Ob PC, Notebook, Smart­phone, Smart-TV oder Server: Jedes digitale Gerät braucht Ar­beits­spei­cher. Ob Sie ein Video streamen, surfen oder eine E-Mail schreiben – stets lädt das Gerät Programme und Daten in den RAM. Wie viel Ar­beits­spei­cher verbaut ist und welche Technik da­hin­ter­steckt, ent­schei­det deshalb maß­geb­lich darüber, wie flüssig ein System läuft.

Was ist ein Ar­beits­spei­cher und welche Aufgabe hat er?

Ar­beits­spei­cher (englisch: RAM, „Random Access Memory“) ist der schnelle, flüchtige Kurz­zeit­spei­cher eines Computers. Er hält das Be­triebs­sys­tem, laufende Programme und die gerade be­ar­bei­te­ten Daten bereit, damit der Prozessor (CPU) direkt darauf zugreifen kann. Schaltet man das Gerät aus, gehen die Inhalte des RAM verloren.

„Random Access“ bedeutet „wahl­frei­er Zugriff“: Der Prozessor kann jede Spei­cher­zel­le über ihre Adresse direkt an­spre­chen, ohne vorherige Daten der Reihe nach lesen zu müssen. Der Ar­beits­spei­cher dient damit als Kurz­zeit­ge­dächt­nis des Computers – im Gegensatz zu SSD oder Fest­plat­te, die als Lang­zeit­ge­dächt­nis Daten dauerhaft speichern.

Auch Zwi­schen­stän­de Ihrer Arbeit, etwa einer ge­öff­ne­ten Excel-Tabelle, liegen im RAM, bis Sie sie speichern. Wie leis­tungs­fä­hig der Ar­beits­spei­cher ist, hängt vor allem von drei Faktoren ab:

  • Kapazität: Wie viele Daten gleich­zei­tig im RAM Platz finden (heute meist in Gigabyte angegeben).
  • Da­ten­über­tra­gungs­ra­te: Wie viele Daten pro Sekunde zwischen RAM und Prozessor fließen können.
  • Latenz: Wie lange es dauert, bis an­ge­for­der­te Daten be­reit­ste­hen.

Reicht die Kapazität nicht aus, lagert das Be­triebs­sys­tem Daten auf die SSD oder Fest­plat­te aus (unter Windows in die Aus­la­ge­rungs­da­tei, unter Linux in den Swap-Speicher). Da dieser Speicher um ein Viel­fa­ches langsamer ist, wird das System träge: Programme reagieren verzögert, und es er­schei­nen La­de­sym­bo­le wie das drehende Rädchen.

Tipp

Ist Ihr Ar­beits­spei­cher dauerhaft aus­ge­las­tet, sinkt die Leistung Ihres Computers spürbar. Schließen Sie dann zunächst nicht benötigte Programme und Browser-Tabs oder leeren Sie den Ar­beits­spei­cher. Tritt das Problem re­gel­mä­ßig auf, ist mehr RAM meist die nach­hal­ti­ge­re Lösung – sofern sich Ihr Gerät aufrüsten lässt.

RAM: Funk­ti­ons­wei­se an einem Schaubild erklärt

Der Ar­beits­spei­cher fungiert als Schnitt­stel­le zwischen dem Prozessor (CPU) und dem Mas­sen­spei­cher (SSD oder Fest­plat­te) be­zie­hungs­wei­se anderen Ein- und Aus­ga­be­ge­rä­ten: Die pro­zes­sor­ei­ge­nen Zwi­schen­spei­cher sind für ganze Programme zu klein, SSDs und Fest­plat­ten für die laufende Arbeit zu langsam.

Bild: Schaubild: Funktionsweise des Arbeitsspeichers
Schaubild: Funk­ti­ons­wei­se des Ar­beits­spei­chers

Das Schaubild ver­an­schau­licht diesen Ablauf am Beispiel einer Excel-Tabelle:

  1. Sie öffnen eine auf der SSD oder Fest­plat­te ge­spei­cher­te Excel-Datei. Das Be­triebs­sys­tem lädt das Programm und die Daten der Datei in den Ar­beits­spei­cher.
  2. Der Prozessor liest die Daten über den Spei­cher­bus aus dem RAM, ver­ar­bei­tet sie und schreibt die Er­geb­nis­se zurück in den Ar­beits­spei­cher. Das geht we­sent­lich schneller als ein direkter Zugriff auf den Mas­sen­spei­cher.
  3. Sobald Sie auf „Speichern“ klicken, schreibt der Computer die Daten aus dem Ar­beits­spei­cher dauerhaft auf die SSD, die Fest­plat­te oder ein anderes Spei­cher­me­di­um.
Hinweis

Bis zum Speichern exis­tie­ren Ihre Än­de­run­gen nur im Ar­beits­spei­cher. Fällt der Strom aus oder stürzt das System ab, sind sie verloren. Speichern Sie daher re­gel­mä­ßig, und nutzen Sie – wo vorhanden – die au­to­ma­ti­sche Spei­cher­funk­ti­on Ihrer Programme.

Ar­beits­spei­cher und Cache: Was ist der Un­ter­schied?

Daten, die der Prozessor besonders häufig benötigt, hält er zu­sätz­lich im Cache vor. Der Cache ist – anders als oft an­ge­nom­men – kein Teil des Ar­beits­spei­chers, sondern sitzt direkt im Prozessor. Er besteht aus besonders schnellem, aber teurem sta­ti­schem RAM (SRAM) und ist meist in mehrere Ebenen (L1, L2, L3) ge­glie­dert. Er umfasst je nach Ebene wenige Kilobyte bis einige hundert Megabyte, der Ar­beits­spei­cher dagegen viele Gigabyte.

Welche Daten im Cache landen, ent­schei­det der Prozessor selbst: Er ersetzt selten genutzte Einträge au­to­ma­tisch durch aktuell häufiger benötigte. Es ergibt sich eine Spei­ch­er­hier­ar­chie: Je näher ein Speicher am Prozessor liegt, desto schneller, aber auch kleiner und teurer ist er.

Ar­beits­spei­cher vs. Fest­plat­te und SSD

Ar­beits­spei­cher und Mas­sen­spei­cher werden oft ver­wech­selt, weil beide in Gigabyte angegeben werden:

Merkmal Ar­beits­spei­cher (RAM) SSD / Fest­plat­te
Aufgabe Kurz­zeit­spei­cher für laufende Programme und Daten Lang­zeit­spei­cher für Be­triebs­sys­tem, Programme und Dateien
Da­ten­er­halt ohne Strom nein (flüchtig) ja (nicht flüchtig)
Ge­schwin­dig­keit sehr hoch, Zu­griffs­zei­ten im Na­no­se­kun­den­be­reich deutlich langsamer, bei SSDs im Mi­kro­se­kun­den-, bei Fest­plat­ten im Mil­li­se­kun­den­be­reich
Typische Kapazität (PC/Notebook) 8 bis 64 GB 256 GB bis mehrere TB
Preis pro Gigabyte hoch niedrig

Eine größere SSD macht einen Computer also nicht schneller, wenn der RAM zu knapp ist – und mehr RAM schafft keinen Platz für Dateien.

Wichtige Kennwerte: Taktrate, Latenz und Dual-Channel

Beim Kauf und Vergleich von Ar­beits­spei­cher sind vor allem diese Angaben wichtig:

  • Datenrate (MT/s): Moderne Spei­cher­mo­du­le werden mit ihrer ef­fek­ti­ven Datenrate in Me­ga­trans­fers pro Sekunde angegeben, etwa DDR5-6000. In Shops ist oft von „MHz“ die Rede, gemeint ist aber meist dieselbe Zahl. Je höher der Wert, desto mehr Daten kann das Modul pro Sekunde über­tra­gen.
  • Latenz (CL, CAS Latency): Gibt an, wie viele Takt­zy­klen vergehen, bis nach einer Le­se­an­for­de­rung die ersten Daten be­reit­ste­hen. Ein nied­ri­ge­rer CL-Wert ist besser. Da die Zyklen bei höherer Datenrate kürzer sind, lässt sich die CL nur zusammen mit der Datenrate sinnvoll ver­glei­chen: DDR5-6000 mit CL30 und DDR4-3000 mit CL15 kommen bei­spiels­wei­se auf die gleiche absolute Latenz von rund 10 Na­no­se­kun­den – das DDR5-Modul überträgt aber doppelt so viele Daten pro Sekunde.
  • Dual-Channel und Multi-Channel: Desktop-PCs und Notebooks sprechen den Ar­beits­spei­cher meist über zwei Spei­cher­ka­nä­le an. Sind beide Kanäle bestückt, ver­dop­pelt sich die ver­füg­ba­re Band­brei­te. Zwei Module mit je 8 GB sind daher meist schneller als ein einzelnes Modul mit 16 GB. Server-Pro­zes­so­ren nutzen deutlich mehr Kanäle, um viele Kerne mit Daten zu versorgen.
  • Kapazität pro Modul: Gängige Module für PCs haben 8 bis 64 GB, Ser­ver­mo­du­le teils 128 GB und mehr.
Tipp

Für die meisten Anwender ist eine aus­rei­chen­de Kapazität wichtiger als besonders hohe Da­ten­ra­ten oder niedrige Latenzen. Setzen Sie beim Aufrüsten möglichst iden­ti­sche Module paarweise ein.

Wie viel RAM brauche ich?

Mehr Ar­beits­spei­cher macht einen Computer nicht au­to­ma­tisch schneller: Zu­sätz­li­cher RAM hilft nur, solange er tat­säch­lich gebraucht wird. Wie viel RAM Sie benötigen, hängt davon ab, welche An­wen­dun­gen Sie nutzen und wie viele Programme gleich­zei­tig laufen.

Der Bedarf ist deutlich gestiegen: Aktuelle Be­triebs­sys­te­me, Browser mit vielen Tabs, Vi­deo­kon­fe­ren­zen und lokale KI-Funk­tio­nen benötigen spürbar mehr Ar­beits­spei­cher. Microsoft nennt für Windows 11 zwar nur 4 GB RAM als Min­dest­an­for­de­rung, für flüssiges Arbeiten ist das aber zu knapp. Für Copilot+ PCs mit lokalen KI-Funk­tio­nen setzt Microsoft min­des­tens 16 GB voraus. Apple stattet seine aktuellen Macs mit M-Chip ab Werk ebenfalls mit min­des­tens 16 GB aus; das güns­ti­ge­re MacBook Neo mit A18-Pro-Chip hat dagegen 8 GB, die sich nicht erweitern lassen.

Für PCs und Notebooks können Sie sich an folgenden Werten ori­en­tie­ren:

Ar­beits­spei­cher Geeignet für
8 GB Un­ter­gren­ze für einfache Aufgaben: Surfen, E-Mails, Office-An­wen­dun­gen und Streaming mit wenigen gleich­zei­tig ge­öff­ne­ten Pro­gram­men
16 GB Emp­feh­lens­wer­ter Standard für die meisten Anwender: Mul­ti­tas­king, viele Browser-Tabs, Vi­deo­kon­fe­ren­zen, Bild­be­ar­bei­tung und viele aktuelle Spiele
32 GB An­spruchs­vol­les Gaming, Vi­deo­be­ar­bei­tung, Soft­ware­ent­wick­lung, mehrere virtuelle Maschinen oder Container
64 GB und mehr Pro­fes­sio­nel­le Work­sta­tions: 4K-/8K-Vi­deo­schnitt, 3D-Rendering, große Da­ten­men­gen, lokal aus­ge­führ­te KI-Sprach­mo­del­le

Die Werte sind Ori­en­tie­rungs­wer­te, keine ver­bind­li­chen Vorgaben; prüfen Sie zu­sätz­lich die Sys­tem­an­for­de­run­gen Ihrer wich­tigs­ten Programme. Weil die Spei­cher­prei­se 2026 durch die hohe Nachfrage aus dem KI-Bereich stark gestiegen sind, kommen Ein­stei­ger-Notebooks derzeit wieder häufiger mit nur 8 GB auf den Markt. Da der Ar­beits­spei­cher bei vielen Notebooks fest verlötet ist, sollten Sie beim Kauf etwas Reserve einplanen.

Wie viel RAM brauchen Smart­phones und Tablets?

Auch bei Smart­phones ist der Ar­beits­spei­cher deutlich gewachsen, nicht zuletzt durch KI-Funk­tio­nen, die direkt auf dem Gerät laufen. Günstige Android-Smart­phones bringen heute meist 4 bis 8 GB RAM mit, die Mit­tel­klas­se 8 GB und mehr. Aktuelle Ober­klas­se-Modelle sind mit 12 bis 16 GB aus­ge­stat­tet – etwa das Samsung Galaxy S26 mit 12 GB oder das Google Pixel 10 Pro mit 16 GB. Apple ver­öf­fent­licht keine of­fi­zi­el­len RAM-Angaben für das iPhone; laut Benchmark-Aus­wer­tun­gen besitzt das iPhone 17 8 GB, das iPhone 17 Pro 12 GB Ar­beits­spei­cher.

Da iOS und Android den Ar­beits­spei­cher un­ter­schied­lich verwalten, lassen sich die RAM-Angaben ver­schie­de­ner Her­stel­ler nur ein­ge­schränkt ver­glei­chen. Für Tablets gilt Ähnliches: Zum Surfen, Lesen und Streamen genügen 4 bis 6 GB. Wer ein Tablet als Notebook-Ersatz, für Bild­be­ar­bei­tung oder KI-Funk­tio­nen nutzen möchte, sollte zu Geräten mit 8 GB oder mehr greifen.

Ar­beits­spei­cher in Servern und in der Cloud

Bei Servern ist der Ar­beits­spei­cher ein zentraler Leis­tungs­fak­tor. Webserver, Da­ten­ban­ken, Caching-Systeme wie Redis oder Container halten möglichst viele Daten im RAM, um Anfragen ohne Zugriffe auf den Mas­sen­spei­cher zu be­ant­wor­ten. Wird der Ar­beits­spei­cher knapp, steigen die Ant­wort­zei­ten, oder das Be­triebs­sys­tem beendet im Ex­trem­fall Prozesse, um Speicher frei­zu­ge­ben.

Server un­ter­schei­den sich in mehreren Punkten von Desktop-PCs:

  • Sie verwenden in der Regel Re­gis­tered-Module (RDIMMs) mit ECC (siehe unten).
  • Server-Pro­zes­so­ren un­ter­stüt­zen deutlich mehr Spei­cher­ka­nä­le und Kapazität – bis in den Terabyte-Bereich pro System.
  • In vir­tua­li­sier­ten Um­ge­bun­gen teilt der Hy­per­vi­sor den phy­si­schen Ar­beits­spei­cher auf mehrere virtuelle Maschinen auf; jede VM erhält einen festen Anteil.

Für einen kleinen Webserver mit einer einfachen Website reichen oft wenige Gigabyte, da­ten­bank­in­ten­si­ve An­wen­dun­gen, Online-Shops mit viel Traffic oder KI-An­wen­dun­gen benötigen deutlich mehr. Wählen Sie den Ar­beits­spei­cher daher mit Reserven und be­ob­ach­ten Sie die Aus­las­tung im Betrieb. Ein Vorteil von vir­tu­el­len Servern und Cloud-Servern: Sie können den Ar­beits­spei­cher meist flexibel an den tat­säch­li­chen Bedarf anpassen, statt Hardware aus­tau­schen zu müssen.

Welche Arten von RAM gibt es?

Im Laufe der Zeit haben Her­stel­ler immer neue Spei­cher­ty­pen ent­wi­ckelt, die höhere Ka­pa­zi­tä­ten und Ge­schwin­dig­kei­ten bieten und dabei weniger Energie pro über­tra­ge­nem Bit ver­brau­chen. Grund­sätz­lich un­ter­schei­det man zwei Bauarten:

  • SRAM (sta­ti­sches RAM): Speichert jedes Bit in einer Schaltung aus mehreren Tran­sis­to­ren. SRAM ist sehr schnell, muss nicht auf­ge­frischt werden, ist aber teuer und benötigt viel Platz. Es wird daher vor allem für Prozessor-Caches ein­ge­setzt.
  • DRAM (dy­na­mi­sches RAM): Speichert jedes Bit als Ladung in einem winzigen Kon­den­sa­tor, der re­gel­mä­ßig auf­ge­frischt werden muss. DRAM ist günstiger und erlaubt deutlich höhere Spei­cher­dich­ten – deshalb besteht der Ar­beits­spei­cher von Computern, Smart­phones und Servern aus DRAM.

SDRAM steht für syn­chro­nes dy­na­mi­sches RAM. Es handelt sich also um DRAM, das im Takt des Spei­cher­bus­ses arbeitet. SDRAM löste in den 1990er-Jahren ältere, asyn­chro­ne DRAM-Varianten ab. Seine Wei­ter­ent­wick­lung ist das DDR-SDRAM, das heute in praktisch allen PCs, Notebooks und Servern steckt.

Pro­fes­sio­nel­le Work­sta­tions und Server setzen zu­sätz­lich auf Ar­beits­spei­cher mit Feh­ler­kor­rek­tur, so­ge­nann­ten ECC-RAM. Außerdem un­ter­schei­det man zwischen un­buf­fe­r­ed und re­gis­tered RAM sowie zwischen ver­schie­de­nen Bauformen wie DIMM, SO-DIMM, CAMM2 und NVDIMM.

DDR-RAM: Was bedeutet „Double Data Rate“?

„DDR“ steht für „Double Data Rate“, also „doppelte Datenrate“. DDR-Speicher überträgt Daten sowohl bei der stei­gen­den als auch bei der fallenden Flanke des Takt­si­gnals – also zweimal pro Takt­zy­klus. Bei gleichem Takt erreicht DDR-SDRAM damit die doppelte Datenrate des klas­si­schen SDRAM. Die Zahl hinter „DDR“ be­zeich­net die jeweilige Ge­ne­ra­ti­on. Die Ge­ne­ra­tio­nen sind un­ter­ein­an­der nicht kom­pa­ti­bel: Ein DDR4-Modul passt weder me­cha­nisch noch elek­trisch in einen DDR5-Steck­platz.

Ge­ne­ra­ti­on Markt­ein­füh­rung (ca.) JEDEC-Da­ten­ra­ten Be­triebs­span­nung Band­brei­te pro Modul (64 Bit)
DDR3 2007 800 bis 2.133 MT/s 1,5 V (DDR3L: 1,35 V) bis ca. 17 GB/s
DDR4 2014 1.600 bis 3.200 MT/s 1,2 V bis ca. 25,6 GB/s
DDR5 2021 4.800 bis 8.800 MT/s 1,1 V ca. 38,4 bis 70,4 GB/s

DDR5 ist heute der Standard in neuen PCs, Notebooks und Servern. Die erste Fassung der Spe­zi­fi­ka­ti­on des Stan­dar­di­sie­rungs­gre­mi­ums JEDEC (2020) sah bis 6.400 MT/s vor, in­zwi­schen reicht der Standard bis 8.800 MT/s; über­tak­te­te Module für Gaming-PCs erreichen noch höhere Werte. Weitere Neue­run­gen von DDR5:

  • Jedes Modul ist in zwei un­ab­hän­gi­ge 32-Bit-Subkanäle auf­ge­teilt, was die Effizienz der Spei­cher­zu­grif­fe erhöht.
  • Die Span­nungs­re­ge­lung (PMIC) sitzt direkt auf dem Modul statt auf der Haupt­pla­ti­ne.
  • Höhere Spei­cher­dich­te pro Chip er­mög­licht größere Module.
  • Alle DDR5-Chips besitzen eine interne Feh­ler­kor­rek­tur (On-Die-ECC). Diese schützt al­ler­dings nur die Daten im Chip selbst und ersetzt kein voll­wer­ti­ges ECC-RAM (siehe unten).

LPDDR: Ar­beits­spei­cher für Smart­phones und Notebooks

Für mobile Geräte gibt es mit LPDDR („Low Power DDR“) eine eigene, besonders strom­spa­ren­de Spei­cher­fa­mi­lie. LPDDR-Chips werden in der Regel direkt auf der Haupt­pla­ti­ne verlötet oder sogar im selben Gehäuse wie der Prozessor un­ter­ge­bracht. Das spart Platz und Energie, ver­hin­dert aber ein späteres Aufrüsten.

Aktuelle Smart­phones, Tablets und viele dünne Notebooks nutzen LPDDR5 oder LPDDR5X. LPDDR5X erreicht Da­ten­ra­ten von bis zu rund 10.700 MT/s. Der Nach­fol­ger LPDDR6 wurde im Juli 2025 von der JEDEC ver­ab­schie­det und soll die Da­ten­ra­ten weiter steigern.

Ausblick: CAMM2, HBM und DDR6

Neben DDR und LPDDR gewinnen weitere Spei­cher­tech­no­lo­gien an Bedeutung:

  • CAMM2 (Com­pres­si­on Attached Memory Module): Ein flaches Mo­dul­for­mat, das die JEDEC im Dezember 2023 als Standard ver­öf­fent­licht hat. Es wird per Druck­ver­bin­dung statt Steck­kon­tak­ten auf der Haupt­pla­ti­ne befestigt und vereint beide Spei­cher­ka­nä­le in einem Modul. CAMM2 gibt es für DDR5 sowie – als LPCAMM2 – für LPDDR5/5X. Damit wird schneller, strom­spa­ren­der LPDDR-Speicher in Notebooks wieder aus­tausch­bar.
  • HBM (High Bandwidth Memory): Hierbei werden mehrere DRAM-Chips über­ein­an­der­ge­sta­pelt und direkt neben dem Prozessor oder Gra­fik­chip platziert. HBM bietet eine extrem hohe Band­brei­te und kommt vor allem in KI-Be­schleu­ni­gern und Hoch­leis­tungs­rech­nern zum Einsatz. Die aktuelle Ge­ne­ra­ti­on HBM4 hat die JEDEC 2025 als Standard ver­öf­fent­licht.
  • DDR6: An der nächsten Ge­ne­ra­ti­on des Desktop- und Server-Speichers arbeitet die JEDEC bereits. Ein finaler Standard und erste Produkte für Endkunden stehen derzeit noch aus.

Was ist ECC-RAM?

„ECC“ steht für „Error Cor­rec­tion Code“ (Feh­ler­kor­rek­tur­code). ECC-RAM speichert zu den ei­gent­li­chen Daten zu­sätz­li­che Prüfbits. Damit kann der Spei­cher­con­trol­ler einzelne feh­ler­haf­te Bits au­to­ma­tisch kor­ri­gie­ren und Zwei­bit­feh­ler zumindest erkennen. Solche Fehler können zum Beispiel durch elek­tri­sche Störungen oder kosmische Strahlung entstehen und sind zwar selten, bei großen Spei­cher­men­gen und Dau­er­be­trieb aber nicht zu ver­nach­läs­si­gen.

Technisch benötigt ECC-RAM zu­sätz­li­che Spei­cher­chips: Bei DDR4 ist der Datenbus eines ECC-Moduls 72 statt 64 Bit breit – auf acht Da­ten­chips kommt also ein zu­sätz­li­cher Chip für die Prüfbits. Bei DDR5 erhält jeder der beiden Subkanäle eigene zu­sätz­li­che Prüfbits. Diese mo­dul­wei­te ECC-Funktion (auch „Side-Band-ECC“ genannt) ist nicht mit dem On-Die-ECC zu ver­wech­seln, das alle DDR5-Chips intern besitzen: Nur echtes ECC-RAM schützt die Daten auch auf dem Weg zwischen Modul und Prozessor.

ECC-RAM kommt über­wie­gend in Servern, Re­chen­zen­tren und pro­fes­sio­nel­len Work­sta­tions zum Einsatz – überall dort, wo un­be­merk­te Da­ten­feh­ler gra­vie­ren­de Folgen hätten, etwa bei Da­ten­ban­ken, Fi­nanz­sys­te­men oder vir­tua­li­sier­ten Um­ge­bun­gen. Vor­aus­set­zung ist, dass Prozessor und Mainboard ECC un­ter­stüt­zen.

Der Un­ter­schied zwischen un­buf­fe­r­ed und re­gis­tered RAM

Bei un­buf­fe­r­ed RAM (auch: un­re­gis­tered RAM, UDIMM) gelangen die Adress- und Steu­er­si­gna­le des Spei­cher­con­trol­lers direkt zu den Spei­cher­chips. Bei re­gis­tered RAM (RDIMM) sitzt dagegen ein zu­sätz­li­cher Baustein auf dem Modul – der so­ge­nann­te Re­gis­tering Clock Driver (RCD). Er puffert die Adress- und Steu­er­si­gna­le, bevor er sie an die Spei­cher­chips wei­ter­lei­tet.

Dadurch sinkt die elek­tri­sche Last auf dem Spei­cher­con­trol­ler. Pro Spei­cher­ka­nal lassen sich so mehr und größere Module stabil betreiben, al­ler­dings auf Kosten einer minimal höheren Latenz und eines höheren Preises. Re­gis­tered RAM ist deshalb im Ser­ver­um­feld Standard und fast immer mit ECC kom­bi­niert. Un­buf­fe­r­ed RAM ist günstiger und kommt in Desktop-PCs und Notebooks zum Einsatz, wo nur wenige Module pro Kanal verbaut werden. Die beiden Typen sind un­ter­ein­an­der nicht aus­tausch­bar.

Für besonders große Spei­cher­aus­bau­ten gibt es Wei­ter­ent­wick­lun­gen wie LRDIMMs (Load-Reduced DIMMs), die zu­sätz­lich die Da­ten­si­gna­le puffern, sowie MRDIMMs (Mul­ti­ple­xed Rank DIMMs) für DDR5, die durch das gleich­zei­ti­ge An­spre­chen zweier Spei­cher­be­rei­che höhere Da­ten­ra­ten erreichen.

Was bedeuten DIMM, SO-DIMM und NVDIMM?

DIMM steht für „Dual Inline Memory Module“. Anders als beim älteren SIMM (Single Inline Memory Module) über­tra­gen die Kontakte auf Vorder- und Rückseite un­ter­schied­li­che Signale. Dadurch steht ein breiterer Datenpfad zur Verfügung: 64 Bit statt 32 Bit bei späten SIMMs. DDR4- und DDR5-DIMMs besitzen jeweils 288 Kontakte, die Ein­ker­bung sitzt aber an un­ter­schied­li­cher Stelle, sodass sie sich nicht ver­wech­seln lassen.

Folgende Arten von Spei­cher­mo­du­len sind heute ver­brei­tet:

  • UDIMMs und RDIMMs: un­buf­fe­r­ed DIMMs für Desktop-PCs bzw. re­gis­tered DIMMs für Server (siehe oben).
  • SO-DIMMs: Das „SO“ steht für „Small Outline“. Diese Module sind etwa halb so lang wie normale DIMMs und eignen sich daher für Notebooks, Mini-PCs und kompakte Systeme.
  • CAMM2/LPCAMM2: flache Module für Notebooks und kompakte PCs (siehe oben), die SO-DIMMs per­spek­ti­visch ablösen könnten.
  • NVDIMMs: „NV“ steht für „Non-Volatile“, also „nicht flüchtig“. Diese Module sichern ihre Daten bei einem Strom­aus­fall, etwa mithilfe von Flash-Speicher und einem En­er­gie­spei­cher. Sie sind eine Ni­schen­lö­sung für Server, bei denen Da­ten­ver­lus­te besonders kritisch sind.

FAQ zum Ar­beits­spei­cher

Nein. DDR4 und DDR5 sind me­cha­nisch und elek­trisch nicht kom­pa­ti­bel. Welche Ge­ne­ra­ti­on Sie benötigen, hängt vom Mainboard und Prozessor ab.

Das hängt vom Modell ab. Hat das Notebook freie oder aus­tausch­ba­re SO-DIMM- oder CAMM2-Steck­plät­ze, ist ein Aufrüsten möglich. Bei vielen dünnen Notebooks ist der Ar­beits­spei­cher (meist LPDDR) dagegen fest verlötet und lässt sich nicht erweitern.

Unter Windows finden Sie die Angabe im Task-Manager unter „Leistung“ > „Ar­beits­spei­cher“ oder unter „Ein­stel­lun­gen“ > „System“ > „Info“. Auf dem Mac klicken Sie im Apple-Menü auf „Über diesen Mac“.

Nicht unbedingt. Moderne Be­triebs­sys­te­me nutzen freien Ar­beits­spei­cher gezielt als Zwi­schen­spei­cher, um Programme und Daten schneller be­reit­zu­stel­len. Pro­ble­ma­tisch wird es erst, wenn das System re­gel­mä­ßig Daten auf die SSD oder Fest­plat­te auslagern muss und dadurch spürbar langsamer wird.

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