Sie ist fast schon ein Ge­heim­tipp, denn die Funktion findet man nicht in der software-internen Liste: DATEDIF. Diese Funktion zur Be­rech­nung einer Differenz (DIF) von zwei Zeit­punk­ten (DATE) ist noch ein Über­bleib­sel aus dem Programm Lotus 1-2-3, dem Vorgänger von Mi­cro­softs Excel. DATEDIF ist dafür gedacht, die Länge eines Zeitraums zu berechnen und das Ergebnis in un­ter­schied­li­chen Einheiten aus­zu­ge­ben.

Wofür braucht man DATEDIF?

Wie viele Tage bleiben mir noch bis zum Ende der Deadline? Wie viele Monate noch bis zum Urlaub? Seit wie vielen Jahren arbeite ich bereits mit dem Kunden zusammen? Der große Vorteil von DATEDIF liegt nicht darin, dass man eine Differenz zwischen einem Start- und einem Enddatum berechnen kann – das ginge auch durch eine einfache Sub­trak­ti­on innerhalb von Excel. Die Funktion bietet Ihnen darüber hinaus die Mög­lich­keit, die Einheit des Er­geb­nis­ses an­zu­pas­sen. Das heißt, man kann ent­schei­den, ob man sich die ent­spre­chen­de Zeit­span­ne in Tagen, Monaten oder Jahren anzeigen lässt.

Hinweis

Die Excel-Funktion DATEDIF bezieht sich nur auf volle Tage. Uhrzeiten gibt sie nicht wieder.

Syntax von DATEDIF

DATEDIF ermittelt die zeitliche Differenz zwischen einem Start- und einem Enddatum. Beide Angaben müssen demnach für die Funktion bekannt sein. Außerdem müssen Sie in der Funktion noch die Einheit festlegen, in der das Ergebnis angezeigt werden soll.

=DATEDIF(Anfangsdatum;Enddatum;Einheit)
Fakt

Da DATEDIF nicht offiziell von Microsoft un­ter­stützt wird, wurde auch nie eine deutsche Version der Funktion ent­wi­ckelt.

Anfangs- und Enddatum müssen echte Da­tums­an­ga­ben sein. Sie können entweder mithilfe der DATUM-Funktion den Zeitpunkt direkt in die Funktion eintragen oder einen Zellbezug verwenden. Die Zelle, in die Sie den spe­zi­fi­schen Tag dann eintragen, muss al­ler­dings als Da­tums­an­ga­be for­ma­tiert sein. Das Enddatum muss zeitlich auf das An­fangs­da­tum folgen. Die Einheit des Er­geb­nis­ses wiederum wird als Text ein­ge­ge­ben. Dafür muss die Eingabe innerhalb der Funktion in An­füh­rungs­zei­chen gesetzt werden. Auch bei diesem Parameter können Sie al­ler­dings auf eine weitere Zelle verweisen. Sie haben sechs ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, den Parameter zu füllen.

  • Y: Jahre
  • M: Monate
  • D: Tage
  • YM: Differenz zwischen den Monaten. Jahre und Tage werden dabei ignoriert.
  • MD: Differenz zwischen den Tagen. Monate und Jahre werden dabei ignoriert.
  • YD: Differenz zwischen Tagen und Monaten. Jahre werden dabei ignoriert.

Die Un­ter­schie­de zwischen den ver­schie­de­nen Einheiten lassen sich am besten an einem Beispiel erklären. Wir berechnen die Differenz zwischen dem 1.1.2019 und dem 2.2.2020.

  • Y: 1
  • M: 13
  • D: 397
  • YM: 1
  • MD: 1
  • YD: 32

Die ersten drei Er­geb­nis­se sind relativ leicht zu verstehen: Zwischen den beiden Daten ist nicht mehr als ein Jahr, sind nicht mehr als 13 Monate und nicht mehr als 397 Tage vergangen. Es werden also nur volle Einheiten angegeben. Ein halbes Jahr findet keine Beachtung bei der Zählung. In­ter­es­san­ter sind aber die letzten drei Optionen. YM ergibt deshalb nur 1, weil die Jah­res­an­ga­ben voll­kom­men ignoriert werden: Zwischen Januar und Februar liegt nur ein Monat. Auch MD beträgt nur 1, wegen des Wechsels vom 1. zum 2. Tag. Die letzte Option gibt die Anzahl der Tage an, unter Be­rück­sich­ti­gung der ver­schie­de­nen Monate, ignoriert dabei aber die un­ter­schied­li­chen Jahre.

DATEDIF in der Praxis

In Excel lässt sich DATEDIF sehr gut als Formular rea­li­sie­ren. Erstellen Sie eine Zelle für das Start­da­tum und eine andere für das Zieldatum. Die Angabe der Einheit kann entweder ebenfalls direkt in eine Zelle ein­ge­tra­gen werden oder per Excel-Dropdown-Menü aus­ge­wählt werden.

=DATEDIF($A$1;$B$1;$C$1)

Möchte man her­aus­fin­den, wie viele Jahre, Monate und Tage zwischen zwei Zeit­punk­ten liegen, also drei Angaben in einem Ergebnis erhalten, lassen sich die In­for­ma­tio­nen auch verketten. Das geht per VERKETTEN-Funktion oder durch den Re­chen­ope­ra­tor &.

=DATEDIF(A1;B1;"Y")& " Jahre "&DATEDIF(A1;B1;"YM")&" Monate "&DATEDIF(A1;B1;"MD")&" Tage"

Auf diese Weise kann man sich bei­spiels­wei­se das eigene Alter anzeigen lassen. Die Leer­zei­chen zwischen den An­füh­rungs­zei­chen und dem ei­gent­li­chen Text müssen Teil der Formel sein, damit Zahlen und Buch­sta­ben nach der Ver­ket­tung nicht direkt an­ein­an­der sitzen. Um die Angabe jederzeit aktuell zu halten, kann eine weitere Funktion helfen: Mit HEUTE spielt Excel immer das aktuelle Datum aus. Dies kann man auch direkt in die DATEDIF-Funktion einfügen. Das ist bei­spiels­wei­se bei der Dar­stel­lung einer Mit­glied­schafts­dau­er hilfreich.

=DATEDIF(B2;HEUTE();"M")
Tipp

DATEDIF behandelt jeden Tag gleich. Mit der AR­BEITS­TAG-Funktion kann man in Excel aber auch Werktage von Wo­chen­en­den und Fei­er­ta­gen trennen.

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