FileZilla ist eine freie Client-Software, die es Anwendern er­mög­licht, einen lokalen PC mit einem Server im Internet zu verbinden, um Dateien aus­zu­tau­schen. Up- und Download erfolgt über die Netz­werk­pro­to­kol­le FTP (File Transfer Protocol), SFTP (SSH File Transfer Protocol) oder FTPS (FTP over SSL/TLS). Das Programm ist unter GPL (GNU General Public License) li­zen­ziert und steht auf der Fi­le­hos­ting-Plattform SourceF­or­ge in Versionen für Windows, Mac OS X und Linux zum Download bereit. Down­load­links zur aktuellen Version findet man auf der Projekt-Website.

In diesem Tutorial geben wir Ihnen einen Überblick über die Funk­ti­ons­wei­se des FileZilla-FTP-Clients – von der In­stal­la­ti­on bis zur Da­tei­über­tra­gung.

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In­stal­la­ti­on der Cli­ent­soft­ware

Die In­stal­la­ti­on der FileZilla-Cli­ent­soft­ware un­ter­schei­det sich je nach zugrunde liegendem Be­triebs­sys­tem, beruht jedoch grund­sätz­lich darauf, das ge­wünsch­te Software-Paket aus dem Internet her­un­ter­zu­la­den und auf dem lokalen Rechner aus­zu­füh­ren.

  • Windows: Um FileZilla unter Windows zu in­stal­lie­ren, melden Sie sich mit Ad­mi­nis­tra­tor­rech­ten an Ihrem Be­triebs­sys­tem an, führen die In­stal­la­ti­ons­da­tei mit der Endung .exe aus und folgen den An­wei­sun­gen des In­stal­la­ti­ons-Setups.
  • Mac OS: Die In­stal­la­ti­on von FileZilla auf einem Mac erfordert die OS-X-Version 10.7 oder höher. Die Software lässt sich ohne In­stal­la­ti­ons­pro­zess bequem durch einen Dop­pel­klick auf das entpackte Software-Paket starten.
  • GNU/Linux: Für eine bequeme In­stal­la­ti­on der Client-Software unter GNU/Linux verwenden Sie am besten den Pa­ket­ma­na­ger Ihrer Dis­tri­bu­ti­on.

Be­nut­zer­ober­flä­che mit Fens­ter­lay­out

Um Dateien zwischen Ihrem lokalen Rechner und einem Server im Internet aus­zu­tau­schen, stellt FileZilla Ihnen folgende Be­nut­zer­ober­flä­che zur Verfügung.

Die Be­nut­zer­ober­flä­che der Client-Software lässt sich unterhalb der Me­nü­leis­te in sechs Bereiche un­ter­tei­len (der Über­sicht­lich­keit halber in der Abbildung farblich markiert):

  • Werk­zeug­leis­te (violett): stellt ver­schie­de­ne Funk­tio­nen zur Verfügung.
  • Quick­con­nect-Leiste (rot): dient der Ver­bin­dung mit dem Server.
  • Nach­rich­ten­pro­to­koll (blau): zeigt Meldungen zur Ver­bin­dung und zu Über­tra­gun­gen an.
  • Lokales Ver­zeich­nis (grün): zeigt Dateien und Ver­zeich­nis­se auf dem lokalen PC an.
  • Ser­ver­ver­zeich­nis (gelb): zeigt Dateien und Ver­zeich­nis­se auf dem Servers an.
  • Trans­fer­war­te­schlan­ge (orange): listet zu über­tra­gen­de sowie bereits über­mit­tel­te Dateien auf.

FileZilla mit dem Server verbinden

Der Ver­bin­dungs­auf­bau erfolgt bequem über die Quick­con­nect-Leiste unterhalb der Menüzeile.

Geben Sie die Login-Daten, bestehend aus Ser­ver­na­me, Be­nut­zer­na­me und Passwort, in die dafür vor­ge­se­he­nen Felder der Quick­con­nect-Leiste ein. Beim Ser­ver­na­men (Host) handelt es sich um die Domain, unter der der Rechner über das Internet er­reich­bar ist. Al­ter­na­tiv kann die IP-Adresse verwendet werden.

Wird durch Ihre Login-Daten kein be­stimm­ter Port vor­ge­ge­ben, lassen Sie dieses Feld frei. Möchten Sie für die Da­ten­über­tra­gung eine sichere Ver­bin­dung via FTPS oder SFTP ein­rich­ten, stellen Sie dem Ser­ver­na­men das ent­spre­chen­de Netz­werk­pro­to­koll voran:

sftp://bei­spiel­na­me.com

ftps://bei­spiel­na­me.com

An­dern­falls wird die Ver­bin­dung un­ver­schlüs­selt via FTP aufgebaut.

Der Status des Ver­bin­dungs­auf­baus wird Ihnen im Nach­rich­ten­pro­to­koll unterhalb der Quick­con­nect-Leiste angezeigt.

War der Ver­bin­dungs­auf­bau er­folg­reich, zeigt die Be­nut­zer­ober­flä­che zwei Ver­zeich­nis­bäu­me: das lokale Ver­zeich­nis (links) und das Ver­zeich­nis Ihres Servers (rechts).

Ver­bin­dungs­auf­bau über den FileZilla-Ser­ver­ma­na­ger

Al­ter­na­tiv bauen Sie eine Ver­bin­dung über den Ser­ver­ma­na­ger auf. Wählen Sie dazu die erste Schalt­flä­che der Werk­zeug­leis­te „Den Ser­ver­ma­na­ger öffnen“.

Der Ser­ver­ma­na­ger öffnet sich in einer eigenen Dialogbox. Hier legen Sie Einträge über die Schalt­flä­che „Neuer Server“ an. Geben Sie dem Eintrag für den Ver­bin­dungs­auf­bau einen Namen und be­stä­ti­gen Sie diesen mit der Ein­ga­be­tas­te. Tragen Sie nun die Login-Daten Ihres Server in die ent­spre­chen­den Felder im Reiter „Allgemein“ ein. Wählen Sie dazu die Ver­bin­dungs­art „Normal“. Schließen Sie die Dialogbox mit einem Klick auf „Verbinden“. FileZilla baut nun die Ver­bin­dung zu Ihrem Server auf.

Um Ihnen einen erneuten Ver­bin­dungs­auf­bau in der Zukunft zu er­leich­tern, bietet FileZilla die Mög­lich­keit, Login-Daten inklusive Passwort im Ser­ver­ma­na­ger zu speichern. Da Ver­bin­dungs­da­ten auf dem lokalen Rechner in Klartext abgelegt werden, stellt dies jedoch ein Si­cher­heits­ri­si­ko dar, das es abzuwägen gilt. Eine Funktion zur ver­schlüs­sel­ten Ablage wird nicht un­ter­stützt.

Da­ten­über­tra­gung

Um Daten vom lokalen Rechner zum Server zu über­tra­gen, wählen Sie die ge­wünsch­te Datei oder ein Ver­zeich­nis im lokalen Ver­zeich­nis­baum aus und ziehen das Element per Drag & Drop in das Ziel­ver­zeich­nis auf dem Server. Sobald Sie den Zielort bestimmt haben, erscheint das Element in der Trans­fer­war­te­schlan­ge. Um Dateien oder Ver­zeich­nis­se vom Server auf den lokalen Rechner zu über­tra­gen, gehen sie nach dem gleichen Muster vor.

Neben der Bedienung per Drag & Drop steht Ihnen für den Up- oder Download via Rechts­klick auch ein Kon­text­me­nü zur Verfügung. Dieses er­mög­licht es Ihnen zudem, neue Dateien und Ver­zeich­nis­se auf dem Server zu erstellen oder Elemente zu löschen.

Sollte eine Ihrer Aktionen dazu führen, dass beim Up- und Download eine Datei über­schrie­ben wird, öffnet FileZilla au­to­ma­tisch ein Dia­log­fens­ter, in dem Sie auswählen, ob sie die Datei tat­säch­lich über­schrei­ben wollen oder ob die zu über­tra­gen­de Datei über­sprun­gen oder umbenannt werden soll.

Ver­zeich­nis­se ver­glei­chen

Damit Sie beim Austausch von Dateien zwischen Ihrem lokalen PC und dem Server im Internet jederzeit den Überblick behalten, bietet FileZilla die Funktion, Ver­zeich­nis­se zu ver­glei­chen. Nutzen Sie dazu die Schalt­flä­che „Ver­zeich­nis­ver­gleich“ in der Werk­zeug­leis­te. Ist der Ver­zeich­nis­ver­gleich aktiviert, hebt die Client-Software Da­tei­un­ter­schie­de farblich hervor. Dieser Farb­co­die­rung lassen sich folgende In­for­ma­tio­nen entnehmen:

  • Dateien ohne Her­vor­he­bung: Die Dateien auf dem lokalen Rechner und auf dem Server sind identisch.
  • Gelb her­vor­ge­ho­be­ne Dateien: Dateien befinden sich entweder nur auf dem lokalen Rechner oder nur auf dem Server.
  • Grün her­vor­ge­ho­be­ne Dateien: Dateien befinden sich auf dem lokalen Rechner und auf dem Server, un­ter­schei­den sich jedoch hin­sicht­lich des Än­de­rungs­da­tums.
  • Rot her­vor­ge­ho­be­ne Dateien: Dateien befinden sich auf dem lokalen Rechner und auf dem Server, un­ter­schei­den sich jedoch hin­sicht­lich der Da­tei­grö­ße.
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