WordPress-Website kopieren und sicher lokal testen
Um eine WordPress-Website lokal zu testen, laden Sie die Website-Dateien herunter, exportieren die Datenbank und importieren beides in eine lokale Umgebung wie XAMPP. Anschließend passen Sie die Datenbankverbindung, die Website-URL und die internen Links an. So können Sie Plugins, Updates und Änderungen sicher testen, ohne Ihre Live-Website zu beeinflussen.
Schritt 1: Vorbereitungen
Bevor Sie eine lokale Kopie Ihrer WordPress-Website erstellen, sollten Sie zunächst prüfen, welche Methode für Ihren Anwendungsfall am besten geeignet ist:
- Für eine manuelle lokale Testumgebung eignet sich XAMPP. XAMPP ist eine Apache-Distribution mit MariaDB, PHP und Perl. Unter Windows wird XAMPP häufig standardmäßig unter
C:\xamppinstalliert. Je nach Installation kann der Pfad aber abweichen. - Wenn Sie den Einrichtungsaufwand reduzieren möchten, kann ein Tool wie Local die bessere Wahl sein. Das Tool richtet WordPress automatisch ein und bietet zusätzliche Funktionen wie WP-CLI, flexible PHP-Umgebungen sowie Import- und Exportmöglichkeiten.
Erstellen Sie vor dem Export Ihrer Website unbedingt ein vollständiges Backup Ihrer Dateien und Ihrer Datenbank. Änderungen an einer Datenbank in phpMyAdmin wirken sofort und lassen sich in der Regel nicht automatisch rückgängig machen.
Beachten Sie außerdem, dass eine lokale Kopie Ihrer Live-Website unter Umständen personenbezogene Daten enthalten kann, zum Beispiel Kommentare, Formulareinträge oder Kundendaten. Arbeiten Sie daher nur auf vertrauenswürdigen Geräten und anonymisieren Sie Produktivdaten nach Möglichkeit vor Tests.
Die hier beschriebenen Schritte beziehen sich auf ein Windows-System. Unter macOS oder Linux ist der Ablauf aber grundsätzlich gleich. Die Website, die für den lokalen Test exportiert wird, befindet sich exemplarisch auf Servern von IONOS. XAMPP ist bereits installiert.
Schritt 2: WordPress-Dateien herunterladen
Erstellen Sie zunächst in Ihrem lokalen Webverzeichnis einen neuen Ordner für die Testumgebung. Bei einer Standardinstallation von XAMPP ist das meist der Ordner C:\xampp\htdocs. Legen Sie dort zum Beispiel den Ordner wp-testumgebung an.
Merken Sie sich diesen Ordnernamen. Sie benötigen ihn, um sich später u. a. in die lokale WordPress-Installation einzuloggen. Kopieren Sie mit einem FTP-Programm wie FileZilla alle Dateien Ihrer WordPress-Installation in den zuvor erstellten Ordner.
Wenn Ihre Website sehr groß ist, kann dieser Schritt einige Zeit in Anspruch nehmen.
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Schritt 3: Datenbank identifizieren
Wenn Sie nicht wissen, welche Datenbank Ihre WordPress-Installation verwendet, können Sie diese Information bei IONOS im Kundenkonto in Erfahrung bringen:
- Loggen Sie sich in Ihr IONOS-Kundenkonto ein.
- Klicken Sie in der Titelleiste auf „Menü“ → „Websites & Shops“.
- Klicken Sie in der Kachel Ihrer WordPress-Installation auf „Website verwalten“.
- Öffnen Sie die Einstellungen.
- Öffnen Sie phpMyAdmin unter „Erweiterte Einstellungen“.
- Notieren Sie sich den Namen der Datenbank.
Schritt 4: Datenbank exportieren
Im nächsten Schritt exportieren Sie die Datenbank Ihrer Live-Website. Bei IONOS funktioniert das ebenfalls über das Kundenkonto:
- Klicken Sie in der Titelleiste auf „Menü“ → „Hosting“.
- Klicken Sie in der Kachel „Datenbanken“ auf „Verwalten“.
- Klicken Sie hinter der gewünschten Datenbank auf „Öffnen“.
- Klicken Sie in der Menüzeile auf „Exportieren“.
- Um den Export zu starten, klicken Sie auf „OK“.
- Speichern Sie die Exportdatei auf Ihrem Rechner.
Notieren Sie sich den Dateinamen und den Speicherort der Exportdatei. Sie benötigen diese Datei später für den Import in Ihre lokale Umgebung.
Schritt 5: Datenbank importieren
Sie müssen die exportierte Datenbank in eine neue, leere Datenbank des lokalen Webservers importieren.
- Starten Sie das Programm XAMPP Control Panel.
- Starten Sie Apache und MariaDB (im Control Panel als „MySQL“ beschriftet).
- Klicken Sie bei „MySQL“ auf „Admin“.
Daraufhin öffnet sich phpMyAdmin. Halten Sie sich an folgende Schritte für den Import:
- Klicken Sie auf „Datenbanken“.
- Vergeben Sie einen Datenbanknamen und klicken Sie auf „Anlegen“.
- Klicken Sie auf die neu erstellte Datenbank.
- Klicken Sie auf „Importieren“.
- Wählen Sie Ihre zuvor exportierte Datenbank aus.
- Starten Sie den Import.
Nach erfolgreichem Import steht Ihnen eine lokale Kopie Ihrer WordPress-Datenbank zur Verfügung.
Schritt 6: Lokale Datenbank anpassen
Nach dem Import enthält Ihre lokale Datenbank noch die URL Ihrer Live-Website. Damit WordPress lokal funktioniert, müssen Sie zunächst die Werte siteurl und home anpassen.
- Öffnen Sie in phpMyAdmin die Options-Tabelle Ihrer WordPress-Installation, in der Regel
wp_options. Wenn Ihre Installation ein anderes Tabellenpräfix verwendet, heißt die Tabelle entsprechend anders, zum Beispielabc_options. - Suchen Sie die Einträge
siteurlundhome. - Bearbeiten Sie beide Werte und ersetzen Sie die Live-URL durch Ihre lokale URL, zum Beispiel:
http://localhost/wp-testumgebung.
Diese beiden Einträge legen nur die Basis-URL Ihrer lokalen WordPress-Installation fest. Weitere Verweise auf Ihre Live-Domain, zum Beispiel in Beiträgen, Metadaten, Widgets oder serialisierten Daten, müssen Sie später zusätzlich per Search-and-Replace anpassen. Genau dafür eignen sich Better Search Replace oder alternativ WP-CLI.
Schritt 7: Dateien anpassen
In der Regel müssen Sie nun die Datei wp-config.php anpassen. In dieser stehen noch die Zugangsdaten zur Datenbank Ihrer Live-Website. Diese müssen Sie mit denen Ihrer lokalen Installation ersetzen:
- Öffnen Sie den Ordner, in dem Ihre lokale WordPress-Installation liegt. In diesem Beispiel:
C:/xampp/htdocs/wp-testumgebung. - Öffnen Sie die Datei
wp-config.phpin einem Texteditor. - Tragen Sie die Daten Ihrer lokalen Datenbank ein.
Bei einer Standardinstallation von XAMPP sind das häufig folgende Informationen:
DB_NAME: Name Ihrer lokalen DatenbankDB_USER:rootDB_PASSWORD: leer lassenDB_HOST:localhost
Beachten Sie, dass diese Werte je nach lokaler Umgebung abweichen können. In XAMPP sind die obigen Angaben oft Standard, bei anderen Tools oder individuell abgesicherten Installationen jedoch nicht zwingend. Speichern Sie die Datei anschließend.
Schritt 8: Links anpassen
Die Links der lokalen WordPress-Installation verweisen noch auf Ihre Live-Website. Eine einfache Möglichkeit ist das Plugin Better Search Replace. Alternativ können fortgeschrittene User auch WP-CLI verwenden. Wichtig ist, dass das verwendete Tool mit serialisierten Daten korrekt umgehen kann. Genau deshalb sollten Sie URLs nicht einfach blind per „Suchen und Ersetzen“ ändern.
Gehen Sie wie folgt vor:
- Öffnen Sie den Admin-Bereich Ihrer lokalen WordPress-Installation, zum Beispiel unter
http://localhost/wp-testumgebung/wp-admin. - Installieren und aktivieren Sie das Plugin Better Search Replace.
- Öffnen Sie die Einstellungen des Plugins unter Werkzeuge.
- Geben Sie im Feld „Suche nach“ die URL Ihrer Live-Website ein.
- Tragen Sie im Feld für den Ersatz die lokale URL ein, zum Beispiel
http://localhost/wp-testumgebung. - Wählen Sie die Tabellen Ihrer WordPress-Installation aus.
- Starten Sie den Ersetzungsvorgang.
Wenn Sie lieber mit WP-CLI arbeiten, können Sie dafür den offiziell dokumentierten Befehl wp search-replace verwenden. Führen Sie den Befehl zunächst mit dem Flag --dry-run aus, um eine Vorschau der Änderungen zu erhalten, ohne die Datenbank tatsächlich zu verändern. Empfehlenswert ist außerdem der Flag --skip-columns=guid, damit die GUID-Spalte der Beiträge nicht versehentlich geändert wird. Mit --precise erzwingen Sie eine gründlichere PHP-basierte Verarbeitung, was besonders bei komplexen oder serialisierten Daten hilfreich sein kann, allerdings langsamer ist.
wp search-replace 'https://ihre-live-domain.de' 'http://localhost/wp-testumgebung' --skip-columns=guid --precise --dry-runbashWenn die angezeigte Anzahl der Ersetzungen plausibel ist, führen Sie den Befehl ohne --dry-run erneut aus, um die Änderungen tatsächlich zu speichern.
wp search-replace 'https://ihre-live-domain.de' 'http://localhost/wp-testumgebung' --skip-columns=guid --precisebashSchritt 9: Permalinks aktualisieren
Nachdem alle URLs angepasst wurden, sollten Sie die Permalinks einmal neu speichern:
- Öffnen Sie in Ihrer lokalen WordPress-Installation den Bereich „Einstellungen“ → „Permalinks“.
- Speichern Sie die aktuell gewählte Permalink-Struktur erneut.
Dadurch werden die Rewrite-Regeln aktualisiert. Es ist in der Regel nicht nötig, die Permalink-Struktur dafür manuell auf „Beitragsname“ umzustellen. Entscheidend ist, dass die vorhandene Struktur einmal neu gespeichert wird.
Schritt 10: Lokale WordPress-Installation verwenden
Um die lokale WordPress-Installation zu verwenden, sind folgende Schritte nötig:
- Starten Sie das Programm XAMPP Control Panel.
- Starten Sie Apache und MariaDB (im Control Panel als „MySQL“ beschriftet).
- Rufen Sie Ihre lokale Website im Browser auf, zum Beispiel unter
http://localhost/wp-testumgebung/ - Für den Admin-Bereich verwenden Sie entsprechend
http://localhost/wp-testumgebung/wp-admin
Danach können Sie Ihre lokale WordPress-Installation wie gewohnt verwenden. Falls die Website lokal nicht korrekt funktioniert, prüfen Sie zusätzlich folgende Punkte:
- Wurden wirklich alle Vorkommen der Live-URL ersetzt?
- Sind Caching-Plugins aktiv, die noch alte Pfade verwenden?
- Gibt es Weiterleitungen in
.htaccessoder in Plugin-Einstellungen, die noch auf die Live-Domain zeigen? - Werden externe Ressourcen weiterhin von der Live-Seite geladen?
Gerade nach einer Migration in eine lokale Umgebung sind diese Punkte typische Fehlerquellen.


