E-Mail auf Englisch schreiben: So geht’s
Schreiben Sie eine E-Mail auf Englisch, vermeiden Sie mit klaren Formulierungen und passenden Höflichkeitsregeln Missverständnisse und wirken professionell. Gerade im Berufsalltag müssen geschäftliche Nachrichten oft spontan formuliert werden. Worauf sollte man beim Schreiben achten? Und welche Anreden und Abschlussworte haben sich bewährt?
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Grundsätzliches zum Aufbau einer E-Mail auf Englisch
Grundsätzlich ist der Aufbau einer E-Mail international vergleichbar – Sie müssen sich also an keine besonderen strukturellen Vorgaben halten, wenn Sie eine E-Mail auf Englisch schreiben. Neben einem Feld für den Empfänger oder die Empfängerin gibt es auch hier die Möglichkeit, Personen in CC oder BCC zu nehmen, anschließend formulieren Sie einen aussagekräftigen Betreff und den Inhalt der E-Mail.
Entscheidend ist jedoch die korrekte Struktur der Nachricht. Im internationalen Geschäftsalltag erwarten Empfänger und Empfängerinnen eine klare Gliederung:
- Betreff
- Anrede
- Einleitungssatz
- Hauptteil
- Konkrete Bitte oder nächste Schritte
- Die passende Grußformel
- E-Mail-Signatur
Bei Betreff und Inhalt gelten ähnliche Regeln wie im deutschen E-Mail-Knigge. Wählen Sie beim Betreff eine kurze und prägnante Zusammenfassung des Inhalts Ihrer Nachricht und schreiben Sie anschließend die E-Mail selbst – inklusive passender Anrede, nachvollziehbarer Schilderung Ihres Anliegens und angemessener Grußformel.
Die richtige Anrede auf Englisch in einer E-Mail
Bei der Anrede gilt, wie auch im Deutschen, dass grundsätzlich zwischen formeller (beruflicher) und informeller (privater) Ansprache unterschieden wird. Je nachdem, ob und wie gut Sie den Empfänger oder die Empfängerin kennen, kann auch eine informelle Anrede im beruflichen Kontext verwendet werden – in der Regel sind Sie mit einer formellen Ansprache aber auf der sicheren Seite.
| Begrüßung | Erklärung |
|---|---|
| „Dear Mr. Smith / Dear Ms. Smith“ | Formelle Anrede, wenn der Name bekannt ist (Standard im Geschäftsverkehr) |
| „Dear Hiring Manager / Dear Customer Support Team“ | Gute Alternative, wenn kein Name genannt ist |
| „Dear Sir or Madam“ | Sehr förmlich und heute selten, wirkt oft unpersönlich |
| „To whom it may concern“ | Nur noch für offizielle Schreiben, Bescheinigungen oder Referenzen üblich |
| „Hello / Hello Mr. Smith“ | Neutral und heute im Berufsalltag weit verbreitet |
| „Hi / Hi John“ | Informell, nur bei persönlichem oder bereits lockerem Kontakt |
Wenn Sie den Namen kennen, sollten Sie ihn unbedingt verwenden. „Dear Mr. Smith“ wirkt deutlich persönlicher und professioneller als eine allgemeine Sammelanrede.
So beginnen Sie eine englische Business-E-Mail
Der erste Satz ist in englischen E-Mails besonders wichtig. Anders als im Deutschen wird das Anliegen meist sofort genannt. Typische Formulierungen sind:
Kontakt aufnehmen:
- „I am writing to inquire about…“
- „I am contacting you regarding…“
- „I would like to ask whether…“
Auf eine E-Mail antworten:
- „Thank you for your message.“
- „Thank you for your quick reply.“
- „I appreciate your feedback.“
Informationen übermitteln:
- „Please find attached…“
- „I would like to inform you that…“
- „Here are the requested details.“
Erwähnen Sie Anhänge immer ausdrücklich im Text Ihrer E-Mail. So vermeiden Sie Missverständnisse und können sicherstellen, dass der Empfänger oder die Empfängerin weiß, dass der Nachricht eine Datei angehängt ist.
Warum Englisch indirekter ist als Deutsch
Ein häufiger Fehler deutschsprachiger Absender und Absenderinnen ist ein zu direkter Ton. Während im Deutschen Formulierungen wie „Schicken Sie mir die Unterlagen“ akzeptabel sind, wirken sie auf Englisch schnell unhöflich. Besser sind höfliche indirekte Bitten, zum Beispiel:
- „Could you please send me the documents?“
- „Would it be possible to…“
- „I would appreciate it if you could…“
Vermeiden Sie direkte Imperative wie „Send me…“. Englische Geschäftskommunikation setzt stärker auf indirekte Bitten und höfliche Umschreibungen.
Hauptteil und Handlungsaufforderung
Nachdem Sie Ihr Anliegen beschrieben haben, folgt meist eine konkrete Bitte oder ein nächster Schritt.
Typische Formulierungen:
- „Please let me know a suitable time.“
- „Are you available on…“
- „I look forward to your response.“
- „I just wanted to follow up on…“
Eine klare Handlungsaufforderung ist wichtig – sonst bleibt unklar, was genau erwartet wird.
Wie sieht auf Englisch ein gutes E-Mail-Ende aus?
Nachdem Sie Ihr Anliegen schriftlich vorgetragen haben, folgt ein abschließender Satz – eine Zusammenfassung und/oder eine Handlungsaufforderung, etwa die Bitte um eine zeitnahe Antwort – und dann die Grußformel.
| Grußformel | Erklärung |
|---|---|
| „Yours faithfully“ | Bei unbekannter Anredeperson |
| „Yours sincerely“ | Bei bekannter Anredeperson |
| „Kind regards“ | Häufigste geschäftliche Grußformel |
| „Best regards“ | Höflich und persönlich |
| „Best wishes“ | Eher privat |
Die E-Mail-Signatur im Geschäftsverkehr
Eine professionelle E-Mail-Signatur bildet den Abschluss Ihrer englischen E-Mail und sorgt dafür, dass Empfängerinnen und Empfänger Sie eindeutig zuordnen und schnell kontaktieren können. Sie sollte folgende Informationen in jedem Fall enthalten:
- Ihren vollständigen Namen
- Ihre Position
- den Firmennamen
- eine zentrale Kontaktmöglichkeit
Im geschäftlichen Kontext ist die Signatur zudem mehr als Höflichkeit: Für alle im Handelsregister eingetragenen Unternehmen in Deutschland gelten E-Mails rechtlich als Geschäftsbriefe. Daher sind häufig zusätzliche Angaben wie die Rechtsform (z. B. GmbH oder AG), die Unternehmensanschrift, vertretungsberechtigte Personen sowie das Registergericht und die Handelsregisternummer erforderlich. Diese Pflichtangaben gelten auch bei englischsprachigen E-Mails.
Optional können Sie weitere Elemente ergänzen, etwa einen Terminbuchungslink oder ein berufliches Profil in sozialen Netzwerken (z. B. LinkedIn). Halten Sie die Signatur jedoch kompakt: Zu viele Grafiken, Zitate oder Banner erschweren die Lesbarkeit auf Smartphones und können Spamfilter auslösen. Eine kurze, übersichtliche Signatur mit klaren Kontaktdaten ist daher am sinnvollsten.
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Typische Fehler in englischen E-Mails
Viele Missverständnisse entstehen nicht durch Grammatikfehler, sondern durch kulturelle Unterschiede. Gerade deutschsprachige Personen wirken in englischen E-Mails oft unbeabsichtigt zu direkt oder unklar. Typische Stolperfallen finden Sie in den nachfolgenden Abschnitten.
Zu direkte Formulierungen
Direkte Aussagen werden im Englischen häufig als Forderung interpretiert. Eine Formulierung wie „I want the report by tomorrow“ kann daher unhöflich wirken, obwohl sie sachlich gemeint ist. Empfänger und Empfängerinnen verstehen solche Sätze eher als Anweisung denn als Bitte.
Zu lange E-Mails
Im Deutschen sind ausführliche Erklärungen üblich. Im Englischen werden geschäftliche Nachrichten dagegen meist deutlich kürzer formuliert. Längere E-Mails werden in internationalen Teams häufig nur überflogen. Wichtige Informationen, Termine oder Fragen gehen dabei leicht unter oder werden übersehen.
Kein klarer Betreff
Ein unpräziser Betreff wie „Question“ oder „Hello“ wird leicht übersehen oder wirkt unprofessionell. Empfänger und Empfängerinnen können dann nicht sofort einschätzen, ob eine Nachricht dringend ist oder ihre Aufmerksamkeit erfordert. Dadurch bleiben E-Mails häufiger unbeantwortet oder werden erst spät bearbeitet.
Fehlende Handlungsaufforderung
Viele E-Mails enden ohne klare Erwartung an den Empfänger oder die Empfängerin. Dann bleibt unklar, ob eine Antwort nötig ist. Ohne konkrete Bitte ist oft nicht ersichtlich, ob eine Rückmeldung erwartet wird, ein Termin bestätigt werden soll oder lediglich eine Information weitergegeben wurde.
„False friends“
Einige englische Wörter sehen deutschen Begriffen ähnlich, bedeuten aber etwas anderes:
- actual ≠ aktuell (bedeutet: tatsächlich)
- eventually ≠ eventuell (bedeutet: schließlich)
- control ≠ kontrollieren (bedeutet meist: steuern/überwachen)
- chef ≠ Chef (bedeutet: Koch)
Solche Verwechslungen führen zu inhaltlichen Missverständnissen, da die Empfängerin oder der Empfänger eine andere Aussage versteht als beabsichtigt.
Zu knappe Antworten
Antworten wie „OK“, „Noted“ oder „Done“ können im internationalen Geschäftsumfeld oft als unhöflich oder abweisend wirken. Höflicher und klarer sind zum Beispiel folgende Formulierungen:
- „Thank you, I have received the document.“
- „Noted with thanks.“
- „I will take care of this and get back to you.“
Sehr kurze Antworten können den Eindruck erwecken, dass eine Anfrage unerwünscht ist oder keine weitere Zusammenarbeit erwartet wird.
Englische Abkürzungen in E-Mails
In den vergangenen Jahren haben sich in E-Mails bzw. in bestimmten Branchen Abkürzungen etabliert, die wir auch im Deutschen verwenden – die allerdings einen englischen Ursprung haben. Ein Grund mehr, die häufigsten Abkürzungen zu erläutern:
| Abkürzung | Erklärung |
|---|---|
| FYI | Ausgeschrieben „for your information“ – übersetzt „zu Ihrer Information“. |
| TBD / TBA | Ausgeschrieben „to be decided“ / „to be announced“ – übersetzt „wird noch entschieden“ / „wird noch bekannt gegeben“. |
| ASAP | Ausgeschrieben „as soon as possible“ – übersetzt „so schnell wie möglich“. |
| RSVP | In diesem Fall aus dem Französischen übernommen, ausgeschrieben „répondez s’il vous plaît“ – übersetzt „Wir bitten um Rückmeldung“. |
Stolperfallen bei Datum und Uhrzeit
Auch die englischen Schreibweisen von Uhrzeit und Datum führen beim Schreiben von E-Mails auf Englisch immer wieder zu Verwirrung. Wenn Sie es sich bei der Uhrzeit einfach machen möchten, ist die digitale Schreibweise optimal: Auch international versteht man „13:45“ oder „20:15“. In vielen Business-E-Mails wird jedoch die 12-Stunden-Schreibweise genutzt (z. B. „4 pm“).
Beim Datum gibt es Unterschiede zwischen der britischen und der amerikanischen Schreibweise. In Großbritannien werden Daten wie bei uns geschrieben (z. B. „24 December 2026“). Im Amerikanischen wird der Monat dem Tag vorangestellt (z. B. „December 24, 2026“).
E-Mail auf Englisch: 4 Beispiele
Um den gelungenen Aufbau zu zeigen und Ihnen eine klare Vorstellung von passenden Formulierungen zu vermitteln, finden Sie im Folgenden einige Beispiele. Diese enthalten alle wichtigen Elemente, die eine gut strukturierte E-Mail auf Englisch ausmachen.
Termin vereinbaren
Dear Mr. Jones,
Thank you for your email about the upcoming project. I would like to arrange a meeting with you to discuss the details and next steps. How about Monday at 11 am?
Please let me know if this works for you.
Kind regards,
Lisa Smith
Feedback anfragen
Dear Ms. Robbins,
I hope you are doing well.
I would like to ask for your feedback on the proposal I submitted last week. I have attached a copy of it to this email for your reference. It would be great to hear your thoughts on the current approach, as well as any suggestions you might have.
Let me know if you need any additional information.
Best regards,
Samuel Johnson
Krankmeldung
Dear Ms. Sharma,
I wanted to inform you that I’m not feeling well and unfortunately won’t be able to work today. I will provide you with an update this evening to let you know if I’ll be able to return to work tomorrow. If something urgent comes up, please don’t hesitate to contact me at [phone number].
Thank you for your understanding.
Best regards,
Layla Davis
Abwesenheitsnotiz
Hello,
Thank you for your message.
I am currently out of the office and unable to reply to your email at this time. I will respond to your message following my return on 15 July 2026.
If your request is urgent, please feel free to contact my colleague Amanda Avery at [email address].
Kind regards,
Thomas Wang
Vorlagen und Tools für das Schreiben auf Englisch
Wer regelmäßig auf Englisch kommuniziert, schreibt oft ähnliche Nachrichten: Terminabsprachen, Rückfragen, Angebotsanfragen oder kurze Status-Updates. Gerade im Arbeitsalltag kostet es jedoch Zeit, jede E-Mail neu zu formulieren oder sprachlich zu prüfen. Vorlagen können hier unterstützen. Häufig verwendete E-Mails lassen sich als Muster speichern und bei Bedarf anpassen. So bleibt die Struktur konsistent und wichtige Bestandteile wie Betreff, Einleitungssatz oder Handlungsaufforderung werden nicht vergessen.
Auch Schreib- oder KI-Assistenten können hilfreich sein. Sie schlagen Formulierungen vor, prüfen Tonfall und Verständlichkeit oder helfen dabei, zu direkte Aussagen höflicher zu formulieren. Das ist besonders nützlich, wenn Englisch nicht die eigene Muttersprache ist oder wenn eine Nachricht schnell versendet werden muss.
Typische Situationen, in denen solche Hilfsmittel Zeit sparen:
- wiederkehrende Terminabstimmungen
- Follow-up-Nachrichten nach Meetings
- Angebots- und Informationsanfragen
- kurze Bestätigungen oder Antworten
Trotzdem sollten E-Mails immer kurz überprüft werden. Automatische Vorschläge können unterstützen, ersetzen aber nicht die eigene Kontrolle über Inhalt, Kontext und Empfänger oder Empfängerin.



