher Abfolgen und Zu­stän­dig­kei­ten Erlaubt, recht­zei­tig zeitliche Ver­zö­ge­run­gen zu erkennen, Arbeit mit Zeit­puf­fern ver­schafft mehr Spielraum, über­sicht­li­che Dar­stel­lung für bessere Kontrolle Be­rück­sich­tigt Ab­hän­gig­kei­ten, Dar­stel­lung komplexer Zeit­struk­tu­ren, rea­lis­ti­sche Ein­schät­zung von Zeit­re­ser­ven, Dar­stel­lung kri­ti­scher Pro­jekt­ab­schnit­te
Nachteile Nicht für klein­tei­li­ge und komplexe Projekte geeignet, weniger Kon­troll­mög­lich­kei­ten Keine Vi­sua­li­sie­rung, hoher Zeitdruck Weniger gut mo­del­lier­bar als z. B. Netzplan, bei komplexen Projekten mitunter zu klein­tei­lig Setzt bereits eine Aufgaben- und Zeit­pla­nung voraus, be­rück­sich­tigt keine Ab­hän­gig­kei­ten der Auf­ga­ben­be­rei­che Bei komplexen Projekten un­über­sicht­lich, aufgrund der Viel­schich­tig­keit der zeit­li­chen Struktur aufwendig

Reviewer

Zum Hauptmenü