Das Kürzel „NTFS “ steht für „New Tech­no­lo­gy File System“ (auf Deutsch etwa: Tech­no­lo­gisch neues Da­tei­sys­tem). NTFS ist ein, dank der Microsoft-Dominanz, weit ver­brei­te­tes Da­tei­sys­tem für die Or­ga­ni­sa­ti­on von Daten auf Fest­plat­ten und anderen Da­ten­trä­gern. Seit der Ein­füh­rung von Windows XP im Jahre 2001 ist das Da­tei­sys­tem der un­an­ge­foch­te­ne Standard von Windows-Be­triebs­sys­te­men. Wie genau es funk­tio­niert, welche Vorteile es mit sich bringt und wie es sich von anderen Systemen – wie bei­spiels­wei­se FAT – un­ter­schei­det, erfahren Sie in den nach­fol­gen­den Ab­schnit­ten.

Merkmale und Funk­ti­ons­wei­se von NTFS

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Merkmale und Funk­ti­ons­wei­se von NTFS

Die maximale Größe einer Partition liegt beim Da­tei­sys­tem NTFS bei ca. 2 Terabyte. Für eine einzelne Datei gibt es dabei keine Grö­ßen­be­schrän­kun­gen, weshalb es theo­re­tisch möglich wäre, eine Datei mit nahezu 2 Terabyte Größe auf einem NTFS-for­ma­tier­ten Da­ten­trä­ger abzulegen. Gegenüber klas­si­schen Da­tei­sys­te­men wie FAT32 wurde die so­ge­nann­te „Clus­ter­grö­ße“ in NTFS noch einmal deutlich erweitert und liegt nun nä­he­rungs­wei­se bei 16×10^18. Beim Da­tei­sys­tem FAT32 sind es dagegen „lediglich“ 4.294.967.296. Ein Dateiname darf nach dem NTFS-Standard maximal 255 Zeichen lang sein.

Hinweis

NTFS ist keine komplette Neu­ent­wick­lung, sondern basiert im We­sent­li­chen auf dem Da­tei­sys­tem HPFS von IBM, das im Microsoft Be­triebs­sys­tem OS/2 zum Einsatz kam. Die Abkürzung „HPFS“ steht dabei für High Per­for­mance File System. 1989 wurde HPFS zusammen mit OS/2 1.2 ein­ge­führt und war erstmals ein in­stal­lier­ba­res Da­tei­sys­tem, ein so­ge­nann­tes IFS. Vorher waren Da­tei­sys­te­me (z. B. FAT16) in der Regel direkt im Sys­tem­kern in­te­griert.

NTFS folgt dem Konzept „Alles ist in einer Datei“. Andere Da­tei­sys­te­me, zum Beispiel bei Unix-Be­triebs­sys­te­men, arbeiten hingegen nach dem Prinzip „Alles ist eine Datei“. Bei NTFS werden alle In­for­ma­tio­nen zu allen ge­spei­cher­ten Dateien im MFT, dem Master File Table abgelegt. Dieser Index enthält unter anderem In­for­ma­tio­nen dazu, welche Blöcke auf dem Spei­cher­me­di­um zu welcher Datei gehören und welche Zu­griffs­be­rech­ti­gun­gen und Attribute einer be­stimm­ten Datei zu­ge­ord­net sind. Beim Da­tei­sys­tem NTFS speichert der Master File Table unter anderem Attribute wie Dateityp, Da­tei­grö­ße sowie das Datum der Er­stel­lung und der letzten Änderung. Der MFT genießt ent­spre­chend auf NTFS-for­ma­tier­ten Da­ten­trä­gern eine Son­der­stel­lung. Dieser feste Platz belegt in der Regel 12,5 % der Par­ti­ti­ons­grö­ße und kann nicht von anderen Dateien belegt werden. Die Frag­men­tie­rung des Da­ten­trä­gers beginnt, sobald der MFT komplett mit Daten gefüllt ist.

NTFS im Wandel der Zeit: Alle Versionen im Überblick

In den ver­gan­ge­nen drei Jahr­zehn­ten hat Microsoft seinen pro­prie­tä­ren Da­tei­sys­tem-Standard in aller Re­gel­mä­ßig­keit über­ar­bei­tet. Von den ver­schie­de­nen ver­öf­fent­lich­ten NTFS-Versionen sind die meisten aufgrund der ver­al­te­ten Be­triebs­sys­te­me, denen sie zu­ge­ord­net waren, heute al­ler­dings nicht mehr relevant. Die folgende Tabelle fasst die Kerninfos der einzelnen Varianten zusammen:

NTFS-Ver­si­ons­num­mer Ver­öf­fent­li­chung Be­triebs­sys­tem Be­son­der­heit
1.0 1993 Windows NT 3.1 erste Version; lange Zeit in­kom­pa­ti­bel mit Nach­fol­ge­ver­sio­nen
1.1 1995 Windows NT 3.51 erst­ma­li­ge Un­ter­stüt­zung von Da­tei­kom­pri­mie­rung und Zu­griffs­steue­rung (in­di­vi­du­el­le Zu­griffs­rech­te auf Dateien)
1.2 1996 Windows NT 4.0 Ein­füh­rung von Si­cher­heits­be­schrei­bun­gen für wichtige Sys­tem­da­tei­en; auch als NTFS 4.0 be­zeich­net
3.0 2000 Windows 2000 Ein­füh­rung diverser Features wie Kon­tin­gent­ver­wal­tung und da­tei­sys­tem­ba­sier­ter Ver­schlüs­se­lung; auch als NTFS 5.0 be­zeich­net
3.1 2001 Windows XP Er­wei­te­rung der Einträge im Master File Table (MFT) durch red­un­dan­te Ein­trags­num­mern für eine leichtere Wie­der­her­stel­lung be­schä­dig­ter Einträge; auch als NTFS 5.1 be­zeich­net

Wo wird NTFS ein­ge­setzt?

Seit Windows XP kommt NTFS bevorzugt in Microsoft-Systemen zum Einsatz, seit Windows Vista ist eine NTFS-For­ma­tie­rung der Fest­plat­te, die das Be­triebs­sys­tem enthält, sogar ob­li­ga­to­risch. Dies ist auch nach­voll­zieh­bar, denn gegenüber FAT-Vor­gän­gern wie FAT32 oder gar FAT16 hat NTFS einige handfeste Vorteile.

Generell ist das NTFS-Da­tei­sys­tem besonders gut für den Einsatz in Netz­wer­ken geeignet. Es kann dort seine gut or­ga­ni­sier­te Struktur inklusive der prak­ti­schen Zu­griffs­kon­trol­le von Lese- und Schreib­rech­ten der Nutzer aus­spie­len. Gegenüber dem Vorläufer-Standard FAT32, der für bestimmte Zwecke auch heute noch im Einsatz ist, bietet NTFS weitere Vorteile: die maximale Größe einer Partition ist deutlich größer und beträgt nun rund 16 Terabyte. Dies ist eine Spei­cher­grö­ße, die auch heute (Stand 2020) bislang nur von wenigen han­dels­üb­li­chen Fest­plat­ten erreicht wird, egal ob klassisch-me­cha­ni­sche HDD-Fest­plat­te oder moderner SSD-Flash­spei­cher. Um die Bedeutung des Da­tei­sys­tems noch besser zu ver­an­schau­li­chen, folgt ein Blick auf die Vor- und Nachteile von NTFS für Privat- und Business-Anwender.

Welche Vorteile hat NTFS?

Kleinere Dateien kann NTFS we­sent­lich schneller schreiben als ein Da­tei­sys­tem wie FAT32. Darüber hinaus ist die Da­tei­grö­ße nicht begrenzt. Durch eine in­tel­li­gen­te Auswahl der zu be­schrei­ben­den Sektoren ver­min­dert das Da­tei­sys­tem das Problem der Frag­men­tie­rung und minimiert den Bedarf an dauernder De­frag­men­tie­rung. Es kommt unter NTFS auch seltener zu Da­tei­ver­lus­ten, weil das Da­tei­sys­tem be­schä­dig­te Sektoren schneller erkennt und die dort ab­ge­leg­ten Dateien entfernt.

Dank NTFS können zu­sätz­lich zum Da­tei­na­men noch weitere In­for­ma­tio­nen ge­spei­chert werden, und zwar mit einer Größe von 64 Kibibyte (KiB).

Hinweis

Das Kibibyte ist die ma­the­ma­tisch korrekte binäre Einheit, die von Fach­leu­ten statt der „um­gangs­sprach­li­chen“ Kilobyte verwendet wird. Ein Kibibyte sind tat­säch­lich 1.024 Byte, während ein Kilobyte lediglich 1.000 Byte sind.

Die so ge­spei­cher­ten Metadaten zeigen bei­spiels­wei­se eindeutig, mit welchem Programm eine Datei geöffnet werden kann. Dazu haben die Metadaten den positiven Ne­ben­ef­fekt, dass unter NTFS die Angabe der Da­tei­endung nicht mehr zwingend er­for­der­lich ist. Über alle Metadaten wird ein so­ge­nann­tes Journal geführt. Dabei wird eine geplante Aktion zuerst in das Journal ein­ge­tra­gen, bevor der tat­säch­li­che Schreib­zu­griff erledigt und an­schlie­ßend das Journal ak­tua­li­siert werden. In­kon­sis­ten­zen lassen sich dadurch weit­ge­hend vermeiden, denn selbst bei einem Absturz oder Strom­aus­fall muss lediglich das Journal kor­ri­giert werden.

Was sind die Un­ter­schie­de zwischen NTFS, FAT32 und exFAT?

Seit Windows Vista ist NTFS das ob­li­ga­to­ri­sche Da­tei­sys­tem für Windows-Systeme. Auf mobilen Spei­cher­me­di­en wie externen HDDs oder SDDs, USB-Sticks oder Spei­cher­kar­ten spielt das Da­tei­sys­tem dagegen keine Rolle. Diese Da­ten­trä­ger sind die Domäne von Da­tei­sys­te­men mit klas­si­schem File Al­lo­ca­ti­on Table (FAT) wie bei­spiels­wei­se FAT32 und dessen Nach­fol­ger exFAT.

Die Frage „Was ist NTFS?“ stellt sich für Nutzer von Apple-Computern nur selten, denn der pro­prie­tä­re Microsoft-Standard ist mit der Technik des Kon­kur­ren­ten nicht kom­pa­ti­bel. Der Da­ten­aus­tausch zwischen Mac und PC findet ent­spre­chend über Da­ten­trä­ger statt, die mit kom­pa­ti­blen Da­tei­sys­te­men wie FAT32 oder exFAT for­ma­tiert sind. Auch Mul­ti­me­dia-Endgeräte wie Spiel­kon­so­len oder Player fordern in der Regel FAT-Da­ten­trä­ger, damit die Daten erkannt, angezeigt und dann auch ab­ge­spielt werden können.

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