Im Web kom­mu­ni­zie­ren Clients – etwa Ihr Browser – mit Web­ser­vern mithilfe des HTTP-Pro­to­kolls. Dieses regelt, wie der Client seine Anfragen for­mu­liert und wie der Server darauf antwortet. Das HTTP-Protokoll kennt ver­schie­de­ne An­fra­ge­me­tho­den. Es lohnt sich, we­nigs­tens die ge­bräuch­lichs­ten von ihnen zu kennen. In diesem Artikel erfahren Sie die Details zu den einzelnen An­fra­ge­me­tho­den.

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GET

GET ist der „Urahn“ der HTTP-Requests. Diese An­fra­ge­me­tho­de existiert seit den Anfängen des World Wide Web. Sie dient dazu, eine Ressource – z. B. eine HTML-Datei – vom Webserver an­zu­for­dern.

Wenn Sie in Ihren Browser die URL www.example.com eingeben, dann verbindet dieser sich mit dem Webserver und sendet diesem die GET-Anfrage zu:

GET /index.php

Die Datei index.php in diesem Beispiel ist einfach die Homepage; diese wird vom Server an den Browser gesendet.

Analog würde die Anfrage der URL www.example.com/test.html so for­mu­liert:

GET /test.html

Der Server sendet die Datei test.html zurück.

URL-Parameter

Der GET-Anfrage können zu­sätz­li­che In­for­ma­tio­nen mit­ge­ge­ben werden, die der Webserver ver­ar­bei­ten soll. Diese URL-Parameter werden einfach an die URL angehängt. Die Syntax ist ganz einfach:

  • Der Query-String wird mit einem „?“ (Fra­ge­zei­chen) ein­ge­lei­tet.
  • Jeder Parameter ist benannt, besteht also aus einem Namen und einem Wert: „Name=Wert“
  • Wenn mehrere Parameter mit­ge­ge­ben werden sollen, dann werden sie mit einem „&“ verbunden.

Hier ein Beispiel: Auf der Website einer Software-Firma wird als Plattform „Windows“ und als Kategorie „Office“ ein­ge­ge­ben, um ent­spre­chen­de Angebote vom Server auf­zu­ru­fen:

GET /search?platform=Windows&category=office

URL-Codierung des Query-Strings

Query-Strings erfordern eine besondere Zei­chen­co­die­rung, da viele Son­der­zei­chen eine Spe­zi­al­be­deu­tung haben. So muss bei­spiels­wei­se der Text „HTTP-Überblick“ wie folgt codiert werden, um als Query-String ak­zep­tiert zu werden:

GET /search?thema=HTTP-%C3%9Cberblick%0A
Tipp

Sie können URL-Co­die­run­gen bequem mit einem Tool erzeugen: online z. B. mit dem URL-Encoder, offline mit der Excel-Funktion URL­CO­DIE­REN().

POST

Wenn Sie große Da­ten­men­gen – bei­spiels­wei­se Bilder – oder ver­trau­li­che For­mu­lar­da­ten zum Server senden wollen, ist die GET-Methode nicht ideal, da sämtliche Daten, die Sie über­tra­gen, offen in die Adress­zei­le des Browsers ge­schrie­ben werden.

In diesen Fällen ist die POST-Methode an­ge­mes­sen. Diese schreibt die URL-Parameter nicht in die URL, sondern hängt sie an den HTTP-Header an.

Meistens werden POST-Requests im Zu­sam­men­hang mit On­line­for­mu­la­ren verwendet. Hier das Beispiel eines Formulars, das den Namen und die E-Mail-Adresse aufnimmt und mittels POST an den Server sendet:

<html>
<body>
<form action="newsletter.php" method="post">
Name: <input type="text" name="name"><br>
E-mail: <input type="text" name="email"><br>
<input type="submit">
</form>
</body>
</html>
Tipp

In unserem Ratgeber finden Sie aus­führ­li­che In­for­ma­tio­nen zum Un­ter­schied zwischen GET und POST.

HEAD

Die HEAD-Methode dient dazu, den Response-Header ab­zu­fra­gen, ohne sich gleich die Datei zusenden zu lassen. Dies ist bei­spiels­wei­se dann sinnvoll, wenn große Dateien über­tra­gen werden sollen: Dank der HEAD-Anfrage kann sich der Client zuerst die Da­tei­grö­ße nennen lassen und erst dann ent­schei­den, ob er die Datei empfangen will.

Beispiel:

HEAD /downloads/video1.mpeg HTTP/1.0

Im Antwort-Header des Servers findet der Client die Angabe zur Da­tei­grö­ße im Header-Feld „content-length“:

OPTIONS

Mit der OPTIONS-Methode kann der Client abfragen, welche Methoden der Server für die be­tref­fen­de Datei un­ter­stützt.

OPTIONS /download.php

Die Antwort könnte so aussehen:

Im Feld „allow“ erfahren wir, dass der Server die Methoden OPTIONS, GET, HEAD und POST un­ter­stützt. Im Feld „content-length“ sagt uns die Zahl 0, dass keine Datei über­tra­gen wurde, sondern nur der Header.

TRACE

Mit der TRACE-Methode kann die Route verfolgt werden, über die ein HTTP-Request zum Server und von dort zurück an den Client geht. Diese Rou­ten­ver­fol­gung können Sie unter Windows mit dem Kommando tracert selbst durch­füh­ren. Dazu geben Sie in der Kom­man­do­zei­le (cmd.exe) den folgenden Befehl ein:

tracert www.example.com

Spe­zi­al­me­tho­den

Einige Methoden sind nur im Zu­sam­men­hang mit spe­zi­fi­schen Kon­fi­gu­ra­tio­nen anwendbar. Dazu zählen die CONNECT-Methode, die über einen Proxy eine direkte, ge­schütz­te Ver­bin­dung herstellt (Tunneling), sowie diverse Methoden im Zu­sam­men­hang mit WebDAV: PATCH, PROPFIND, PROPPATCH, MKCOL, COPY, MOVE, LOCK, UNLOCK.

PUT, PATCH und DELETE dienen dazu, auf dem Server Dateien zu speichern, zu verändern bzw. zu löschen. In der normalen Website-Pro­gram­mie­rung spielen diese Methoden kaum eine Rolle, da sie von den Servern aus Si­cher­heits­grün­den blockiert werden. Sie finden ihre Anwendung im WebDAV-Kontext und im Zu­sam­men­hang mit der REST-API.

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