Mehr Fle­xi­bi­li­tät, keine Ar­beits­we­ge und eine bessere Ver­ein­bar­keit von Beruf und Familie – viele Gründe sprechen für das Arbeiten im Ho­me­of­fice. Und auch Un­ter­neh­men pro­fi­tie­ren: etwa dadurch, dass es weniger regionale Be­schrän­kun­gen gibt und sie aus einem größeren Pool von Bewerbern wählen können. Um auch zu Hause effizient, effektiv und sicher arbeiten zu können, empfiehlt es sich jedoch, einige Dinge zu beachten. Wir geben Ihnen Tipps an die Hand, wie Sie Ihr Ho­me­of­fice ein­rich­ten.

Ab­gren­zung Ho­me­of­fice: Büro ein­rich­ten bei Tele- und mobiler Arbeit

In Deutsch­land besteht kein grund­sätz­li­ches Recht auf Ho­me­of­fice. Einigen Sie sich mit Ihrem Ar­beit­ge­ber ein­ver­nehm­lich, müssen jedoch gewisse Rechte und Pflichten be­rück­sich­tigt werden. Diese basieren u. a. auf dem Ar­beits­schutz­ge­setz (ArbSchG) und der Ar­beits­stät­ten­ver­ord­nung (ArbStättV). Die recht­li­chen Grund­la­gen gelten al­ler­dings nicht für jede Art der Heim­ar­beit:

  • Te­le­ar­beit: Laut ArbStättV muss der Ar­beit­ge­ber einen festen Bild­schirm­ar­beits­platz im Pri­vat­be­reich des Ar­beit­neh­mers für Tä­tig­kei­ten im Ho­me­of­fice ein­rich­ten. Die wö­chent­li­che Ar­beits­zeit und die Dauer der Ein­rich­tung werden im Ar­beits­ver­trag oder in einer schrift­li­chen Ver­ein­ba­rung fest­ge­hal­ten. Ein Te­le­ar­beits­platz muss vom Ar­beit­ge­ber oder einer von ihm be­auf­trag­ten Person aus­ge­stat­tet werden. Das betrifft Möbel und Ar­beits­mit­tel wie Computer und Telefon. Zudem muss der Ar­beit­ge­ber alle Pflichten des Ar­beits­schut­zes erfüllen, die in den Bü­ro­räu­men des Un­ter­neh­mens ein­ge­hal­ten werden müssen.
     
  • Mobile Arbeit: Anders als die Rah­men­be­din­gun­gen der Te­le­ar­beit sind die des mobilen Arbeitens nicht ge­setz­lich definiert. Mobile Arbeit oder Remote Work ist weder an das Büro, noch an den Ar­beits­platz zu Hause gebunden. Mit­ar­bei­ter gehen mithilfe von Laptop, Tablet oder Smart­phone an einem be­lie­bi­gen Ort ihrer Tätigkeit nach. Der Ar­beit­ge­ber ist nicht dazu ver­pflich­tet, den Ar­beits­platz aus­zu­stat­ten. Auch bezüglich Ar­beits­zeit sowie Arbeits- und Da­ten­schutz gelten andere Be­din­gun­gen.

Ar­beits­schutz­maß­nah­men für die Te­le­ar­beit

Grund­sätz­lich sind Ar­beit­ge­ber dazu ver­pflich­tet, für den Ge­sund­heits­schutz und die Si­cher­heit der An­ge­stell­ten zu sorgen – im Büro und am Te­le­ar­beits­platz. Die ent­spre­chen­den Maßnahmen sind in der ArbStättV fest­ge­hal­ten. Haben Sie sich für Te­le­ar­beit ent­schie­den und möchten Ihr Ho­me­of­fice ein­rich­ten, muss eine Ge­fähr­dungs­be­ur­tei­lung erstellt und im Anschluss die Wirk­sam­keit der Maßnahmen kon­trol­liert werden.

  1. Ge­fähr­dungs­be­ur­tei­lung: Die Umstände, die die Si­cher­heit und Ge­sund­heit am Ar­beits­platz be­ein­flus­sen, werden dargelegt und ent­spre­chen­de Ar­beits­schutz­maß­nah­men ab­ge­lei­tet.
     
  2. Wirk­sam­keits­kon­trol­le: Über­prü­fung der Wirk­sam­keit der Ar­beits­schutz­maß­nah­men; fehlt etwa eine aus­rei­chen­de Be­leuch­tung, muss Ihr Ar­beit­ge­ber Ihnen diese zur Verfügung stellen. Das gilt z. B. auch für er­go­no­mi­sche Büromöbel.
Hinweis

Die Kontrolle muss der Ar­beits­schutz­be­auf­trag­te des Un­ter­neh­mens nicht unbedingt vor Ort über­neh­men. Um die Ge­ge­ben­hei­ten Ihres hei­mi­schen Ar­beits­plat­zes zu prüfen und zu do­ku­men­tie­ren, kann sich Ihr Ar­beit­ge­ber auch digitale Fo­to­auf­nah­men schicken lassen.

Ho­me­of­fice ein­rich­ten: Ideen und Tipps

Wer über einen längeren Zeitraum oder re­gel­mä­ßig von zu Hause aus arbeitet, sollte sich dort ein festes Ho­me­of­fice ein­rich­ten. Was gibt es dabei zu beachten?

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Ar­beits­be­reich festlegen

Natürlich ist es nicht immer möglich, ein separates Büro für die tägliche Arbeit ein­zu­rich­ten. Das ist auch nicht unbedingt notwendig. Es ist jedoch zu empfehlen, aus­rei­chend Platz ein­zu­pla­nen. Für die Ein­hal­tung er­go­no­mi­scher An­for­de­run­gen und aus­rei­chend Be­we­gungs­frei­raum empfiehlt die deutsche Ge­setz­li­che Un­fall­ver­si­che­rung (DGUV) eine Grund­flä­che von acht bis zehn Qua­drat­me­tern. Be­we­gungs­flä­chen, die eine wech­seln­de Ar­beits­hal­tung und Aus­gleichs­be­we­gun­gen er­mög­li­chen, sollten min­des­tens 1,5 Qua­drat­me­ter groß sein.

Um Arbeits- und Pri­vat­le­ben gut von­ein­an­der zu trennen, ist auch eine räumliche Ab­gren­zung zwischen Arbeits- und Wohn­be­reich ratsam. Hilfreich sind Raum­tren­ner, wie Regale oder Pflanzen. Zudem sollte bei der Plat­zie­rung des Ar­beits­be­reichs die Lage der Fenster be­rück­sich­tigt werden. Im Idealfall wird der Ar­beits­platz parallel zur Fens­ter­front an­ge­ord­net, um durch Ta­ges­licht ver­ur­sach­te Blen­dun­gen und Spie­ge­lun­gen auf dem Bild­schirm zu vermeiden.

Tipp

Unter gewissen Umständen kann man den Ar­beits­platz im Ho­me­of­fice von der Steuer absetzen. Dabei sind die Re­ge­lun­gen für den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug zu be­rück­sich­ti­gen.

Ar­beits­platz gestalten

Die Ergonomie am Ar­beits­platz muss ebenfalls be­rück­sich­tigt werden, wenn man ein Ho­me­of­fice ein­rich­ten möchte. Ziel ist es, die kör­per­li­che und psy­chi­sche Ge­sund­heit zu ge­währ­leis­ten und gleich­zei­tig eine ef­fi­zi­en­te und feh­ler­freie Aus­füh­rung der Tätigkeit zu er­mög­li­chen. Dabei sind auch in­di­vi­du­el­le kör­per­li­che Faktoren wie die Kör­per­grö­ße und das -gewicht zu be­rück­sich­ti­gen.

Er­go­no­mi­sche Ge­sichts­punk­te umfassen bei­spiels­wei­se:

  • Anordnung von Ar­beits­mit­teln wie Schreib­tisch und Stuhl
  • Nut­zer­freund­lich­keit von Hard- und Software
  • Äußere Einflüsse wie Luft, Licht und Ge­räusch­ku­lis­se

Beispiel dy­na­mi­sches Sitzen:

Der Ar­beits­platz ist richtig ein­ge­stellt, wenn Ober- und Unterarm sowie Ober- und Un­ter­schen­kel im 90-Grad-Winkel zu­ein­an­der stehen. Die Füße sollten fest und parallel zu­ein­an­der auf dem Boden stehen. Ist das nicht möglich, hilft ein Fußhocker. Hand­flä­chen und El­len­bo­gen liegen mit Maus und Tastatur auf einer Ebene. Der Abstand zum Monitor beträgt min­des­tens 50 Zen­ti­me­ter. Die Höhe des Bild­schirms sollte so ein­ge­stellt sein, dass die obere Bild­schirm­zei­le leicht unterhalb der Sehachse liegt.

Be­leuch­tung op­ti­mie­ren

Ein er­go­no­mi­sches Ho­me­of­fice be­rück­sich­tigt nicht nur einen auf die in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­se ab­ge­stimm­ten Schreib­tisch und Schreib­tisch­stuhl sowie eine ent­spre­chen­de Anordnung der Ar­beits­ge­rä­te. Ein Aspekt, der oft ver­nach­läs­sigt wird, ist die Ar­beits­platz­be­leuch­tung. Eine er­go­no­mi­sche Be­leuch­tung setzt sich aus ver­schie­de­nen Kom­po­nen­ten zusammen. Neben einem möglichst hohen Anteil an Ta­ges­licht sollte der Ar­beits­platz über eine helle und gleich­mä­ßi­ge De­cken­be­leuch­tung verfügen. Diese lässt sich auch durch eine indirekte Be­leuch­tung op­ti­mie­ren, etwa an der Wand. Eine zu­sätz­li­che Schreib­tisch­be­leuch­tung er­mög­licht die gezielte Aus­leuch­tung der Ar­beits­flä­che. Letztere sollte min­des­tens eine Be­leuch­tungs­stär­ke von 500 Lux bieten.

Risiken mi­ni­mie­ren

Wer sich für das Arbeiten im Ho­me­of­fice ein Büro ein­rich­tet, sollten auch mögliche Ge­fah­ren­quel­len im Blick behalten. Mit einem durch­dach­ten Ka­bel­ma­nage­ment wird etwa die Stol­per­ge­fahr im Büro zu Hause minimiert. Kabel sollten nicht un­be­fes­tigt auf dem Boden liegen. Mit Ka­bel­bin­dern oder in Ka­bel­ka­nä­len lassen sich mehrere zu­sam­men­fas­sen. In einer unter dem Schreib­tisch be­fes­tig­ten Ka­bel­wan­ne können Netzteile, Mehr­fach­steck­do­sen und Ka­bel­bün­del verstaut werden.

Langes Sitzen und eintönige Be­we­gungs­ab­läu­fe stellen ebenfalls ein Risiko dar. Um den Kreislauf anzuregen, Mus­kel­grup­pen zu entlasten und Ver­span­nun­gen vor­zu­beu­gen, sollte man auch zu Hause für aus­rei­chend Bewegung am Ar­beits­platz sorgen. Optimale Vor­aus­set­zun­gen werden etwa durch einen hö­hen­ver­stell­ba­ren Schreib­tisch ge­schaf­fen. So kann man zwischen Ar­beits­pha­sen im Sitzen und Stehen wechseln. Al­ter­na­tiv kann man das Ho­me­of­fice so ein­rich­ten, dass Hilfs­ge­rä­te nicht direkt auf dem Schreib­tisch stehen. So ist man etwa gezwungen auf­zu­ste­hen, um zu te­le­fo­nie­ren, Dokumente aus­zu­dru­cken oder zu scannen. Generell ist alles, was Ab­wechs­lung in die Be­we­gungs­ab­läu­fe bringt, sinnvoll und will­kom­men.

Check­lis­te: Ho­me­of­fice ein­rich­ten

Digitale Vor­aus­set­zun­gen schaffen

Zu einem gut aus­ge­stat­te­ten Ho­me­of­fice gehören auch die Soft- und Hardware sowie die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten mit Kollegen und ein rei­bungs­lo­ser Zugriff auf den Un­ter­neh­mens­ser­ver. Spezielle Office-Lösungen wie die Microsoft 365 bieten ein um­fas­sen­des Spektrum an Funk­tio­nen für die Zu­sam­men­ar­beit innerhalb von Un­ter­neh­men. So stehen gängige Office-An­wen­dun­gen wie Text­ver­ar­bei­tung, Ta­bel­len­kal­ku­la­ti­on und Prä­sen­ta­tio­nen allen Mit­ar­bei­tern zur Verfügung – un­ab­hän­gig vom Standort.

Viele Un­ter­neh­mens­da­ten sind äußerst sensibel. Um auch aus dem Ho­me­of­fice sicher auf diese zugreifen zu können, ist ein Virtual Private Network (VPN) eine gute Option. Das virtuelle Kom­mu­ni­ka­ti­ons­netz er­mög­licht durch spezielle Ver­schlüs­se­lungs- und Au­then­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren die sichere Da­ten­über­tra­gung über eine öf­fent­li­che Leitung. Einmal ein­ge­rich­tet, ist die Nutzung un­kom­pli­ziert. Sicher bietet auch die IT ihre Hilfe an, wenn Sie die Software für das Ho­me­of­fice ein­rich­ten.

Bei der Arbeit im Ge­mein­schafts­bü­ro werden kleine Dinge schnell per­sön­lich be­spro­chen. Auch eine ge­mein­sa­me Mit­tags­pau­se wird oft genutzt, um Ge­schäft­li­ches zu klären. Damit die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Kollegen auch im Ho­me­of­fice rei­bungs­los funk­tio­niert, sind Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­for­men und -dienste es­sen­zi­ell. Für die Or­ga­ni­sa­ti­on der Zu­sam­men­ar­beit ist eine gute Pro­jekt­ma­nage­ment-Software zu empfehlen.

Um große Da­ten­men­gen zu speichern und einer aus­ge­wähl­ten Per­so­nen­grup­pe zur Verfügung zu stellen, sind Cloud-Lösungen ideal. Sie können in de­zen­tra­len Teams und von überall aus auf Dateien zugreifen und diese be­ar­bei­ten. Durch Funk­tio­nen wie eine au­to­ma­ti­sche Syn­chro­ni­sa­ti­on sind die Daten auf ver­schie­de­nen End­ge­rä­ten immer auf dem neuesten Stand. Wenn sich wie beim HiDrive Cloud Speicher ver­schie­de­ne Konten anlegen und verwalten lassen, erhalten Sie im Ho­me­of­fice auf Ihre Tätigkeit ab­ge­stimm­te Lese- und Schreib­rech­te.

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