Wer mehrere Social-Media-Kanäle und einen News­let­ter betreut, benötigt nicht für jede Ver­öf­fent­li­chung ein voll­stän­dig neues Thema. Mit einem KI-ge­stütz­ten Multi-Channel-Workflow erstellen Sie zunächst einen aus­führ­li­chen Haupt­in­halt und ent­wi­ckeln daraus passende Formate für ver­schie­de­ne Platt­for­men. Auf diese Weise lässt sich effizient mit KI Content erstellen, ohne denselben Beitrag überall zu du­pli­zie­ren.

Die Kernidee: Aus einem Haupt­in­halt entstehen fünf Formate

Am Anfang des Workflows steht ein so­ge­nann­ter Content-Pillar. Dabei handelt es sich um einen aus­führ­li­chen Haupt­in­halt, der ein Thema möglichst voll­stän­dig behandelt. Das kann ein Blog­ar­ti­kel, ein Leitfaden, eine Pod­cast­fol­ge, ein Webinar, ein Interview oder eine um­fang­rei­che Fall­stu­die sein. Der Content-Pillar enthält die wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen, Argumente, Beispiele und Hand­lungs­emp­feh­lun­gen zu einem Thema. Aus diesem Material werden an­schlie­ßend kleinere Inhalte für un­ter­schied­li­che Kanäle ent­wi­ckelt. Ein aus­führ­li­cher Artikel kann bei­spiels­wei­se die Grundlage für ein Reel, ein Carousel, einen klas­si­schen Social-Media-Post, eine Story und einen News­let­ter-Teaser bilden.

Diese Methode wird als Content Re­pur­po­sing be­zeich­net. Gemeint ist damit nicht, denselben Text un­ver­än­dert auf mehreren Platt­for­men zu ver­öf­fent­li­chen. Statt­des­sen wird eine ein­heit­li­che Kern­bot­schaft jeweils an das Format und die Nut­zungs­si­tua­ti­on des Kanals angepasst. Die ei­gent­li­che Zeit­er­spar­nis entsteht dadurch, dass The­men­fin­dung, Recherche und Ar­gu­men­ta­ti­on nur einmal durch­ge­führt werden. Sie müssen nicht für jeden Kanal erneut ein Thema ent­wi­ckeln, sondern bereiten das vor­han­de­ne Wissen nur un­ter­schied­lich auf.

IONOS GPT
Ihr sou­ve­rä­ner KI Assistent für mehr Pro­duk­ti­vi­tät.

Fragen, gestalten, re­cher­chie­ren – sicher mit IONOS GPT. Die souveräne und günstige Al­ter­na­ti­ve zu ChatGPT & Co.

Von der Recherche zum Content-Pillar

Ein zu­ver­läs­si­ger KI-Multi-Channel-Workflow beginnt nicht mit einem Prompt, sondern mit einem klaren Ziel. Bevor Sie einen Inhalt erstellen, sollten Sie festlegen, welches Problem Sie behandeln, an wen sich der Beitrag richtet und welche Handlung Sie an­schlie­ßend auslösen möchten. Eine Ziel­be­schrei­bung gibt dem gesamten Prozess eine Richtung. Sie hilft nicht nur Ihnen bei der The­men­aus­wahl, sondern ver­bes­sert auch die Er­geb­nis­se eines KI-Tools.

Nach der Ziel­de­fi­ni­ti­on folgt die Recherche. KI kann dabei un­ter­stüt­zen, erste Un­ter­the­men zu sammeln, Begriffe zu erklären, um­fang­rei­che Quellen zu­sam­men­zu­fas­sen oder offene Fragen zu iden­ti­fi­zie­ren. Sie sollte jedoch nicht die einzige In­for­ma­ti­ons­quel­le dar­stel­len. Gerade aktuelle Zahlen, recht­li­che Aussagen, Zitate und In­for­ma­tio­nen zu Platt­form­funk­tio­nen müssen anhand ver­läss­li­cher Ori­gi­nal­quel­len geprüft werden. KI-Systeme können veraltete In­for­ma­tio­nen verwenden, Zu­sam­men­hän­ge ver­ein­fa­chen oder Angaben erfinden, die auf den ersten Blick plausibel wirken.

Für den späteren Content-Pillar genügt häufig ein kompaktes Research-Dokument. Darin halten Sie das Problem der Ziel­grup­pe, die wich­tigs­ten Er­kennt­nis­se, passende Beispiele, mögliche Einwände und die ver­wen­de­ten Quellen fest. Dieses Dokument dient an­schlie­ßend als ge­mein­sa­me Wis­sens­grund­la­ge für alle Formate.

Den Haupt­in­halt mit KI erstellen

Auf Grundlage der geprüften Recherche entsteht der Content-Pillar. Er sollte das gewählte Thema so aus­führ­lich behandeln, dass sich daraus mehrere ei­gen­stän­di­ge Aussagen ableiten lassen. Das LLM kann zunächst eine Glie­de­rung aus den vor­han­de­nen In­for­ma­tio­nen erstellen. Dabei sollten Sie die Ziel­grup­pe, deren Wis­sens­stand, die ge­wünsch­te Ansprache und das Ziel des Inhalts aus­drück­lich nennen.

Ein ge­eig­ne­ter Prompt könnte bei­spiels­wei­se lauten:

„Erstelle aus den folgenden geprüften In­for­ma­tio­nen eine Glie­de­rung für einen leicht ver­ständ­li­chen Fach­ar­ti­kel. Der Text richtet sich an kleine Un­ter­neh­men, die erstmals einen Multi-Channel-Social-Media-Workflow aufbauen. Ergänze keine Zahlen, Studien oder Fakten, die nicht im Aus­gangs­ma­te­ri­al enthalten sind.“

Anstatt sofort einen voll­stän­di­gen Artikel ge­ne­rie­ren zu lassen, empfiehlt es sich, den Text ab­schnitts­wei­se zu erstellen. Dadurch können Sie früh­zei­tig prüfen, ob Ar­gu­men­ta­ti­on, Stil und fachliche Tiefe stimmen. Der fertige Content-Pillar sollte an­schlie­ßend re­dak­tio­nell über­ar­bei­tet werden. Prüfen Sie, ob der Inhalt ver­ständ­lich aufgebaut ist, ob Wie­der­ho­lun­gen vorkommen und ob die Sprache tat­säch­lich zu Ihrem Un­ter­neh­men passt.

Die passenden Aussagen für das Content Re­pur­po­sing auswählen

Ist der Haupt­in­halt fertig, werden daraus die stärksten Ein­zel­aspek­te her­aus­ge­ar­bei­tet. Nicht jeder Abschnitt des Content-Pillars muss dabei wei­ter­ver­wen­det werden. Ent­schei­dend ist vielmehr, für jedes Format eine klare Haupt­bot­schaft aus­zu­wäh­len. Ein kurzes Reel sollte bei­spiels­wei­se nicht versuchen, den gesamten Artikel zu­sam­men­zu­fas­sen. Es kann statt­des­sen einen häufigen Fehler erklären und auf den voll­stän­di­gen Beitrag verweisen.

Die KI kann den fertigen Haupt­in­halt ana­ly­sie­ren und mögliche Kern­aus­sa­gen vor­schla­gen. Die end­gül­ti­ge Auswahl sollte jedoch von Ihnen erfolgen, da Sie am besten ein­schät­zen können, welche Aussagen für Ihre Ziel­grup­pe relevant sind.

Aus einem Content-Pillar entstehen fünf passende Formate

Für er­folg­rei­ches Content Re­pur­po­sing wird der Haupt­in­halt nicht einfach kopiert. Statt­des­sen erhält jedes Format eine eigene Funktion, einen passenden Einstieg und eine klare Kennzahl. Die KI kann dabei helfen, Texte zu kürzen, Hooks zu ent­wi­ckeln und Inhalte an den je­wei­li­gen Kanal an­zu­pas­sen.

Das Reel: Eine Er­kennt­nis auf den Punkt bringen

Ein Reel kon­zen­triert sich auf eine einzelne, schnell ver­ständ­li­che Aussage. Der Einstieg sollte in den ersten Sekunden das Problem oder den Nutzen deutlich machen, bei­spiels­wei­se: „Sie brauchen nicht fünf neue Ideen für fünf Kanäle, sondern eine gute Idee, die Sie passend wei­ter­ver­ar­bei­ten.“

Danach folgen eine kurze Erklärung oder wenige prak­ti­sche Schritte. Am Ende steht eine Hand­lungs­auf­for­de­rung wie der Verweis auf den voll­stän­di­gen Artikel. Ge­ne­ra­ti­ve KI kann Hooks und Skript­va­ri­an­ten liefern, die For­mu­lie­run­gen sollten jedoch natürlich zur Marke passen. Als KPI eignet sich bei­spiels­wei­se die durch­schnitt­li­che Wie­der­ga­be­dau­er.

Ein Carousel eignet sich für Abläufe, Check­lis­ten, Ver­glei­che und mehrere zu­sam­men­hän­gen­de Tipps. Die erste Folie weckt Interesse, die weiteren Folien führen schritt­wei­se durch das Thema. Die letzte Folie enthält eine klare Hand­lungs­auf­for­de­rung.

KI kann längere Text­ab­schnit­te in kurze Fo­li­en­tex­te umwandeln. Jede Folie sollte aber auch beim schnellen Lesen ver­ständ­lich bleiben. Eine geeignete Kennzahl ist, wie häufig der Post ab­ge­spei­chert wurde.

Der Social-Media-Post: Eine These vertiefen

Ein Social-Media-Post greift eine einzelne Be­ob­ach­tung, Emp­feh­lung oder These aus dem Haupt­in­halt auf. Besonders auf LinkedIn kann dieser Punkt etwas aus­führ­li­cher erklärt und mit einem Pra­xis­bei­spiel ergänzt werden. Der Beitrag sollte direkt in das Thema ein­stei­gen und mit einer Frage oder Hand­lungs­auf­for­de­rung enden. Als KPI bieten sich die En­ga­ge­ment-Rate oder die Zahl qua­li­fi­zier­ter Kom­men­ta­re an.

Die Story: In­ter­ak­ti­on und Nähe schaffen

Wenn Sie eine Instagram-Story erstellen, ver­mit­teln Sie nur einen einzelnen Tipp, eine Frage oder einen Blick hinter die Kulissen. Die Story kann bei­spiels­wei­se mit einer Umfrage beginnen und an­schlie­ßend auf den voll­stän­di­gen Artikel oder ein anderes Format verweisen. Als Kennzahl eignen sich je nach Ziel Antworten, Link-Klicks oder In­ter­ak­tio­nen mit Umfrage-Stickern.

Der News­let­ter-Teaser: Zum Haupt­in­halt führen

Der News­let­ter-Teaser fasst den Content-Pillar nicht voll­stän­dig zusammen. Er be­schreibt kurz das Problem, nennt den wich­tigs­ten Nutzen und verweist an­schlie­ßend auf den aus­führ­li­chen Inhalt. Ein möglicher Einstieg lautet: „Fünf Kanäle bedeuten nicht au­to­ma­tisch fünfmal so viel Arbeit. Mit einem festen Re­pur­po­sing-Workflow wird aus einem Haupt­in­halt eine voll­stän­di­ge Content-Serie.“ Nutzen Sie nur eine ein­deu­ti­ge Hand­lungs­auf­for­de­rung. Als News­let­ter-KPI eignet sich vor allem die Klickrate bzw. die Click-to-open-Rate, da Öff­nungs­ra­ten technisch be­ein­flusst werden können.

Der Re­dak­ti­onska­len­der: Inhalte sinnvoll verteilen

Die fünf Formate müssen nicht am selben Tag ver­öf­fent­licht werden. Sinn­vol­ler ist es, sie über mehrere Tage zu verteilen. Dadurch begegnet die Ziel­grup­pe dem Thema mehrfach, ohne un­mit­tel­bar hin­ter­ein­an­der nahezu iden­ti­sche Inhalte zu sehen.

Der Content-Pillar kann bei­spiels­wei­se am Montag er­schei­nen. Am Dienstag folgt ein Reel, das das zentrale Problem aufgreift. Am Mittwoch vertieft ein Carousel den Ablauf. Eine Story am Don­ners­tag kann nach den Er­fah­run­gen der Community fragen. Am Freitag greift ein längerer Social-Media-Post eine einzelne These auf. Der News­let­ter verweist zum Abschluss noch einmal auf den voll­stän­di­gen Haupt­in­halt.

Für den Einstieg ist es nicht notwendig, den ver­meint­lich perfekten Ver­öf­fent­li­chungs­zeit­punkt zu kennen. Nutzen Sie zunächst einen re­gel­mä­ßi­gen Rhythmus und be­ob­ach­ten Sie an­schlie­ßend die Leis­tungs­da­ten Ihrer eigenen Kanäle.

Content-Pro­duk­ti­on in 30, 60 oder 90 Minuten

Der Umfang des Workflows lässt sich an die ver­füg­ba­re Zeit anpassen. Vor­aus­set­zung ist al­ler­dings, dass Sie rea­lis­tisch ein­schät­zen, wie viel Recherche ein Thema benötigt.

Die 30-Minuten-Routine

Die kurze Routine eignet sich vor allem, wenn bereits ein geprüfter Haupt­in­halt vorhanden ist. In den ersten Minuten wählen Sie eine Kern­aus­sa­ge aus und bestimmen, welches Ziel der neue Beitrag erfüllen soll. Danach lassen Sie die KI mehrere Einstiege oder For­matideen ent­wi­ckeln. Aus den besten Vor­schlä­gen erstellen Sie bei­spiels­wei­se einen Social-Media-Post und eine kurze Story. Die ver­blei­ben­de Zeit nutzen Sie für sprach­li­che Über­ar­bei­tung, Fak­ten­prü­fung und Ein­pla­nung.

In 30 Minuten entsteht somit kein voll­stän­dig neuer Content-Pillar. Sie verwenden vor­han­de­nes Material gezielt weiter.

Die 60-Minuten-Routine

Mit einer Stunde Ar­beits­zeit lässt sich ein kompakter Haupt­in­halt mit mehreren Derivaten vor­be­rei­ten. Etwa zehn Minuten können für Ziel­de­fi­ni­ti­on und Recherche ein­ge­plant werden. An­schlie­ßend erstellen Sie in ungefähr 20 Minuten den Haupt­in­halt. Die nächsten 20 Minuten dienen dazu, bei­spiels­wei­se ein Reel-Skript, eine Story und einen Social-Media-Post ab­zu­lei­ten. Zum Abschluss prüfen Sie die Inhalte und legen Ver­öf­fent­li­chungs­ter­mi­ne fest. Diese Routine eignet sich für bekannte Themen, zu denen bereits Wissen vorhanden ist.

Die 90-Minuten-Routine

Die 90-Minuten-Routine er­mög­licht eine voll­stän­di­ge Content-Einheit. Zu Beginn werden Thema, Ziel­grup­pe und Quellen fest­ge­legt. Danach erstellen und über­ar­bei­ten Sie den Content-Pillar. Im nächsten Schritt entstehen die fünf Derivate. Die letzten Minuten sind für Qua­li­täts­kon­trol­le, Ge­stal­tung, Freigabe und Ein­pla­nung vor­ge­se­hen.

Das Ziel besteht nicht darin, innerhalb von 90 Minuten fünf von­ein­an­der un­ab­hän­gi­ge Kampagnen zu ent­wi­ckeln. Statt­des­sen entsteht eine zu­sam­men­hän­gen­de Serie, die auf einer ge­mein­sa­men Recherche und einer ein­heit­li­chen Botschaft basiert.

Freigaben und Rollen: Solo und im Team

Ob Sie allein oder im Team arbeiten: KI-ge­ne­rier­te Inhalte sollten vor der Ver­öf­fent­li­chung immer geprüft und eindeutig frei­ge­ge­ben werden. Ent­schei­dend sind klare Zu­stän­dig­kei­ten, eine ge­mein­sa­me Ar­beits­grund­la­ge und eine ab­schlie­ßen­de Qua­li­täts­kon­trol­le.

Solo-Workflow

Im Solo-Workflow prüfen Sie Fakten, Ver­ständ­lich­keit, Mar­ken­stim­me und Hand­lungs­auf­for­de­rung. Kon­trol­lie­ren Sie den Beitrag außerdem in der tat­säch­li­chen Platt­form­an­sicht, da Texte auf dem Smart­phone schnell zu lang oder un­über­sicht­lich wirken können. Auch Bild-, Musik- und Nut­zungs­rech­te müssen be­rück­sich­tigt werden. Für bestimmte KI-ge­ne­rier­te oder ma­ni­pu­lier­te Inhalte gelten zudem Trans­pa­renz­pflich­ten nach Artikel 50 des EU AI Act. Eine pauschale Kenn­zeich­nungs­pflicht besteht jedoch nicht.

Team-Workflow

Im Team sollten Inhalt, Redaktion, Ge­stal­tung und finale Freigabe klar zu­ge­ord­net sein. Eine einzelne Person sollte die ab­schlie­ßen­de Ent­schei­dung treffen, damit keine wi­der­sprüch­li­chen Kor­rek­tur­schlei­fen entstehen. Alle Be­tei­lig­ten arbeiten idea­ler­wei­se mit derselben Version des Content-Pillars. Quellen, Kor­rek­tu­ren, Frei­ga­be­sta­tus und Ver­öf­fent­li­chungs­ter­mi­ne sollten deshalb in einem ge­mein­sa­men Re­dak­ti­ons­sys­tem do­ku­men­tiert werden. So müssen fachliche Aussagen nur einmal grund­le­gend geprüft werden.

Social Buy Button
Machen Sie Follower zu Ihren Kunden
  • Einfach: In wenigen Schritten über Social Media verkaufen
  • Intuitiv: Eine Plattform für sämtliche Kanäle inkl. Syn­chro­ni­sa­ti­on
  • Flexibel: Jederzeit an Ihre Be­dürf­nis­se anpassbar

Erfolg messen: Eine KPI pro Kanal

Ein Multi Channel Social Media-Workflow erzeugt schnell eine große Zahl möglicher Kenn­zah­len. Für den Einstieg ist es sinnvoll, zunächst pro Format nur eine Haupt­kenn­zahl aus­zu­wäh­len.

Beim Reel kann dies die durch­schnitt­li­che Wie­der­ga­be­dau­er sein. Für ein Carousel eignen sich Spei­che­run­gen. Bei einem Social-Media-Post können qua­li­fi­zier­te Kom­men­ta­re oder die En­ga­ge­ment-Rate be­trach­tet werden. Für Stories bieten sich Antworten oder Link-Klicks an. Beim News­let­ter steht die Klickrate im Mit­tel­punkt.

Diese Kenn­zah­len zeigen, ob das jeweilige Format seine un­mit­tel­ba­re Aufgabe erfüllt. Sie sagen jedoch noch nicht, ob die gesamte Kampagne einen ge­schäft­li­chen Nutzen erzeugt. Deshalb sollte zu­sätz­lich eine ge­mein­sa­me Business-KPI fest­ge­legt werden. Dabei kann es sich bei­spiels­wei­se um News­let­ter-An­mel­dun­gen, Downloads, Pro­dukt­an­fra­gen, gebuchte Be­ra­tungs­ge­sprä­che oder Käufe handeln. Wenn der Content-Pillar auf eine Vorlage verweist, kann die Zahl der Downloads als Business-KPI dienen. Sämtliche Formate verfolgen dann dasselbe über­ge­ord­ne­te Ziel, auch wenn sie auf ihren Platt­for­men un­ter­schied­lich gemessen werden.

Mithilfe ein­deu­ti­ger Links und UTM-Parameter lässt sich nach­voll­zie­hen, über welchen Kanal die ge­wünsch­ten Hand­lun­gen ausgelöst wurden. Nach mehreren Kampagnen erkennen Sie dadurch, welche Formate vor allem Reich­wei­te liefern und welche tat­säch­lich zu Leads oder Umsatz beitragen.

Vorlage für Ihre Re­pur­po­sing-Matrix

Die folgende Matrix hilft Ihnen, einen Content-Pillar sys­te­ma­tisch in fünf Formate zu über­tra­gen. Tragen Sie zunächst die Kern­aus­sa­gen des Haupt­in­halts ein und passen Sie an­schlie­ßend Einstieg, Auf­be­rei­tung und Hand­lungs­auf­for­de­rung an den je­wei­li­gen Kanal an.

Element des Content-Pillars Reel Carousel Social-Media-Post Story News­let­ter-Teaser
Zentrales Problem Kurzer ge­spro­che­ner Einstieg Problem als erste Folie Be­ob­ach­tung oder These als Einstieg Frage oder Umfrage Problem in ein bis zwei Sätzen
Wich­tigs­te Er­kennt­nis Eine zentrale Aussage Drei bis fünf auf­ein­an­der auf­bau­en­de Folien Aus­führ­li­che­re Erklärung mit Beispiel Ein einzelner Tipp Lösung andeuten
Prak­ti­scher Nutzen Kurzer Tipp oder drei Schritte Ablauf oder Check­lis­te Emp­feh­lung für die Praxis Kurzer Blick hinter die Kulissen Nutzen des Haupt­in­halts erklären
Hand­lungs­auf­for­de­rung Kom­men­tie­ren, speichern oder wei­ter­le­sen CTA auf der letzten Folie Frage oder Link zum Haupt­in­halt Link oder Antwort-Sticker Ein­deu­ti­ger Link oder Button
Haupt-KPI Durch­schnitt­li­che Wie­der­ga­be­dau­er Spei­che­run­gen Kom­men­ta­re oder En­ga­ge­ment-Rate Antworten oder Link-Klicks Klickrate
Business-KPI Ge­mein­sa­mes Kam­pa­gnen­ziel, bei­spiels­wei­se Downloads, Leads, Anfragen oder Käufe Ge­mein­sa­mes Kam­pa­gnen­ziel Ge­mein­sa­mes Kam­pa­gnen­ziel Ge­mein­sa­mes Kam­pa­gnen­ziel Ge­mein­sa­mes Kam­pa­gnen­ziel

Häufige Fehler beim Multi-Channel-Social-Media-Workflow

Ein häufiger Fehler besteht darin, denselben Text un­ver­än­dert auf allen Platt­for­men ein­zu­set­zen. Dadurch wirkt der Inhalt schnell unpassend, weil Nut­ze­rin­nen und Nutzer auf jeder Plattform andere Er­war­tun­gen und Nut­zungs­ge­wohn­hei­ten haben. Die Kern­aus­sa­ge darf gleich bleiben. Einstieg, Länge, Dar­stel­lung und Hand­lungs­auf­for­de­rung sollten jedoch für jedes Format neu angepasst werden.

Pro­ble­ma­tisch ist außerdem eine zu frühe Au­to­ma­ti­sie­rung. Bevor Sie komplette Ver­öf­fent­li­chungs­pro­zes­se au­to­ma­ti­sie­ren, sollten Sie den Ablauf zunächst einige Male manuell durch­füh­ren. Erst dann erkennen Sie, welche Schritte tat­säch­lich stan­dar­di­siert werden können und an welchen Stellen in­di­vi­du­el­le Ent­schei­dun­gen notwendig bleiben.

Auch die Menge der Inhalte sollte nicht zum Selbst­zweck werden. Es ist nicht er­for­der­lich, aus jedem Content-Pillar zwingend fünf Formate zu erstellen. Wenn nur ein Reel und ein News­let­ter-Teaser sinnvoll er­schei­nen, ist diese Auswahl besser als fünf schwache Ver­öf­fent­li­chun­gen.

Fazit: Ein Thema, mehrere passende Kon­takt­punk­te

Ein funk­tio­nie­ren­der KI-Multi-Channel-Workflow beginnt mit einem fun­dier­ten Content-Pillar. Aus einer geprüften Recherche, einer klaren Aussage und einem aus­führ­li­chen Haupt­in­halt entstehen un­ter­schied­li­che Formate für Social Media und News­let­ter. Die KI hilft dabei, Kern­aus­sa­gen zu erkennen, Texte zu kürzen, Einstiege zu ent­wi­ckeln und Inhalte in andere Formate zu über­tra­gen. Die Ver­ant­wor­tung bleibt jedoch beim Menschen.

Auf diese Weise müssen Sie nicht für jeden Kanal ein neues Thema erfinden. Sie in­ves­tie­ren einmal in einen hoch­wer­ti­gen Haupt­in­halt und ent­wi­ckeln daraus mehrere passende Kon­takt­punk­te. Genau darin liegt der ent­schei­den­de Vorteil von Content Re­pur­po­sing: mehr Präsenz auf mehreren Kanälen, ohne dass sich Recherche- und Kon­zep­ti­ons­auf­wand ver­viel­fa­chen.

Zum Hauptmenü