Eine Firewall ist ein Si­cher­heits­sys­tem, das den Da­ten­ver­kehr zwischen einem Gerät oder Netzwerk und anderen Netzen – etwa dem Internet – überwacht und anhand fest­ge­leg­ter Regeln ent­schei­det, welche Ver­bin­dun­gen erlaubt und welche blockiert werden. Sie kann als Software direkt auf einem Rechner laufen oder als eigenes Gerät bzw. Cloud-Dienst ein ganzes Netzwerk absichern. Eine Firewall schützt vor un­er­wünsch­ten Zugriffen über das Netzwerk, ersetzt aber kein An­ti­vi­ren­pro­gramm.

Was ist eine Firewall?

Firewall heißt auf Deutsch „Brand­mau­er“. Wie eine Brand­mau­er ein Feuer an der Aus­brei­tung hindert, soll eine Firewall ver­hin­dern, dass Gefahren aus einem Netzwerk un­ge­hin­dert auf Ihren Rechner oder in Ihr lokales Netz gelangen. Sie sitzt dabei als Kon­troll­stel­le zwischen zwei Netz­werk­be­rei­chen, z. B. zwischen Ihrem Computer und dem Internet oder zwischen dem Fir­men­netz und der Außenwelt.

Wichtig für das Ver­ständ­nis: Eine Firewall filtert Netz­werk­ver­kehr, sie durch­sucht in ihrer klas­si­schen Form aber keine Dateien nach Viren. Sie prüft, wer mit wem über welchen Weg kom­mu­ni­zie­ren darf – in beide Rich­tun­gen. Damit kann sie zum Beispiel ver­hin­dern, dass ein Angreifer aus dem Internet einen offenen Netz­werk­dienst auf Ihrem Rechner ausnutzt, oder dass eine bereits ein­ge­schleus­te Schad­soft­ware – so­ge­nann­te Malware – Kontakt zu ihrem Steue­rungs­ser­ver aufnimmt oder sich im lokalen Netzwerk wei­ter­ver­brei­tet. Eine in­fi­zier­te Datei, die Sie selbst per E-Mail oder Download auf den Rechner holen, erkennt eine einfache Firewall dagegen nicht.

Wie funk­tio­niert eine Firewall?

Eine Firewall erkennt nicht von selbst, ob ein Zugriff feindlich oder harmlos ist. Sie ver­gleicht jede Ver­bin­dung mit einem Regelwerk und erlaubt oder blockiert sie ent­spre­chend. Typische Kriterien solcher Firewall-Regeln sind:

  • IP-Adressen von Absender und Empfänger
  • Protokoll (z. B. TCP, UDP oder ICMP)
  • Ports, also die Nummern, über die ein Netz­werk­dienst er­reich­bar ist
  • Richtung des Da­ten­ver­kehrs (eingehend oder ausgehend)
  • Anwendung oder Dienst, der die Ver­bin­dung aufbaut oder annimmt (bei Personal Firewalls)
  • Netz­werk­typ, etwa privates Heimnetz oder öf­fent­li­ches WLAN
Bild: Funktionsweise einer Firewall schematisch dargestellt
Funk­ti­ons­wei­se einer Firewall sche­ma­tisch dar­ge­stellt

Bewährt hat sich das Prinzip „Alles verbieten, was nicht aus­drück­lich erlaubt ist“. Die in Windows in­te­grier­te Firewall etwa blockiert laut Microsoft stan­dard­mä­ßig alle ein­ge­hen­den Ver­bin­dun­gen, die nicht an­ge­for­dert wurden oder zu keiner Regel passen, und lässt aus­ge­hen­den Verkehr zu, sofern keine Regel dagegen spricht. Antwortet ein Webserver auf eine Anfrage, die Ihr Browser gestellt hat, gilt diese Antwort als an­ge­for­dert und wird durch­ge­las­sen. Versucht dagegen ein fremder Rechner un­auf­ge­for­dert, eine Ver­bin­dung zu Ihrem PC auf­zu­bau­en, wird sie verworfen.

In der Praxis begegnen Ihnen vor allem folgende Ein­stel­lun­gen:

  • Freigaben für Programme: Möchte eine Anwendung erstmals ein­ge­hen­de Ver­bin­dun­gen annehmen, fragt die Firewall vieler Be­triebs­sys­te­me nach, ob Sie das erlauben. Erteilen Sie solche Freigaben nur Pro­gram­men, die Sie kennen und die die Freigabe tat­säch­lich benötigen.
  • Regeln für IP-Adressen: Sie können bestimmte Adressen oder Adress­be­rei­che gezielt zulassen oder sperren – z. B. damit nur Rechner aus dem eigenen Netzwerk auf einen Dienst zugreifen dürfen.
  • Netz­werk­pro­fi­le und Sicht­bar­keit: Windows un­ter­schei­det etwa zwischen privaten und öf­fent­li­chen Netz­wer­ken und wendet in öf­fent­li­chen Netzen wie WLAN-Hotspots in Cafés oder an Flughäfen strengere Regeln an. Unter macOS sorgt der so­ge­nann­te Tarnmodus dafür, dass Ihr Rechner nicht auf Ping- und andere Prüf­an­fra­gen antwortet, über die sich seine Existenz im Netzwerk fest­stel­len ließe. Un­sicht­bar­keit ist zwar kein voll­stän­di­ger Schutz, erschwert aber gezielte Angriffe.
  • Port-Freigaben: Netz­werk­diens­te sind über Ports er­reich­bar. Ein Webserver nimmt Anfragen bei­spiels­wei­se stan­dard­mä­ßig über Port 80 (HTTP) und 443 (HTTPS) an. Eine Firewall sollte nur die Ports öffnen, die für tat­säch­lich genutzte Dienste benötigt werden. Funk­tio­niert ein Programm wegen der Firewall nicht, sollten Sie diese nicht ab­schal­ten, sondern gezielt nur den be­nö­tig­ten Port bzw. die be­tref­fen­de Anwendung freigeben.
  • Pro­to­kol­lie­rung (Logging): Viele Firewalls können erlaubte oder ab­ge­lehn­te Ver­bin­dun­gen in ein Protokoll schreiben. Das hilft bei der Feh­ler­su­che, wenn ein Programm blockiert wird, und beim Erkennen von An­griffs­ver­su­chen.
Hinweis

Nicht jede Anwendung hat einen festen Port. Feste, bekannte Port­num­mern nutzen vor allem Ser­ver­diens­te, die Ver­bin­dun­gen annehmen – und auch diese sind nur eine Kon­ven­ti­on: Ein SSH-Server lässt sich zum Beispiel auch auf einem anderen Port als 22 betreiben. Programme, die selbst eine Ver­bin­dung aufbauen – etwa Ihr Browser –, verwenden dafür in der Regel einen vom Be­triebs­sys­tem zufällig ver­ge­be­nen Port. Für aus­ge­hen­de Ver­bin­dun­gen müssen Sie deshalb nor­ma­ler­wei­se keine Ports freigeben.

Welche Firewall-Arten gibt es?

Firewalls lassen sich auf zwei Arten un­ter­schei­den: nach dem Ein­satz­ort (auf dem einzelnen Gerät oder vor einem ganzen Netzwerk) und nach der Technik, mit der sie den Da­ten­ver­kehr prüfen.

Personal Firewall (Host-Firewall)

Die Personal Firewall, auch Desktop- oder Host-Firewall genannt, ist eine Software, die direkt auf dem zu schüt­zen­den Gerät läuft. Bei den gängigen Desktop-Be­triebs­sys­te­men ist sie bereits in­te­griert: Windows bringt die Windows-Firewall (an manchen Stellen im System noch als „Windows Defender Firewall“ be­zeich­net) mit, macOS eine an­wen­dungs­ba­sier­te Firewall, und unter Linux stehen Werkzeuge wie nftables, ufw oder firewalld zur Verfügung.

Der Vorteil einer Personal Firewall: Sie weiß, welches Programm eine Ver­bin­dung aufbauen oder annehmen will, und schützt das Gerät auch unterwegs, etwa im öf­fent­li­chen WLAN. Ihr Nachteil: Sie läuft auf demselben System, das sie schützen soll. Hat sich eine Schad­soft­ware mit Ad­mi­nis­tra­tor­rech­ten ein­ge­nis­tet, kann sie die Firewall unter Umständen ma­ni­pu­lie­ren oder ab­schal­ten. Dennoch kann eine Personal Firewall oft ver­hin­dern, dass eine Infektion über das Netzwerk auf weitere Geräte über­greift.

Netzwerk-Firewall (Hardware-Firewall)

Eine Netzwerk-Firewall steht zwischen dem zu schüt­zen­den Netzwerk und einem anderen Netz, meist dem Internet. Der gesamte Da­ten­ver­kehr läuft durch sie hindurch, sodass sie un­er­wünsch­te Zugriffe abfangen kann, bevor sie die einzelnen Geräte erreichen. In Un­ter­neh­men und Re­chen­zen­tren über­neh­men das spe­zia­li­sier­te Geräte, so­ge­nann­te Hardware-Firewalls, oder virtuelle Firewalls in der Cloud.

Auch im Heimnetz gibt es eine Netzwerk-Firewall: Die meisten Internet-Router enthalten eine in­te­grier­te Firewall, die un­auf­ge­for­der­te Ver­bin­dun­gen aus dem Internet stan­dard­mä­ßig abweist. Zu­sätz­lich sorgt bei IPv4 die Adress­über­set­zung (NAT) dafür, dass Geräte im Heimnetz nicht direkt aus dem Internet adres­sier­bar sind. NAT ist al­ler­dings kein Ersatz für eine Firewall – spä­tes­tens bei IPv6, wo Geräte eigene, öf­fent­lich er­reich­ba­re Adressen erhalten, kommt es auf die Firewall-Regeln des Routers an. Seien Sie deshalb zu­rück­hal­tend mit Port­wei­ter­lei­tun­gen und Freigaben im Router und prüfen Sie, ob Funk­tio­nen wie UPnP, über die Programme selbst­stän­dig Ports öffnen können, wirklich benötigt werden.

Firewall-Techniken im Vergleich

Un­ab­hän­gig vom Ein­satz­ort un­ter­schei­den sich Firewalls darin, wie tief sie den Da­ten­ver­kehr un­ter­su­chen. Moderne Produkte kom­bi­nie­ren meist mehrere dieser Techniken.

Technik Was wird geprüft? Stärken Grenzen Typischer Einsatz
Pa­ket­fil­ter (stateless) Einzelne Da­ten­pa­ke­te anhand von IP-Adresse, Protokoll und Port Sehr schnell, res­sour­cen­scho­nend Kennt keinen Ver­bin­dungs­zu­sam­men­hang, sieht keine Inhalte Einfache Router, Zu­griffs­lis­ten
Stateful In­spec­tion Zu­sätz­lich den Zustand von Ver­bin­dun­gen (welche Pakete gehören zu einer erlaubten Ver­bin­dung?) Lässt Antworten auf eigene Anfragen au­to­ma­tisch zu, blockiert un­auf­ge­for­der­te Pakete Prüft in der Regel keine An­wen­dungs­in­hal­te Standard in Be­triebs­sys­tem- und Router-Firewalls
Ap­pli­ca­ti­on-Level-Gateway (Proxy-Firewall) Inhalte be­stimm­ter An­wen­dungs­pro­to­kol­le, z. B. HTTP; die Firewall nimmt Ver­bin­dun­gen stell­ver­tre­tend an Kann Pro­to­koll­ver­stö­ße und un­er­wünsch­te Inhalte erkennen, trennt Netze strikt Höherer Re­chen­auf­wand, je Protokoll eigene Un­ter­stüt­zung nötig Hoch­si­che­re Netze, Web- und E-Mail-Proxys
Next-Ge­ne­ra­ti­on-Firewall (NGFW) Stateful In­spec­tion plus Erkennung von An­wen­dun­gen und Nutzern, oft mit Intrusion Pre­ven­ti­on (IPS) und TLS-In­spek­ti­on Fein­gra­nu­la­re Regeln („Anwendung X für Abteilung Y erlauben“), erkennt bekannte An­griffs­mus­ter Teuer, komplex in der Kon­fi­gu­ra­ti­on Un­ter­neh­mens­netz­wer­ke
Web Ap­pli­ca­ti­on Firewall (WAF) HTTP-Anfragen an eine bestimmte Web­an­wen­dung Wehrt Angriffe wie SQL-Injection oder Cross-Site-Scripting ab Schützt nur die jeweilige Web­an­wen­dung, nicht das gesamte Netz Websites, On­line­shops, APIs
Cloud-Firewall / Firewall as a Service (FWaaS) Je nach Anbieter Pa­ket­fil­ter bis NGFW-Funk­tio­nen, be­reit­ge­stellt als Cloud-Dienst Ska­lier­bar, ohne eigene Hardware, schützt auch verteilte Standorte und Remote-Mit­ar­bei­ten­de Ab­hän­gig­keit vom Anbieter, laufende Kosten Cloud-Server (z. B. als Si­cher­heits­grup­pen), Un­ter­neh­men mit vielen Stand­or­ten
Tipp

Sie möchten einen eigenen Server betreiben, ohne sich um Firewall-Hardware kümmern zu müssen? Bei den vir­tu­el­len Servern von IONOS legen Sie in­di­vi­du­el­le Firewall-Regeln bequem im Cloud Panel fest; zu­sätz­lich ist ein DDoS-Schutz bereits enthalten.

Brauchen Pri­vat­nut­zer eine Firewall?

Ja. Firewalls wurden ur­sprüng­lich vor allem für Netzwerke mit hohen Si­cher­heits­an­for­de­run­gen ent­wi­ckelt, etwa für Behörden, Banken oder große Un­ter­neh­men. Heute ist ein Firewall-Schutz für jedes Gerät mit In­ter­net­zu­gang sinnvoll. Eine teure Hardware-Firewall benötigen Pri­vat­nut­zer dafür in der Regel nicht. Für den Heim­ge­brauch genügt meist die Kom­bi­na­ti­on aus:

  1. der Firewall des Routers, die das Heimnetz gegenüber dem Internet abschirmt, und
  2. der im Be­triebs­sys­tem in­te­grier­ten Personal Firewall, die das einzelne Gerät auch in fremden Netz­wer­ken schützt.

Beide sollten aktiviert bleiben. Zu­sätz­li­che Firewall-Software von Dritt­an­bie­tern ist für die meisten Pri­vat­nut­zer nicht er­for­der­lich, kann aber Kom­fort­funk­tio­nen bieten, etwa eine de­tail­lier­te­re Kontrolle aus­ge­hen­der Ver­bin­dun­gen.

Wo liegen die Grenzen einer Firewall?

Eine Firewall ist ein wichtiger Baustein, aber kein Rund­um­schutz. Folgende Risiken kann sie nicht oder nur ein­ge­schränkt abwehren:

  • Schad­soft­ware, die Sie selbst ins System holen: Öffnen Sie einen in­fi­zier­ten E-Mail-Anhang oder in­stal­lie­ren Sie ein ma­ni­pu­lier­tes Programm, läuft der Da­ten­ver­kehr über eine erlaubte Ver­bin­dung. Eine klas­si­sche Firewall erkennt die Schad­soft­ware dabei nicht.
  • Phishing und Social En­gi­nee­ring: Gibt jemand seine Zu­gangs­da­ten auf einer ge­fälsch­ten Website ein, ist das für die Firewall eine ganz normale Web­ver­bin­dung.
  • Angriffe über erlaubte Wege: Ist ein Dienst bewusst frei­ge­ge­ben, etwa ein Webserver, kann eine Firewall Angriffe auf Si­cher­heits­lü­cken in diesem Dienst nicht ver­hin­dern – es sei denn, sie verfügt über zu­sätz­li­che Funk­tio­nen wie eine WAF oder Intrusion Pre­ven­ti­on.
  • Ver­schlüs­sel­ter Da­ten­ver­kehr: Den Inhalt von HTTPS-Ver­bin­dun­gen sieht eine Firewall nur, wenn sie diese gezielt aufbricht (TLS-In­spek­ti­on). Das geschieht in der Regel nur in Un­ter­neh­mens­net­zen, erfordert zu­sätz­li­chen Aufwand und ist da­ten­schutz­recht­lich sensibel, weil dabei auch ver­trau­li­che Inhalte sichtbar werden.
  • Fehl­kon­fi­gu­ra­ti­on: Zu groß­zü­gi­ge Freigaben oder dauerhaft geöffnete Ports hebeln den Schutz aus. Eine Firewall ist nur so gut wie ihre Regeln.
  • Angriffe von innen: Eine Netzwerk-Firewall am Übergang zum Internet kon­trol­liert in der Regel nicht den Verkehr zwischen Geräten innerhalb desselben Netzes.

Deshalb sollten Sie sich nicht allein auf die Firewall verlassen, sondern zu­sätz­lich ein zu­ver­läs­si­ges An­ti­vi­ren­pro­gramm verwenden, Be­triebs­sys­tem und Programme re­gel­mä­ßig ak­tua­li­sie­ren, wichtige Daten re­gel­mä­ßig sichern und starke Pass­wör­ter bzw. Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung nutzen. Unter Windows ist mit dem Microsoft Defender Antivirus bereits ein Vi­ren­schutz in­te­griert.

Früher wurde in diesem Zu­sam­men­hang häufig empfohlen, aktive Web-Inhalte wie Adobe Flash oder Microsoft ActiveX zu blo­ckie­ren. Für Pri­vat­nut­zer spielen diese Tech­no­lo­gien heute keine Rolle mehr: Adobe hat den Support für Flash Ende 2020 ein­ge­stellt, und ActiveX war an den in­zwi­schen ein­ge­stell­ten Internet Explorer gebunden. Nur in Un­ter­neh­men laufen ActiveX-Steu­er­ele­men­te teils noch für ältere An­wen­dun­gen im IE-Modus von Microsoft Edge. Moderne Browser führen Web­in­hal­te isoliert in einer Sandbox aus.

In Un­ter­neh­men setzt sich zudem zunehmend das Zero-Trust-Prinzip durch. Es geht davon aus, dass es kein grund­sätz­lich ver­trau­ens­wür­di­ges internes Netz gibt: Jeder Zugriff wird einzeln anhand von Identität, Ge­rä­te­zu­stand und Kontext geprüft. Firewalls bleiben dabei wichtig, etwa um Netzwerke in kleinere Segmente zu un­ter­tei­len, sind aber nur ein Teil eines mehr­schich­ti­gen Si­cher­heits­kon­zepts.

Wie ak­ti­vie­ren und prüfen Sie Ihre Firewall?

Ob die Firewall Ihres Systems bereits aktiv ist, hängt vom Be­triebs­sys­tem ab. So prüfen Sie den Status:

Windows

Die Windows-Firewall ist laut Microsoft in allen Windows-Editionen stan­dard­mä­ßig aktiviert. Den Status finden Sie in der App Windows-Si­cher­heit unter „Firewall- & Netz­werk­schutz“. Dort sehen Sie für jedes Netz­werk­pro­fil (Domäne, privat, öf­fent­lich), ob die Firewall ein­ge­schal­tet ist, und können Apps über „Zugriff von App durch Firewall zulassen“ freigeben. Ist die Firewall de­ak­ti­viert, weist Windows Sie in der Regel mit einer Meldung darauf hin. Microsoft rät aus­drück­lich davon ab, die Windows-Firewall ab­zu­schal­ten.

macOS

Unter macOS ist die in­te­grier­te Firewall ab Werk in der Regel nicht aktiviert, da im Aus­lie­fe­rungs­zu­stand keine Dienste Ver­bin­dun­gen von außen annehmen. Ein­schal­ten können Sie sie unter Apple-Menü > Sys­tem­ein­stel­lun­gen > Netzwerk > Firewall. Über die Optionen legen Sie fest, welche Apps ein­ge­hen­de Ver­bin­dun­gen annehmen dürfen, und können den Tarnmodus ak­ti­vie­ren. Besonders wenn Sie Ihren Mac häufig in öf­fent­li­chen Netz­wer­ken nutzen oder Freigaben wie Da­tei­frei­ga­be aktiviert haben, ist das Ein­schal­ten emp­feh­lens­wert.

Linux

Unter Linux ist der Pa­ket­fil­ter im Kernel in­te­griert; moderne Dis­tri­bu­tio­nen nutzen dafür nftables, den Nach­fol­ger von iptables. Ob eine Firewall von Haus aus aktiv ist, hängt von der Dis­tri­bu­ti­on ab: Unter Ubuntu ist das Werkzeug ufw (Un­com­pli­ca­ted Firewall) zwar vorhanden, aber stan­dard­mä­ßig de­ak­ti­viert. Fedora und Red Hat En­ter­pri­se Linux setzen dagegen auf firewalld. Auf einem Ubuntu-Desktop genügt in der Regel sudo ufw enable: Ohne weitere Regeln blockiert ufw dann alle ein­ge­hen­den und erlaubt alle aus­ge­hen­den Ver­bin­dun­gen. Eine einfache Grund­kon­fi­gu­ra­ti­on für einen Ubuntu-Server, der per SSH verwaltet wird und eine Website über HTTPS aus­lie­fert, sieht so aus:

sudo ufw default deny incoming
sudo ufw default allow outgoing
sudo ufw allow 22/tcp
sudo ufw allow 443/tcp
sudo ufw enable
sudo ufw status verbose
bash

Die ersten beiden Befehle legen die Stan­dard­richt­li­ni­en aus­drück­lich fest: Ein­ge­hen­de Ver­bin­dun­gen werden blockiert, aus­ge­hen­de erlaubt. An­schlie­ßend geben Sie SSH (Port 22) und HTTPS (Port 443) frei, ak­ti­vie­ren die Firewall und prüfen die aktiven Regeln. Die Rückfrage, ob be­stehen­de SSH-Ver­bin­dun­gen un­ter­bro­chen werden dürfen, be­stä­ti­gen Sie bei sudo ufw enable mit „y“ – führen Sie die Befehle deshalb am besten einzeln aus. Benötigt Ihr Server weitere Dienste, etwa HTTP für die Wei­ter­lei­tung auf HTTPS, geben Sie die ent­spre­chen­den Ports zu­sätz­lich frei. Mit sudo ufw logging on schalten Sie außerdem die Pro­to­kol­lie­rung ein.

Hinweis

Erlauben Sie den SSH-Zugang immer, bevor Sie die Firewall auf einem ent­fern­ten Server ak­ti­vie­ren. An­dern­falls sperren Sie sich selbst aus und erreichen den Server nur noch über eine Not­fall­kon­so­le Ihres Anbieters. Läuft Ihr SSH-Dienst auf einem anderen Port als 22, geben Sie diesen Port frei.

Smart­phones und Tablets

iOS, iPadOS und Android bieten keine klas­si­sche Firewall, die Sie selbst kon­fi­gu­rie­ren können. Hier schützen vor allem die strikte Ab­schot­tung von Apps un­ter­ein­an­der, re­gel­mä­ßi­ge Si­cher­heits­up­dates sowie im Heimnetz die Firewall des Routers. Für Android gibt es zwar Firewall-Apps; sie arbeiten meist über die lokale VPN-Schnitt­stel­le des Systems, leiten also den Da­ten­ver­kehr durch ein vir­tu­el­les VPN auf dem Gerät. Da Android nur eine aktive VPN-Ver­bin­dung zulässt, lassen sie sich in der Regel nicht gleich­zei­tig mit einer anderen VPN-App nutzen.

Router, Server und Cloud

Die Firewall Ihres Routers ist in der Regel ab Werk aktiv. Prüfen Sie in der Be­nut­zer­ober­flä­che des Routers ge­le­gent­lich, welche Port­frei­ga­ben ein­ge­rich­tet sind, und entfernen Sie nicht mehr benötigte Einträge. Betreiben Sie einen eigenen Server, sollten Sie nur die Ports öffnen, die Ihre Dienste wirklich brauchen – etwa 22 für SSH sowie 80 und 443 für einen Webserver. Viele Hosting- und Cloud-Anbieter stellen dafür zu­sätz­lich eine Netzwerk-Firewall bereit, die Sie im Kun­den­be­reich kon­fi­gu­rie­ren und mit der Firewall des Be­triebs­sys­tems kom­bi­nie­ren können. In Cloud-Um­ge­bun­gen heißen solche Re­gel­wer­ke oft Si­cher­heits­grup­pen (Security Groups): Sie legen direkt für einzelne Server oder virtuelle Netzwerke fest, welcher Da­ten­ver­kehr sie erreichen darf.

Häufige Fragen zur Firewall

Ersetzt eine Firewall ein An­ti­vi­ren­pro­gramm?

Nein. Eine Firewall kon­trol­liert, welche Netz­werk­ver­bin­dun­gen zustande kommen. Ein An­ti­vi­ren­pro­gramm un­ter­sucht dagegen Dateien und Prozesse auf Schad­soft­ware. Beide ergänzen sich und sollten gemeinsam ein­ge­setzt werden.

Sollte ich die Firewall de­ak­ti­vie­ren, wenn ein Programm nicht funk­tio­niert?

Nein. Geben Sie statt­des­sen gezielt die be­trof­fe­ne Anwendung oder den be­nö­tig­ten Port frei. Eine voll­stän­dig de­ak­ti­vier­te Firewall macht Ihr Gerät unnötig an­greif­bar – und wird oft vergessen, wieder ein­zu­schal­ten.

Reicht die Firewall des Routers aus?

Für das Heimnetz bietet die Router-Firewall einen guten Grund­schutz. Sobald Sie Ihr Notebook aber in fremden Netz­wer­ken wie einem Hotel- oder Café-WLAN nutzen, schützt nur noch die Firewall des Be­triebs­sys­tems. Lassen Sie diese daher immer aktiviert.

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