Wer große Da­ten­men­gen auswerten muss, gelangt mit den her­kömm­li­chen Excel-Tabellen schnell an seine Grenzen – zu un­fle­xi­bel sind diese. Die Lösung sind in­tel­li­gen­te Pivot-Tabellen. Wenn es darum geht, Daten aus­zu­wer­ten und auf­zu­be­rei­ten, spielen Pivot-Tabellen in Excel ihre volle Kraft aus: Mit ihnen lassen sich Daten kon­den­sie­ren und die Dar­stel­lung so anpassen, wie man es für den spe­zi­el­len Fall benötigt. Was mit tra­di­tio­nel­len Tabellen nur sehr mühsam geht, können Pivot-Tabellen mit nur wenigen Klicks erreichen. Wie aber erstellen Sie eine solche Tabelle und für welche Zwecke eignet sich das Format genau?

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Was ist eine Pivot-Tabelle?

Pivot-Tabellen geben Nutzern die Mög­lich­keit, ohne Än­de­run­gen am Da­ten­be­stand die Dar­stel­lung der In­for­ma­ti­on zu verändern. Grundlage dafür ist immer eine separate, sehr einfach ge­stal­te­te Tabelle, die den kom­plet­ten Datensatz be­inhal­tet. Pivot – vom fran­zö­si­schen Wort für Drehpunkt – bietet zu­sätz­li­che Funk­tio­nen, mit denen die Daten neu sortiert, gefiltert oder anders dar­ge­stellt werden können. Wichtig beim Ver­ständ­nis von Pivot in Excel ist, dass man die Daten nur anders darstellt. Durch Än­de­run­gen in der Pivot-Tabelle werden weder neue Daten ge­schaf­fen (z. B. du­pli­ziert) noch be­stehen­de gelöscht (wenn die Daten bei­spiels­wei­se gefiltert werden).

Wofür braucht man Pivot-Tabellen?

Nehmen wir an, Sie haben eine große Tabelle mit wichtigen Daten. Für eine bestimmte Aus­wer­tung benötigen Sie aber nicht alle Spalten. Mit tra­di­tio­nel­len Mitteln würden Sie die Daten kopieren und so eine neue Tabelle erstellen. Kommen neue Daten hinzu, müssen Sie nun aber mehrere Tabellen ak­tua­li­sie­ren. Al­ter­na­tiv können Sie Formeln bauen, mit denen die Daten au­to­ma­tisch von einer Tabelle in die andere verlagert werden – sehr um­ständ­lich und anfällig für Fehler. Pivot-Tabellen erledigen das Gleiche, al­ler­dings mit viel weniger Klicks und komplett ohne den Einsatz von Formeln.

Pivot-Tabelle erstellen

Es ist gar nicht so schwer, eine Pivot-Tabelle in Excel zu kreieren, wenn man versteht, auf welcher Grundlage Pivot funk­tio­niert. Basis einer Pivot-Tabelle ist immer ein Datensatz, der aus mehreren Spalten besteht. In der ersten Zeile der Spalte muss sich die Be­zeich­nung der je­wei­li­gen Kategorie befinden. Die Pivot-Tabelle bezieht daraus au­to­ma­tisch ihre In­for­ma­tio­nen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, die Tabelle als solche zu for­ma­tie­ren (mit der Funktion „Als Tabelle for­ma­tie­ren“) und dabei einen Ta­bel­len­na­men zu vergeben. Das macht die Arbeit, besonders mit mehreren Da­ten­sät­zen, im Anschluss leichter.

Zwei Wege führen bei Excel zu einer Pivot-Tabelle: Sie können entweder über den Reiter „Einfügen“ die Funktion Pi­vot­Ta­ble aufrufen oder Sie gehen über die Ta­bel­len­tools. Diese erhalten Sie al­ler­dings erst dann, wenn Sie Ihren Datensatz auch als Tabelle for­ma­tiert haben. Dort können Sie die Funktion „Mit Pi­vot­Ta­ble zu­sam­men­fas­sen“ wählen. Es öffnet sich das gleiche Fenster wie im anderen Weg, al­ler­dings haben Sie hier den ent­spre­chen­den Bereich bereits aus­ge­wählt. In der Maske können Sie außerdem ent­schei­den, wo die neue Pivot-Tabelle auf­tau­chen soll: innerhalb eines be­stehen­den oder eines neuen Ta­bel­len­blatts.

Hinweis

Der Datensatz, den Sie in eine Pivot-Tabelle über­neh­men möchten, muss sich nicht zwangs­läu­fig in der gleichen Ar­beits­map­pe befinden. Auch aus anderen Dateien können Sie Daten ex­tra­hie­ren.

Umgang mit Pivot-Tabellen in Excel

Pivot-Tabellen liefern zahl­rei­che Funk­tio­nen, die Ihnen beim Auswerten der Daten be­hilf­lich sind. Anhand eines Beispiels lässt sich die Vielfalt von Pivot in Excel gut be­schrei­ben. Die Pivot-Tabelle selbst haben wir bereits erstellt. Grundlage ist ein Datensatz, der Verkäufe eines Jahres aufführt. Dazu gehören auch die be­tei­lig­ten Mit­ar­bei­ter sowie Umsatz und Art des ver­kauf­ten Produkts. Man sollte beachten, dass es sich beim Datensatz um eine einfache Tabelle handelt, bei der nur die Spalten be­schrif­tet sind. Zeilen selbst haben keine Be­schrif­tung.

Das neue Ta­bel­len­blatt, in dem die Daten nun in einer Pivot-Tabelle er­schei­nen sollen, ist zu Anfang noch komplett leer. Al­ler­dings hat das Fenster eine neue Sei­ten­leis­te bekommen: Pi­vot­Ta­ble-Felder. Dort er­schei­nen alle Ka­te­go­rien, die Sie für die Spalten des Da­ten­sat­zes fest­ge­legt haben. Außerdem befinden sich in der Sei­ten­leis­te vier Bereiche, in die Sie die Pi­vot­Ta­ble-Felder ziehen können:

  • Filter
  • Spalten
  • Zeilen
  • Werte

Durch die Ver­tei­lung der Felder in diese Bereiche erstellen Sie die ei­gent­li­che Pivot-Tabelle. Generell ist es sinnvoll, ein Feld für die Be­zeich­nung der Spalten und eins für die Zeilen fest­zu­le­gen. Unter „Filter“ bestimmen Sie Ka­te­go­rien, die Sie im Verlauf z. B. isoliert be­trach­ten möchten. Der in­ter­es­san­tes­te Bereich befindet sich al­ler­dings unter „Werte“. Felder, die Sie dort eintragen, machen den Fokus der Tabelle aus.

In unserem Beispiel tragen wir die Monate in die Zeilen und die Mit­ar­bei­ter in die Spalten ein. Die Pivot-Tabelle ana­ly­siert au­to­ma­tisch die In­for­ma­tio­nen, die sie aus dem Datensatz erhält und stellt fest, dass zwölf ver­schie­de­ne Monate und vier ver­schie­de­ne Mit­ar­bei­ter beteiligt sind. Den Filter bestücken wir mit den beiden Pro­dukt­ar­ten, was uns die Mög­lich­keit gibt, die Aus­wer­tung der Tabelle nach Paket A oder Paket B zu filtern.

Den Umsatz legen wir schließ­lich unter „Werte“ ab. Excel erstellt die Tabelle au­to­ma­tisch: Aus der ur­sprüng­lich vier Spalten um­fas­sen­den Tabelle des Da­ten­sat­zes ist eine Tabelle mit Spalten- und Zei­len­be­zeich­nung ent­stan­den, deren Werte in Relation zur Kategorie stehen.

Tipp

Sie müssen nicht zwingend nur eine Kategorie pro Spalte oder Zeile festlegen. Auch mehrere Felder können in die Bereiche gezogen werden. Was nicht geht: eine Kategorie in mehrere Felder legen.

Für unseren Fall ermittelt Excel selbst­stän­dig die Menge an Verkäufen pro Monat und Mit­ar­bei­ter. Statt der ur­sprüng­li­chen Geldwerte entsteht durch die Plat­zie­rung unter „Werte“ aus dem Umsatz direkt „Anzahl von Umsatz“. Dies gibt dem Nutzer die Mög­lich­keit, die blanken Zahlen in einen Kontext zu setzen und so aus­zu­wer­ten: Laura hat im April zwei Verkäufe geschafft. Auch die Ge­samt­ergeb­nis­se zeigt die Pivot-Tabelle selbst­stän­dig an: Im Juni gab es drei Verkäufe, im ganzen Jahr 24.

Wenn es Sie nun aber mehr in­ter­es­siert, wie hoch der Umsatz jeweils war, und nicht so sehr, wie viele Ver­kaufs­vor­gän­ge statt­fan­den, können Sie dies ganz leicht ändern. Dafür klicken Sie in dem Bereich „Werte“ auf das „Umsatz“-Feld und gehen auf „Wert­feld­ein­stel­lun­gen“. Hier stellen Sie nun unter „Wertfeld zu­sam­men­fas­sen nach“ von „Anzahl“ auf „Summe“. Wie Sie sehen, können Sie auch viele andere Arten der Dar­stel­lung wählen (die Be­rech­nungs­ty­pen ent­spre­chen dabei den Excel-Funk­tio­nen).

Bei Geld­wer­ten ist es sinnvoll, diese auch in der ent­spre­chen­den Währung dar­zu­stel­len. Über den Button „Zah­len­for­mat“ gelangen Sie zu einem Fenster, in dem Sie Zellen for­ma­tie­ren können (dies ist auch bei der normalen Arbeit mit Excel verfügbar). Dort können Sie un­ter­schied­li­che Formate für die Zahlen wählen, so auch eine Währung.

Sie haben aber noch weitere Optionen, was die Dar­stel­lung der Werte angeht: Wechseln Sie in den Wert­feld­ein­stel­lun­gen zu „Werte anzeigen als“. Dort können Sie die Daten als pro­zen­tua­ler Anteil von vielen ver­schie­de­nen anderen Werten dar­stel­len, z. B. im Vergleich zum Ge­samt­ergeb­nis. Dies verrät uns etwa, dass Laura und Tim jeweils für ca. 40 Prozent des Ge­samt­um­sat­zes ver­ant­wort­lich waren.

Der Filter lässt sich über das kleine Filter-Symbol direkt in der Pivot-Tabelle anpassen: Lassen Sie sich nur die Umsätze zu Paket A anzeigen. Auch Zeilen und Spalten besitzen Filter. Hier können Sie Reihen aus­blen­den, die Sie für die aktuelle Analyse nicht benötigen. Sie haben übrigens auch die Mög­lich­keit, Zeilen und Spalten au­to­ma­tisch (z. B. al­pha­be­tisch) sortieren zu lassen.

Ein Blick lohnt sich auch in die Pi­vot­Ta­ble-Optionen, denn dort können Sie die Dar­stel­lung Ihrer Daten noch weiter anpassen. Den Bereich finden Sie, wenn Sie mit der rechten Maustaste in die Tabelle klicken. Die Optionen geben Ihnen bei­spiels­wei­se die Mög­lich­keit, die Ge­samt­ergeb­nis­se aus­zu­blen­den oder das Layout an­zu­pas­sen. Darüber hinaus kann man der Pivot-Tabelle einen Titel und eine Be­schrei­bung geben. Hiermit bieten Sie späteren Nutzern, vor allem solchen, die nicht oder nur schlecht sehen können, zu­sätz­li­che In­for­ma­tio­nen.

Tipp

Wenn Sie Ihren ur­sprüng­li­chen Datensatz ändern, passt Excel die Pivot-Tabelle nicht au­to­ma­tisch an. Statt­des­sen müssen Sie die Tabelle manuell ak­tua­li­sie­ren. Den Button dafür finden Sie in den Pi­vot­Ta­ble-Tools unter dem Reiter „Ana­ly­sie­ren“.

Die Aus­wer­tungs­mög­lich­kei­ten gehen aber noch weiter: Mit Pi­vot­Chart haben Sie eine einfache Mög­lich­keit, die Er­geb­nis­se grafisch dar­zu­stel­len. Durch nur zwei Klicks können Sie z. B. aus Ihrer Pivot-Tabelle ein Säu­len­dia­gramm erstellen. Diese Diagramme un­ter­schei­den sich von den gewohnten, indem sich diese – genau wie die Tabelle selbst – dynamisch anpassen lassen. Auch hier stehen Ihnen Filter zur Verfügung. Nehmen Sie Än­de­run­gen am Diagramm vor, wirkt sich das auch auf die Tabelle aus (und umgekehrt).

Hinweis

Auch andere Ta­bel­len­kal­ku­la­tio­nen wie Libre­Of­fice oder Google Spreadsheet können mit Pivot-Tabellen umgehen.

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