Die CPU-Temperatur: Wie hoch darf sie sein und wie liest man sie ab?

Der Prozessor bzw. die CPU (englisch für „Central Processing Unit“) ist eines der wichtigsten Bauteile von PCs oder technischen Geräten wie Smartphones, DVD-Playern oder programmierbaren Wasch- und Spülmaschinen. Die CPU ist praktisch das Gehirn des Computers, denn ihre Hauptaufgabe besteht darin, Daten zu verarbeiten und Befehle an die zuständigen Leistungseinheiten weiterzugeben. Das erfolgt mit einer gewissen Taktfrequenz, die entscheidend dafür ist, wie schnell diese Befehle verarbeitet werden können. Je höher die Taktfrequenz, umso schneller arbeitet die Recheneinheit.

Eine hohe Taktfrequenz verursacht allerdings auch hohe Temperaturen. Wenn viele rechenintensive Prozesse gleichzeitig ablaufen, ist es also nicht verwunderlich, dass die CPU-Temperatur erheblich steigt. Das ist nicht weiter bedenklich, solange es nur vorübergehend ist und mit einer hohen Prozessorauslastung begründet werden kann. Wenn Sie allerdings feststellen, dass die CPU-Temperatur dauerhaft zu hoch ist, sollten Sie herausfinden, woran das liegt, um mögliche Schäden am PC zu vermeiden. Dafür stehen verschiedene Tools zur Verfügung, die nicht nur die aktuelle CPU-Temperatur anzeigen, sondern auch den Verlauf der Temperaturkurve über einen längeren Zeitraum darstellen.

Was genau ist die CPU-Temperatur?

Der Begriff CPU-Temperatur scheint ziemlich eindeutig zu sein – ein Wert, der die Temperatur des Prozessors angibt. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht, denn eine CPU besteht aus verschiedenen Bauteilen, an denen unterschiedliche Temperaturen herrschen. Sensoren befinden sich an den Prozessorkernen sowie an der Metallabdeckung der Oberfläche, dem sogenannten „Integrated Heatspreader“ (IHS). Generell gilt: Die Temperatur der Prozessorkerne ist deutlich höher und auch aussagekräftiger als die Temperatur, die an der Oberfläche gemessen wird.

Hinweis

Die Temperatur am Heatspreader (IHS) wird tatsächlich nur bei der Herstellung des Computers gemessen, um den Wert anschließend in die Leistungsbeschreibung aufnehmen zu können. Alle späteren IHS-Temperaturen sind Ergebnisse von Berechnungen und dementsprechend nur Annäherungswerte.

Je nach Hersteller werden die Temperaturen einzeln angezeigt oder zu Durchschnittswerten (z. B. Kerntemperatur und Oberflächentemperatur) zusammengefasst. Doch selbst diese Werte sind nicht unbedingt vergleichbar, denn nicht nur die Methoden der Erfassung unterscheiden sich, auch die Berechnung der Schätzwerte erfolgt mitunter sehr unterschiedlich. Wenn man einschätzen will, ob die CPU-Temperatur normal oder schon im kritischen Bereich ist, ist es äußerst wichtig, zu wissen, welches Fabrikat genau verbaut wurde.

Tipp

Wenn Sie sich unsicher sind, welches Prozessormodell in Ihrem Computer verbaut ist, können Sie mit der Freeware CPU-Z alle notwendigen Informationen herausfinden. Das Tool gibt nicht nur den Hersteller und Prozessortyp an, sondern liefert auch Angaben zu weiteren Merkmalen: zum Beispiel zur Anzahl der Kerne, Taktfrequenz, Spannung etc.

So lässt sich die CPU-Temperatur auslesen

Die Informationen über Modell und Leistungsumfang bilden die Grundlage zur Beurteilung der CPU-Temperatur. Um sie zu ermitteln, stehen einem verschiedene Tools zur Auswahl. Windows selbst bietet diese Information nicht. Es besteht bei Windows lediglich die Möglichkeit, im Task-Manager (bzw. in Linux mit dem Befehl „top“) die aktuelle CPU-Auslastung sowie deren Verlauf in den letzten 60 Sekunden zu überprüfen und zu kontrollieren, welchen Anteil die laufenden Programme und Prozesse an dieser Auslastung haben.

Doch wie bereits erwähnt ist jeder Computer mit Temperatursensoren ausgestattet, die ständig die Temperaturen der einzelnen Bauteile überprüfen, um eine Überhitzung des Systems zu vermeiden. Wenn Sie auf diese zugreifen möchten, um die CPU-Temperatur auszulesen, kommen Sie um die Installation zusätzlicher Programme nicht herum. Die bekanntesten solcher Programme sind Core Temp, HwiNFO und AIDA64. Bei den ersten beiden handelt es sich um Freeware, während man für AIDA64 eine Lizenz erwerben muss, wenn man es nach 30 kostenfreien Tagen weiterhin nutzen möchte. Allen genannten Programmen ist gemeinsam, dass sie nicht nur die CPU-Temperatur anzeigen, sondern auch den Temperaturverlauf protokollieren.

Wer auf die Installation zusätzlicher Tools verzichten will, kann die CPU-Temperatur im BIOS auslesen. Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass die Werte dort höher sind als im Windows- oder Linuxbetrieb. Das liegt daran, dass der Energieverbrauch im BIOS nicht nach unten reguliert wird.

Welche CPU-Temperatur ist normal?

Um überhaupt einschätzen zu können, ob die CPU-Temperatur normal ist, muss man zunächst einmal den „Normalwert“ bzw. den Toleranzbereich kennen. Das ist nicht ganz einfach, denn außer von äußeren Bedingungen wie dem Standort des PCs oder der Raumtemperatur ist er auch vom konkreten Prozessortyp abhängig. Aus diesem Grund stellen die folgenden Werte lediglich grobe Richtwerte dar:

  • geringe Prozessorauslastung (im Normalbetrieb): etwa 30 bis 50 °C
  • starke Auslastung durch Programme, die eine hohe Rechenleistung erfordern: bis 95 °C
  • Maximaltemperatur sollte möglichst niemals 100 °C überschreiten

Prozessoren können also durchaus sehr hohe Temperaturen aushalten. Die 100-Grad-Marke darf für kurze Zeit sogar geringfügig überschritten werden (bei neuen Prozessoren sind bis zu 103 °C möglich), ohne dass die CPU Schaden nimmt. Werte um die Höchstgrenze herum verkürzen allerdings die Lebensdauer, da die einzelnen Bauteile äußerst hitzeempfindlich sind. Das klingt dramatisch, ist für den Durchschnittsnutzer jedoch kaum relevant, da der Computer (oder die CPU) in der Regel bereits vorher durch ein neues, leistungsfähigeres Modell ersetzt wird, um die Hardwareanforderungen für die problemlose Nutzung neuer Software oder Spiele zu erfüllen.

Ist es möglich, die CPU-Temperatur zu senken?

Als Nutzer eines Standard-PCs im Normalbetrieb muss man sich um diese Frage eigentlich keine Gedanken machen, denn das Betriebssystem regelt die CPU-Temperatur normalerweise von selbst. Sobald eine zuvor vom Hersteller definierte Temperatur erreicht ist, wird die CPU gedrosselt. Das bedeutet, dass die Taktzahl reduziert und dadurch weniger Wärme produziert wird, bis die Temperatur wieder im Toleranzbereich liegt.

Etwas anders sieht es aus, wenn man die CPU übertaktet hat, um eine bessere Rechenleistung zu erzielen und die laufenden Prozesse zu beschleunigen – so wie es häufig von Gamern für den reibungslosen Ablauf von Onlinegames gemacht wird. In diesem Fall lässt sich die Temperatur kurzfristig durch die Öffnung des PC-Gehäuses oder den Einsatz von externen Hilfsmitteln wie Ventilatoren senken. Dadurch wird der Lüfter bei seiner Arbeit unterstützt, da die angestaute Hitze schneller abtransportiert werden kann und ein kühlender Luftzug besser an die überhitzten Bauteile gelangt. Solche Methoden schaffen kurzfristig Abhilfe, sind allerdings keine Dauerlösung.

Wenn Sie regelmäßig rechenintensive Programme nutzen, die die CPU-Temperatur in die Höhe treiben, können Sie mit bestimmten Programmen die Geschwindigkeit des PC-Lüfters steuern und auf diese Weise individuell anpassen. Eine noch effizientere Möglichkeit ist der Einbau einer aktiven Kühlung (z. B. Wasserkühlung). Doch zuvor sollten Sie überlegen, ob diese Maßnahmen für Ihren Bedarf bzw. die Leistungsfähigkeit Ihrer CPU ausreichen oder ob es nicht sinnvoller ist, einen leistungsfähigeren Prozessor nachzurüsten.

Bitte beachten Sie den rechtlichen Hinweis zu diesem Artikel.


Auf dem Laufenden bleiben?

Jetzt für unseren Newsletter anmelden und gratis Online-Marketing Whitepaper für lokale Anbieter sichern!