Unter einem Nextcloud-Update versteht man die Ak­tua­li­sie­rung der Cloud-Software auf eine höhere Version. Bevor Sie Nextcloud upgraden, sollten Sie ein Backup anlegen und Apps von Dritt­par­tei­en auf Kom­pa­ti­bi­li­tät prüfen. Ak­tua­li­sie­run­gen lassen sich wahlweise über den in­te­grier­ten Updater oder manuell rea­li­sie­ren.

Was ist ein Nextcloud-Update bzw. -Upgrade?

Nextcloud-Updates und -Upgrades ak­tua­li­sie­ren die Open-Source-Software auf eine höhere Version, um die Funk­tio­na­li­tät der Cloud-Plattform zu ver­bes­sern. Bei Updates handelt es sich um kleinere Ver­si­ons­sprün­ge innerhalb einer Haupt­ver­si­on (etwa von 26.0.1 auf 26.0.2), die dazu dienen, Si­cher­heits­pro­ble­me oder Bugs zu beheben und die Sta­bi­li­tät des Systems zu op­ti­mie­ren. Mit Nextcloud-Upgrades sind hingegen Ak­tua­li­sie­run­gen der Haupt­ver­si­on (etwa von Version 28 auf Version 29) gemeint, die ty­pi­scher­wei­se größere Än­de­run­gen nach sich ziehen und neue Features mit sich bringen.

Nextcloud empfiehlt, Ihren Cloud-Server re­gel­mä­ßig zu ak­tua­li­sie­ren, also alle Releases zu in­stal­lie­ren und zeitnah auf neue Haupt­ver­sio­nen zu ak­tua­li­sie­ren. De­tail­lier­te In­for­ma­tio­nen zu den einzelnen Versionen der Cloud-Software lassen sich im Nextcloud Changelog finden.

Wenn ein Update verfügbar ist, erhalten Sie über die Ad­mi­nis­tra­ti­ons­ober­flä­che eine Meldung. Al­ler­dings müssen Ak­tua­li­sie­run­gen in Nextcloud schritt­wei­se durch­ge­führt werden. Vor einem Upgrade besteht die Not­wen­dig­keit, die aktuelle Haupt­ver­si­on auf das neueste Update zu ak­tua­li­sie­ren. Danach ist ein Upgrade auf die neueste Ver­öf­fent­li­chung der nächsten Haupt­ver­si­on möglich.

Während der Ak­tua­li­sie­run­gen wird Ihr Nextcloud-Server in den War­tungs­mo­dus versetzt. Bis zum Abschluss des Updates oder Upgrades ist es Nut­ze­rin­nen und Nutzern nicht möglich, auf die Cloud zu­zu­grei­fen. Major Releases nehmen mitunter mehrere Stunden in Anspruch, doch für ge­wöhn­lich fallen die Upgrade-Zeiten mit wenigen Minuten deutlich kürzer aus.

Nextcloud-Upgrades und -Updates: Welche Vor­be­rei­tun­gen sind notwendig?

Vor einem Nextcloud-Update empfiehlt es sich, ein voll­stän­di­ges Backup der Nextcloud-Instanz anzulegen. Falls im Zuge der Ak­tua­li­sie­rung Fehler auftreten, besteht dann nämlich die Mög­lich­keit, die Instanz zu­rück­zu­set­zen.

Es erweist sich zudem als sinnvoll, zu prüfen, ob von externen Parteien stammende Apps kom­pa­ti­bel mit der neuen Version sind. Darüber hinaus müssen alle Dritt­an­bie­ter-Apps vor dem Update bzw. Upgrade de­ak­ti­viert werden.

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Wie führt man Nextcloud-Updates und -Upgrades durch?

Nextcloud bietet drei Mög­lich­kei­ten, um die eigene Cloud zu ak­tua­li­sie­ren. Jede Methode weist spe­zi­fi­sche Vorteile sowie Nachteile auf und eignet sich für un­ter­schied­li­che Szenarien:

  1. Update über die Be­nut­zer­ober­flä­che: Der in­te­grier­te Web-Updater ist der ein­fachs­te Weg, um Nextcloud-Updates durch­zu­füh­ren. Das Tool er­mög­licht es Ihnen, Soft­ware­ak­tua­li­sie­run­gen direkt über die Web­ober­flä­che zu starten. Der Prozess wurde be­nut­zer­freund­lich gestaltet und führt alle not­wen­di­gen Schritte au­to­ma­tisch aus, kann jedoch mitunter zu Fehlern führen. Diese Update-Variante bietet sich vor allem für Nut­ze­rin­nen und Nutzer an, die eine un­kom­pli­zier­te Ak­tua­li­sie­rung anstreben.
  2. Update via Kom­man­do­zei­len-Interface: Der Up­date­pro­zess lässt sich auch über die Kom­man­do­zei­le durch­füh­ren. Der Ablauf gleicht dabei im Grunde dem des web­ba­sier­ten Updaters, doch über die Kom­man­do­zei­le treten seltener Fehler auf.
  3. Manuelles Update: Hier wird die Software mithilfe einer her­un­ter­ge­la­de­nen Ar­chiv­da­tei in­stal­liert. Al­ler­dings lohnt es sich für ge­wöhn­lich nur dann, ein manuelles Update in Betracht zu ziehen, wenn der in­te­grier­te Updater nicht verwendet werden kann.
Hinweis

Der Un­ter­schied zwischen den Methoden liegt im Grad ihrer Au­to­ma­ti­sie­rung. Wenn Sie die Ak­tua­li­sie­rung über den Updater durch­füh­ren, werden die meisten Schritte des Up­date­pro­zes­ses au­to­ma­ti­siert. Bei der manuellen Methode müssen dagegen alle Schritte händisch durch­ge­führt werden, was zeit­auf­wen­di­ger und feh­ler­an­fäl­li­ger ist.

Nextcloud ak­tua­li­sie­ren mit dem web­ba­sier­ten Updater

  1. Rufen Sie über das Profil-Icon die Ad­mi­nis­tra­ti­ons­ein­stel­lun­gen („Übersicht“) auf und scrollen Sie dort zum Abschnitt „Version“.
  2. Klicken Sie den Button „Updater öffnen“. Die Schalt­flä­che wird Ihnen nur angezeigt, wenn tat­säch­lich ein Nextcloud-Update verfügbar ist.
Bild: Nextcloud: Updater öffnen
.
  1. Nachdem der Updater alle Schritte durch­ge­führt hat, geben Sie an, ob der War­tungs­mo­dus aktiv bleiben soll und ob Sie über die web­ba­sier­te Ak­tua­li­sie­rungs­sei­te oder die Be­fehls­zei­le fort­fah­ren wollen.
Bild: Nextcloud Updater während der Aktualisierung
Bei einem größeren Update oder Upgrade können Sie den War­tungs­mo­dus nicht de­ak­ti­vie­ren – in diesem Fall werden Sie auch au­to­ma­tisch aus Nextcloud aus­ge­loggt.

Nextcloud upgraden über die Be­fehls­zei­le

  1. Rufen Sie über das Profil-Icon die Ser­ver­ein­stel­lun­gen auf und scrollen Sie dort zum Abschnitt „Version“.
  2. Anstatt den Updater-Button an­zu­kli­cken, wechseln Sie ins Updater-Ver­zeich­nis, um die Datei updater.phar mit dem folgenden Befehl aus­zu­füh­ren:
sudo -u www-data php /var/www/nextcloud/updater/updater.phar
bash
  1. Der Updater zeigt Ihnen nun die aktuell in­stal­lier­te Version und das ver­füg­ba­re Update an. Durch die Be­stä­ti­gung mit „y“ starten Sie den Download der Ak­tua­li­sie­rung. An­schlie­ßend werden Sie gefragt, ob Sie das Update direkt ausführen wollen, was Sie erneut mit „y“ be­stä­ti­gen.
  2. Im Anschluss fragt der Updater Sie, ob der War­tungs­mo­dus aktiv bleiben soll. Drücken Sie „n“, um den War­tungs­mo­dus zu de­ak­ti­vie­ren, damit die Cloud nach Fer­tig­stel­lung des Updates un­mit­tel­bar ein­satz­be­reit ist.

Nextcloud manuell ak­tua­li­sie­ren

Bei der nach­fol­gen­den Schritt-für-Schritt-Anleitung hat ein Ubuntu-Server mit NGINX als Grundlage gedient.

  1. War­tungs­mo­dus ak­ti­vie­ren: Als Erstes versetzen Sie Nextcloud in den War­tungs­mo­dus, damit nie­mandwäh­rend der Ak­tua­li­sie­rung in der Cloud aktiv ist:
cd /var/www/nextcloud
sudo -u www-data php occ maintenance:mode --on
bash
  1. Webserver stoppen:
service nginx stop
bash
  1. Nextcloud-Ver­zeich­nis um­be­nen­nen: Damit sich das alte Nextcloud-Ver­zeich­nis später einfach löschen lässt, sollten Sie es um­be­nen­nen:
cd /var/www mv nextcloud nextcloud_alt
bash
  1. Update her­un­ter­la­den und entpacken: Wir si­mu­lie­ren ein Update auf Version 29.0.4. Beachten Sie beim folgenden Befehl, die korrekte Ver­si­ons­num­mer ein­zu­tra­gen:
cd ~wget https://download.nextcloud.com/server/releases/nextcloud-29.0.4.tar.bz2tar -xjf nextcloud-29.0.4.tar.bz2 -C /var/wwwrm nextcloud-29.0.4.tar.bz2
bash
  1. Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei aus alter In­stal­la­ti­on über­neh­men:
cp /var/www/nextcloud_alt/config/config.php /var/www/nextcloud/config/config.php
bash
  1. Server wieder starten:
service nginx start
bash
  1. Ver­zeich­nis­recht zuweisen: Bevor Sie das ei­gent­li­che Update ausführen, ist es sinnvoll, die Ver­zeich­nis­rech­te explizit zu setzen:
chown -R www-data:www-data /var/www/nextcloud 
chown -R www-data:www-data /var/nextcloud_data
bash
  1. Update starten:
cd /var/www/nextcloud sudo -u www-data php occ upgrade
bash
  1. De­ak­ti­vie­rung des War­tungs­mo­dus:
cd /var/www/nextcloud sudo -u www-data php occ maintenance:mode --off
bash
  1. Löschen der alten In­stal­la­ti­on:
rm -r /var/www/nextcloud_alt
bash
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