Bei der An­wen­dungs­be­reit­stel­lung haben sich zwei Tech­no­lo­gien etabliert: Docker und virtuelle Maschinen (VMs). Beide bieten Mög­lich­kei­ten zur Iso­lie­rung von Ap­pli­ka­tio­nen und Res­sour­cen, aber ihre Ansätze und An­wen­dungs­be­rei­che un­ter­schei­den sich erheblich von­ein­an­der. In diesem Beitrag geben wir Ihnen einen Überblick über die Ge­mein­sam­kei­ten, Un­ter­schie­de, Vor- und Nachteile sowie die ge­eig­ne­ten Ein­satz­ge­bie­te von Docker und vir­tu­el­len Maschinen.

Was ist Docker?

Docker ist eine Vir­tua­li­sie­rungs­lö­sung, die es er­mög­licht, An­wen­dun­gen und ihre Ab­hän­gig­kei­ten in so­ge­nann­ten Con­tai­nern zu verpacken und aus­zu­füh­ren. Ein Docker-Container ist eine isolierte Umgebung, die alle not­wen­di­gen Kom­po­nen­ten einer Anwendung enthält, ein­schließ­lich Be­triebs­sys­tem, Lauf­zeit­um­ge­bung, Bi­blio­the­ken und Kon­fi­gu­ra­tio­nen. Diese Container können dann auf jedem System aus­ge­führt werden, das über Docker verfügt, un­ab­hän­gig von Un­ter­schie­den in der zugrunde liegenden In­fra­struk­tur. Docker er­mög­licht eine schnelle Be­reit­stel­lung von An­wen­dun­gen, eine einfache Ska­lie­rung sowie einen ge­rin­ge­ren Res­sour­cen­ver­brauch im Vergleich zu her­kömm­li­chen Vir­tua­li­sie­rungs­tech­no­lo­gien wie vir­tu­el­len Maschinen.

Was ist eine virtuelle Maschinen (VM)?

Eine virtuelle Maschine (VM) ist ein weiteres Konzept der Vir­tua­li­sie­rung. Es handelt sich dabei um eine Software-Emulation einer phy­si­schen Com­pu­ter­platt­form, die es er­mög­licht, mehrere Be­triebs­sys­te­me und An­wen­dun­gen auf einem einzigen phy­si­schen Host aus­zu­füh­ren. Virtuelle Maschinen werden für eine Vielzahl von Zwecken ein­ge­setzt:

  • Ser­ver­kon­so­li­die­rung: Un­ter­neh­men können mehrere Server auf einem einzigen phy­si­schen Host kon­so­li­die­ren, um Hardware-Res­sour­cen ef­fi­zi­en­ter zu nutzen und Be­triebs­kos­ten zu senken.
  • Ent­wick­lung: Ent­wick­ler und Ent­wick­le­rin­nen können virtuelle Maschinen nutzen, um ver­schie­de­ne Be­triebs­sys­te­me und Ent­wick­lungs­um­ge­bun­gen zu si­mu­lie­ren und An­wen­dun­gen zu ent­wi­ckeln und zu testen.
  • An­wen­dungs­iso­lie­rung: Virtuelle Maschinen er­mög­li­chen die Aus­füh­rung von An­wen­dun­gen und ihren Ab­hän­gig­kei­ten in iso­lier­ten Um­ge­bun­gen, was die Si­cher­heit erhöht und das Risiko von Kon­flik­ten zwischen ver­schie­de­nen An­wen­dun­gen ver­rin­gert.
  • Si­cher­heit: Virtuelle Maschinen werden häufig ein­ge­setzt, um ver­schie­de­ne An­griffs­sze­na­ri­en zu si­mu­lie­ren und Si­cher­heits­kon­zep­te zu testen.
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Docker vs. Virtual Machines: Ge­mein­sam­kei­ten

Trotz ihrer un­ter­schied­li­chen Ansätze haben Docker und virtuelle Maschinen einige grund­le­gen­de Ge­mein­sam­kei­ten, ins­be­son­de­re in den Bereichen Por­ta­bi­li­tät, Images und Ver­si­ons­ma­nage­ment.

Por­ta­bi­li­tät

Sowohl Docker als auch virtuelle Maschinen sind extrem portabel und er­mög­li­chen die nahtlose Aus­füh­rung von An­wen­dun­gen und deren Ab­hän­gig­kei­ten auf ver­schie­de­nen Systemen und Platt­for­men. Die Por­ta­bi­li­tät von Docker-Con­tai­nern wird dadurch un­ter­stützt, dass sie auf jedem System aus­ge­führt werden können, das über Docker verfügt, un­ab­hän­gig von Un­ter­schie­den in der zugrunde liegenden In­fra­struk­tur. In ähnlicher Weise können virtuelle Maschinen auf ver­schie­de­nen Hy­per­vi­so­ren oder Cloud-Platt­for­men be­reit­ge­stellt werden, solange die Ziel­um­ge­bung die ent­spre­chen­de Vir­tua­li­sie­rungs-Tech­no­lo­gie un­ter­stützt.

Images

Eine weitere wichtige Ge­mein­sam­keit von Docker und vir­tu­el­len Maschinen ist das Konzept der Images. Docker-Images und VM-Images dienen als Vorlagen, die den Zustand und die Kon­fi­gu­ra­ti­on einer Anwendung oder eines Be­triebs­sys­tems be­schrei­ben. In beiden Fällen können diese Images ver­sio­niert und verwaltet werden, um ver­schie­de­ne Versionen einer Anwendung oder eines Be­triebs­sys­tems zu verfolgen und zu verwalten. Dadurch können Ent­wick­le­rin­nen und Ent­wick­ler kon­sis­ten­te und re­pro­du­zier­ba­re Be­reit­stel­lun­gen ge­währ­leis­ten und Än­de­run­gen an An­wen­dun­gen oder Sys­tem­kon­fi­gu­ra­tio­nen sys­te­ma­tisch verfolgen. Die Ver­wen­dung von Images er­leich­tert auch die Zu­sam­men­ar­beit zwischen Ent­wick­lung, Test und Pro­duk­ti­on, da Ent­wi­ckeln­de und Be­triebs­teams dieselben Images verwenden können, um si­cher­zu­stel­len, dass An­wen­dun­gen in ver­schie­de­nen Um­ge­bun­gen kon­sis­tent be­reit­ge­stellt werden.

Ver­si­ons­ver­wal­tung

Sowohl Docker als auch virtuelle Maschinen er­mög­li­chen die Ver­si­ons­ver­wal­tung von Images, um den Ent­wick­lungs­pro­zess zu er­leich­tern und eine kon­sis­ten­te Be­reit­stel­lung von An­wen­dun­gen si­cher­zu­stel­len. Die Ver­si­ons­ver­wal­tung er­mög­licht es Ent­wick­le­rin­nen und Ent­wick­lern, Än­de­run­gen an Images zu verfolgen, rück­gän­gig zu machen und zu verwalten, um die Sta­bi­li­tät und Zu­ver­läs­sig­keit ihrer An­wen­dun­gen zu ge­währ­leis­ten.

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Docker vs. Virtual Machines: Un­ter­schie­de

Docker und virtuelle Maschinen (VMs) verfolgen zwei un­ter­schied­li­che Ansätze, um An­wen­dun­gen in un­ter­schied­li­chen Um­ge­bun­gen aus­zu­füh­ren. Obwohl beide Tech­no­lo­gien ähnliche Ziele haben, gibt es deutliche Un­ter­schie­de zwischen ihnen.

Docker vs. Virtual Machines: Ziel­set­zung

Das Hauptziel von Docker ist die Be­reit­stel­lung von An­wen­dun­gen und Diensten in Con­tai­nern, die isolierte und portable Um­ge­bun­gen bieten. Docker zielt darauf ab, die Effizienz und Ska­lier­bar­keit von An­wen­dun­gen zu ver­bes­sern und die Be­reit­stel­lung von An­wen­dun­gen zu ver­ein­fa­chen.

Virtuelle Maschinen dagegen bieten eine voll­stän­di­ge Vir­tua­li­sie­rungs­um­ge­bung, in die mehrere Be­triebs­sys­te­me auf einem einzigen phy­si­schen Host aus­ge­führt werden können. Ihr Haupt­zweck besteht darin, Nut­ze­rin­nen und Nutzern die Er­stel­lung einer iso­lier­ten vir­tu­el­len Umgebung zu er­mög­li­chen, die un­ab­hän­gig von der zugrunde liegenden Hardware ist.

Docker vs. Virtual Machines: Ar­chi­tek­tur

Docker-Container teilen sich die Res­sour­cen des Host-Be­triebs­sys­tems und dessen Kernel. Dies führt zu weniger Overhead und schnel­le­ren Start­zei­ten im Vergleich zu vir­tu­el­len Maschinen.

Im Gegensatz dazu emulieren virtuelle Maschinen eine voll­stän­di­ge Hardware-Umgebung und verfügen über eine eigene Be­triebs­sys­tem­in­stanz, die un­ab­hän­gig von anderen vir­tu­el­len Maschinen und dem Host-Be­triebs­sys­tem ist. Dies er­mög­licht eine stärkere Iso­lie­rung, benötigt jedoch mehr Res­sour­cen und hat längere Start­zei­ten als Container.

Docker vs. Virtual Machines: Si­cher­heit

Docker-Container teilen sich den Kernel des Host-Be­triebs­sys­tems, was po­ten­zi­el­le Si­cher­heits­ri­si­ken birgt, da ein feh­ler­haf­tes oder bös­ar­ti­ges Container-Image den gesamten Host be­ein­träch­ti­gen kann.

Im Gegensatz dazu läuft eine VM läuft auf einem eigenen Be­triebs­sys­tem und ist daher stärker isoliert. Dies bietet ein höheres Maß an Si­cher­heit, da Angriffe auf eine VM in der Regel nur diese VM betreffen.

Docker vs. Virtual Machines: Res­sour­cen­frei­ga­be

Jede virtuelle Maschine verfügt über eigene Res­sour­cen, die voll­stän­dig von anderen VMs isoliert sind. Dies er­mög­licht ein prä­zi­se­res Res­sour­cen­ma­nage­ment und die Iso­lie­rung von Workloads.

Docker-Container teilen sich die Res­sour­cen des Host-Be­triebs­sys­tems, was zu einer ef­fi­zi­en­te­ren Nutzung der Hardware führt. Es kann jedoch schwierig sein, res­sour­cen­in­ten­si­ve Workloads zu isolieren.

Docker vs. Virtual Machines: Per­for­mance

Docker-Container bieten in der Regel eine bessere Per­for­mance und kürzere Start­zei­ten im Vergleich zu vir­tu­el­len Maschinen.

Virtuelle Maschinen haben dagegen aufgrund der voll­stän­di­gen Vir­tua­li­sie­rungs­um­ge­bung einen höheren Overhead und längere Start­zei­ten als Container. Sie können jedoch besser für res­sour­cen­in­ten­si­ve Workloads geeignet sein, die eine robuste Iso­lie­rung erfordern.

Docker vs. Virtual Machines: Por­ta­bi­li­tät

Docker-Container können einfach zwischen ver­schie­de­nen Um­ge­bun­gen ver­scho­ben werden, solange die Ziel-Desktops über Docker verfügen.

VM-Images dagegen sind weniger portabel, da sie nicht nur die Anwendung, sondern auch das gesamte Be­triebs­sys­tem enthalten. Das Ver­schie­ben von VMs zwischen ver­schie­de­nen Hy­per­vi­so­ren erfordert oft Kon­ver­tie­rungs­schrit­te.

Vorteile Docker vs. Virtual Machines

Aufgrund der genannten Un­ter­schie­de bieten Docker und virtuelle Maschinen (VMs) jeweils un­ter­schied­li­che Vorteile, die für ver­schie­de­ne An­wen­dungs­fäl­le geeignet sind.

Vorteile von Docker

  • Leicht­ge­wich­ti­ge Container: Docker-Container benötigen weniger Res­sour­cen als virtuelle Maschinen. Sie er­mög­li­chen eine schnel­le­re Be­reit­stel­lung von An­wen­dun­gen und eine ef­fi­zi­en­te­re Nutzung von Res­sour­cen.
  • Por­ta­bi­li­tät: Docker-Container sind portabel und können auf ver­schie­de­nen Systemen und Cloud-Platt­for­men aus­ge­führt werden, solange die Ziel­um­ge­bung Docker un­ter­stützt. Dies er­leich­tert die Be­reit­stel­lung und Ska­lie­rung von An­wen­dun­gen in un­ter­schied­li­chen Um­ge­bun­gen.
  • Schnelle Be­reit­stel­lung: Docker er­mög­licht die schnelle Be­reit­stel­lung von An­wen­dun­gen durch den Einsatz der Container-Tech­no­lo­gie. Ent­wick­ler und Ent­wick­le­rin­nen können Container schnell erstellen, starten und stoppen, was den Ent­wick­lungs- und Be­reit­stel­lungs­pro­zess be­schleu­nigt.
  • Einfache Or­ches­trie­rung: Docker-Tools wie Docker Swarm und Ku­ber­netes er­leich­tern die Or­ches­trie­rung von Con­tai­nern. Diese Tools er­mög­li­chen es, Container über mehrere Hosts zu verteilen, die Ska­lie­rung zu au­to­ma­ti­sie­ren und Aus­fall­si­cher­heit zu ge­währ­leis­ten.
  • Mi­cro­ser­vices-Ar­chi­tek­tur: Docker eignet sich gut für die Im­ple­men­tie­rung von Mi­cro­ser­vices-Ar­chi­tek­tu­ren, da es die Iso­lie­rung und Be­reit­stel­lung einzelner Dienste in Con­tai­nern er­mög­licht. Dies ver­bes­sert die Ska­lier­bar­keit, Wart­bar­keit und Fle­xi­bi­li­tät von An­wen­dun­gen.

Vorteile vir­tu­el­ler Maschinen

  • Stärkere Isolation: VMs bieten eine stärkere Isolation zwischen den einzelnen VMs, da jede VM über ihr eigenes Be­triebs­sys­tem und ihre eigenen Res­sour­cen verfügt. Dies erhöht die Si­cher­heit und ver­rin­gert das Risiko von Angriffen oder Da­ten­leaks.
  • Voll­stän­di­ge Vir­tua­li­sie­rung: VMs er­mög­li­chen die Aus­füh­rung ver­schie­de­ner Be­triebs­sys­te­me auf demselben phy­si­schen Host, wodurch die Kom­pa­ti­bi­li­tät zwischen ver­schie­de­nen Be­triebs­sys­te­men und An­wen­dun­gen ver­bes­sert wird.
  • Legacy-An­wen­dun­gen: VMs eignen sich gut für die Aus­füh­rung von Legacy-An­wen­dun­gen, die eine bestimmte Be­triebs­sys­tem­um­ge­bung erfordern. Sie er­mög­li­chen die Aus­füh­rung älterer An­wen­dun­gen auf aktuellen Hardware-Platt­for­men, ohne die Sta­bi­li­tät der Umgebung zu be­ein­träch­ti­gen.
  • Präzise Res­sour­cen­ver­wal­tung: VMs bieten eine präzisere Res­sour­cen­ver­wal­tung, da jede VM über eigene Res­sour­cen verfügt, die un­ab­hän­gig von­ein­an­der verwaltet werden können. Dies er­mög­licht eine feinere Steuerung der Res­sour­cen­zu­wei­sung und -nutzung.
  • Si­cher­heits­kri­ti­sche An­wen­dun­gen: VMs eignen sich gut für die Aus­füh­rung si­cher­heits­kri­ti­scher An­wen­dun­gen, die ein hohes Maß an Isolation und Si­cher­heit erfordern. Die Trennung von Be­triebs­sys­te­men und Res­sour­cen minimiert Si­cher­heits­ri­si­ken.

Docker vs. Virtual Machines: Welche Tech­no­lo­gie ist die richtige für Ihr Projekt?

Die Ent­schei­dung zwischen Docker und VMs hängt von ver­schie­de­nen Faktoren ab, z. B. von der Art der Anwendung, den Si­cher­heits­an­for­de­run­gen oder der ge­wünsch­ten Fle­xi­bi­li­tät. Daher ist es wichtig, die oben genannten Vor- und Nachteile beider Tech­no­lo­gien ge­gen­ein­an­der abzuwägen und diejenige aus­zu­wäh­len, die den An­for­de­run­gen des Projekts am besten ent­spricht.

Docker eignet sich besonders für An­wen­dun­gen mit:

  • kurzen Be­reit­stel­lungs­zy­klen
  • geringen Res­sour­cen­an­for­de­run­gen an die Mi­cro­ser­vice-Ar­chi­tek­tur
  • schneller Ska­lier­bar­keit
  • ver­teil­ter phy­si­scher In­fra­struk­tur­um­ge­bung

VMs eignen sich dagegen für:

  • Be­triebs­sys­tem­an­for­de­run­gen mit nur einer zugrunde liegenden phy­si­schen In­fra­struk­tur
  • Be­triebs­sys­te­me, in denen ver­schie­de­ne Steu­er­ele­men­te ein­ge­rich­tet werden sollen
  • Be­triebs­sys­te­me mit spe­zi­fi­schen Ab­hän­gig­kei­ten
  • besondere An­for­de­run­gen an die Hardware-Res­sour­cen
  • Legacy-An­wen­dun­gen, die auf modernen Be­triebs­sys­te­men nicht mehr laufen
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