Mit dem Model Context Protocol (MCP) erweitern Sie Claude Desktop um externe Werkzeuge und Da­ten­quel­len. Über die Datei claude_desktop_config.json binden Sie lokale MCP-Server ein und legen deren Start­pa­ra­me­ter fest. So er­mög­li­chen Sie Claude bei­spiels­wei­se den Zugriff auf lokale Dateien, Ent­wick­lungs­werk­zeu­ge oder Da­ten­ban­ken und können zu­sätz­li­che Funk­tio­nen direkt im KI-Chat nutzen.

Was ist die claude_desktop_config.json?

Die claude_desktop_config.json ist die zentrale Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei für die manuelle Ein­bin­dung und Steuerung lokaler MCP-Server in Claude Desktop. Über die stan­dar­di­sier­te JSON-Syntax legen Sie fest, welche Server beim An­wen­dungs­start in­itia­li­siert werden, welche Start­be­feh­le und Parameter sie verwenden und welche Um­ge­bungs­va­ria­blen ihnen zur Verfügung stehen. So regeln Sie die Anbindung zu­sätz­li­cher KI-Werkzeuge und Da­ten­quel­len.

Die Datei er­mög­licht es bei­spiels­wei­se, Claude über einen MCP-Server Zugriff auf aus­ge­wähl­te lokale Ver­zeich­nis­se, Ent­wick­lungs­werk­zeu­ge oder Da­ten­ban­ken zu geben. Die ver­füg­ba­ren Funk­tio­nen hängen dabei vom je­wei­li­gen MCP-Server und seinen Be­rech­ti­gun­gen ab.

Hinweis

Remote-MCP-Server werden dagegen regulär über Con­nec­tors ein­ge­bun­den. Die manuelle JSON-Kon­fi­gu­ra­ti­on und die Ein­rich­tung von Remote-Con­nec­tors sind daher un­ter­schied­li­che In­te­gra­ti­ons­we­ge, wobei lokale Server aus der claude_desktop_config.json in Cowork und claude.ai nicht verfügbar sind.

Wo befindet sich die claude_desktop_config.json?

Die JSON-Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei für lokale Claude-MCP-Server liegt im be­nut­zer­spe­zi­fi­schen An­wen­dungs­ver­zeich­nis von Claude Desktop. Ihr Spei­cher­ort un­ter­schei­det sich je nach Be­triebs­sys­tem.

Be­triebs­sys­tem Spei­cher­ort
Windows %APPDATA%\Claude\claude_desktop_config.json
macOS ~/Library/Application Support/Claude/claude_desktop_config.json
Linux ~/.config/Claude/claude_desktop_config.json (Beta; nicht in der of­fi­zi­el­len MCP-Do­ku­men­ta­ti­on aus­ge­wie­sen)

Die Datei lässt sich entweder über den Da­tei­ma­na­ger des Be­triebs­sys­tems oder direkt über Claude Desktop öffnen. Für die zweite Mög­lich­keit gehen Sie wie folgt vor:

  1. Öffnen Sie nach­ein­an­der „Ein­stel­lun­gen“ → „Desktop-App“ → „Ent­wick­ler (Developer)“.
  2. Klicken Sie auf „Edit Config“, um das Ver­zeich­nis mit der Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei auf­zu­ru­fen.
  3. Öffnen Sie die Datei claude_desktop_config.json mit einem Text­edi­tor, um die Claude-MCP-Kon­fi­gu­ra­ti­on zu be­ar­bei­ten.

Ist die Datei noch nicht vorhanden, können Sie sie im ent­spre­chen­den Ver­zeich­nis selbst anlegen. Achten Sie darauf, dass die Da­tei­endung .json lautet und zum Beispiel nicht .json.txt. Erstellen Sie vor Än­de­run­gen an einer be­stehen­den Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei in jedem Fall eine Si­che­rungs­ko­pie. So können Sie bei Fehlern jederzeit zur vor­he­ri­gen Kon­fi­gu­ra­ti­on zu­rück­keh­ren.

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Wie ist die claude_desktop_config.json aufgebaut?

Die claude_desktop_config.json verwendet das Da­ten­for­mat JSON (Ja­va­Script Object Notation). Darin werden Kon­fi­gu­ra­ti­ons­wer­te als Schlüssel-Wert-Paare ge­spei­chert. Für die Ein­bin­dung lokaler MCP-Server ist das Objekt mcpServers ent­schei­dend. Es enthält die Kon­fi­gu­ra­tio­nen der einzelnen Server, die Claude Desktop starten soll.

Die wich­tigs­ten Parameter sind:

Parameter Funktion
mcpServers Über­ge­ord­ne­tes Objekt mit den Kon­fi­gu­ra­tio­nen der MCP-Server
Ser­ver­na­me Frei wählbarer Be­zeich­ner, bei­spiels­wei­se filesystem
command Aus­führ­ba­re Datei bzw. Befehl zum Starten des MCP-Servers
args Liste der Argumente, die beim Start an den Befehl übergeben werden
env Optionale Um­ge­bungs­va­ria­blen für den Ser­ver­pro­zess, bei­spiels­wei­se API-Schlüssel

Die Parameter command und args legen gemeinsam fest, wie der jeweilige MCP-Server gestartet wird. Über env lassen sich bei Bedarf zu­sätz­li­che Kon­fi­gu­ra­ti­ons­wer­te be­reit­stel­len.

Beispiel: MCP-Server für das Da­tei­sys­tem kon­fi­gu­rie­ren

Mit einem MCP-Server für das Da­tei­sys­tem er­mög­li­chen Sie Claude den Zugriff auf aus­ge­wähl­te lokale Ver­zeich­nis­se. Je nach be­reit­ge­stell­ten Funk­tio­nen kann Claude darin bei­spiels­wei­se Dateien lesen, erstellen oder be­ar­bei­ten.

Für die folgende manuelle Ein­rich­tung benötigen Sie eine funk­tio­nie­ren­de Node.js-In­stal­la­ti­on mit npx. Al­ter­na­tiv lassen sich lokale MCP-Server über Desktop Ex­ten­si­ons in­stal­lie­ren, ohne die JSON-Datei manuell zu be­ar­bei­ten oder Ab­hän­gig­kei­ten selbst zu verwalten. Claude Desktop stellt dafür eine eigene Node.js-Laufzeit bereit. Das folgende Beispiel zeigt die manuelle Kon­fi­gu­ra­ti­on eines File­sys­tem-Servers unter macOS:

{
    "mcpServers": {
        "dateisystem": {
            "command": "npx",
            "args": [
                "-y",
                "@modelcontextprotocol/server-filesystem",
                "/Users/max/Documents"
            ]
        }
    }
}
json

Die einzelnen Kon­fi­gu­ra­ti­ons­ein­trä­ge erfüllen folgende Aufgaben:

  • dateisystem be­zeich­net den MCP-Server innerhalb der Kon­fi­gu­ra­ti­on (Name frei wählbar).
  • npx startet das an­ge­ge­be­ne Node.js-Paket.
  • -y bestätigt die ge­ge­be­nen­falls er­for­der­li­che Pa­ke­t­in­stal­la­ti­on au­to­ma­tisch.
  • @modelcontextprotocol/server-filesystem be­zeich­net das aus­zu­füh­ren­de MCP-Server-Paket.
  • /Users/max/Documents legt das Ver­zeich­nis fest, auf das der Server zugreifen darf.

Verwenden Sie für frei­ge­ge­be­ne Ver­zeich­nis­se absolute Pfade. Relative Pfade können zu Fehlern führen, wenn der Server aus einem anderen Ar­beits­ver­zeich­nis gestartet wird. Unter Windows könnte das ent­spre­chen­de Ver­zeich­nis bei­spiels­wei­se C:\\Users\\Max\\Documents lauten. In JSON müssen Back­slas­hes innerhalb von Zei­chen­ket­ten doppelt ge­schrie­ben werden.

Hinweis

Falls Claude Desktop den Befehl npx nicht findet, können Sie für command den absoluten Pfad zur aus­führ­ba­ren Datei angeben. Unter Windows kann bei­spiels­wei­se npx.cmd er­for­der­lich sein. Al­ter­na­tiv lässt sich npx über cmd mit den Ar­gu­men­ten /c, npx, -y und dem je­wei­li­gen Ser­ver­pa­ket starten.

Mehrere MCP-Server einbinden

Sie können mehrere MCP-Server innerhalb desselben mcpServers-Objekts kon­fi­gu­rie­ren. Jeder Server erhält einen eigenen Namen und seine in­di­vi­du­el­len Start­pa­ra­me­ter. Die einzelnen Ser­ver­ein­trä­ge werden dabei durch Kommata von­ein­an­der getrennt. Hinter dem letzten Eintrag darf jedoch kein zu­sätz­li­ches Komma stehen. Damit lassen sich bei­spiels­wei­se ein Da­tei­sys­tem-Server und ein weiterer MCP-Server für Ent­wick­lungs­werk­zeu­ge parallel be­reit­stel­len.

Um­ge­bungs­va­ria­blen mit env festlegen

Manche MCP-Server benötigen zu­sätz­li­che Angaben, bei­spiels­wei­se API-Schlüssel für externe Dienste. Diese lassen sich über das optionale Objekt env an den je­wei­li­gen Ser­ver­pro­zess übergeben. Die Struktur sieht bei­spiels­wei­se fol­gen­der­ma­ßen aus:

{
    "mcpServers": {
        "beispielserver": {
            "command": "/absoluter/pfad/zum/server",
            "args": [],
            "env": {
                "API_KEY": "IHR_API_KEY"
            }
        }
    }
}
json

Die Ser­ver­kon­fi­gu­ra­ti­on ist ein Platz­hal­ter. Ersetzen Sie den an­ge­ge­be­nen Start­be­fehl durch den Pfad zu einem tat­säch­lich in­stal­lier­ten MCP-Server. Auch der Name der Um­ge­bungs­va­ria­blen richtet sich nach den An­for­de­run­gen des je­wei­li­gen Servers.

Hinweis

Speichern Sie echte API-Keys möglichst nicht un­ge­schützt in Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei­en. Nutzen Sie nach Mög­lich­keit eine sichere Ge­heim­nis­ver­wal­tung oder eine vom je­wei­li­gen MCP-Server un­ter­stütz­te Methode zur Übergabe von Zu­gangs­da­ten. Die Ver­wen­dung von env allein ver­schlüs­selt die darin hin­ter­leg­ten Werte nicht. Desktop Ex­ten­si­ons können sensible Kon­fi­gu­ra­ti­ons­wer­te dagegen ver­schlüs­selt speichern.

MCP-Server in Claude Desktop ak­ti­vie­ren

Nach dem Speichern der claude_desktop_config.json müssen Sie Claude Desktop voll­stän­dig neu starten, damit die Anwendung die geänderte Kon­fi­gu­ra­ti­on einliest und die kon­fi­gu­rier­ten MCP-Server startet. Für die Ak­ti­vie­rung sind daher folgende Schritte er­for­der­lich:

  1. Claude Desktop beenden: Schließen Sie die Anwendung voll­stän­dig. Das bloße Schließen des Fensters reicht ge­ge­be­nen­falls nicht aus.
  2. Claude Desktop neu starten: Öffnen Sie die Anwendung erneut, damit die MCP-Kon­fi­gu­ra­ti­on ein­ge­le­sen wird.
  3. MCP-Ver­bin­dung über­prü­fen: Öffnen Sie einen neuen Chat und klicken Sie auf die Plus-Schalt­flä­che in der Ein­ga­be­leis­te. Unter „Con­nec­tors“ sehen Sie die ver­bun­de­nen MCP-Server und ihre Werkzeuge. In älteren Versionen werden ver­füg­ba­re MCP-Tools durch ein Hammer-Symbol angezeigt. Al­ter­na­tiv können Sie den Ver­bin­dungs­sta­tus in den Ent­wick­ler­ein­stel­lun­gen über­prü­fen.
  4. MCP-Server testen: Bitten Sie Claude bei­spiels­wei­se, die Dateien im frei­ge­ge­be­nen Ver­zeich­nis auf­zu­lis­ten. So über­prü­fen Sie, ob der MCP-Server für das Da­tei­sys­tem ord­nungs­ge­mäß funk­tio­niert.

Fehler bei der Claude-MCP-Kon­fi­gu­ra­ti­on beheben

Wenn ein MCP-Server nicht startet oder Befehle fehl­schla­gen, sollten Sie zunächst die JSON-Syntax, die an­ge­ge­be­nen Da­tei­pfa­de und die Ver­füg­bar­keit des Start­be­fehls über­prü­fen. Häufige Ursachen sind feh­ler­haf­te Kommata, fehlende Ab­hän­gig­kei­ten oder un­zu­rei­chen­de Zu­griffs­be­rech­ti­gun­gen.

Für eine gezielte Feh­ler­dia­gno­se stellt Claude Desktop lokale MCP-Log­da­tei­en bereit:

Be­triebs­sys­tem Ver­zeich­nis der Log­da­tei­en
Windows %APPDATA%\Claude\logs
macOS ~/Library/Logs/Claude
Linux ~/.config/Claude/logs/ (Beta; nicht in der of­fi­zi­el­len MCP-Do­ku­men­ta­ti­on aus­ge­wie­sen)

Die Datei mcp.log enthält In­for­ma­tio­nen zu den MCP-Ver­bin­dun­gen. Ser­ver­spe­zi­fi­sche Feh­ler­mel­dun­gen finden Sie in Dateien nach dem Muster mcp-server-<NAME>.log, wobei <NAME> dem kon­fi­gu­rier­ten Ser­ver­na­men ent­spricht.

Unter Windows können folgende weitere Fehler auftreten:

  • Fehlende APPDATA-Variable: Verweist eine Feh­ler­mel­dung auf ${APPDATA}, ergänzen Sie den voll­stän­di­gen Wert der Um­ge­bungs­va­ria­blen APPDATA im env-Objekt der Ser­ver­kon­fi­gu­ra­ti­on.
  • Probleme mit npm: Schlägt der Start über npx weiterhin fehl, über­prü­fen Sie die npm-In­stal­la­ti­on. Mit npm install -g npm lässt sich npm bei Bedarf global ak­tua­li­sie­ren.
  • Ab­wei­chen­der Kon­fi­gu­ra­ti­ons­pfad: Bei manchen Windows-In­stal­la­tio­nen über MSIX wurde be­ob­ach­tet, dass Claude Desktop nicht die über „Edit Config“ geöffnete Datei einliest. Bleiben Än­de­run­gen wir­kungs­los, prüfen Sie den al­ter­na­ti­ven Spei­cher­ort %LOCALAPPDATA%\Packages\Claude_pzs8sxrjxfjjc\LocalCache\Roaming\Claude\.

Fazit: MCP-Server über die claude_desktop_config.json kon­fi­gu­rie­ren

Mit der claude_desktop_config.json binden Sie lokale MCP-Server manuell in Claude Desktop ein. Öffnen Sie dazu die Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei, hin­ter­le­gen Sie den ge­wünsch­ten Server im mcpServers-Objekt und starten Sie Claude Desktop an­schlie­ßend voll­stän­dig neu.

Achten Sie auf eine valide JSON-Syntax und absolute Da­tei­pfa­de. Vermeiden Sie ab­schlie­ßen­de Kommata am Ende von Objekten und Arrays (Trailing Commas). Übergeben Sie benötigte API-Schlüssel möglichst über sicher ver­wal­te­te Um­ge­bungs­va­ria­blen oder eine geeignete Ge­heim­nis­ver­wal­tung, statt sie un­ge­schützt in der JSON-Datei zu speichern.

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