KI-Übersetzer sind Programme, die Texte oder gesprochene Sprache automatisch in andere Sprachen übertragen. Sie helfen dabei, Inhalte schnell zu verstehen, Dokumente zu übersetzen oder die Kommunikation mit internationalen Kundinnen und Kunden zu erleichtern.

Was ist ein KI-Übersetzer?

Ein KI-Übersetzer ist ein System, das Texte oder Sprache automatisiert in eine andere Sprache überträgt. Im Unterschied zu klassischen Wörterbüchern oder älteren Übersetzungsprogrammen übersetzt moderne KI nicht mehr Wort für Wort, sondern versucht, den Sinn eines Satzes zu erfassen und ihn dann in der Zielsprache möglichst natürlich wiederzugeben. Wenn Sie einen Satz eingeben, läuft im Hintergrund grob Folgendes ab:

  1. Verstehen: Die KI erkennt, wie die Wörter zusammenhängen: Wer macht was? Was ist das Objekt? Ist es eine Frage, eine Aufforderung, Ironie oder eine Redewendung?
  2. Deuten: Anstatt nur Wörter zu ersetzen, bildet die KI eine Art „Zwischenrepräsentation“: Sie ordnet dem Satz eine Bedeutung zu. Man kann sich das wie eine sehr große, mathematische Landkarte vorstellen, auf der ähnliche Inhalte nahe beieinander liegen.
  3. Umformulieren: Danach übersetzt die KI, indem sie eine passende Formulierung in der Zielsprache auswählt. Dabei entscheidet sie z. B. über Wortstellung, Zeitformen, Höflichkeit oder Stil.

Auf welcher Technologie basieren KI-Übersetzer?

Viele der Neural Machine Translation (NMT) Systeme, die für die Übersetzung verwendet werden, basieren heute auf Transformer-Architekturen. Es sind also neuronale Netze, die mit sehr vielen Texten, die in zwei Sprachen vorliegen, trainiert wurden und besonders gut mit Kontext umgehen können. Das sorgt dafür, dass die KI nicht nur die Nachbarwörter betrachtet, sondern den ganzen Satz und teils auch angrenzende Sätze mit einbezieht. Diese Systeme lernen Muster wie:

  • typische Satzstrukturen
  • passende Wortkombinationen („Kollokationen“)
  • Übersetzungen von Redewendungen im Kontext
  • Unterschiede bei Höflichkeit, Stil und Ton
Hinweis

Echtzeit-Sprach-zu-Sprach-Übersetzungen (S2ST) ermöglichen direkte Live-Kommunikation über Meetings oder Geräte hinweg. Multimodale Systeme kombinieren Text, Audio und Video für reichhaltigere Übersetzungen. Zudem wächst die Nutzung lokaler („Edge“) Übersetzungen auf dem Gerät, was Privatsphäre, Geschwindigkeit und Unabhängigkeit von der Cloud stärkt.

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Relevante Tools, die mit KI übersetzen, im Überblick

ChatGPT

ChatGPT eignet sich besonders für Übersetzungen, wenn neben der reinen Übertragung auch Stil, Zielgruppe oder Tonalität angepasst werden sollen. So können Wünsche wie formelle, marketinggerechte oder einfach verständliche Sprache im Prompt geäußert werden. Auf Wunsch erhalten Sie auch mehrere Varianten, Erklärungen oder eine lokalisierte Version, die sich natürlicher liest. Damit hebt es sich vor allem durch die Flexibilität ab: Es übersetzt, formuliert um, kürzt, vereinfacht oder passt den Text an eine bestimmte Marke an.

Google Translate

Google Translate ist die richtige Wahl für schnelle Übersetzungen im Alltag und unterwegs. Das Tool punktet vor allem durch Tempo, sehr breite Sprachabdeckung und praktische Funktionen wie Kamera- und Sprachübersetzung sowie Live-Konversationen. Im Vergleich zu ChatGPT oder DeepL ist die Stilsteuerung weniger fein, dafür bekommen Sie meist in Sekunden eine brauchbare Übersetzung. Die App ist also ideal für kurze Texte, spontane Kommunikation oder situationsbezogene Übersetzungen auf Reisen.

DeepL

DeepL wird häufig genutzt, wenn Texte im Business-Kontext möglichst natürlich und hochwertig klingen sollen, ohne dass man viel am Ergebnis nacharbeiten möchte. Besonders hilfreich sind Funktionen wie Dokumentübersetzung für Word- oder PDF-Dateien und je nach Sprache auch die Wahl zwischen formell und informell. Im Unterschied zu Google Translate ist DeepL oft stärker bei „geschliffenen“ Formulierungen, während es gegenüber ChatGPT weniger auf kreatives Umformulieren, sondern eher auf eine saubere, textnahe Übersetzung ausgelegt ist.

Notta

Notta ist weniger ein klassischer Übersetzer, sondern eher ein Tool für Audio- und Meeting-Workflows: Aufzeichnen, transkribieren, übersetzen und Ergebnisse teilen. Damit unterscheidet es sich klar von Google Translate, DeepL und ChatGPT, die primär für Text- oder Direktübersetzung gedacht sind. Notta ist vor allem dann praktisch, wenn Sie Gespräche, Interviews oder Meetings dokumentieren und anschließend in eine andere Sprache übertragen möchten.

Momentum Team

Momentum Team richtet sich vor allem an Nutzerinnen, Nutzer und Unternehmen, die KI-Funktionen wie Übersetzen, Umformulieren und Textoptimierung nutzen wollen, dabei aber stärker auf Datenschutz und europäische Verarbeitung achten. Der Unterschied zu vielen Consumer-Tools liegt weniger in einzelnen Übersetzungsfeatures, sondern in der Positionierung für Business-Anwendungen mit Compliance-Fokus. Es eignet sich besonders für Workflows, in denen Texte nicht nur übersetzt, sondern gleichzeitig stilistisch angepasst oder in eine verständlichere Form gebracht werden sollen.

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Welche Vor- und Nachteile haben KI-Übersetzer?

KI-Übersetzer wirken auf den ersten Blick wie eine einfache Abkürzung: Text rein, fertige Übersetzung raus. In der Praxis hängt die Qualität jedoch stark davon ab, wie anspruchsvoll der Inhalt ist, wie schnell das Ergebnis benötigt wird und welche Sprachebene getroffen werden soll. Zudem spielt im Business-Umfeld immer auch die Frage eine Rolle, wie sicher und datenschutzkonform die Verarbeitung sensibler Inhalte abläuft.

Vorteile Nachteile
Sehr schnell & skalierbar: große Textmengen in Sekunden / Minuten Halluzinationen & Sinnverschiebungen: besonders riskant bei Rechts-, Medizin- oder Sicherheitsinhalten
Konsistente Terminologie möglich: per Glossar, Styleguide oder Prompt Idiome, Ironie, Doppeldeutigkeiten: können „glattgebügelt“ oder falsch interpretiert werden
Sprachebene steuerbar: Angaben wie „Sie-Ansprache“, „juristisch“ oder „einfach“ möglich Markenstimme & Tonalität: ohne klare Vorgaben oft inkonsistent
Multimodale Workflows: Audios können transkribiert und anschließend übersetzt werden „False Fluency“: Inhalte klingen perfekt, sind aber inhaltlich falsch

Mit KI übersetzen: Datenschutz & DSGVO

Datenschutz ist bei KI-Tools ein wiederkehrendes Thema, und zwar gerade dann, wenn Inhalte nicht nur öffentlich, sondern intern, vertraulich oder personenbezogen sind. Denn je nach Anbieter und Einstellungen können Texte zur Verarbeitung an externe Server übertragen, gespeichert oder für Qualitätszwecke ausgewertet werden. Damit die Nutzung von KI-Übersetzern im Alltag und im Business trotzdem sicher und DSGVO-kompatibel möglich ist, folgen im nächsten Abschnitt einige praxisnahe Hinweise, worauf Sie achten sollten:

  • Auftragsverarbeitung / Vertrag: Bei personenbezogenen Daten prüfen, ob der Anbieter als Auftragsverarbeiter tätig wird; dann ist in der Regel ein AVV nach Art. 28 DSGVO erforderlich.
  • Drittlandtransfers: Viele Tools laufen auf Servern außerhalb der EU, wodurch Daten in Drittländer gelangen können. Dann muss geprüft werden, auf welcher Rechtsgrundlage das passiert (z. B. EU-Standardvertragsklauseln), und ob zusätzliche Schutzmaßnahmen nötig sind.
  • Datensparsamkeit: Nach Möglichkeit sollte nur eingegeben werden, was auch wirklich übersetzt werden muss.
  • Training / Logging: Prüfen Sie, ob Ihre Eingaben gespeichert und eventuell fürs Training der KI verwendet werden. Viele Anbieter bieten Business-Versionen an, die die Daten nicht fürs Training nutzen und kürzere Logs haben.
  • Interne Richtlinien: Selbst wenn verwendete Tools datenschutzkonform sind, sollten interne Regeln aufgestellt werden. So kann gewährleistet werden, dass bestimmte Daten oder Dokument-Typen gar nicht erst in die KI hochgeladen werden.

Wo kommen KI-Übersetzer zur Anwendung?

KI-Übersetzer lassen sich heute in vielen Situationen einsetzen: vom schnellen Verständnis einzelner Texte bis hin zu strukturierten Workflows in Unternehmen. Entscheidend ist dabei, wie hoch die Anforderungen an Genauigkeit, Tonalität und Datenschutz sind und ob es eher um eine Übersetzung für die Verständlichkeit oder um das Veröffentlichen eines Textes geht.

Texte und Content

Für Blogartikel, Produktbeschreibungen, Landingpages, Newsletter oder Social-Media-Posts sind KI-Übersetzer besonders praktisch, weil sie nicht nur übersetzen, sondern oft auch Stil und Sprachebene anpassen können. Gerade LLM-basierte Tools helfen dabei, Inhalte zu lokalisieren und Formulierungen an kulturelle Erwartungen oder Plattformen anzupassen. Wichtig bleibt hier ein kurzer Qualitätscheck, damit Claims, Tonalität und Markenbotschaft stimmen.

Dokumente und Dateien

Viele Tools unterstützen die Übersetzung kompletter Dokumente wie Angebote, Handouts, One-Pager, Anleitungen oder interne Richtlinien. Das ist besonders hilfreich, wenn regelmäßig ähnliche Dokumente in mehreren Sprachen benötigt werden. So können interne Dokumentationen, Handbücher, SOPs, Schulungsunterlagen oder technische FAQs einfach mehrsprachig gepflegt werden. In Kombination mit Glossaren oder festen Begriffsvorgaben lässt sich dabei Terminologie konsistent halten, was im technischen oder produktnahen Umfeld einen großen Unterschied macht.

Kundenkommunikation, Support und Chats

Im Kundenservice kann KI bzw. ein KI-Übersetzer helfen, Anfragen in verschiedenen Sprachen schneller zu verstehen und Antworten effizienter vorzubereiten. Typische Beispiele sind Support-Tickets, Live-Chat-Nachrichten, E-Mail-Verläufe oder Wissensdatenbank-Artikel. Hier kann KI auch beim Ton unterstützen (freundlich, klar, deeskalierend) und Texte vereinheitlichen.

Live-Gespräche und spontane Kommunikation

Für Reisen, Events oder spontane Gespräche eignen sich Tools mit Sprach- und Live-Funktionen, etwa wenn Sie schnell eine Aussage verstehen oder sich in einer fremden Sprache verständigen möchten.

Auch in professionellen Settings wie bei Kundenterminen kann Live-Übersetzung hilfreich sein. KI-Tools können Gespräche zudem transkribieren und anschließend übersetzen – etwa für Protokolle, Zusammenfassungen oder zur Weitergabe an Kolleginnen und Kollegen, die nicht teilnehmen konnten. Das ist auch für Interviews, Podcasts oder Schulungsvideos nützlich, wenn Inhalte in mehreren Sprachen verfügbar gemacht werden sollen. Wenn es jedoch juristisch oder wirtschaftlich kritisch wird, ist ein Dolmetscher vor Ort oft die sicherere Wahl.

Praxisbeispiel: IONOS KI-Telefonassistent + Live-Übersetzung im Alltag

Der IONOS KI-Telefonassistent eignet sich für Sie, wenn Sie regelmäßig mit internationalen Anruferinnen und Anrufern zu tun haben und Anfragen effizienter abwickeln möchten. In der Konfiguration legen Sie Stimme, Tonalität und vor allem die Sprache fest: Der Assistent versteht und spricht mehrere Sprachen und kann Ihre Anruferinnen und Anrufer je nach Bedarf formell (Sie) oder informell (Du) ansprechen.

Im Alltag nimmt die KI Anrufe rund um die Uhr entgegen, beantwortet häufige Fragen auf Basis Ihres Unternehmenswissens (unter anderem durch das automatische Einbinden von Website-Inhalten), stellt Rückfragen und kann Anrufe nach definierten Regeln an Ihre Mitarbeitenden weiterleiten. Im Anschluss erhalten Sie auf Wunsch eine Zusammenfassung per E-Mail, was die Nachbearbeitung erleichtert. Je nach Tarif sind zudem Terminbuchungen sowie API-Integrationen möglich. Gleichzeitig erhalten Sie eine DSGVO-konforme Verarbeitung innerhalb der EU.

Bild: Konfiguration des IONOS KI Telefonassistenten
Der IONOS KI Telefonassistent spricht verschiedene Sprachen.
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