DNS-Server ändern: So können Sie die DNS-Einträge ändern

„Besuchen Sie uns jetzt auch im Internet unter 93.184.216.34“ – so befremdlich dieser Spruch zunächst erscheinen mag, so eindrucksvoll stellt er den Wert der Namensauflösung durch das Domain-Name-System (DNS) unter Beweis. Während Nutzer mit der Einprägung der genannten IP-Adresse wohl derart zu kämpfen hätten, dass sich der Besucherandrang stark in Grenzen halten würde, sähe dies bei www.example.org – dem Domain-Pendant – gänzlich anders aus.

DNS-Server, die also dafür sorgen, dass Sie sich keine komplexe Zahlenfolge merken müssen, um die Webpräsenz des Restaurants um die Ecke im Browser aufzurufen, können damit getrost zu den wichtigsten Eckpfeilern des Internets gezählt werden. Während sie die Aktivitäten im Netz einerseits ungemein erleichtern, sorgen sie andererseits aber auch für eine gewisse Verzögerung im Ladeprozess von Websites – insbesondere, wenn nicht der passende DNS-Server zum Einsatz kommt.

Warum es sich lohnen kann, den DNS-Server zu ändern

Wenn Sie über Ihren Router eine Internetverbindung aufbauen, beziehen Sie in der Regel nicht nur die IP-Adresse, sondern auch die DNS-Server-Einstellungen automatisch. Und prinzipiell ist das auch eine gute Sache: Als Nutzer müssen Sie sich nicht mit der Konfiguration der eigenen Adresse und der Gewährleistung der Namensauflösung auseinandersetzen. Es gilt lediglich, den Router mit den gewünschten Geräten zu verbinden – Protokolle wie DHCP übernehmen im Anschluss die Zuordnung der benötigten Verbindungsinformationen.

Standardmäßige Anlaufstation in Sachen DNS sind dabei die hauseigenen Nameserver der verschiedenen Internetprovider, die grundsätzlich eine gute Wahl darstellen. Da die Anbieter darauf bedacht sind, den bestmöglichen Service zu liefern, sorgen diese für gewöhnlich auch für die notwendigen Kapazitäten, um eingehende DNS-Anfragen zuverlässig und schnell beantworten zu können. Insbesondere aus folgenden drei Gründen kann es dennoch sinnvoll bzw. notwendig sein, den Standard-DNS-Server zu ändern:

  • Geschwindigkeit: Ein anderer DNS-Server bietet bei der Namensauflösung einen Geschwindigkeitsvorteil, der für schnellere Ladezeiten und einen besseren Ping in Onlinespielen sorgt. Viele Nutzer favorisieren in diesem Zusammenhang die Nameserver von OpenDNS sowie die Public-DNS-Server von Google, die als besonders schnell gelten. Tools wie namebench helfen dabei, den für Sie schnellsten DNS-Server zu ermitteln.
  • Erreichbarkeit: Der DNS-Server ist nicht erreichbar, weshalb die Namensauflösung nicht gelingt und aufgerufene Webprojekte nicht geladen werden. Meistens handelt es sich hierbei zwar um ein vorübergehendes Problem, mit einem Wechsel des DNS-Servers können Sie dieses jedoch sofort beheben, ohne auf eine Lösung seitens des Anbieters warten zu müssen.
  • DNS-Sperren: Die DNS-Filterliste des Provider-Nameservers enthält Domains, die Sie aufrufen wollen. Auf diese Weise findet keine Namensauflösung statt, wodurch der Zugang zu diesen Seiten verwehrt bleibt. Ändern Sie die DNS-Einstellungen und wählen einen Server, der die Domain nicht auf der Blacklist führt, können Sie die entsprechende Website wie gewünscht öffnen.

DNS-Server ändern: Anleitungen für Windows, macOS und Co.

Wollen Sie den DNS-Server aus einem der genannten Gründe oder testweise auf Ihrem Gerät ändern, können Sie das problemlos und ohne großen Aufwand über die Netzwerkeinstellungen des jeweiligen Systems selbst erledigen. Natürlich unterscheiden sich die notwendigen Schritte dabei voneinander – unter Windows werden DNS-Server-Änderungen zum Beispiel anders vorgenommen als auf dem Mac oder einem Android-Gerät. Wir geben Ihnen daher Kurzanleitungen für den DNS-Server-Wechsel auf verschiedenen Plattformen wie Windows 10, macOS, Linux (Ubuntu) oder iOS. Exemplarisch werden darin die Adressen der Google-DNS-Server als neue Serveradressen (8.8.8.8 und 8.8.4.4) eingebunden.

Hinweis

Die Anleitungen erklären, wie Sie den DNS-Server für IPv4 ändern, da die traditionelle Protokollversion aktuell noch breitere Unterstützung erfährt als der Nachfolger IPv6. Die Google-DNS-Server sind aber bereits über die Adressen 2001:4860:4860::8888 und 2001:4860:4860::8844 erreichbar. Falls gewünscht, können Sie den DNS-Server-Wechsel also auch für die neuere Internetprotokollversion vornehmen.

DNS-Server ändern unter Windows 10 – so funktioniert’s

Als Nutzer von Windows 10 ändern Sie den DNS-Server im Menü „Netzwerkverbindungen“. Dieses öffnen Sie, indem Sie mit der rechten Maustaste auf das Windows-Logo und anschließend auf den gleichnamigen Menüpunkt klicken.

Sie finden nun eine Auflistung der eingerichteten Verbindungen vor. Wählen Sie per Rechtsklick die Verbindung aus, für die der DNS-Server-Wechsel durchgeführt werden soll. Nutzen Sie einen Desktop-PC, haben Sie wahrscheinlich eine Verbindung via Netzwerkkabel eingerichtet – in diesem Fall wählen Sie „Ethernet/LAN“. Ist das Gerät über Wi-Fi mit dem Internet verbunden, wählen Sie „WLAN“. Im aufpoppenden Menü klicken Sie auf „Eigenschaften“.

Doppelklicken Sie auf den Menüpunkt „Internetprotokoll, Version 4 (TCP/IPv4)“ und aktivieren Sie die Option „Folgende DNS-Serveradressen verwenden“. Tragen Sie nun die beiden Adressen der Google-Server (8.8.8.8 und 8.8.4.4) ein.

Um die DNS-Server-Änderungen unter Windows 10 zu bestätigen, drücken Sie zum Abschluss auf den „OK“-Button.

Alternativ können Sie die DNS-Server-Einstellungen in Windows 10 über die Kommandozeile ändern. Hierfür geben Sie einfach folgende Befehle ein:

netsh interface ip add dns name="Name der Verbindung" addr=8.8.8.8 index=1
netsh interface ip add dns name="Name der Verbindung" addr=8.8.4.4 index=2

Anstelle des Platzhalters „Name der Verbindung“ verwenden Sie den entsprechenden Namen für die LAN- bzw. WLAN-Verbindung.

So ändern Sie den DNS-Server in Windows 8

Nutzer von Windows 8 navigieren im ersten Schritt zum Netzwerk- und Freigabecenter. Dieses lässt sich entweder über die Systemsteuerung („Startmenü“ -> „Systemsteuerung“) oder über das Netzwerkverbindungs-Symbol im Benachrichtigungsfeld der Taskleiste aufrufen. Haben Sie das Icon gefunden, klicken Sie dieses mit der rechten Maustaste an und wählen Sie die Option „Netzwerk- und Freigabecenter öffnen“.

Öffnen Sie die Adaptereinstellungen, indem Sie auf die entsprechende Schaltfläche klicken.

Nun gehen Sie per Rechtsklick auf die zu konfigurierende Verbindung und wählen im daraufhin auftauchenden Menü den Punkt „Eigenschaften“ aus. Klicken Sie im Anschluss doppelt auf „Internetprotokoll Version 4 (TCP/IPv4)“, gelangen Sie in das Menü zum Ändern der DNS-Server in Windows 8, wo Sie die bereits genannten Adressen der öffentlichen Google-DNS-Server (8.8.8.8 und 8.8.4.4) eintragen.

DNS-Server ändern unter Windows 7

Für die Änderung des DNS-Servers in Windows 7 öffnen Sie im ersten Schritt das Netzwerk- und Freigabecenter. Hierfür rufen Sie entweder die Systemsteuerung auf – wo Sie einen entsprechenden Menüpunkt finden – oder rechtsklicken auf das Netzwerkverbindungs-Symbol im Benachrichtigungsfeld der Taskleiste (System Tray) und anschließend auf die Option „Netzwerk- und Freigabecenter öffnen“.

Wählen Sie im nächsten Menü den Punkt „Adaptereinstellungen ändern“ und anschließend die Verbindung aus, deren DNS-Einstellungen Sie ändern wollen.

Für die ausgewählte Verbindung rufen Sie über Rechtsklick und den Menüpunkt „Eigenschaften“ die Protokoll- und Serviceübersicht auf. Suchen Sie dort nach dem Eintrag „Internetprotokoll Version 4 (TCP/IPv4)“ und starten Sie per Doppelklick das Menü zur Änderung des DNS-Servers unter Windows 7.

Im letzten Schritt stellen Sie die Option „Folgende DNS-Serveradressen verwenden“ ein und geben die beiden Adressen der Public-DNS-Server ein:

Bevorzugter DNS-Server: 8.8.8.8
Alternativer DNS-Server: 8.8.4.4

DNS-Server ändern auf dem Mac: So gelingt der Wechsel

Folgende Schritte sind erforderlich, um die DNS-Server auf einem Mac zu ändern:

  1. Klicken Sie auf das Apple-Logo und danach auf „Systemeinstellungen …“.
  1. Suchen Sie anschließend nach dem Eintrag „Netzwerk“ und klicken Sie diesen an.
  1. Wählen Sie im Netzwerksmenü den Punkt „Weitere Optionen …“ und wechseln danach in den Tab „DNS“.
  1. Über das Pluszeichen können Sie nun die IPv4- und IPv6-Adressen der Public Server von Google eintragen.
Hinweis

Es ist möglich, dass aufgerufene Websites im DNS-Cache gespeichert sind. Um die neuen DNS-Server-Einstellungen für diese Seiten wirksam zu machen, sollten Sie diesen Zwischenspeicher also leeren. Wie dies funktioniert, können Sie im entsprechenden Abschnitt unseres Ratgebers zum Thema DNS-Flush nachlesen.

Wie Sie Ihren DNS-Server in Linux-Systemen ändern

Auch als Nutzer eines Linux-Betriebssystems können Sie den DNS-Server auf eigene Faust ändern. In Distributionen wie Debian oder Arch Linux, die explizit für das Serverumfeld konzipiert und hochgradig konfigurierbar sind, aber auch beispielsweise in älteren Versionen von Ubuntu nehmen Sie hierfür Änderungen in der Datei resolv.conf vor. Diese öffnen Sie einfach über das Terminal mit einem beliebigen Editor wie gedit:

Hinter dem Eintrag „nameserver“ finden Sie die aktuell zugeordnete Adresse, die Sie durch die Public-DNS-Serveradresse ersetzen:

Wenn Ihre Distribution die Anpassung der resolv.conf-Datei nicht zulässt, können Sie den DNS-Server in den meisten Fällen auch über die grafische Benutzeroberfläche ändern. In Ubuntu öffnen Sie hierfür beispielsweise die Systemeinstellungen über das Werkzeug-Zahnrad-Symbol und klicken dort auf „Netzwerk“.

Im linken Fenster des folgenden Menüs finden Sie eine Auflistung der Verbindungen. Wählen Sie hier die gewünschte aus und klicken anschließend auf den „Optionen“-Button unten rechts.

Wechseln Sie in den Reiter „IPv4-Einstellungen“ und wählen Sie anstelle der standardmäßig eingestellten, automatischen Zuordnungsart via DHCP die Methode „Automatisch (DHCP), nur Adressen“ aus. Anschließend geben Sie die Adressen der neuen DNS-Server in das dafür vorgesehene Feld ein, wobei Sie die beiden Adressen durch ein Komma voneinander abgrenzen.

DNS-Server auf Android-Geräten ändern – diese Schritte sind notwendig

Wenn Ihr Android-Gerät mit einem WLAN verbunden ist, haben Sie die Möglichkeit, die DNS-Server für diese Verbindung ohne den Einsatz zusätzlicher Apps zu ändern. Öffnen Sie zu diesem Zweck die Systemeinstellungen und suchen unter „WLAN“ die drahtlose Verbindung aus, für die Sie die DNS-Einträge ändern wollen. Drücken Sie etwas länger auf diese, bis die Option „Netzwerk ändern“ erscheint.

Im folgenden Menü setzen Sie ein Häkchen bei „Erweiterte Optionen einblenden“ und setzen die IP-Einstellungen auf „Statisch“.

In den Zeilen „DNS 1“ und „DNS 2“ tragen Sie nun einfach die Adressen der Google-Server ein, bevor Sie die DNS-Server-Änderungen durch Drücken von „Speichern“ übernehmen.

DNS-Server ändern in iOS – so funktioniert der Wechsel auf iPhone und Co.

Als Nutzer eines aktuellen iOS-Geräts können Sie die DNS-Einstellungen aufgebauter WLAN-Verbindungen folgendermaßen ändern:

  1. Öffnen Sie die Einstellungen und tippen die Schaltfläche „WLAN“ an.
  1. Suchen Sie das Netzwerk aus, dessen DNS-Server-Einstellungen Sie ändern wollen und tippen auf die Informationsschaltfläche (kleines „i“), um das Adressmenü zu öffnen. Wählen Sie dort die Option „DNS konfigurieren“:
  1. Ändern Sie nun die Konfigurationsmethode für DNS auf „Manuell“:
  1. Entfernen Sie die eingetragenen DNS-Server, indem Sie auf das Minus-Symbol neben den entsprechenden Einträgen tippen. Über den Button „Server hinzufügen“ fügen Sie im Anschluss nacheinander die beiden Adressen der Google-Server (8.8.8.8 und 8.8.4.4) hinzu, bevor Sie die DNS-Änderungen übernehmen, indem Sie auf „Sichern“ drücken.

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