Was ist RankBrain – und wie verändert es die Google-Suche? Seit 2015 setzt Google bei der In­ter­pre­ta­ti­on von Such­an­fra­gen auf das selbst­ler­nen­de KI-System RankBrain. Es hilft dabei, Nut­zer­inten­tio­nen auch bei neuen oder komplexen Such­be­grif­fen zu erkennen und passende Er­geb­nis­se zu liefern. Der Al­go­rith­mus basiert auf ma­schi­nel­lem Lernen und gilt als Teil von Googles lang­fris­ti­ger KI-Strategie, zu der auch DeepMind gehört.

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Was ist RankBrain? Eine De­fi­ni­ti­on

RankBrain ist ein selbst­ler­nen­des KI-System, das seit Anfang 2015 als Teil des über­ge­ord­ne­ten Google-Such­al­go­rith­mus „Hum­ming­bird“ zum Einsatz kommt. Haupt­auf­ga­be von RankBrain ist die In­ter­pre­ta­ti­on von Keywords und Such­phra­sen mit dem Ziel, die jeweilige Nut­zer­inten­ti­on zu ermitteln.

Eigenen Angaben zufolge nimmt Google täglich rund 8,5 Mil­li­ar­den Anfragen über die Websuche entgegen. Bei rund 16 Prozent der Nut­zer­ein­ga­ben handelt es sich um Keywords und Wort­kom­bi­na­tio­nen, die in der je­wei­li­gen Form noch nie zuvor bei Google ein­ge­gan­gen sind – darunter um­gangs­sprach­li­che Begriff, Wort­neu­schöp­fun­gen oder komplexe Longtail-Phrasen.

Hinweis

Wenn Google in Bezug auf RankBrain von einem „selbst­ler­nen­den KI-System“ spricht, ist damit künst­li­che In­tel­li­genz gemäß des schwachen KI-Begriffs gemeint. Es handelt sich um eine Tech­no­lo­gie, die für Pro­blem­stel­lun­gen, die bisher von Menschen be­ar­bei­tet werden mussten, au­to­ma­ti­sche Lösungen findet. Wie die meisten Systeme dieser Art greift auch RankBrain dabei auf Techniken des ma­schi­nel­len Lernens zurück.

Wie funk­tio­niert RankBrain?

RankBrain hilft Google, Nut­zer­ein­ga­ben zu in­ter­pre­tie­ren und so genau die Webseiten aus dem Google-Suchindex – einer rund 100 Millionen Gigabyte großen Datenbank – her­aus­zu­su­chen, die am besten zur Such­in­ten­ti­on der User passen. Dabei geht das KI-System weit über den reinen Abgleich von Such­be­grif­fen hinaus. Statt jedes einzelne Wort einer Such­an­fra­ge un­ab­hän­gig von­ein­an­der zu ana­ly­sie­ren, erfasst RankBrain die Semantik der gesamten Nut­zer­ein­ga­be und ermittelt so die Intention des Suchenden bzw. der Suchenden. Trotz Longtail-Phrase gelangt man so blitz­schnell zur erhofften Antwort.

Bild: Google-Suchergebnisseite für die Suchphrase „What’s the title of the consumer at the highest level of a food chain“
An der Spitze der Nah­rungs­ket­te steht der „apex predator“ (Spit­zen­präda­tor)

Als Machine-Learning-System greift RankBrain dabei auf seine Erfahrung mit vor­her­ge­hen­den Such­an­fra­gen zurück. Es stellt Ver­knüp­fun­gen her und trifft darauf aufbauend Vor­her­sa­gen darüber, was der jeweilige Nutzer sucht und wie dessen Anfrage am besten zu be­ant­wor­ten ist. Dabei gilt es, Am­bi­gui­tä­ten auf­zu­lö­sen und die Bedeutung bisher un­be­kann­ter Begriffe (z. B. Neo­lo­gis­men) zu ent­schlüs­seln. Wie genau RankBrain diese Her­aus­for­de­rung meistert, verrät Google al­ler­dings nicht. SEO-Experten und -Ex­per­tin­nen vermuten jedoch, dass RankBrain Such­an­fra­gen mithilfe von Wort­vek­to­ren in eine Form überträgt, die es Computern er­mög­licht, Sinn­zu­sam­men­hän­ge zu in­ter­pre­tie­ren.

Was liefert die Basis für die se­man­ti­schen Analysen von RankBrain?

Laut mehreren Aussagen von Google-In­ge­nieu­ren basiert RankBrain teilweise auf Konzepten wie Word2Vec und nutzt ähnliche Vek­tor­raum­tech­ni­ken, um die Bedeutung von Wörtern zu erfassen. Denn bereits 2013 hat Google die quell­of­fe­ne Machine-Learning-Software Word2Vec ver­öf­fent­licht, mit der sich se­man­ti­sche Be­zie­hun­gen zwischen Wörtern in eine ma­the­ma­ti­sche Dar­stel­lung über­füh­ren, messen und ver­glei­chen lassen. Grundlage dieser Analyse sind lin­gu­is­ti­sche Text­kor­po­ra.

Er­stel­lung des Vek­tor­raums

Um Sinn­zu­sam­men­hän­ge zwischen Wörtern zu „lernen“, erzeugt Word2Vec im ersten Schritt einen „n“-di­men­sio­na­len Vek­tor­raum, in dem jedes Wort des zu­grun­de­lie­gen­den Text­kor­pus (man spricht von „Trai­nings­da­ten“) als Vektor re­prä­sen­tiert ist. Dabei gibt „n“ an, in wie vielen Vek­tor­di­men­sio­nen ein Wort ab­ge­bil­det werden soll. Je mehr Di­men­sio­nen für die Wort­vek­to­ren gewählt werden, desto mehr Re­la­tio­nen zu anderen Wörtern erfasst das Programm.

Anpassung des Vek­tor­raums

Im zweiten Schritt wird der erstellte Vek­tor­raum in ein künst­li­ches neu­ro­na­les Netz (KNN) ein­ge­speist, das es er­mög­licht, diesen mithilfe eines Lern­al­go­rith­mus so an­zu­pas­sen, dass Wörter, die im gleichen Kontext verwendet werden, auch einen ähnlichen Wort­vek­tor bilden. Die Ähn­lich­keit zwischen Wort­vek­to­ren wird anhand der so­ge­nann­ten Kosinus-Distanz als Wert zwischen -1 und +1 berechnet.

Die Rolle von Word2Vec

Gibt man Word2Vec einen be­lie­bi­gen Text­kor­pus als Input, liefert das Programm ent­spre­chen­de Wort­vek­to­ren als Output. Diese er­mög­li­chen eine Be­ur­tei­lung der se­man­ti­schen Nähe bzw. Distanz der im Korpus ent­hal­te­nen Wörter. Wird Word2Vec mit neuem Input kon­fron­tiert, ist das Programm dank des Lern­al­go­rith­mus in der Lage, den Vek­tor­raum an­zu­pas­sen und somit neue Be­deu­tungs­zu­sam­men­hän­ge her­zu­stel­len oder alte Annahmen zu verwerfen: Das neuronale Netz wird „trainiert“.

Offiziell stellt Google keinen Zu­sam­men­hang zwischen der Funk­ti­ons­wei­se von Word2Vec und der Such­al­go­rith­mus-Kom­po­nen­te RankBrain her – es ist jedoch an­zu­neh­men, dass sich das KI-System auf ähnliche ma­the­ma­ti­sche Ope­ra­tio­nen stützt.

Tipp

Mithilfe künst­li­cher neu­ro­na­ler Netze versuchen For­sche­rin­nen und Forscher, die Or­ga­ni­sa­ti­ons- und Ver­ar­bei­tungs­prin­zi­pi­en des mensch­li­chen Gehirns zu si­mu­lie­ren. Ziel ist es, Systeme zu ent­wi­ckeln, die in der Lage sind, bei der Lösung von Problemen mit Vagheit oder Unschärfe umzugehen und somit auch Aufgaben zu über­neh­men, die bisher dem Menschen vor­be­hal­ten waren. Zur Anwendung kommen neuronale Netze bei Google bei­spiels­wei­se im Rahmen der au­to­ma­ti­schen Bil­der­ken­nung.

RankBrain als Ranking-Faktor in der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung (SEO)

Noch über­ra­schen­der als die Be­kannt­ga­be, dass Googles For­schungs­er­geb­nis­se im Bereich künst­li­cher In­tel­li­genz in die Websuche ein­flie­ßen, ist der Umfang dieser In­te­gra­ti­on: Seit 2016 lässt Google sämtliche Such­an­fra­gen von RankBrain in­ter­pre­tie­ren; Greg Corrado (Senior Research Scientist bei Google) zufolge ist das selbst­ler­nen­de KI-System sogar als dritt­wich­tigs­ter Ranking-Faktor in den Al­go­rith­mus ein­ge­bun­den.

Hinweis

Laut Google Search Quality Senior Stra­te­gist Andrey Lipattsev war RankBrain zu einem früheren Zeitpunkt der dritt­wich­tigs­te Ranking-Faktor. Seitdem hat sich der Google-Al­go­rith­mus jedoch wei­ter­ent­wi­ckelt und wird heute durch BERT und andere KI-Tech­no­lo­gien ergänzt.

Für Web­sei­ten­be­trei­ben­de und SEO-Ex­per­tin­nen und -Experten hat sich vor allem der Blick auf Keyword-Stra­te­gien geändert. Als se­man­ti­sche Such­ma­schi­ne ist Google in der Lage, auf Hin­ter­grund­wis­sen in Form von Konzepten und Be­zie­hun­gen zu­rück­zu­grei­fen, um die in­halt­li­che Bedeutung von Texten und Such­an­fra­gen zu ermitteln. Ob eine Website für einen be­stimm­ten Such­be­griff gut rankt, hängt damit weniger davon ab, ob diese den Such­be­griff enthält, als vielmehr davon, ob der (Text-)Inhalt der Webseite für das jeweilige Konzept relevant ist, das RankBrain mit dem Such­be­griff verbindet. Im Fokus steht somit nicht das Keyword an sich, sondern die Content-Relevanz einer Webseite.

New call-to-action

Dank RankBrain und der kon­ti­nu­ier­li­chen Wei­ter­ent­wick­lung von BERT und anderen Tech­no­lo­gien rücken Content-Relevanz und Nut­zer­inten­ti­on noch stärker in den Fokus der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung.

Diese KI-Module ergänzen RankBrain

RankBrain wurde 2015 ein­ge­führt und galt damals als ein Durch­bruch in der In­ter­pre­ta­ti­on von Such­an­fra­gen durch Google. Seitdem hat sich die Tech­no­lo­gie jedoch wei­ter­ent­wi­ckelt. Heute ist RankBrain weiterhin ein wichtiger Be­stand­teil des Google-Al­go­rith­mus, ins­be­son­de­re bei der In­ter­pre­ta­ti­on von Such­be­grif­fen und der Be­stim­mung der Nut­zer­inten­ti­on. Al­ler­dings ist es nicht mehr der alleinige Faktor, der die In­ter­pre­ta­ti­on von Such­an­fra­gen bestimmt.

BERT als Un­ter­stüt­zung für RankBrain

Seit 2019 hat Google mit BERT (Bi­di­rec­tion­al Encoder Re­pre­sen­ta­ti­ons from Trans­for­mers) ein weiteres KI-Modell ein­ge­führt, das RankBrain bei der Ver­ar­bei­tung von na­tür­li­chen Sprach­ein­ga­ben ergänzt. Während RankBrain ins­be­son­de­re bei der se­man­ti­schen Analyse von Longtail-Such­be­grif­fen und un­be­kann­ten Wort­kom­bi­na­tio­nen hilft, kommt BERT stärker bei der Kon­tex­tua­li­sie­rung von voll­stän­di­gen Sätzen und der Be­rück­sich­ti­gung der Bedeutung von Wörtern in ihrem spe­zi­fi­schen Kontext zum Einsatz.

MUM und andere KI-Tech­no­lo­gien zur In­ter­pre­ta­ti­on von Such­an­fra­gen

Neben RankBrain setzt Google in­zwi­schen auf weitere KI-Modelle wie BERT und MUM (Multitask Unified Model), um Such­an­fra­gen noch besser zu verstehen. Vor allem komplexe oder mehr­deu­ti­ge Fragen pro­fi­tie­ren von diesen Wei­ter­ent­wick­lun­gen. MUM ist dabei in der Lage, In­for­ma­tio­nen aus ver­schie­de­nen Quellen und Formaten (z. B. Text und Bilder) zu kom­bi­nie­ren und in einen sinn­vol­len Zu­sam­men­hang zu bringen.

Auch wenn Google nie voll­stän­dig of­fen­ge­legt hat, wie genau RankBrain, BERT und MUM zu­sam­men­spie­len, ist klar: Die se­man­ti­sche Such­tech­no­lo­gie hat sich deutlich wei­ter­ent­wi­ckelt.

Wichtige KI-Module im Google-Al­go­rith­mus:

  • RankBrain: in­ter­pre­tiert Such­an­fra­gen, ins­be­son­de­re neue oder un­ge­wöhn­li­che For­mu­lie­run­gen
  • BERT: ana­ly­siert den Kontext von Wörtern in Such­an­fra­gen (z. B. Satz­struk­tur)
  • MUM: versteht komplexe Such­in­ten­tio­nen und kom­bi­niert Inhalte aus ver­schie­de­nen Formaten

Für die Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung bedeutet das: Klas­si­sches SEO mit Keywords und Technik allein reicht nicht mehr aus. Ent­schei­dend ist heute ein hoch­wer­ti­ger, nut­zer­zen­trier­ter Content, der die Such­in­ten­ti­on, den Kontext und die se­man­ti­sche Relevanz be­rück­sich­tigt.

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