Im Schlaf­an­zug arbeiten? Den Komfort der eigenen vier Wände genießen? Keine nervigen Kollegen um sich? Für viele erscheint Ho­me­of­fice ver­lo­ckend – doch ist allen auch wirklich klar, was das bedeutet? Denn so traumhaft die Ar­beits­be­din­gun­gen klingen: das Ho­me­of­fice hat nicht nur Vorteile. Wenn man aus der gewohnten Bü­ro­um­ge­bung in die Heim­ar­beit wechselt, gilt es, ein paar Regeln ein­zu­hal­ten, damit die Arbeit auch zu Hause möglichst gut klappt.

Was ist Ho­me­of­fice?

Unter Ho­me­of­fice versteht man zunächst einmal, dass Ar­beit­neh­mer – oder auch Free­lan­cer – ihren Ar­beits­platz nach Hause verlegen. Statt also mit Kollegen in einem Büro zu sitzen, richtet man sich zu Hause ein, leistet aber immer noch die gleiche Arbeit. Ho­me­of­fice weist somit Par­al­le­len zum Co-Working auf, un­ter­schei­det sich von diesem aber wiederum ganz deutlich. Denn auch in einem Co-Working-Space befindet man sich nicht in einer gewohnten Bü­ro­um­ge­bung, teilt sich jedoch den Platz mit anderen Ar­bei­ten­den – und man ist eben nicht im eigenen Heim.

De­fi­ni­ti­on: Ho­me­of­fice

Ho­me­of­fice be­zeich­net ein hei­mi­sches Büro. In den meisten Fällen bezieht man sich mit dem Begriff auf den Ar­beits­platz eines An­ge­stell­ten, der zuvor in einem tra­di­tio­nel­len Büro ge­ar­bei­tet hat. Immer häufiger werden aber auch Büros von Free­lan­cern und Selbst­stän­di­gen in den eigenen vier Wänden unter dem Begriff zu­sam­men­ge­fasst. Für das Gelingen von Ho­me­of­fice müssen bestimmte tech­ni­sche Min­dest­an­for­de­run­gen erfüllt sein – so muss zum Beispiel meist eine In­ter­net­ver­bin­dung bestehen.

Ho­me­of­fice wird aufgrund der be­son­de­ren Lokalität, an der man seine Arbeit ver­rich­tet, auch als Son­der­form des Mobile Offices gesehen. Wenn die tech­ni­schen Ge­ge­ben­hei­ten stimmen, kann ein Mit­ar­bei­ter theo­re­tisch von jedem Ort der Welt seine Arbeit ver­rich­ten, solange eine stabile In­ter­net­ver­bin­dung verfügbar ist. Deshalb ist Ho­me­of­fice in Deutsch­land auch als Te­le­ar­beit bekannt, denn die Arbeit erfolgt über Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel, wie eben das Internet.

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Für wen kommt Ho­me­of­fice infrage?

Ho­me­of­fice ist zwar in aller Munde, doch für einen großen Teil der Be­völ­ke­rung kommt diese Ar­beits­wei­se gar nicht infrage: Be­rufs­tä­ti­ge, die bei­spiels­wei­se als Hand­wer­ker, in der Betreuung, Gas­tro­no­mie oder Ho­tel­le­rie tätig sind, müssen trotz digitaler Re­vo­lu­ti­on ver­ständ­li­cher­wei­se an ihren gewohnten Ar­beits­stät­ten vor Ort sein. Der größte Teil von Bü­ro­ar­beit, also Tä­tig­kei­ten, die über­wie­gend an einem PC erledigt werden, kann aber theo­re­tisch ins eigene Heim verlegt werden.

Doch auch in den Job-Bereichen, die ei­gent­lich prä­de­sti­niert für Ho­me­of­fice sind, sollte man dieses nur ein­ge­schränkt wahr­neh­men. Gerade im Hinblick auf Kunden sind per­sön­li­che Gespräche von größter Wich­tig­keit. Auch das physische Zu­sam­men­tref­fen von Kollegen spielt in vielen Un­ter­neh­men eine große Rolle. Vi­deo­kon­fe­ren­zen sind ein wichtiges Mittel im Ho­me­of­fice, doch die Bedeutung des per­sön­li­chen Kontakts zwischen Kollegen und zu Kunden darf man nicht un­ter­schät­zen. Deshalb wird in vielen Fällen ein al­ter­nie­ren­des System gepflegt: Während man manche Tage mit Heim­ar­beit verbringt, ist man zu anderen Zeiten im Büro oder bei Kunden.

Worauf muss man beim Ho­me­of­fice achten?

Ar­beit­neh­mer, Ar­beit­ge­ber, aber auch Selbst­stän­di­ge müssen beim Ein­rich­ten und Ausführen von Ho­me­of­fice auf einige Aspekte achten. Teilweise handelt es sich dabei um ar­beits­recht­li­che oder ar­beits­schutz­recht­li­che Gesetze. Auch die Ver­si­che­rung im Ho­me­of­fice und, wie man Ho­me­of­fice absetzen kann, spielen eine große Rolle. Auf der anderen Seite sollte man sich aber auch bestimmte Ver­hal­tens­wei­sen an­ge­wöh­nen, damit die Arbeit von zu Hause für alle Seiten Vorteile mit sich bringt.

Die wich­tigs­te In­for­ma­ti­on für viele: Es gibt weder ein ge­ne­rel­les Recht auf Ho­me­of­fice noch eine Pflicht, seinen Ar­beits­platz nach Hause zu verlagern. Es kommt immer auf eine Absprache zwischen Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer an. Selbst­stän­di­gen obliegt es ver­ständ­li­cher­wei­se selbst, wo sie ihre Arbeit durch­füh­ren. Hat man sich aber für die Arbeit im Ho­me­of­fice ent­schie­den und sind die recht­li­chen Aspekte allen Be­tei­lig­ten klar, müssen weitere Vor­keh­run­gen getroffen werden. Schon beim Einführen des Ho­me­of­fice müssen bei­spiels­wei­se tech­ni­sche Ge­ge­ben­hei­ten geklärt werden. Jeder Mit­ar­bei­ter muss auch von zu Hause aus auf die gleichen An­wen­dun­gen, Services und Daten zugreifen können, die ihm auch im normalen Büro zur Verfügung stehen.

Bei der Ein­rich­tung des Ar­beits­plat­zes sollte man auch im Ho­me­of­fice auf die richtige Ergonomie und genügend Bewegung am Ar­beits­platz achten. Deshalb sollte man sich auch ein Ho­me­of­fice ein­rich­ten, in dem man ver­nünf­tig arbeiten kann. Wer Kinder hat und im Ho­me­of­fice arbeitet, muss zudem darauf achten, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen.

Ho­me­of­fice: Vor- und Nachteile

So schön die Idee vom Ho­me­of­fice klingt – es gibt auch nach­tei­li­ge Aspekte bei dieser Ar­beits­wei­se. Sowohl die Vor- als auch die Nachteile beziehen sich zum einen auf die Pro­duk­ti­vi­tät und Qualität der Arbeit und zum anderen auf das per­sön­li­che Befinden und den Zu­sam­men­halt im Team. Die meisten Nachteile lassen sich aber oftmals in Vorteile umkehren, wenn man bestimmte Ver­hal­tens­wei­sen einführt und Regeln beachtet.

Ein Thema, das beim Ho­me­of­fice relevant wird, ist bei­spiels­wei­se die Work-Life-Balance: Der Vorteil ergibt sich schon dadurch, dass man sich den täglichen Ar­beits­weg und damit sehr viel Zeit spart. Er­fah­run­gen haben aber gezeigt, dass Ar­beit­neh­mer im Ho­me­of­fice eher mehr als weniger arbeiten. Hier müssen alle Be­tei­lig­ten darauf achten, dass man die ver­trag­li­chen Ar­beits­zei­ten auch einhält. Im eigenen Interesse müssen sich also auch Ar­beit­neh­mer selbst dis­zi­pli­nie­ren.

Viele Personen, die im Ho­me­of­fice arbeiten, berichten zum Beispiel auch über die Ruhe, die sie dort haben. In einem großen Büro wird man oft abgelenkt: Kollegen sprechen einen an, ständig klingeln Telefone, im Zwei­fels­fall sorgt sogar noch Pu­bli­kums­ver­kehr für Unruhe. Diese Stör­fak­to­ren fallen in den eigenen vier Wänden weg – dafür gibt es eventuell andere: Kinder schreien, der Paketbote klingelt und die Wasch­ma­schi­ne piepst. Zuhause ist jeder selbst dafür ver­ant­wort­lich, für eine ruhige Ar­beits­at­mo­sphä­re zu sorgen.

Diese und weitere Aspekte sollte man also beachten, wenn man sich für Ho­me­of­fice ent­schei­det.

Vorteile Nachteile
Bessere Ver­ein­ba­rung von Familie und Arbeit Erfordert mehr Disziplin
Ar­beits­weg wird ein­ge­spart Per­sön­li­cher Kontakt mit Kollegen wird ein­ge­schränkt
Per­sön­li­cher Ar­beits­platz, an dem man sich wohlfühlt Es müssen zu­sätz­li­che tech­ni­sche An­for­de­run­gen erfüllt werden
Stress­re­duk­ti­on Ein separater Ar­beits­platz ist er­for­der­lich
Soziale Isolation
Fazit

Wenn man die tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen für die Arbeit von zu Hause hat und der Beruf keine Präsenz vor Ort erfordert, spricht vieles für Ho­me­of­fice. Dafür ist aber Disziplin notwendig. Ohne diese kann entweder die Qualität der Arbeit leiden oder die physische und geistige Ge­sund­heit des Ar­bei­ten­den. Im Endeffekt ist die Ent­schei­dung also auch eine Cha­rak­ter­fra­ge. Nicht jeder Mensch ist für die Arbeit im Ho­me­of­fice geeignet. Andere Personen können aber von der modernen Ar­beits­wei­se pro­fi­tie­ren.

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