DOS – Was ist ein Disk Operating System?

Mit DOS legten Microsoft und IBM den Grundstein für das erste weit verbreitete Betriebssystem. Als Disk Operating System machte es Personal Computer über Datenlesung und Datenspeicherung auf Disketten arbeitsfähig. Nutzer steuerten es über eine einfache textbasierte Befehlszeile. Dabei punktete DOS nicht mit seiner Benutzerfreundlichkeit, sondern durch Effizienz und umfangreiche Funktionalität.

Die Entwicklung des DOS (Disk Operating System)

Nachdem Bill Gates erfuhr, dass IBM auf der Suche nach einem alternativen Betriebssystem zum ursprünglich geplanten CP/M war, kaufte er einer kleinen Software-Firma die Rechte an QDOS (Quick and Dirty Operating System) ab. IBM erwarb eine Lizenz von Microsoft und integrierte es als PC-DOS 1.0 im IBM PC.

Dabei orientierte sich PC-DOS an CP/M und Unix, jedoch mangelte es an der Umsetzung. Es entpuppte sich als eher miserabel programmiertes Betriebssystem, sodass Microsoft das Betriebssystem komplett neu programmierte. Mit PC-DOS 2.0 kam dann ein erstes passabel funktionierendes Betriebssystem auf den Markt.

Da IBM das Betriebssystem nicht exklusiv lizensierte, konnte Microsoft das Betriebssystem auch an andere Firmen verkaufen. Unter dem Namen MS-DOS entstand so eines der populärsten Betriebssysteme der damaligen Zeit. Bereits 1982 hatten mehr als 50 Unternehmen eine Lizenzvereinbarung für das Disk Operating System von Microsoft.

Mit der Zeit stieg bei den Nutzern des Disk Operating Systems der Wunsch nach einer grafischen Benutzeroberfläche. Microsoft erfüllte diesen Wunsch 1985 mit Windows 1.0,in dem es die bereits in den 1970er Jahren entwickelte GUI von XEROX imitierte. Auch Apple brachte diese GUI an die Öffentlichkeit. Nutzer öffneten Programme nicht mehr umständlich über einen Tastaturbefehl, sondern konnten einfach mit der Maus auf ein Icon klicken.

DOS (Disk Operating System): Bekannte Beispiele

Neben den oben erwähnten CP/M und PC-DOS bzw. MS-DOS gab es noch weitere bekannte Disk Operating Systems:

  • Commodore DOS: Anders als andere Disk Operating Systeme befindet sich das 1977 entwickelte Commodore DOS nicht im Computer, sondern ist im Diskettenlaufwerk integriert. Deshalb ist es auch eigentlich eine Firmware und kein Betriebssystem.
  • Apple DOS: Vorher war mit den Apple-Rechnern nur das Speichern auf Audiokassetten möglich. 1978 erweiterte Apple die Funktionalität und integrierte in seine Apple-II-Computer Apple DOS. Nach der Einführung der 16-Bit-Architektur ging Apple DOS in GS/OS über und entwickelte sich ab 1984 zum heute bekannten macOS.
  • AmigaDOS: AmigaDOS war damals bereits mit revolutionären Ansätzen wie Microkernel-Architektur und nachladbaren Gerätetreibern bestückt, die heutzutage auch in modernen Betriebssystem Verwendung finden. Den Ursprung fand das Betriebssystem nach 1985 in dem Multiuser-System TRIPOS der Cambridge University.
  • Atari DOS: Das Besondere an dem 1979 veröffentlichten Atari DOS war der in der Version 2.0 integrierte speicherresidente Kernel. Ab der Version 4.0 war Atari DOS als Public Domain frei zugänglich, wodurch Dritte etliche auf Atari DOS basierende Derivate entwickelten.

Wie funktioniert das DOS (Disk Operating System)?

DOS bearbeitet Informationen oder Befehlsfolgen über Stapelverarbeitungsdateien und kann somit intern Daten verarbeiten. Startet der Nutzer den Computer, verarbeitet das System den Prozess in einer Stapelverarbeitungsdatei, die in der selbstausführenden Datei autoexec.bat enthalten ist. Diese prüft alle Systemkomponenten und den generellen Startvorgang. Hat die autoexec.bat die Stapelverarbeitungsdatei abgearbeitet, erscheint ein blinkender Cursor, über den Nutzer Befehle per Tastatur eingeben.

Grundlegende Befehle unter DOS (Disk Operating System)

Nachdem der Computer das Betriebssystem DOS erfolgreich gebootet hat, startet der Kommandozeileninterpreter COMMAND.COM automatisch. Über diesen geben Nutzer die Befehle über die Tastatur ein. Dabei sind bereits viele wichtige Befehle im DOS integriert. Unbekannte Befehle sucht der Interpreter in Dateien mit Endungen wie „.EXE“, „.COM“ oder „.BAT“.

Folgendes lässt sich u. a. im Disk Operating System steuern:

Befehl Typ Erklärung
CD <Verzeichnisname> Intern Wechselt in ein bestimmtes Arbeitsverzeichnis. Mit vorangesetztem Backslash „\“ interpretiert DOS die Angabe absolut zum aktuellen Arbeitsverzeichnis. Auch Verzeichnisnamen sind durch einen Backslash „\“ getrennt.
DEL <Dateiname> Intern Löscht eine oder mehrere Dateien.
DELTREE <Verzeichnisname> Extern Löscht unter DOS das komplette Verzeichnis mit allen Inhalten und Unterverzeichnissen.
MD <Verzeichnisname> Intern Erstellt ein neues Verzeichnis mit dem angegebenen Namen.

DOS (Disk Operating System) und die Gegenwart

Windows 95 läutete seinerzeit das Ende der DOS-Ära ein. Das Disk Operating System verlor mit den darauffolgenden Versionen zunehmend an Bedeutung. Dennoch unterstützen noch heute moderne Windows-Systeme MS-DOS, das Nutzer jedoch nur für spezielle Einsatzzwecke einsetzen. Möchte man allerdings ältere DOS-Programme starten, sollte man zu einem Emulator greifen. Dieser stellt die alte Architektur nach.


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