PHP 7.2 – Supportende (EOL) am 30. November 2020

Vier der beliebtesten Content-Management-Systeme (WordPress, TYPO3, Joomla und Drupal) verwenden PHP. Dabei dient die Open-Source-Skriptsprache meist zur Programmierung von dynamischen Webinhalten und dient überwiegend der serverseitigen Programmierung, während andere Skript- und Programmiersprachen wie HTML, CSS und JavaScript den Webbrowser (Client) adressieren.

Im Herbst 2017 wurde die Version PHP 7.2 als Nachfolger von PHP 7.1 eingeführt. Am 30. November 2020 erreicht nun auch diese Version das offizielle End-of-Life-Datum (EOL) und wird nicht mehr unterstützt. Ein Update auf Nachfolgeversionen ist nach dem endgültigen Support-Ende dringend angeraten, wenn man sich bestmöglich vor Hackern schützen, Bugs beheben und die Performance seines Webangebots optimieren möchte. Wer weit vorausplanen will, der kann die End-of-life-Frist von PHP 7.2 auch für ein Major-Update auf PHP 8 nutzen. Die 8er-Version ist für Ende des Jahres angekündigt und bietet noch einmal deutliche Verbesserungen gegenüber den PHP 7er-Versionen. Wer bereits heute die Kompatibilität seiner Seite mit PHP 8 testen möchte, kann bereits auf eine Beta-Version zugreifen.

PHP 7.2 EOL – was ist zu tun?

Aktuelle Statistiken zur PHP-Verbreitung belegen, dass veralteter PHP-Code häufig noch nicht aktualisiert wurde. Viele Anwender scheuen offenbar den Migrationsaufwand und befürchten technische Probleme beim Umstieg. Zeitmangel ist sicherlich ein weiterer Grund dafür, dass viele Webmaster technisch überfällige Updates oder größere Versions-Upgrades länger vor sich herzuschieben. Hat man erstmal den Anschluss verloren, kann sich der Aufwand für Aktualisierungen allerdings deutlich erhöhen. Grundsätzlich gilt: Je weiter der Sprung zwischen zwei PHP-Versionen, desto größer sind auch die zu erwartenden Anpassungsaufwände. Auch beim Wechsel auf ein neues Major-Release, also z. B. von einer 7er- auf eine 8er-Version, ist mit zusätzlichem Wartungsaufwand zu rechnen.

Wer nicht mit der Zeit geht, muss jedoch Konsequenzen befürchten. Es kann zu einer Häufung technischer Probleme kommen, da die Angebote technisch nicht mehr up to date sind. Die Performance von Webseiten leidet dadurch, sodass die eigene Seite im Vergleich zu Konkurrenzangeboten mit verlängerten Ladezeiten auffällt. Das kann letztlich zu sinkenden Besucherzahlen führen.

Besonders negative Auswirkungen hat veralteter PHP-Code auf die Sicherheit von Webangeboten. Hacker sind immer auf der Suche nach Sicherheitslücken, die nicht geschlossen werden. Wartet man mit PHP-Updates sehr lange, häufen sich diese Schwachstellen. So ist mittlerweile davon auszugehen, dass durch Bugs und Sicherheitslücken in den PHP-Versionen bis 7.3.8 fremde Programme installiert, Daten geändert oder sogar gelöscht werden können.

Sie sollten daher umgehend eine Aktualisierung Ihrer Webangebote in Angriff nehmen. Angesichts des EOL-Datums von PHP 7.2. ist ein Umstieg auf aktuellere Versionen überaus sinnvoll. PHP 7.4 beispielsweise funktioniert ohne weitere Kompatibilitätsprobleme mit bewährten und beliebten Content-Management-Systemen wie WordPress, Joomla oder Drupal. Neben den nächsthöheren 7er-Versionen steht in Kürze auch PHP 8 für ein Major-Update zur Verfügung.

Updates sind zwar zunächst meist mit Mehraufwand verbunden und möglicherweise müssen zunächst technische Probleme aus dem Weg geräumt, neue Lösungen gefunden und veraltete Plug-ins ausgetauscht werden. Langfristig profitieren sie aber von den neuen Features sowie den Performance- und Sicherheitsoptimierungen der Nachfolgeversionen. Bevor Sie mit aktualisiertem PHP-Code online gehen, sollten Sie aber Tests in einer sicheren Offline-Umgebung durchführen. Fehler und Probleme können dann in Ruhe behoben werden, bevor die Website für andere erreichbar ist. Wer zusätzliche Unterstützung benötigt, kann sich an die Plugin-Hersteller oder an die PHP Community wenden.

Tipp

IONOS bietet einen PHP Extended Support für ältere Versionen an. Das Angebot, das PHP-Versionen ab 4.0 unterstützt, richtet sich an Bestands- und Neukunden. Der Vorteil: Sie können auch ältere Versionen sicher nutzen und werden dabei nach Bedarf von einem persönlichen Berater unterstützt.

Release-Planung und Support-Fristen von PHP-Versionen

Bei der Auswahl zukünftiger PHP-Versionen sollten Sie den Fahrplan für Releases sowie die Supportfristen im Blick behalten. Gegen Ende eines Jahres erscheint eine neue Version der Skriptsprache, die jeweils 2 Jahre lang aktiv unterstützt wird. In dieser Zeit behebt die PHP Community Fehler und Sicherheitsdefizite in regelmäßigen Abständen. Nach Ablauf dieser Phase wird noch für ein Jahr der Security Support garantiert, d. h. dass nur besonders kritische Sicherheitslücken geschlossen werden. Diese Phase ist ideal, um sich in Ruhe auf einen Umstieg vorzubereiten. Das End-of-life-Datum (EOL) beendet abschließend die „Lebenszeit“ einer PHP-Version.

In konkreten Zahlen sieht der Fahrplan für aktuelle und zukünftige PHP-Versionen (Release-Planung, Support-Fristen) wie folgt aus:

PHP 8 - Major-Update auf PHP 8 (für November 2020 angekündigt)
PHP 7.4. - Release: 28.11.19 - aktiver Support bis 28.11.21- Security Support bis 28.11.22
PHP 7.3 - Release 06.12.18- aktiver Support bis 06.12.20- Security Support bis 06.12.20
PHP 7.2 - Release 30.11.17- aktiver Support bis 30.11.19- Security Support bis 30.11.20
frühere PHP-Versionen - End of life (EOL), Support ist komplett eingestellt
Tipp

Sie haben sich mit dem Thema PHP noch nicht genauer beschäftigt? Im Control-Center Ihres Hosting-Anbieters können Sie in der Regel schnell in Erfahrung bringen, welche PHP-Version bei Ihrem Webauftritt zum Einsatz kommt. Dort erhalten Sie auch meist auch Unterstützung für einen Versionswechsel.


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