Mit WebDAV bietet Nextcloud eine kom­for­ta­ble Mög­lich­keit, Cloud-Dateien direkt in das Be­triebs­sys­tem ein­zu­bin­den – ganz ohne die Web­ober­flä­che. Dafür stehen Ihnen sowohl of­fi­zi­el­le Clients als auch Tools von Dritt­par­tei­en zur Verfügung. Der Zugriff erfolgt – je nach Be­triebs­sys­tem – über den Datei-Explorer (Windows), den Finder (macOS) oder den Da­tei­ma­na­ger (Linux).

Was bringt die WebDAV-Un­ter­stüt­zung von Nextcloud?

WebDAV ist eine HTTP-Er­wei­te­rung, mit der sich Dateien über das Internet be­reit­stel­len und über­tra­gen lassen. Mit der WebDAV-Un­ter­stüt­zung von Nextcloud können Sie Dateien direkt in Ihr lokales Da­tei­sys­tem einbinden, auch wenn sie auf einem Webserver ge­spei­chert sind. Dies er­leich­tert die Da­tei­ver­wal­tung mit Nextcloud erheblich, weil Sie mit Ihren Dateien arbeiten können – wie zum Beispiel mit lokal auf Ihrem Gerät ge­spei­cher­ten Dateien. Da die Cloud-Software das Über­tra­gungs­pro­to­koll stan­dard­mä­ßig un­ter­stützt, ist es nicht er­for­der­lich, Nextcloud WebDAV zu ak­ti­vie­ren. Das Feature lässt sich direkt nach der Ein­rich­tung der Instanz nutzen.

Die HTTP-Er­wei­te­rung wird von vielen Be­triebs­sys­te­men – darunter Linux, Windows und macOS – un­ter­stützt, was auch damit zu­sam­men­hängt, dass für die Über­tra­gung der HTTP-Standard-Port 80 bzw. der HTTPS-Standard-Port 443 verwendet wird. Dadurch gestaltet sich die Ein­rich­tung einfacher als bei Al­ter­na­ti­ven, die zu­sätz­li­che Ports benötigen. Von Vorteil ist außerdem die Mög­lich­keit der nahtlosen In­te­gra­ti­on in be­stehen­de Ar­beits­ab­läu­fe und An­wen­dun­gen, die WebDAV un­ter­stüt­zen.

Welche WebDAV-Clients gibt es?

Neben den of­fi­zi­el­len Nextcloud-Clients gibt es zahl­rei­che WebDAV-Clients von externen Diensten. Je nach Be­triebs­sys­tem und An­wen­dungs­fall bieten sich daher un­ter­schied­li­che Optionen an. Als emp­foh­le­ner Weg zur Syn­chro­ni­sie­rung mit Nextcloud-Servern gilt jedoch die Nutzung der of­fi­zi­el­len Nextcloud-An­wen­dun­gen für Desktop-PCs und Mo­bil­ge­rä­te. Nach der Kon­fi­gu­ra­ti­on der Clients können Sie auswählen, in welchem lokalen Ver­zeich­nis Ihre Dateien ge­spei­chert und welche Ordner syn­chro­ni­siert werden sollen.

Falls Sie einen al­ter­na­ti­ven Client be­vor­zu­gen, können Sie grund­sätz­lich auf jeden WebDAV-fähigen Client zu­rück­grei­fen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Apps von externen Parteien unter Umständen nicht für die Kom­bi­na­ti­on Nextcloud und WebDAV optimiert sind oder nicht alle Features un­ter­stüt­zen. Häufig genutzt werden bei­spiels­wei­se:

  • Linux: Cadaver, davfs2, Nautilus
  • Windows: Cyberduck, WinSCP
  • macOS: Cyberduck, Mountain Duck, Forklift, Transmit, Commander One
  • Mobile App: Fol­der­Sync (Android), WebDAV Navigator (iOS)
Tipp

Mit Managed Nextcloud von IONOS ent­schei­den Sie sich für eine leis­tungs­star­ke und bequeme Cloud-Lösung, bei der Sie die volle Da­ten­sou­ve­rä­ni­tät behalten, sich aber nicht um die Ad­mi­nis­tra­ti­on kümmern müssen. Da Ihre Daten in modernen Re­chen­zen­tren in Deutsch­land ge­spei­chert werden, ist die Lösung von IONOS auch hin­sicht­lich des Da­ten­schut­zes eine erst­klas­si­ge Wahl.

Linux, macOS und Windows: Wie greift man auf Nextcloud via WebDAV zu?

Wie Sie Nextcloud WebDAV ein­rich­ten, un­ter­schei­det sich je nach Be­triebs­sys­tem. Während Windows und macOS über in­te­grier­te WebDAV-Un­ter­stüt­zung verfügen, erfordert Linux in vielen Fällen zu­sätz­li­che Kon­fi­gu­ra­tio­nen oder spezielle Clients. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie WebDAV unter Windows, macOS und Linux kon­fi­gu­rie­ren.

WebDAV-Zugriff auf Nextcloud unter Windows

Da Windows eine native Un­ter­stüt­zung für WebDAV bietet, kann Nextcloud pro­blem­los als Netz­lauf­werk ein­ge­bun­den werden. Durch diese Zuordnung lassen sich auf Ihrem Cloud-Server ge­spei­cher­te Dateien auf dieselbe Weise durch­su­chen wie die im ent­spre­chen­den Netz­lauf­werk ge­spei­cher­ten Daten. Sie können Nextcloud unter anderem über die Be­fehls­zei­le als Netz­lauf­werk zuordnen. Mit dem folgenden Kom­man­do­zei­len­be­fehl ordnen Sie der Cloud-Software bei­spiels­wei­se Laufwerk „Z:“ zu:

net use Z: https://<drive_path>/remote.php/dav/files/USERNAME/ /user:youruser yourpassword
bash

Unter <drive_path> tragen Sie die Nextcloud-WebDAV-URL be­zie­hungs­wei­se den Nextcloud WebDAV Path zum Server ein wie in folgendem Beispiel:

net use Z: https://example.com/nextcloud/remote.php/dav/files/USERNAME/ /user:youruser yourpassword
bash

Um ein Laufwerk zu­zu­ord­nen, können Sie auch den Windows Explorer verwenden. Nachdem Sie den Explorer geöffnet haben, na­vi­gie­ren Sie per Rechts­klick zu „Netz­lauf­werk verbinden“. Im Anschluss wählen Sie das lokale Netz­werk­lauf­werk für Nextcloud aus. Als Nächstes geben Sie die Adresse Ihrer Instanz mit dem Zusatz /remote.php/dav/files/BENUTZERNAME/ an, was wie folgt aussieht: https://example.com/nextcloud/remote.php/dav/files/USERNAME/.

Hinweis

Windows bietet zwar eine native WebDAV-Un­ter­stüt­zung, doch diese ist für viele Nextcloud-In­stal­la­tio­nen pro­ble­ma­tisch. Das liegt ins­be­son­de­re an einer fehlenden Un­ter­stüt­zung für moderne TLS-Versionen und an langsamen Über­tra­gungs­ge­schwin­dig­kei­ten.

Nextcloud: Zugriff via WebDAV unter macOS

Wer macOS nutzt, kann WebDAV unter anderem über den Finder einbinden. Das funk­tio­niert wie folgt:

  1. Öffnen Sie den macOS Finder und na­vi­gie­ren Sie in der oberen Me­nü­leis­te zu „Gehe zu“. Im Dropdown-Menü wählen Sie an­schlie­ßend die Option „Mit Server verbinden…“.
  2. In das Popup-Fenster tragen Sie die WebDAV-Adresse Ihres Servers in das Feld „Ser­ver­adres­se“ ein, zum Beispiel: https://cloud.YOURDOMAIN.com/remote.php/dav/files/USERNAME/.
  3. Klicken Sie auf „Verbinden“, damit der WebDAV-Server auf Ihrem Desktop als frei­ge­ge­be­nes Laufwerk erscheint.
Hinweis

Aufgrund einiger Pro­gram­mier­feh­ler sollte der macOS Finder nur dann Ver­wen­dung finden, wenn es sich um einen Server handelt, der mit einem Apache-Webserver (mit mod_php) oder NGINX 1.3.8+ läuft. An­dern­falls empfiehlt es sich, auf einen der anderen Clients zu­rück­zu­grei­fen.

So greifen Sie auf Nextcloud via WebDAV unter Linux zu

Als Linux-User bieten sich Ihnen ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten. Eine erste Option ist der Nautilus-Da­tei­ma­na­ger, der au­to­ma­tisch eine WebDAV-Freigabe für den Da­tei­zu­griff be­reit­stellt, wenn Sie Nextcloud über das GNOME Control Center kon­fi­gu­rie­ren. Mithilfe des davs-Pro­to­kolls (davs://example.com/nextcloud/remote.php/dav/files/USERNAME/) lassen sich Nextcloud-Dateien aber auch manuell einhängen.

Um mit dem Dolphin-Da­tei­ma­na­ger in KDE auf Nextcloud-Dateien zu­zu­grei­fen, setzen Sie das webdav-Protokoll (webdav://example.com/nextcloud/remote.php/dav/files/USERNAME/) ein. Dies er­mög­licht es Ihnen, einen per­ma­nen­ten Link zu Ihrem Server ein­zu­rich­ten. Dazu müssen Sie im Da­tei­ma­na­ger einen Netz­werk­ord­ner hin­zu­fü­gen.

Es ist ebenso möglich, WebDAV-Speicher mithilfe der Linux-Be­fehls­zei­le ein­zu­hän­gen. Diese Option bietet sich an, wenn Sie Nextcloud wie jedes andere Da­tei­sys­tem verwenden möchten.

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Bekannte Probleme beim Zugriff und Lösungen

Beim Zugriff auf Nextcloud über WebDAV können ver­schie­de­ne Probleme auftreten. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige der häu­figs­ten Fehler vor und zeigen auf, wie Sie diese beheben.

Ressource vor­über­ge­hend nicht verfügbar (Linux)

Wenn es nicht funk­tio­niert, eine Datei im Ver­zeich­nis zu erstellen, erweitern Sie /etc/davfs2/davfs2.conf um use_locks0.

Zer­ti­fi­kats­war­nung (Linux)

Verwenden Sie ein selbst si­gnier­tes Zer­ti­fi­kat, erscheint eine Warnung. Um dies zu ver­hin­dern, müssen Sie davfs2 so kon­fi­gu­rie­ren, dass das Zer­ti­fi­kat erkannt wird. Das funk­tio­niert wie folgt:

  1. Kopieren Sie mycertificate.pem nach /etc/davfs2/certs/.
  2. Editieren Sie etc/davfs2/davfs2.conf. Fügen Sie in der Zeile servercert den Pfad Ihres Zer­ti­fi­kats hinzu: servercert /etc/davfs2/certs/mycertificate.pem.

Keine Ver­bin­dung über HTTPS (Windows)

Windows-WebDAV-Clients können unter Umständen keine Server Name In­di­ca­ti­on (SNI) bei ver­schlüs­sel­ten Ver­bin­dun­gen ver­ar­bei­ten. Falls beim Einbinden einer mit SSL ge­si­cher­ten Nextcloud-Instanz Probleme auftreten, sollten Sie prüfen, ob Ihr Server über eine de­di­zier­te IP-Adresse für SSL-Zer­ti­fi­ka­te verfügt. Falls nicht, können Sie sich an Ihren In­ter­net­dienst wenden, um eine ent­spre­chen­de IP zu erhalten.

Darüber hinaus besteht die Mög­lich­keit, dass der Windows WebDAV-Client ältere Ver­schlüs­se­lungs­pro­to­kol­le bevorzugt und keine Ver­bin­dun­gen zu Servern herstellt, die aus­schließ­lich TLS 1.1 oder höher un­ter­stüt­zen.

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